«Das Medikament Ivermectin gegen Covid-19 vorläufig zulassen»

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Red. /  Die CSU-Fraktion in Bayern fordert klinische Studien zu Ivermectin. RKI-Fachgruppen würden es als «potenziell wirksam» einstufen.

Die CSU-Fraktion im bayrischen Landtag forderte den Bund am 27. April mit einem Antrag im Gesundheitsausschuss auf, «aussagekräftige Studien zur Freigabe des gängigen Parasitenmittels zur Behandlung von Covid-19-Patienten zu fördern».

Tobias Reiss, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Fraktion, erklärte: 

«Es handelt sich bei Ivermectin um ein Medikament mit antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften, für dessen Entwicklung der Nobelpreis vergeben wurde und das seit Jahrzehnten ohne nennenswerte Nebenwirkungen eingesetzt wird. Ich plädiere deshalb klar dafür, Ivermectin vorläufig und temporär zuzulassen und mit Studien zu begleiten, weil wir neben der Impfung unbedingt eine zweite Barriere mit Therapeutika gegen das Virus brauchen.»

Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag, ergänzte: 

«Im Kampf gegen Corona müssen wir alle Register ziehen, um schwere Verläufe und Todesfälle zu verhindern. Dazu zählen Testungen, Impfungen, aber auch die Entwicklung neuer Medikamente gegen Covid-19. Insbesondere dürfen wir die Erfahrungen anderer Länder hier nicht ungenutzt lassen. Dazu zählen auch Erfahrungen mit bereits vorhandenen Arzneien wie Ivermectin. Unser Ziel ist es, die Wirksamkeit schnellstmöglich zu prüfen, damit es den Ärzten, die es zur Behandlung einer Corona-Infektion verschreiben wollen, auch an die Hand gegebenen werden kann.»

Robert Koch-Institut RKI: «Ivermectin ist potenziell wirksam»

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Werbung für das Medikament Ivermectin gegen Covid-19

Bereits im Dezember 2020 forderte Professor Paul Vogt vom Universitätsspital Zürich den Bundesrat auf, unter anderem auch Ivermectin eine Notzulassung zu geben. Seit Anfang Februar führt das Robert Koch-Institut Ivermectin in der Gruppe der «potentiell wirksamen Substanzen ohne nachgewiesenen Nutzen bei der Behandlung von Covid-19» auf und liess es für klinische Studien zu.

Auf eine Nachfrage von Infosperber Ende Februar verwies das BAG auf die «zuständigen Fachgesellschaften». Auf der Homepage des BAG findet man kein Wort zu Ivermectin.

Die Europäische Zulassungsbehörde EMA rät am 22. März davon ab, Ivermectin gegen Covid-19 ausserhalb von klinischen Studien zu verwenden. Auch in der Schweiz und in Deutschland raten die Behörden von Ivermectin ab.

Dagegen haben einige der von Covid-19 stark betroffenen Länder das billige Ivermectin zur Behandlung in der Praxis zugelassen: Slowakei, Bulgarien, Mazedonien, Tschechien und einzelne Staaten in Lateinamerika.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

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4 Meinungen

  • am 28.04.2021 um 11:46 Uhr
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    Wieso glauben die Leute in der Schweiz immer noch an die Märchen, die BAG, aber auch Swissmedic verbreiten und behaupten, es gäbe keine Behandlungsmethoden für Covid-19? Wie kommt es, dass Ivermectin in der Schweiz nicht frei in Tablettenform verkäuflich ist und so problemlos eingesetzt werden könnte? Wieso kennen unsere Ärzte die Helsinki Konvention nicht, nach der sie jedes Medikament für jede Krankheit einsetzen könnten, solange sie eine Unterschrift der Patienten*innen haben, die der experimentellen Anwendung zustimmt?
    Wo sind die Politiker*innen, die die Interessen der Menschen in der Schweiz vertreten?

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  • am 28.04.2021 um 14:44 Uhr
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    Ivermectin ist bei weitem aber nicht die einzige Möglichkeit, dieses Virus zu bremsen, welches für einige, und vielleicht bald für viele, je nach Mutationslage, sehr gefährlich werden kann. Ich habe Verständnis dafür, das einige darauf pochen, ausschliesslich mit mRna Botenstoffen zu arbeiten, um möglichst viele Erfahrungen damit sammlen zu können, denn mRna Botenstoffe sind die medizinische Zukunft. Also möchten sie möglichst viele Alternativen, auch die welche sich nicht im Zwielicht von Scharlatanen befinden, vom Markt und den Zulassungen fern halten, damit möglichst viele die einzige Chance nutzen und «Botenstoff-Impfwillig» werden. Die Verwaltung des Menschenparks, nannte es P. Slotterdijk. Dazu kommen noch marktwirtschaftliche Interessen. In der gegenwärtigen Situation ist dies überaus unmoralisch, und wenn die Befürchtungen von einigen alterfahrenen Forschergrössen betreffend später Folgeschäden, Immunflucht, Mutationsbegünstigung, betreffend mRna am Menschen, sich nur zu wenigen Prozent bestätigen, dann haben wir die komplette Spaltung und das Vertrauen in die Pharmazie und Staatsorgane nimmt noch grösseren Schaden. Es braucht eine multifaktorielle Rückendeckung, alle erprobten Vakzine, und alles was wirkt, auch wenn man damit keine Hochgewinne machen kann weil alt, ohne Patent oder aus einem «Feindesland» Gebt den Hausärzten die Verantwortung zurück, sie sollen mit den Patienten zusammen entscheiden. Was wird über diese Zeit in den Geschichtsbüchern stehen?

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  • am 28.04.2021 um 23:18 Uhr
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    Ivermectin wird in der Nutztierhaltung als Mittel gegen Magen-Darmparasiten eingesetzt. Somit findet man es bei Tierärzten. Es wird als Flüssigkeit über das Maul verabreicht, oder mit einer Nadel unter die Haut gespritzt.

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  • am 30.04.2021 um 08:36 Uhr
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    Vielleicht muss man die Rundumschau noch etwas weiter fassen: Covid-19 ist ein Virus, das genau dort ansetzt wo der Mensch verwundbar ist. Covid-19 ist auch die Geschichte einer Wissenschaft die sich als hochgradig fähig erwiest, und innert kürzester Zeit gegen das Virus vorzugehen weiss. Es ist die Geschichte von Menschen, die sich aufopfern um Kranke zu pflegen, während Andere sich um alles foutieren.
    Es ist auch die Geschichte von Staaten – dabei es keinen Unterschied macht ob westlich oder kommunistisch – die in Formalismus erstarrt sind und nicht vom Fleck kommen. Lieber lässt man Leute sterben und ganze Wirtschaftszweige untergehen, als dass man die Chancen ergreift die von der Wissenschaft aufgezeigt werden. Monatelang an der Zulassung von Medikamenten zu brüten ist wahrlich keine Meisterleistung. Die Politik glänzt mit ernst gemeinten Fragen angegrauter Republikanischer Abgeordneter, ob mit dem Impfstoff auch Peilsender eingesetzt werde. Auf so einem unsäglich tiefen Niveau angekommen ist Hopfen und Malz verloren.

    Die Horizont-Erweiterung ist nicht nur in der Medizin, in der Politik und in der Ethik dringend nötig. Auch die Ökonomen sind aufgerufen ihre Dogmen zu revidieren, insbesondere was die Bedeutung von Staatsschulden angeht. Und der Staatsbetrieb muss anfangen flexibler und flinker zu werden. Weil: Wir stehen uns selber im Wege.

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