Sperberauge

Lucentis von Novartis bleibt Spitze

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

upg /  Bayer versuchte mit getürkter Studie, ein Medikament gegen feuchte Makula-Degeneration besser zu positionieren.

Es gebe keinen Nachweis, dass das neue Medikament «Eylea» des Bayer-Konzerns gegen feuchte Makula-Degeneration besser sei als das seit 2009 von Novartis angebotene «Lucentis». Diese Beurteilung teilte das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG am 2. Januar 2013 mit.
Bayer hatte sein «Eylea» in einer Studie mit «Lucentis» verglichen und behauptet, «Eylea» sei besser. Der Konzern hoffte darauf nach eigenen Angaben auf Jahresumsätze von über einer Milliarde Euro.
Doch das IQWiG entlarvte diese Studie als unbrauchbar, weil die beiden Makula-Medikamente für die Studie anders angewandt wurden als es die Zulassungen vorsehen. Deshalb könne man aus dieser Studie «keinen Zusatznutzen für Eylea ableiten».
Bayer kann diese Beurteilung innert dreier Wochen beim Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Spitäler und Krankenkassen (GBA) anfechten. Sollte der GBA dem IQWiG folgen, was er normalerweise tut, dann darf «Eylea» in Deutschland nicht mehr teurer verkauft werden als «Lucentis».
In der Schweiz hat das Bundesamt für Gesundheit für beide Arzneien den gleichen Preis festgesetzt. «Eylea» muss seit dem 1.12.2012 von den Kassen bezahlt werden.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Der Autor vertritt Patienten und Prämienzahlende in der Eidgenössischen Arzneimittelkommission EAK.

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