Spritze

Über die Schutzwirkung bei betagten Menschen wird erst allmählich mehr bekannt. © fotoART by Thommy Weiss pixelio.de

Corona-Impfschutz: Grosse Unterschiede bei Jung und Alt

Martina Frei /  Virologen haben die Antikörper im Blut bestimmt, die für den Schutz wichtig sind. Fast ein Drittel der alten Menschen hatte keine.

Gegenwärtig werden vor allem hochbetagte Seniorinnen und Senioren gegen Covid-19 geimpft. Sie sind am meisten gefährdet. Doch der Nutzen der Impfung ist ausgerechnet bei den über 80-Jährigen wenig erforscht. Eine neue Studie legt nahe, dass die Schutzwirkung bei dieser gefährdetsten Altersklasse beschränkt ist und womöglich nicht sehr lange hält. 

Zwar zeigen erste Daten aus Israel und Schottland einen Rückgang der Hospitalisationen wegen Covid-19. Aber in einer grossen israelischen Studie beispielsweise betrug der Anteil der über 80-Jährigen unter den Studienteilnehmern nur etwa vier Prozent. Pflegeheimbewohner wurden in dieser Studie gar nicht berücksichtigt. Eine schottische Studie liefert ebenfalls nur vage Angaben bezüglich der Wirkung der Impfung bei hochbetagten Menschen.

Eine dänische Studie an über 30’000 Pflegeheimbewohnern (Durchschnittsalter 84 Jahre) beziffert die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffs auf etwa 64 Prozent, wobei die mögliche Bandbreite von 14 bis 84 Prozent reicht. Eine britische Studie hingegen kommt auf rund 85 Prozent. Allerdings können solche Studienergebnisse durch verschiedene Faktoren verzerrt werden.

Virologen der deutschen Uniklinik Düsseldorf haben nun einen anderen Ansatz gewählt und liefern damit einen wichtigen Beitrag zur Frage, wie gut die Impfung bei sehr alten Menschen anschlägt. Sie bestimmten die Menge an Antikörpern im Blut von Personen, die mit der Vakzine von Biontech/Pfizer geimpft worden waren.

Schutzwirkung ist ungewiss

Das Ergebnis der Studie, die noch nicht von externen Prüfern begutachtet wurde:

Fast ein Drittel der über 80-Jährigen bildeten keine neutralisierenden Antikörper gegen das Virus, im Gegensatz zu fast allen jüngeren Personen in der Studie. Damit stellt sich die Frage, ob man bei diesen geimpften Senioren einfach stillschweigend von einem sicheren Schutz vor einer Infektion ausgehen kann.

Denn neutralisierende Antikörper gelten unter Medizinern als Mass für den Schutz, den eine Impfung verleiht. Je mehr neutralisierende Antikörper, desto besser gewappnet ist der Körper gegen die Viren – dieser Lehrsatz gilt nicht nur bei Sars-CoV-2, sondern auch bei vielen anderen Viren.

Gemäss der Düsseldorfer Studie wären demnach 31 Prozent der mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer vollständig geimpften, über 80-jährigen Menschen möglicherweise nicht vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 geschützt. 

«Das Ausmass hat uns überrascht»

Zwar ist bekannt, dass Impfungen bei jungen Menschen generell besser wirken als bei Hochbetagten. Der Grund dafür heisst «Immunoseneszenz». Gemeint ist damit, dass auch das Immunsystem altert und mit den Jahren weniger «schlagkräftig» wird. «Wir hatten Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Geimpften erwartet, allerdings hat uns das Ausmass dann doch überrascht», sagt Ortwin Adams, Leiter der Virologischen Diagnostik am Uniklinikum Düsseldorf und einer der Studienautoren.

Adams und seine Kolleginnen und Kollegen bestimmten im Blut von 176 Bewohnern eines Altenheims und dessen Mitarbeitern die altersabhängige «Antwort» des Immunsystems nach der Covid-19 Impfung. Sie wählten unter 60-jährige und über 80-jährige Personen für ihre Studie aus. 

«In den Impfstudien wird zumeist speziell die Gruppe der über 80-Jährigen nicht in den Blick genommen. Wir vermuten, dass etwa um das Alter von 80 herum die Wirksamkeit von Impfungen verstärkt nachlässt. Deshalb haben wir in unserer Analyse unser Augenmerk auf diese Altersgruppe ausgerichtet», sagt Adams.

Nachimpfung in Betracht ziehen

Zweimal wurde den Studienteilnehmern Blut abgenommen: Mitte Januar, rund 17 Tage nach der ersten Impfdosis und anfangs Februar, 17 Tage nach der zweiten Impfdosis. 

Nach der ersten Impfung bildeten die unter 60-jährigen Personen im Durchschnitt fast achtmal mehr sogenannte IgG-Antikörper gegen das Coronavirus als die älteren. Mindestens 65 Prozent der über 80-Jährigen hatten zu diesem Zeitpunkt erst wenige Antikörper gegen Coronaviren im Blut.

Nach der zweiten Impfdosis stieg die Gesamtmenge an IgG-Antikörpern sowohl bei den Jüngeren als auch den Älteren stark, sie war bei den Jüngeren aber rund 2,8-mal so hoch. «Weil die Produktion der Antikörper mit der Zeit wieder abnimmt, werden die Jüngeren vermutlich länger vom Impfschutz zehren als die Älteren. Man wird sich Gedanken über eine Nachimpfung von alten Menschen machen müssen», sagt der Virologe.

Nach der ersten Impfung kaum neutralisierende Antikörper

Noch wichtiger als die Gesamtmenge an IgG erachten Mediziner die Menge an neutralisierenden Antikörpern. Denn diese hindern die Viren am Eindringen in die Körperzellen. «Es spricht einiges dafür, dass die neutralisierenden Antikörper ein Mass für die Schutzwirkung einer Impfung sind, wobei noch offen ist, wie viele dafür nötig sind», sagt Adams. 

Nach der ersten Impfung hatte nur ein Prozent der betagten Studienteilnehmenden solche neutralisierende Antikörper, nach der zweiten Impfung waren es 69 Prozent. Deshalb hält Ortwin Adams es nicht für sinnvoll, die Abstände zwischen erster und zweiter Impfdosis – zumindest bei diesem Impfstoff – zu strecken. Bei den jüngeren Studienteilnehmenden lag diese Rate zunächst bei 16 Prozent und bei 98 Prozent nach der zweiten Impfdosis. 

Was bedeuten diese Ergebnisse nun? «Sie sind kein Argument gegen die Impfung», betont Adams. «Aber wir müssen die hochbetagten Personen im Fokus behalten. Es kann gut sein, dass die Senioren im Sommer oder Herbst ein weiteres Mal geimpft werden müssten, um die Antikörperspiegel bei ihnen hoch zu halten.»

Hochbetagte kommen in den Studien kaum vor

Ob die 31 Prozent der geimpften über 80-Jährigen, die keine neutralisierenden Antikörper bildeten, gänzlich ohne Schutz sind, sei offen: «Möglicherweise verleiht ihnen die Impfung einen gewissen Schutz, der nicht durch Antikörper, sondern durch T-Zellen vermittelt wird. Diese T-Zellen haben wir nicht gemessen. Das ist ein Schwachpunkt unserer Studie.»

Bei der Suche nach solchen T-Zell-Studien fällt auf, dass auch hier die Altersgruppe Ü80 scheinbar nicht berücksichtigt wird. Eine von Biontech/Pfizer vorgelegte Studie beispielsweise schliesst nur Personen im Alter bis zu 55 Jahren ein. «Viel ist zur Seniorengruppe über 80 Jahre nicht gemacht worden», sagt Adams. 

Das bisherige Fazit des pharma-unabhängigen Fachblatts «arznei-telegramm»: Von der Impfung «profitieren auch Menschen im hohen Lebensalter, wobei die Wirksamkeit, insbesondere der ersten Dosis, bei Pflegeheimbewohnern möglicherweise geringer ist.»

NZZ macht aus Firmen-Communiqué eine Titelstory

upg. Der AstraZeneca-Konzern verbreitete ein Communique, wonach seine Studie zum Schluss gekommen sei, dass sein Impfstoff einen 100-prozentigen Schutz gegen Spitaleinweisungen wegen Covid-19 garantiere. AstraZeneca gewährte jedoch keinen Zugang zur Studie. Rund 20 Prozent der Teilnehmenden seien über 65-Jährige gewesen. Über den Anteil der über 80-Jährigen stand im Communiqué nichts. «In den kommenden Wochen» sollen die Studiendaten der US-Zuslassungsbehörde FDA zugestellt werden.

Die NZZ titelte am 23. März auf der Frontseite «Neue Studiendaten aus den USA veröffentlicht». Tatsächliche liegen keine Studiendaten, sondern nur eine «Firmenmitteilung» vor, wie die NZZ im sechsten Abschnitt des Frontartikels dann erwähnte.

Der «Tages-Anzeiger» und andere Tamedia-Zeitungen berichteten im Inneren der Blätter: «Eine klinische Studie von AstraZeneca … zeigt nun, dass das Vakzin sicher ist und auch bei älteren Menschen wirkt». Doch das konnten diese Zeitungen nicht überprüfen. Als Quelle diente lediglich eine Pressemitteilung der Firma, welche diese Studie selber konzipiert und bezahlt hat und nicht bereit ist, die Studie gleichzeitig mit der Medienmitteilung zugänglich zu machen.
SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg erklärte in der SRF-Tagesschau: «Die Studie, die gestern publiziert wurde.» Tatsächlich war es nur eine Pressemitteilung von AstraZeneca.

AstraZeneca verwendete für die Studie, über welche die NZZ auf der Frontseite berichtete, möglicherweise «veraltete Informationen»

Der «Spiegel» berichtet am 23. März:
«Doch schon wieder gibt es offenbar Zweifel an den Impfstoffdaten des Unternehmens: Das amerikanische Data Safety Monitoring Board (DSMB), ein unabhängiges Komitee, das die Studie überwacht, hat ‹Bedenken geäussert, dass AstraZeneca möglicherweise veraltete Informationen einbezogen hat, die ein unvollständiges Bild der Wirksamkeitsdaten vermittelt haben könnten›, so das U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in einer Stellungnahme. Das NIAID wird von Anthony Fauci geleitet, einem Experten für Infektionskrankheiten. Es ist Teil der National Institutes of Health.»


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Die Autorin ist Wissenschaftsjournalistin und Ärztin. Sie impft Patientinnen und Patienten, hat selbst alle Routineimpfungen und – vor einer Reise – auch Gelbfieber-, Typhus- und Hepatitis A-Impfung erhalten. Dieser Artikel ist kein Votum gegen die Impfung, sondern ein Votum für offene und transparente Information.

Zum Infosperber-Dossier:

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Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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10 Meinungen

  • am 23.03.2021 um 12:42 Uhr
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    Danke für den Beitrag. Wie interpretiert man nun diese Daten? Es gibt noch ein Immungedächtnis. Wenn ich mich nicht irre ist dieses mit den CD4 Zellen gekoppelt. Kommt ein Erreger, kann er so schnell erkannt werden, und die notwendigen Antikörper werden erst dann erzeugt, wenn es diese braucht. Doch wäre es gut mehrere Optionen zu haben. Es sind Antigen-Präparate in der Prüfungsphase (Dr. Prof. Winfried Stöcker Deutschland, Dr. Burckhardt Schweiz, usw.) Ich hoffe dass wirtschaftliches Konkurrenzgehabe nicht dafür sorgt, das wirksame Mittel keine Zulassung bekommen. Die deutsche Koryphäe Dr. Prof. Stöcker wurde verklagt, weil er ohne eine Zulassung an 130 Freiwilligen das entdeckte Antigen getestet hatte. (Auf seine Anfrage an die Behörden bekam er angeblich keine Antwort, also machte er den Test an sich und Freiwilligen, Bericht im Spiegel einsehbar.) Bisher erkrankte niemand der so geschützten Probanden. Also hat er das Herstellungsverfahren, die Rezeptur, ins Internet gestellt zur freien Verwendung. Aus humanitären Gründen, was ich ihm auch glaube. Finanzen hat er genug. Wie erging es Dr. Burckhard aus Riehen, welcher von Genesenen mit Spenderblut deren Antikörper an sich testete? (Bericht Telebasel) Es ist schon seltsam, das bei diesem Virus nur eine Methode von 3 Firmen übertragbar sein soll auf alle Menschen und dies in einer vorgezogenen Zulassung, aber die Anderen mit hoher Kompetenz werden ausgebremst. Ja nicht mal angehört.

    0
  • am 23.03.2021 um 13:01 Uhr
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    Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei knapp 84 Jahren. Ab 80 nimmt die Sterblichkeit also massiv zu, ohne Einfluss von irgendwelchen Viren und Impfungen. – Das Testen und Impfen von über 80 Jährigen, die meistens schon irgendwelche Medikamenten-Cocktails gegen allerlei Krankheiten und Gebrechen einnehmen, ist in vielerlei Hinsicht fragwürdig. Lebensverlängerung ist nicht dasselbe wie Lebensqualität.

    3
  • am 23.03.2021 um 13:27 Uhr
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    Ähnliches habe schon letzten Sommer gelesen, dabei ging es nicht um Impfungen sondern um nicht vorhandene Antikörper nach einer durchlebten Infektion. Dabei hat man das Gleiche bereits berichtet.
    Schon damals hat man die T-Zellen erwähnt und dabei festgestellt, dass das genauer untersucht werden müsste um eine wirkliche Aussage zur Immunität machen zu können.
    Wie wirksam Impfungen sind zeigt sich nicht in akademischen Diskussionen, sondern ob Infektionen nachhaltig zurückgehen oder nicht. Es noch viel zu früh um das zu beurteilen.
    Man kann (und sollte) die Zulassungsstudien kritisch Beurteilen. Allerdings gehe ich davon aus, dass diese verifiziert worden sind, was man bei den im Artikel erwähnten nicht der Fall zu sein scheint.

    0
  • am 23.03.2021 um 13:34 Uhr
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    Grosse Überraschung zwar auch meinerseits.

    ABER NUR —weil ich bis jetzt nicht DArüber nachgedacht hatte. Denn die nun «gefundenen» Ergebnisse waren -nach den Gesetzen der Logik- zu erwarten:

    «Die Kräfte» lassen nach im Alter.
    Auch die «Abwehr-Kräfte».
    Aus dieser Erkenntnis heraus, welche «eigentlich» Grundwissen JEDES Fach-Akademikers «hätte sein müssen» … …

    WÄRE LÄNGST abzuleiten (gewesen),
    dass man den Körper von «Alten» = nahe 70 Jahre alt und/oder Vor-erkrankt zuallererst (etwa 1 Woche lang) gezielt «stärken und aktivieren» MUSS.

    BEVOR man diese «von Natur aus schwächelnden» Menschen impft !
    Damit eine Impfung auch erwartungsgemäss «gut anschlägt» !

    Falls diese Logik immer noch nicht -selbstverständliche- GrundKenntnis der (angeblich) Wissenden sein sollte,
    so könnte Jeder Leser meiner Zeilen etwas Gutes für unsere Senioren tun, indem er weiterverbreitet, was er «hier» lesen konnte.

    Alles Gute – und freundliche Grüsse !
    Wolfgang Gerlach, Ingenieur

    0
  • am 23.03.2021 um 15:01 Uhr
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    Randbemerkung: Die Autorin gibt uns bekannt, dass sie impfe und selber alle Routineimpfungen habe, auch ….. Sind wir wirklich schon so weit, dass jemand bei einem Artikel über Covid de facto ein Geständnis ablegen muss, um sich nicht irgendwelchen Diffamierungen auszusetzen. Das ist leider eine Unterwerfung unter das Diktat der media control. Ein Artikel wird doch nicht richtiger oder falscher, abhängig davon, ob sich die Autorin impfen lässt oder nicht. Interessenskonflikte sollten öffentlich gemacht werden (etwa, wenn ich über Waschmittel schreibe und bei OMO bezahlte Vorträge halten darf), aber ich muss doch nicht angeben, ob ich mich selber impfen lasse.

    1
  • am 23.03.2021 um 17:28 Uhr
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    Danke fur den xxten Beitrag zu co19 impfen – nicht impfen/Impfschutz ja nein für
    ueber 8o jaehrige
    ich gehoere zu den veteranen oder ü80. nach monatelangen versuchen zu impfen,ist mir dies
    jetzt erst gelungen.
    meine Frage:
    macht es sinn, nach dem impfen einen Blutcheck zu machen um
    die Antikoerper zu bestimmen? oder was bedeutet «messen dr T-Zahlen.

    danke bestens für Ihren feedback

    1
  • am 24.03.2021 um 07:25 Uhr
    Permalink

    Eine Studie – so meinte ich – kann nur als wissenschaftlich gelten, wenn sie gleichzeitig eine Kontrollgruppe mit denselben Parametern untersucht und diese Ergebnisse mit den andern verglichen hat. Also fehlt mir hier die Kontrollgruppe als Vergleich, und zwar von Menschen an denen KEINE Impfungen vorgenommen wurden. Alles andere sind Interessen gesteuerte Aussagen in eine freies Feld von möglichen Aussagen zu Kranken oder weniger Kranken hinein, und somit für eine Beurteilung für gesunde Menschen wertlos. Mein Immunsystem weiss selber, wann es aktiv sein muss. Es braucht keinen Trigger über irgendwelche Substanzen, die meinem Körper künstlich (zB. als Impfstoff) zugeführt werden muss, um die richtige Abwehr treffen zu können. Ich bin 69 Jahre alt und seit 45 Jahren ohne Impfung gesund und munter.

    1
  • am 25.03.2021 um 22:08 Uhr
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    @Richard Mosimann
    Die Lebenserwartung, falls nicht anders angegeben, meint «ab Geburt» (https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung#Begriffsabgrenzung_und_Missverst%C3%A4ndnisse).
    Die zitierten 84 Jahre bedeuten also mitnichten, dass ein 80-Jähriger im Schnitt nur noch vier Jahre lebt; in Deutschland sind es tatsächlich etwa 8 Jahre (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/lebenserwartung-bundeslaender-maennlich.html), vor Corona, versteht sich.

    Lebensqualität ist übrigens schwer objektiv zu bestimmen. Subjektiv könnte die meiner Mutter (https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Koch) höher sein als die ihrige.

    1
  • am 28.03.2021 um 22:12 Uhr
    Permalink

    Menschen sind nicht gleich. Menschen welche das 60 bis 75 Altersjahr überschritten haben, sind womöglich nicht mehr in der Lage, mit ihren Ribosomen funktionale, lese und Bauprozesse durch zu führen, da auch diese Ribosomen dem Alterungsprozess unterworfen sind. In diesem Bereich wird auch geforscht, die Ribosomen müssen die mRna korrekt auslesen, die Botschaft interpretieren und dann das impotente Virus-Protein zusammen bauen, um damit eine Immunreaktion zu provozieren. Einige Alterskrankheiten werden auf defekte in den Ribosomen zurück geführt. Aus älteren geschwächten Patienten mit Defekten eine Impfstofffabrik zu machen, könnte noch zu grösseren Problemen führen als nur zur Wirkungsverminderung des produzierten Vakzins. Die mRna Idee ist ein geniales Konzept, eines Tages werden wir damit womöglich auch den Alterungsprozess verlangsamen können. Bei Krebs gibt es geniale Erfolge mit diesen Botenstoffen. mRna bei jungen Menschen mit intakten Ribosomen sind sicher angebracht. Aber bei alten Menschen, welche kaum ihre eigenen Muskelzellen erhalten können, geschweige den z.B. das Protein Collagen (Collagenmangel oder defektes Collagen macht den Hängebauch, das erschlaffen der Haut, die Falten) wie sollen deren Zellfabriken also funktionale Virus-Proteine herstellen, wenn sie nicht mal Collagen, Leucin oder Valin hinbekommen? Nach meiner Sichtweise wären für alte Menschen fertige synth. Antikörper der bessere Schutz. Denn sie können oft keine eigenen Produzieren.

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  • am 29.03.2021 um 17:41 Uhr
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    Die Lebenserwartung gemäss Bundesamt für Statistik für 80-jährige Menschen liegt bei etwa 90 Jahren (und nicht bei 84 Jahren / 2019).

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