Sperberauge

2-G täuscht Sicherheit vor. 3-G+ mit Testen aller ist sicherer

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

Urs P. Gasche /  Der Bundesrat erlaubt Restaurants, Bars, Clubs, Museen oder dem Indoor-Sport 2-G ohne Testen einzuführen. Das ist fahrlässig.*

Einlass nur für Geimpfte und Genesene (2-G) mit entsprechendem Zertifikat, dafür ohne Masken: Das macht der Bundesrat jetzt möglich. «Berner Beizen preschen mit 2-G vor» meldete die Berner Zeitung «Der Bund». Daniel Bernoulli, Inhaber des Restaurants Aarbergerhofs, erklärte: «Viele (Gäste) fühlen sich wohler, wenn sie sich darauf verlassen können, dass alle Gäste geimpft oder genesen sind.» Gäste müssten keine Angst mehr haben vor einer Ansteckung.

Das ist ein Irrtum. Auch in Innenräumen mit 2-G-Vorschrift sind Masken zweckmässig, um vor Ansteckungen und der Verbreitung des Virus zu schützen. Denn auch unter den Geimpften können sich Virusträger befinden, die ebenso stark ansteckend sind wie ungeimpfte Virusträger. Bisher geht man nur davon aus, dass Geimpfte wenigstens weniger Tage lang ansteckend sind als Ungeimpfte. Doch nicht einmal das ist sicher. Neue Messungen in einem grossen US-Gefängnis deuten darauf hin, dass die Ansteckungszeit von Geimpften sogar ähnlich lang sein kann.

Aber selbst wenn Geimpfte deutlich weniger häufig ansteckend wären als Ungeimpfte, ist das Ansteckungsrisiko von ungetesteten Geimpften immer noch gross genug, um die jetzt erlaubte Praxis von 2-G ohne Masken als fahrlässig zu bezeichnen. Hansueli Schöchli nahm in der NZZ vom 8. Dezember (Bezahlschranke) eine Abwägung vor und kam zum Schluss:

«Unter halbwegs plausiblen Annahmen zum Ansteckungsrisiko der 3-G-Gruppen und zur Schutzwirkung von Masken lässt sich mutmassen, dass ein 2-G-Anlass ohne Masken eher weniger sicher ist als ein 3-G-Anlass mit Masken.»

Infosperber hatte schon am 2. November darauf hingewiesen, dass die 3-G-Zertifikate zu unvorsichtigem Verhalten verleiten, wenn die Geimpften nicht getestet sein müssen. Denn auch Geimpfte könnten ähnlich ansteckend sein wie Ungeimpfte. Am 2. Dezember titelten Tamedia-Zeitungen: «Fachleute warnen vor falscher Sicherheit mit 2-G». Das Übertragungsrisiko bei 2-G sei ohne Masken erheblich höher, erklärte beispielsweise Marcel Salathé von der ETH Lausanne: «Mit 2-G ohne Masken könnten die Zahlen steigen statt sinken.»

Nicht nur Restaurants, sondern auch Bars und Nachtclubs haben in Bern und an anderen Orten angekündigt, die 2-G-Regel einzuführen, damit keine Masken getragen werden müssen. Ohne Masken wäre allerdings eine Testpflicht für alle sicherer als 2-G. Zudem könnten auch getestete Ungeimpfte Bars und Restaurants weiterhin besuchen. Tests sind ja jetzt wieder kostenlos.


Ansteckungen vor allem in geschlossenen Räumen!

upg. Zu den häufigsten Ansteckungen kommt es, wenn sich viele Menschen in geschlossenen Räumen nahekommen, vor allem wenn noch viel geredet, gesungen oder gejubelt wird. Der unterschiedliche Nutzen verschiedener Klima- und Lüftungsanlagen ist noch wenig erforscht.
Weiter kommt es darauf an, wie lange man sich und wie nahe man sich in der Nähe von Ansteckenden aufhält. Das gilt auch für längere Bahnfahrten, sofern eine ansteckende Person näher als zwei Meter entfernt sitzt. 
Häufiges Lüften reduziert das Risiko in solchen Innenräumen. Auch Masken reduzieren das Risiko. [In schlecht belüfteten Innenräumen braucht es FFP2-Masken, die gut schliessen.] 
Im Freien dagegen, vor allem wenn es noch windig ist, ist es äusserst unwahrscheinlich, sich mit dem Virus anzustecken. Besonders unsinnig war die Maskenpflicht auf dem offenen Deck von Schiffen.
Regelmässige körperliche Bewegung und ein gesunder Lebensstil sorgen dafür, dass das körpereigene Abwehrsystem gegen Viren besser schützt.

NACHTRAG
Ursprünglich hiess der Titel dieses Artikels: «2-G täuscht falsche Sicherheit vor. 3-G mit Masken ist sicherer». Das Wort «falsch» war sprachlich unkorrekt.
*Ursprünglich hiess es in Titel und Lead «3-G ohne Masken». Das ist zwar korrekt, aber wichtiger als die Masken ist, dass auch Geimpfte sich testen lassen müssen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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17 Meinungen

  • am 9.12.2021 um 12:03 Uhr
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    Sie haben vollkommen recht, Herr Gasche: Die Maskenpflicht sollte bleiben, jedoch nicht, weil Geimpfte so ansteckend wie Ungeimpfte sein können, sondern weil wir (noch) nicht wissen, wie gut die Impfungen gegen neue Varianten schützen. Ich vermisse auch Angaben darüber, wie aussagekräftig die PCR-Tests bei neuen Virus-Varianten sind.

    4
    • am 10.12.2021 um 18:07 Uhr
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      Hallo Herr Mortier ich kann es nicht unterlassen Ihnen folgende Information zukommen zu lassen.
      Es ist dem Virus egal ob jemand geimpft ist oder nicht, die pandemische Verbreitung findet in jedem Fall statt, da die Impfung erst auf das Virus zugreifen kann, wenn der Geimpfte infiziert ist. Die Impfung könnte nur einen Krankheitsverlauf des Geimpften beeinflussen.
      Im Weiteren sind mRNA-Geimpfte sowie Ungeimpfte nicht ähnlich «ansteckend» sondern identisch ansteckend, es gibt keinen Unterschied für das Virus, wer das Virus einatmet, hat es. Auch die Weitergabe ist unabhängig vom Impfstatus, wer das Virus hat kann es verbreiten.
      Also muss nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften unterschieden werden, Alle INFIZIERTEN können das Virus weiter geben, also ist zur Eindämmung einer pandemischen Verbreitung eine Differenzierung zwischen Infizierten und nicht Infizierten notwendig. Wobei ich auch mal anmerken möchte, dass die Pandemie sich seit der neuen Definition der WHO auf die Verbreitung bezieht, und nicht mehr wie früher auf die Lethalität (Tödlichkeit).

      3
    • am 11.12.2021 um 14:34 Uhr
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      Herr Wyss, igrundsätzlichgibt es nur zwei Fragen zu beantworten:
      (1) Was ist gefährlicher, an Covid 19 zu erkranken, oder an den Impfnebenwirkungen?
      (2) Wie schützen wir die Spitäler (und damit das Gesundheitssystem) vor Überlastung?

      Wer diese Fragen schlüssig und mit unfehlbarer Logik beantworten kann verdienet einen Nobelpreis für Intelligenz (warum haben wir den noch nicht?)

      2
  • am 9.12.2021 um 12:19 Uhr
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    Danke für den guten Artikel.
    Die Gesundheit steht bei diesem neusten Streich offensichtlich nicht im Fokus.
    Ich gehe jede Wette ein, dass Firmen durch die Einführung von 3G oder 2G dann auf die Maskenpflicht verzichten können. Das ist immer ein Stufenspiel mit Zuckerbrot und Peitsche. Man führt wieder eine unbequeme Massnahme ein und die willkommene «Erleichterung» gibt es mit 3G dann 2G und 2G+. Ein paar Wochen später ist es dann Pflicht. Wobei dann nur noch die Dreifachgeimpften ein Zertifikat ohne Tests erhalten wie jetzt schon in Niedersachsen DE.

    Das Zertifikat ist das erste erfolgreich eingeführte Sozialkreditmodell in Europa. Regierungstreues Verhalten wird belohnt mit Gratiskonzerten, und bei regierungkritischem Verhalten wird man von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ausweichmöglichkeiten wie Tests werden strittweise abgebaut.

    3
    • am 11.12.2021 um 15:55 Uhr
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      «Das Zertifikat ist das erste erfolgreich eingeführte Sozialkreditmodell in Europa. Regierungstreues Verhalten wird belohnt mit Gratiskonzerten, und bei regierungkritischem Verhalten wird man von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ausweichmöglichkeiten wie Tests werden schrittweise abgebaut.»

      gratuliere!
      eloquent auf den punkt gebracht.

      1
  • am 9.12.2021 um 12:52 Uhr
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    Naja, so oder so werden die ungeimpften schuld sein, wenn sich die geimpften in ihren 2g Bars und Clubs gegenseitig anstecken. Und wenn dann ein ungeipfter, welcher von einem 2g-ler angesteckt wurde und auf der Intensivstation landet, ist er sowieso selber schuld. Er hätte sich ja impfen lassen können. Also hat er auch kein Anrecht auf das IPS Bett welches ein kettenrauchender Alkoholiker mit Fixervergangenheit dringend benötigt.

    2
  • am 9.12.2021 um 18:29 Uhr
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    2 G soll dann das Zückerchen für Geimpfte sein um abzulenken, wie viele Fehler vom Bund und BAG während dieser «Pandemie» bereits gemacht wurden. Der Sündenbock wird wieder bei den Ungeimpften gesucht, ein herzliches Dankeschön an unsere Regierung zur weiteren Spaltung des Volkes.

    3
  • am 9.12.2021 um 21:42 Uhr
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    Testpflicht für alle wäre wirklich sicherer als 3G, 2G oder 1G. Aber es passt halt schlecht in die aktuelle Strategie des Bundes, möglichst alle zu einer Impfung zu nötigen.

    Für Altersheime und ähnliche Einrichtungen wäre eine Testpflicht sicher sinnvoll. Auch für das Personal. Dann könnte man sich die ganzen Diskussionen um Impfzwang für das Personal sparen. Man könnte die Tests auch unbürokratisch vor Ort durchführen, ohne QR-Code und das ganze drumrum.

    Wir müssen aber schon aufpassen, dass die ganze Testerei nicht zum Dauerzustand wird. Allmählich wird das Coronaviurs endemisch. Es wird bleiben, aber es ist nicht sinnvoll, es noch viel länger mit derartigem Aufwand zu beobachten.

    4
    • am 10.12.2021 um 21:08 Uhr
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      Das sehe ich auch so.

      1
  • am 9.12.2021 um 21:47 Uhr
    Permalink

    Es sind doch nicht die geimpften und genesenen die die Hospitalbettenbelegung nach oben treiben. Das Impfen als Absurdum zu führen indem man zusätzliche Tests fordert oder Maskenpflicht einführt, spricht nicht gerade für das wofür das Impfen wirbt.
    Irgendwann muss der Punkt kommenan dem wir wieder ein normales Leben führen und dabei werden wir weder um eine Infektion mit dem Virus noch um eine Impfung im Sinne der Verbesserung des Infektionsverlaufs herum kommen.
    Ob wir wollen oder nicht!

    18
    • am 10.12.2021 um 09:42 Uhr
      Permalink

      Hallo Herr Schlomm Sie haben einen Faktor in Ihrer Überlegung übersehen. Auch Geimpfte landen im Spital wegen Corona.

      2
    • am 11.12.2021 um 19:29 Uhr
      Permalink

      Es sind vor allem die Alten, welche krank werden und sterben.
      Das sollte nicht dazu führen, auf die Alten einzuprügeln. Aber wenn man das endlich zur Kenntnis nehmen würde, könnte man die gefährdete Altersgruppe besser schützen.
      Hier
      https://www.srf.ch/news/schweiz/taeglich-aktualisierte-grafiken-so-entwickeln-sich-die-corona-zahlen-in-der-schweiz-2
      finden sie ungefähr in der Hälfte eine Tabelle mit der Altersstruktur der Neuinfektionen, Spitaleintritte und Verstorbenen.
      Die Übervertretung der älteren Semester wäre noch ausgeprägter, wenn sie nicht am vollständigsten (ca. 90% bei den ü-70) geimpft wären.

      0
  • am 10.12.2021 um 09:27 Uhr
    Permalink

    Die relevanten kumulierten Zahlen des BAG von heute morgen 8:00 Uhr
    Von 1’101’789 positiven Tests (Infizierte) landeten 36’606 im Spital (nicht nur auf der IPS sondern total) und 11’353 verstarben angeblich an Corona. Das ergibt nach Abzug der Toten eine Überlebensrate von1’090’436 in % 98,9658%. Auf gut deutsch heisst das, von 100 Infizierten stirbt einer, was im Umkehrschluss bedeutet 99 von 100 Infizierten werden wieder gesund. Um Missverständnissen vorzubeugen gebe ich noch die kumulierten Zahlen vom 22.12.2020 (der letzte Tag vor Impfbeginn):
    425’710 «Infizierte» 18’634 Hospitalisationen und 6’873 Tote. Dies ergibt eine Genesenenrate von 418’837 oder in % 98,3855 % auf gut deutsch von 100 Infizierten wurden 99 wieder gesund.

    1
  • am 10.12.2021 um 20:59 Uhr
    Permalink

    Wenn sich die Politik um ein medizinisches Thema kümmert, dann muss wohl resultieren, was gerade Stand der Dinge ist: mehr Fragen, als Antworten, mehr ökonomische Interessen statt wissenschaftlicher Konsens, mehr «Fear-Porn» statt sachlicher Diskurs, mehr Absurditäten als Klarheit. Die 2G Massnahme ist trauriges Beispiel dafür. Viele (manchmal auch «nur» rhetorische) Fragen stellen sich nach wie vor – die Liste ist unvollständig:
    – Warum finden die existierenden Behandlungsprotokolle den Weg nicht in unsere Medien und in die Corona Politik?
    – Warum wehrt sich niemand, dass ein Produkt verkauft und verimpft wurde, das weder «sicher», noch «hoch wirksam» ist? Die Rechtfertigung einer Impfung beruht auf der ursprünglichen Hauptidee, eine Infektion zu verhindern und dadurch das Virus nicht weiter zu verbreiten. Der mildere Verlauf einer Krankheit darf bestenfalls als Nebeneffekt bezeichnet werden. Kein Impfstoff würde eine wissenschaftliche Risiko/Nutzen Analyse überstehen, wenn er lediglich wegen des «Nebeneffekts» verabreicht würde. Diese Absurdität wird dann noch getoppt, wenn man Kinder gegen Covid impft. Nutzen einer Impfung für ein gesundes Kind? Null!
    – Warum sind Impfnebenwirkungen in der Schweiz Tabu? UK liefert ziemlich ungeschönte Zahlen, wenn auch die Medien und Boris Johnson diese nicht sonderlich mögen und gerne unerwähnt lassen. Anhand dieser Zahlen müssten sämtliche Impfaktivitäten für U65jährige längst eingestellt worden sein.
    – Wo ist die Influenza?…
    – etc.

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  • am 11.12.2021 um 09:04 Uhr
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    Erstens hat man sehr fahrlässig für die «guten Geimpften» einen Feind konstruiert, den Ungeimpften. Jetzt zugestehen, dass es egal,ist ob geimpft oder ungeimpft, auch die Herdenimmunität unmöglich, das Virus wird zwar offensichtlich schwächer, aber lieber weiter Panik verursachen und am Feindbild und am gescheiterten festhalten.
    Gescheitert ist die Spitalpolitik, da gab es seit zwei Jahren bei den Politikern keinerlei Bewegung, man hat weder Ideen noch Rezepte gehört. Dafür nehmen die Spitex gerne abgesprungene Krankenschwestern auf, auch die haben gerne gutes Personal.
    Gescheitert ist an sich die Impfidee für alle. Deshalb reduzieren auf die Risikomenschen.
    Risiken haben ganz klar – Alte – Übergewichtige und Vorerkrankte.
    Wenn mal bei den Zahlen nicht mehr die Testresultate, sondern die schweren Fälle «wegen» und nicht «mit» Corona erfasst würden. Damit käme man endlich wieder in ein Normales Fahrwasser.

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