CORONA-UPDATE.10.12.21

Corona Update vom 10. Dezember 2021 © is

Grosse Unterschiede: Von 0 bis 44 Prozent leere Intensivbetten

Urs P. Gasche /  Die Auslastung der Intensivstationen hängt mindestens so viel von Nicht-Covid-Patienten wie von Covid-Patienten ab.

Seit dem letzten Update vor einem Monat ist die Zahl der schweizweit zur Verfügung stehenden Betten auf Intensivstationen mit 846 konstant geblieben. Im Moment sind 259 Betten oder 31 Prozent aller Intensivbetten mit Patienten und Patientinnen besetzt, die vor oder nach dem Eintritt in ein Spital auf Sars-Cov-2 positiv getestet wurden.

Wie viele der 259 am Stichtag auf Intensivstationen liegenden Corona-Patienten doppelt geimpft sind, ist nicht bekannt. Am 27. November erklärte Peter Steiger vom Institut für Intensivmedizin des Zürcher Universitätsspitals im «Tages-Anzeiger», der Anteil der Geimpften sei auf der Intensivstation des Uni-Spitals auf 29 Prozent gestiegen, wohl weil die Wirkung der Impfungen insbesondere bei Risiko-Patienten abnehme.

Auf Sars-Cov-2 positiv Getestete auf Intensivstationen am 7. Dezember 2021 (abgefragt am 10.11.2021):

Intensivstationen 10.12.21
Am 7.12.2021 wieder fast so viele Covid-positive Patienten und Patientinnen auf Intensivstationen wie im September (abgefragt am 10.12.2021)

Auffallend grosse regionale Unterschiede

Gegenwärtig sind grosse regionale Unterschiede festzustellen. Am 9. Dezember war im Kanton Freiburg kein einziges Intensivbett mehr frei, bei allerdings nur 6 Covid-Patienten. Im Kanton Tessin dagegen waren am gleichen Tag 44 Prozent aller Intensivbetten leer, bei insgesamt 12 Covid-Patienten:

KANTON% LEERE INTENSIVBETTENCOVID-PATIENTEN
FR06
TG315
SG720
VD1030
GE1419
ZH1741
AG2021
BS226
GR255
TI4412
Nur wenige Covid-Patienten können auf Intensivstationen zu Engpässen führen. Kleinere Kantone mit keinen oder nur ganz wenigen Intensivbetten sind hier nicht berücksichtigt. Quelle: BAG

Für den sehr unterschiedlichen Anteil der Leerbetten tragen neben den Covid-Patienten mindestens so sehr die Nicht-Covid-Patienten bei. Im Kanton Freiburg sind 74 Prozent aller Intensivbetten mit Nicht-Covid-Patienten besetzt, im Kanton Basel-Stadt 66 Prozent, im Kanton Zürich 60 Prozent. Dagegen sind im Kanton Bern 53 Prozent aller Intensivbetten mit Nicht-Covid-Patienten belegt, im Kanton Thurgau 41 Prozent, im Kanton Aargau 37 Prozent, im Tessin 35 Prozent und im Kanton Basel-Land 13 Prozent.

Weniger Hospitalisierungen als befürchtet

Tanja Stadler

Am 23. November erklärte Task-Force-Präsidentin Tanja Stadler an der Corona-Medienkonferenz: «Seit dieser Woche steigen die Hospitalisierungen um 40 Prozent pro Woche.» Nach dieser Prognose wären die täglichen Hospitalisierungen seit dem 23. November von 83 auf jetzt 162 gestiegen. Tatsächlich waren es am 6. Dezember «nur» 97.

Insgesamt lagen am 7. Dezember schweizweit 1580 positiv Getestete in einem Spital. Unter den am 7. Dezember neu Hospitalisierten waren 34 Prozent doppelt geimpft.

Unter den 1580 sind auch solche, die aus anderen Gründen ins Spital kamen, erst dort positiv getestet wurden und nur geringe oder keine Covid-Symptome haben. Diese Patienten sind dann offiziell nicht «wegen», sondern «mit» Corona oder «im Zusammenhang mit Corona» im Spital. Wie hoch dieser wohl eher kleine Anteil ist, wird nicht veröffentlicht.

Ziemlich parallel mit der Zahl der durchgeführten Tests nimmt die Zahl der positiv Getesteten zu

Tests 10.12.21.BAG
Anzahl Corona-Tests pro 100’000 Einwohner. Hellblau = PCR-Tests / Dunkelblau = Schnelltests
Fälle 10.12.2021
Positiv Getestete pro 100’000 Einwohner. [Hier wurde ganz am Anfang fälschlicherweise die Zahl der Hospitalisierten abgebildet]

Die künftige Entwicklung wird entscheidend davon abhängen, wie stark Geimpfte und Genesene vor der neuen Omikron-Variante geschützt sind.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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32 Meinungen

  • am 11.12.2021 um 11:21 Uhr
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    Danke für die Recherche – insbesondere das Aufzeigen der Parallele zwischen Anzahl Test und Anzahl positiven Testergebnissen vermisste ich in den bisherigen Analysen.
    Ich frage mich aber, woher die aktuelle Übersterblichkeit kommt, zumal diese in der letzten Welle vom September nicht auftrat. (-> https://www.bfs.admin.ch/asset/de/gd-d-14.03.04.03-wr )

    2
  • am 11.12.2021 um 14:03 Uhr
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    Danke U.P. Gasche für diese wichtigen Informationen.

    Infosperber-Texte heben sich ganz besonders von der SRG-Berichterstattung ab.Es ist betrüblich, wie wir mit unseren Konzessiongeldern, einen dermassen einseitigen Journalismus finanzieren (s. Arena vom Freitag 10. Dezember 2021, Gredig vom 9. Dezember 2021, der Club vom 30. November 2021 u.v.m. – da findet man es nicht mehr nötig, eine gewisse Anzahl kritischer Stimmen prominent zu Wort kommen zu lassen.) Alle kritischen Punkte werden ausgeblendet und bei Diskussion werden die Parteien (nicht die politischen) nicht paritätisch eingeladen.

    3
  • am 11.12.2021 um 15:07 Uhr
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    Danke an Urs P. Gasche für dieses neuerliche, unaufgeregte Update. Zwar ist jede Person, die sich auf einer Intensivstation befindet einer schweren physischen und psychischen Belastung ausgesetzt und auch die Angehörigen stehen wohl meistens unter unerträglichem Druck. Trotzdem scheinen die von Infosperber präsentierten Zahlen wesentlich entspannter daher zu kommen, als die an Hysterie und Panikmache grenzende so genannte Berichterstattung in den Klick-Medien, SRG inklusive. Das ist das Eine. Das Andere, weit Gravierendere, ist die mit diesen Zahlen verbundene Fragestellung, die geradezu systematisch von Politik und Medien verdrängt wird: Was hat man in den letzten zwei Jahren getan, um der xten Welle der Pandemie – weitere werden folgen – in den Spitälern gewachsen zu sein? Wie viele Pflegerinnen und Pfleger wurden und werden zusätzlich ausgebildet, um Bettenkapazitäten zu erweitern? Wo ist die Strategie gegen kommende Pandemien, das Ende der neoliberalen Gesundheitspolitik?

    2
  • am 11.12.2021 um 16:26 Uhr
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    Und zu bedenken wäre auch, dass es für ein Spital heutzutage nichts unrentableres gibt, als ein leeres Intensivbett.

    2
  • am 11.12.2021 um 16:41 Uhr
    Permalink

    Wenn man mehr testet, sind mehr Leute positiv, ohne dass sich der prozentuelle Anteil verändert… davon sprach Dr. Wodarg schon vor 2 Jahren…
    «Unter den 1580 sind auch solche, die aus anderen Gründen ins Spital kamen, erst dort positiv getestet wurden und nur geringe oder keine Covid-Symptome haben. Diese Patienten sind dann offiziell nicht «wegen», sondern «mit» Corona oder «im Zusammenhang mit Corona» im Spital. Wie hoch dieser wohl eher kleine Anteil ist, wird nicht veröffentlicht.» Dass diese Zahle nicht veröffentlicht wird, spricht doch eher dafür, dass sie gross ist… Erstaunt es die Behörden und den BR, wenn denkende Leute ihnen nicht mehr trauen?

    4
  • am 11.12.2021 um 17:06 Uhr
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    Einmal mehr ein Artikel, der suggeriert, dass die Situation in Coronakrise übertrieben wird und es eigentlich gar nicht so schlimm ist… Mir löscht es schon ab, wenn der Autor, der sich als ein besonders kririscher Hinterfrager ausgibt, nicht einmal den Umstand erwähnt, dass es einen grossen Unterschied gibt zwischen der Anzahl Intensivbetten und derjenigen, welche personalmädssig tatsächlich betrieben werden können. Wenn das Gesundheitspersonal am Anschlag ist, ist es bestimmt nicht nur Corona geschuldet, aber die kritische Situation in der Pflege nimmt da ihr wirkliches Ausmass an.

    34
    • am 11.12.2021 um 21:58 Uhr
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      In die Statistik der zur Verfügung stehenden Intensivbetten dürfen nur solche aufgenommen werden, die personalmässig gut betrieben werden können. Es wäre grobfahrlässig von Spitälern, wenn sie mehr angeben würden als sie bewältigen können. U.a. wegen Personalmangel haben die Spitäler alle im 2020 zusätzlich bereitgestellten Intensivbetten wieder abgebaut. Das waren über 40 Prozent aller Intensivbetten. Falls es Ihnen ablöscht, müssen Sie sich an die Spitaldirektoren und das BAG wenden, welche die Statistik der zur Verfügung stehenden Intensivbetten zusammentragen.

      2
    • am 11.12.2021 um 22:50 Uhr
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      Ist es nicht so, dass die Situation im Pflegebereich durch eher tiefe Löhne, lange Präsenzzeiten und Schichtbetrieb schon lange nicht mehr zeitgemäss ist, zumindest wenn ich das mit dem Wandel in anderen Industrien vergleiche, wo die Industrialisierung 4.0 Einzug hält. Jetzt mit Corona kollabiert halt ein System, welches dauernd im Grenzbereich betrieben wird. Ich bin ganz auf ihrer Seite, da hat vermutlich jemand den Job nicht richtig gemacht.
      Nicht nachvollziehbar ist, dass sich das ganze Volk deswegen impfen muss, um einen Missstand zu kompensieren.

      5
    • am 13.12.2021 um 22:16 Uhr
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      Teile ihre Meinung, die Arbeitsbedinungen sind in einigen Belangen nicht mehr zeitgemäss, aber die Löhne sind alles andere als tief! Es ist halt eben einfach auch so, dass Wochenend- und Feiertagseinsätze nicht mehr gesucht sind. Abgegolten werden sie aber z.T. fürstlich. Und dann muss man als 9-to-5 Arbeiter in der Pflege, oder sagen wir mal in der ganzen öffentlichen Verwaltung/Spitäler/etc. sich auch mal mit anderen Berufen messen lassen, da gibts auch Leute welche, einfach weil der CHef mal wieder zuviel Arbeit angenommen hat, monatelang enorm Ueberzeit leisten und unter massivem Druck stehen. Und dann wird diese Zeit nur zu 100% abgegolten und nicht 125-200%! Dort klatscht übrigens auch niemand.
      Korrekt ist aber ganz sicher, dass man die Ausbildungen forcieren muss und eben da und dort Verbesserungen anstreben. Aber ganz schlimm werden diese IPS Mitarbeiter nicht gehalten.

      1
    • am 11.12.2021 um 23:24 Uhr
      Permalink

      Dass es Ihnen ablöscht, wenn Herr Gasche seine (in sich plausible Recherche) veröffentlicht, macht mich neugierig aber auch ratlos! Löscht es Ihnen ab, weil es Ihnen nicht möglich war, in der „Corona-Krise“ genügend Resilienz aufzubauen oder einfach, weil es Sie stört, dass eine fundierte Recherche sich nicht mit Ihrer Meinung / Wahrnehmung deckt?

      4
    • am 13.12.2021 um 21:55 Uhr
      Permalink

      Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie wenig die „stromlinienförmigen“ Gläubigen des Bundes sind. Herr Gasche verdreht die Tatsachen eben nicht! Erwähnenswert wäre auch noch, dass damals im September, wo die Zahlen auf den Intensivbetten höher waren und mindestens gem. Staatsmedien „nur“ mit Ungeimpften gefüllt, die Zertifikatspflicht eingeführt wurde. Nun sind immerhin schon 29% der IPS Betten mit doppelt- und dreifach Geimpften gefüllt, was wäre logischer, als die Verschärfungen da anzusetzen? Die Zahl der Ungeimpften auf den Intensivbetten hat seit September auf jeden Fall abgenommen, und zwar um ca. 50%! Richtig wäre heute ganz einfach 3G+, dann kann jeder das machen, was er für seine Gesundheit richtig erachtet, und geht nur in „gefährliche“ Zonen, wenn er getestet ist. Ist eigentlich nicht schwer zu begreifen, wenn man sich den Fakten nicht verschliesst, oder wie der Bund noch ca. 30 Mio. Impfdosen an Lager hat, resp. geliefert bekommt, welche kaum was nutzen. Die Mär mit dem schweren Verlauf verhindern, kann spätestens jetzt wohl auch nicht mehr bringen. Sonst bitte mal die 29% auf der IPS fragen…..

      2
    • am 14.12.2021 um 08:30 Uhr
      Permalink

      Und Sie sind ein gutes Beispiel für:
      «Mir ist lieber wenn sich Wissenschafter einmal irren, als wenn Irre sich als Wissenschafter ausgeben».
      Sorry, aber schon Ihr Vokabular ist voll daneben!

      7
    • am 14.12.2021 um 19:12 Uhr
      Permalink

      H. Sigrist: …solange die Wissenschaftler nicht wie Irre auf ihren Irrtümer sitzen bleiben…. Mit dem Vokabular drückt man auch Meinungen aus – und auch Wahrheiten von Wissenschaftler – auch von solchen, die sich nicht irren…

      0
  • am 11.12.2021 um 19:28 Uhr
    Permalink

    Wenn Corona vorbei ist, wird es weiterhin zuwenig Personal, Betten und Spitäler haben. Das sind die logischen Folgen vom Neoliberalismus / Turbokapitalismus im Gesundheitswesen. Zwecks Gewinnmaximierung der Shareholder steigen die Prämien und gleichzeitig werden die Leistung (Spitäler, Betten, Personal) abgebaut – zu Tode gespart und es gibt keinen Protest dagegen.

    Laut https://rsalzer.github.io/COVID_19_BAG/ waren die Spitäler am 09.12.21 mit 19’299 Patienten zu 84 % belegt, davon waren 1’636 (7.1%) Covid-Patienten. Auf den Intensivstationen waren 691 Patienten (82%), Covid-Patienten waren 289 (34.3%).
    => Die Intensivstationen sind entscheidend, die normalen Abteilungen sind nicht entscheidend.
    Wenn in DE die Impfpflicht für die Pfleger eingeführt wird, werden wahrscheinlich Impfflüchtende Schutz in der Schweiz suchen und die offenen Stellen in den Intensivstationen besetzen.

    In der Schweiz gab es am 09.12.21 in etwa soviele Positive wie , bei der Welle vor einem Jahr am 25.10.20. Halbiert hat sich der Anteil der Hospitalisierten und der Teil der Verstorbenen sank um ein vielfaches.

    => Corona ist auf dem richtigen Weg, wird ansteckender und weniger gefährlich. Wenn wir Glück haben wird Sars-Cov-2 nach dem Omikron zu einem normalen Schnupfenvirus mutieren, wie seine Vorgänger: Humane Coronavirus 229E oder OC48.

    1
  • am 11.12.2021 um 22:32 Uhr
    Permalink

    Ich kann nicht glauben, dass bei Covid – Patienten auf der Intensivstation nicht erfasst wird, ob sie doppelt geimpft sind oder nicht. Gehen wir davon aus, dass die Informationen verfügbar aber nicht publik sind, dann liegt die Vermutung nahe, dass sie nicht so sind wie man gerne hätte. Das wiederum lässt die Vermutung aufkommen, dass viele der Patienten auf der IPS doppelt geimpft sind.
    Anderes Thema: schon mal überlegt, ob die Ungeimpften oder die doppelt Geimpften die „Gefährlichen“ sind? Ungeimpfte verhalten sich tendenziell vorsichtig, während Geimpfte den Bundesrätlichen Versprechen glauben, sich dadurch eher der Infektionsgefahr aussetzen und als infizierte, mit allenfalls geringeren Symptomen, zur Verbreitung des Virus beitragen. So betrachtet müssten eigentlich die 2G in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, zum Schutz der Ungeimpften.
    Vielleicht würde es auch helfen, marktgerechte Preise für die Tests zu erwirken (im Ausland sind Tests markant günstiger) und für alle, geimpft oder nicht, einen gültigen Test (kostenlos) für Besuche in Restaurants, an Anlässen, usw. zu verlangen. Die Impfung kann den Verlauf positiv beeinflussen, ein Schutz vor Ansteckung ist sie nicht.

    3
    • am 12.12.2021 um 09:51 Uhr
      Permalink

      Schweizweit ist nicht bekannt, wie viele Geimpfte auf Intensivstationen liegen. Der Kanton Zürich gibt den Anteil der Ungeimpften mit 78 Prozent an.

      1
    • am 12.12.2021 um 11:04 Uhr
      Permalink

      Weshalb wird nicht schweizweit erfasst, wieviele Geimpfte wegen Covid-Symptomen auf den Intensivstationen liegen?

      0
    • am 12.12.2021 um 11:13 Uhr
      Permalink

      Je mehr geimpft wird, desto «gefährlicher» wird logischerweise die Gruppe der Geimpften. Der deutsche Virologe Alexander Kekulé spricht daher in https://www.mdr.de/nachrichten/podc…adFile.pdf auf Seite 2 auch von einer „unsichtbaren Welle der Geimpften“. Er geht von einer „riesigen Dunkelziffer von Menschen [aus], die geimpft sind oder genesen sind oder beides, und die das Virus munter weitergeben. […] Und das Problem ist nur, dass es ein bisschen zu wenig kommuniziert wird, dass es diese Welle gibt.“ Eine neue Studie https://www.medrxiv.org/content/10.…1.full.pdf findet keinen signifikanten Unterschied bezüglich Ansteckungswahrscheinlichkeiten ob geimpft oder ungeimpft. Die Vorteile der Impfung kommen hingegen im Spital zum tragen, oder wenn sie eben Spitalaufenthalte abwenden.

      0
    • am 12.12.2021 um 12:25 Uhr
      Permalink

      Ich bin sicher, dass sämtliche Zahlen vorhanden wären, aber eine Statistik ist viel einflussreicher wenn nur die halbe Wahrheit dargestellt wird.
      Auch ist der Spitalbetrieb eine Firma die Geld abwerfen muss, insofern werden die Intensivbetten sehr knapp kalkuliert. Es ist aber einfacher die Schuld den Nichtgeimpften zuzuschieben, als zuzugeben, dass die Spitalpolitik versagt hat. Dass es zu wenig Pflegefachleute gibt bzw. viele überlastet sind ist sehr schmerzlich, aber das Dilemma gehört auch zur Spitalpolitik, bzw. Wertschätzung. Wenn in einer Privatfirma die Leute weglaufen, gebe ich auch nicht die Schuld denen die zu viele Aufträge bringen, hier geht es um Personalpolitik.
      Was mich auch immer wieder stört, wenn in der SRG Ärzte sprechen, die auch bei den Pharmariesen Mandate haben und so viel Geld verlieren. Dann wird öffentlich noch so getan, als wären sie unabhängig.
      Vielen Dank an Infosperber für die Informationen, wenigstens kann man an einem Ort noch unzensuriert lesen.

      1
  • am 12.12.2021 um 09:08 Uhr
    Permalink

    Bei all der Zahlenakrobatik muss nun dringend die Vertrauensbildung der Akteure in der Politik und im Gesundheitswesen ins Zentrum rücken. Wir müssen es unbedingt schaffen von den gegenseitigen Angriffen und Schuldzuweisungen weg zu kommen!
    An dieser Stelle möchte ich ein Lob an Frau BR Karin Keller-Sutter aussprechen, welche durch ihren Auftritt in der SRF Rundschau vom 8.12.2021 bei mir einen pragmatischen und vertrauensbildenden Eindruck hinterlassen hat. Sie hatte sich nicht vom aggressiven Moderationsstil beirren lassen.

    9
  • am 12.12.2021 um 11:42 Uhr
    Permalink

    Zuviele Kapazitäten im Spitalwesen, werden aus Kostengründen abgebaut! Nur bei Bedarf werden sie wieder aufgebaut! Hier müssten die Regierungen im Land und der Kantone, die Spitäler in die Pflicht nehmen! Knappe Güter u Leistungen erhöhen die Markt-Preise – und verringern die Unkosten für die Spitäler! Wer kann, oder will sich viele teure Fachangestellte in Warteposition halten? Deshalb werden die Plätze immer knapp sein, bzw knapp gehalten. Wer kann und will es sich leisten, viele brachliegende Pflege- und Intensiv-Pflegeplätze frei zu halten? Das hat zur Folge – im Rahmen der vielen Sparrunden – dass die Anzahl freie Plätze in Spitälern, immer knapp sein werden! Die Gesundheitsbereichs-Branchen kann man nur sehr beschränkt dem Markt aussetzen, also in Konkurrenz zu anderen Spitälern, um Prämien-Kosten zu senken! Alle Bürger, die sich zur Zeit im Land aufhalten, auch Leute, die noch nie Krankenkassenprämien bezahlt haben, haben Anspruch auf die fast weltbeste Medizin! Die meisten medizinischen Leistungen werden nach Tarif, oder Fallpauschalen abgerechnet! Will man nun in Folge von diesen Umständen, dauerhaft rigide Apartheid-Massnahmen aufrecht erhalten? Neue Kriterien für Massnahmen sind bereits angedacht: Rauchen, übermässiger Alkoholgenuss, Drogenkonsum, Fettleibigkeit, Sportverletzte, weitere Kriterien (ev. noch im Umweltbereich: CO2-Zertifikat und so… ?) Bei diesen Angedachten, könnten die Kostenbeteiligung/Bussen/Gebühren massiv hoch sein? Wollen wir das?

    2
  • am 12.12.2021 um 14:58 Uhr
    Permalink

    Der zitierte Herr Steiger vom Unispital sagte bei Gerdig direkt (SRF 09.12.21) auch, dass die Corona-Patient*innen auf der IPS im Schnitt ca. drei bis vier Wochen dort verbleiben! „Normale“ Patient*innen sind dagegen nur etwa drei bis vier Tage auf der IPS.
    Und diese IPS-Patient*innen, „die vor oder nach dem Eintritt […] positiv getestet wurden“ sind fast alle wegen Corona auf der IPS. Lasst euch da nicht in die Irre führen.
    @Judith Hauptlin Schneider: Danke für den Fernsehtipp 😉

    7
    • am 13.12.2021 um 08:32 Uhr
      Permalink

      Es soll nicht der Eindruck entstehen, bei den Zahlen der IPS-Belegung handle es sich im Eintritte in die Intensivstationen (bei der Statistik der Hospitalisierungen werden die Eintritte gezählt) und es werde nicht berücksichtigt, dass diese viel länger behandelt werden müssen. Die Zahlen zu den Intensivstationen beziehen sich auf die dort an einem Tag Behandelten. Ein Covid-Patient, der drei Wochen auf einer IPS liegt, wird alle Tage zu den Covid-Patienten gezählt. Weil andere Patienten viel kürzer auf einer IPS liegen, handelt es sich bei diesen anderen Patienten zahlenmässig um viel mehr Personen.

      0
    • am 13.12.2021 um 10:25 Uhr
      Permalink

      @Urs P. Gasche: Das ist der springende Punkt: Die Covid-Patienten sind, auch wenn sie anzahlmässig weniger sind, eine höhere Belastung, da sie den Durchsatz der IPS reduzieren. Ein Covid-Patient “blockiert” ein IPS-Bett für mehrere Wochen. In dieser Zeit könnten “x” normale IPS-Patienten behandelt werden. Die Zahl 31% mag nach wenig tönen, die effektive Belastung ist aber grösser (über die Zeit) und der Anteil Covid-Patienten nimmt ja immer noch zu.

      Mit “in die Irre führen” meinte ich folgenden Satz von Ihnen: “Im Moment sind 259 Betten oder 31 Prozent aller Intensivbetten mit Patienten und Patientinnen besetzt, die vor oder nach dem Eintritt in ein Spital auf Sars-Cov-2 positiv getestet wurden.” Das kann suggerieren, dass auf der IPS eine erhebliche Anzahl “Covid-Patienten» liegen könnte, die z. B. wegen eines Herzinfarktes behandelt werden und nicht wegen Covid. Und das, würde ich behaupten, trifft nicht zu.

      9
    • am 13.12.2021 um 10:51 Uhr
      Permalink

      Die 31 Prozent berücksichtigen, dass Covid-Patienten viel länger auf Intensivstationen liegen. Wenn Sie während drei Wochen die Anzahl Personen zählen würden, welche auf einer Intensivstation behandelt wurden, wäre der Anteil der Covid-Patienten wohl nur bei 6 bis 8 Prozent. Ausser es befänden sich viele positiv Getestete, aber nicht an Cocid-19 Erkrankte, unter den Intensivpatienten, die dort aus einem anderen Grund intensiv behandelt werden. Davon gehe auch ich nicht aus.
      Weiter sollten Sie nicht «behaupten», sondern belastbare Daten zitieren oder diese von den Behörden und Spitälern verlangen. Ich habe keine Zahl genannt, weil ich keine Quelle kenne. Sicher werden es in den IPU viel weniger positiv getestete Patienten sein, die wegen Herzinfarkt oder Unfall dort behandelt werden, als es unter den positiv getesteten Spitalpatienten ausserhalb der IPU solche gibt, die nicht wegen Covid-19 dort sind, aber zu den Covid-Patienten gezählt werden.

      1
    • am 13.12.2021 um 18:11 Uhr
      Permalink

      Die 31% sind eine reine Momentaufnahme der IPS-Belegung und sagen nichts darüber aus, wie lange jemand schon dort liegt oder noch liegen wird.

      Wenn die IPS-Belegung sehr hoch ist (voll darf sie ja eigentlich nie oder nur kurz werden), senken die Covid-Patienten aber die Anzahl Patienten, die auf der IPS über die Zeit behandelt werden können, weil sie wesentlich länger dort verbleiben als andere Patienten. Je höher der Covid-Anteil dann ist, desto mehr sinkt die Gesamtanzahl Patienten über die Zeit. Davor warnen Mediziner wie z. B. Herr Steiger vom Unispital.

      4
  • am 12.12.2021 um 22:08 Uhr
    Permalink

    Nun kann wieder jeder diese Zahlenbeigerei und Tabellen interpretieren wie es ihm passt. Fakt ist: schon vor Corona gab es auf den Notfallstationen und den IPS zeitweise unhaltbare Zustände. Die Situation hat sich in den letztem 2 Jahren noch verschärft. Das Personal ist am Anschlag, die Organisationen laufen „im Roten“.
    Wer jetzt den Eindruck erweckt, es sei alles nicht so schlimm, handelt grobfahrlässig.

    5
    • am 21.12.2021 um 09:19 Uhr
      Permalink

      «Wer jetzt den Eindruck erweckt, es sei alles nicht so schlimm, handelt grobfahrlässig.»
      Das mag ja sein.
      Aber Sie schreiben ja selbst: «schon vor Corona gab es auf den Notfallstationen und den IPS zeitweise unhaltbare Zustände»
      Also kann man wohl sagen: «es ist nicht (viel) schlimmer als es schon vor Corona war».
      Das dürfte wohl das Hauptübel in der ganzen Berichterstattung rund um Coroan und IPS sein: das Ausblenden des Faktes, dass IPS schon immer mal zeitweise (wenngleich nicht schweizweit) hochbelastet oder sogar überbelastet waren.
      Ich erinnere mich jedenfalls an Berichte, als Notfälle aus dem Bündnerland direkt in andere Kantone geflogen werden mussten, wegen Überlast.
      Was auch nie vergessen werden darf: eine IP-Station ist defizitär, wenn sie unter 70% liegt, und die Spitäler sind gehalten, wirtschaftlich zu operieren.

      1
  • am 13.12.2021 um 06:47 Uhr
    Permalink

    Mir fehlt in diesem Artikel eine ergänzende Angabe zum Anteil der Geimpften an den hospitalisierten Corona-Patienten. Per 17.11. wird dieser mit 29 Prozent angegeben, per 7. 12. mit 34 Prozent. Dazu gehört nun aber auch die Angabe, dass die Geimpften mittlerweile über 65 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, vielleicht gegen 70 Prozent. Anteilmässig machen sie also nicht einen Drittel der Patienten aus, sondern (wenn ich richtig rechne) einen Sechstel, was das Bild stark verändert. Ferner gab es in den letzten Tagen mehrere Meldungen von grossen Spitalern, die von weit höheren Anteilen von Ungeimpften sprachen. Wenn man diese Informationen verschweigt, folgt man dem berühmten Muster des Rezepts für eine Pferd-Lerche-Pastete: Sie besteht, sozusagen paritätisch, aus einem Pferd und einer Lerche. Zudem sagt der Artikel nicht, dass die Geimpften weit überwiegend einen deutlich schwächeren Krankheitsverlauf haben als die Ungeimpften. Diese Angaben gehörten meiner Meinung nach unbedingt in eine saubere Recherche.

    6
    • am 13.12.2021 um 09:43 Uhr
      Permalink

      Weil fast nur über 50-Jährige und vor allen noch Ältere wegen Covid-19 hospitalisiert werden müssen, müssen Sie diese Altersklasse berücksichtigen. Bei dieser sind weit 80 bis 90 Prozent geimpft. Unter den 10 bis 20 Prozent Ungeimpften müssen rund zehnmal mehr hospitalisiert werden als unter den Geimpften. Infosperber hat wiederholt darüber informiert, dass die Impfungen bei älteren Leuten, besonders bei solchen mit Grunderkrankungen, einen erheblichen Nutzen haben, weil sie vor schweren Erkrankungen schützen. Trotzdem: Je weniger Ungeimpfte es gibt und je schneller der Schutz der Impfung abnimmt, desto grösser wird der Anteil der Geimpften in den Spitälern. Für die Belastung der Spitäler spielt es keine Rolle, ob Ungeimpfte oder Geimpfte eingeliefert werden.

      1
  • am 16.12.2021 um 20:45 Uhr
    Permalink

    @Urs P. Gasche: Aus Ihrem Corona Update: «Am 9. Dezember war im Kanton Freiburg kein einziges Intensivbett mehr frei, bei allerdings nur 6 Covid-Patienten.»
    Nur 6 Covid Patienten, was heisst das?
    Nach kurzer Suche bin ich auf dieser Seite gelandet https://interaktiv.derbund.ch/2020/corona-spitalbetten-schweiz/. Total Intensivbetten heute: 23. Wenn sich die Bettenzahl seit dem 9.12.2021 nicht geändert hat, sprechen sie von «nur» 26% Belegung durch Corona Patienten?

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