Ein Film-Tipp für Heinrich Villiger

Mireille Mata ©

Mireille Mata /  Unzählige Tote und Nikotinsüchtige sind dem «Zigarren-Baron» egal. Er attackiert das geplante Tabakgesetz.

Tabak macht so abhängig und süchtig wie Heroin und zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Mit einem neuen Gesetz über Tabakprodukte will der Bundesrat ein weltweites «Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs» umsetzen, damit das Parlament dieses von 177 Staaten bereits ratifizierte Abkommen ebenfalls ratifizieren kann.
Jetzt hat sich am 8. Oktober der Schweizer Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger in der NZZ zu Wort gemeldet, der mit dem Verkauf von Tabakprodukten steinreich geworden ist. Unter dem Titel «Die Hatz gegen den Tabak» bezeichnet Villiger die Schätzung des

Bundesamts für Statistik, dass jährlich 9000 Frauen und Männer in der Schweiz an den Folgen des Tabakkonsums sterben, als «grobfahrlässig».
Vielmehr müsse man die «wirtschaftlichen Konsequenzen» des «Kriegs gegen den Tabak» bedenken. Weltweit ginge es um die Existenz von 30 Millionen Tabakbauern. Und weltweit zahle «die Tabakindustrie Milliarden an Steuern». All das müsse das Parlament beim Beraten des neuen Gesetzes berücksichtigen und der «generalstabsmässig organisierten Tabakbekämpfung durch die WHO» nicht nachgeben. Die WHO führe ihren «organisierten Kampf» gegen den Tabak «ohne demokratisch legitimiertes Mandat».
Über das systematische Lügengebäude und den organisierten Kampf der Tabakindustrie zum Propagieren des Rauchens empfehlen wir Heinrich Villiger den Film


über die jahrzehntelange Taktik der Verschleierungen, Täuschungen und Lügen des Konzerns Philip Morris.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

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Eine Meinung zu

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    am 9.10.2014 um 12:12 Uhr
    Permalink

    Im SG Tagblatt von heute steht Kritisches von mir über Kaspar Villiger in meinem volkskundlichen Porträt v. Luzern als Olma-Gastkanton. Über Heinrich Villiger habe ich im Kontakt mit Belegschaftsmitgliedern von Pfeffikon/LU nur Positives gehört, er soll ein grossartiger Patron sein. Das Stumpenland ist mir ans Herz gewachsen, da kann M. Mata schreiben was sie will. Über den Segen des Rauchens als Antidepressivum unter besonderer Berücksichtigung der Firma Villiger kann man in den beiden Romanen eines der besten Tabakschriftsteller aller Zeiten, Hermann Burger, Brenner und Menzenmang, aus der unvollendeten Trilogie Brunsleben, Instruktives lesen. Ich wette, Hermann Burger hat sich damit zeitlich noch intensiver auseinandergesetzt als Frau Mata, nur unter einem anderen Aspekt.

    Bin selber Nichtraucher, möchte aber als Demokrat lieber weniger lang gelebt haben als Gespräche an Schweizer Raucherstammtischen im Stumpenland vermissen. Hier hörte ich u.a. Kritisches über Kaspar Villiger und Philipp Müller, aber fast nur Gutes über Heinrich Villiger. Der Mensch lebt nun mal nicht für die Gesundheit allein, sondern auch für die Kultur. Wenn ich endlich wieder ein Buch fertig habe, werde ich mir trotz grundsätzlichem Nichtmehrrauchen wieder mal eine Havanna genehmigen. Ich muss auch Kuba nicht boykottieren, obwohl Kommunismuskritiker seit 1956.

    Leben ist nicht nötig. Aber Lebenskunst ist und war nötig. Daran denke ich bei Hermann Burger, zu früh verstorben, nicht wegen Nikotin.

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