#allesaufdentisch

Ausschnitt der Website von #allesaufdentisch. © Jeana Paraschiva und Volker Bruch

#allesaufdentisch: Bisher Unerhörtes zur Corona-Pandemie

Martina Frei /  In über 50 Videos befragen Künstler Akademiker, die auch gehört werden wollen. Zuschauer erfahren dabei interessante Dinge.

Wie finanzieren sich die «Faktenchecker», die in der Corona-Pandemie massgeblich die Berichterstattung beeinflussen? Welche möglichen Interessenkonflikte bestehen? Wie oft lag der bekannte britische Epidemiologie Neil Ferguson, der zu Beginn der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle spielte, mit früheren Prognosen schon daneben?

Dieser und vielen andere Fragen geht #allesaufdentisch nach. In über 50, jeweils rund 20 Minuten dauernden Videos fragen dort verschiedene Künstler verschiedene Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachgebieten zu Themen rund um Corona. 

Interessenkonflikte beleuchten

So erfährt die Zuschauerin zum Beispiel, dass der Ebay-Gründer Pierre Omidyar vielzitierte Faktenchecker massgeblich finanziert. Ebay hat von der Corona-Pandemie stark profitiert, laut dem «Handelsblatt» verdiente die Online-Handelplattform allein bis Herbst 2020 über 400 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr. Ob sich das nachweislich auf die Berichterstattung der Faktenchecker auswirkt, lässt das Video offen. Dass ein Interessenkonflikt bestehen könnte, wird aber offensichtlich. Die Quellen, auf die sich der Wissenschaftler massgeblich stützt, werden am Ende des Videos nicht aufgelistet.

«Mit zunehmender Sorge beobachten wir die Entwicklung des politischen Handelns in der Corona-Krise. Viele ExpertInnen wurden bisher in der öffentlichen Corona-Debatte nicht gehört. Wir wünschen uns einen breit­gefächerten, fakten­basierten, offenen und sachlichen Diskurs und auch eine ebensolche Auseinander­setzung mit den Videos», heisst es einleitend auf der Website.

Auch Wissenschaftler ohne institutionelle Abhängigkeit anhören

Unter den befragten Personen sind zum Beispiel Pandemie-Fachleute wie Professor Klaus Stöhr, der österreichische Gesundheitswissenschaftler Martin Sprenger, der öffentlich Kritik an der österreichischen Politik übte und aus der dortigen Coronavirus-Taskforce austrat, aber auch der impfskeptische Kinderarzt Martin Hirte. Wer auf Anfrage abgesagt hat, bei dem Projekt mitzumachen, wird ebenfalls auf der Website gezeigt: Die Liste enthält viele Namen, die sehr häufig in den Medien auftauchen. 

Was die Beteiligten von #allesaufdentisch eint, ist die Forderung nach einem regelmässigen, «Runden Tisch für das Corona-Krisenmanagement, an dem WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen mit unterschiedlichen Standpunkten interdisziplinär und evidenzbasiert diskutieren und anschiessend die Politik beraten. Wichtig ist, dass in diesem Gremium auch WissenschaftlerInnen gehört werden, die nicht in institutioneller staatlicher Abhängigkeit stehen», heisst es auf der Website www.allesaufdentisch.tv


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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7 Meinungen

  • am 1.10.2021 um 11:22 Uhr
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    «Dass ein Interessenkonflikt bestehen könnte, wird aber offensichtlich. Die Quellen, auf die sich der Wissenschaftler massgeblich stützt, werden am Ende des Videos nicht aufgelistet.» Eben – warum gibt der Infosperber sowas denn Raum?

    6
    • am 5.10.2021 um 11:39 Uhr
      Permalink

      Es sind Interviews. Da unterbricht man seine Sätze nicht mit fortlaufender Quellenangabe – wäre auch mühsam fürs Zuhören. Wie oft geben zB Sportredaktoren bei ihren Berichten vor laufender Kamera Quellen an (wenn sie zB über Transfers spekulieren)? Zudem kann man auch selber recherchieren.

      1
  • am 1.10.2021 um 18:21 Uhr
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    Interessant ist ja vor allem auch, wer sich der Diskussion verweigert hat.
    Da sieht man doch klar, wer in dem Corona Filz drinsteckt und/oder davon korrumpiert ist.

    1
  • am 2.10.2021 um 00:56 Uhr
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    An die Autorin Mariana Frei: Auch für eine Redaktionsmitglied gilt, dass nicht jeder Infosperber-Artikel unbedingt gesichtet oder gar gelesen werden muss. Daher entging Ihnen vermutlich auch jener, erst kürzlich (28.04.2021), von Ariane Tanner:
    kontertext: «Helfen Erdbeeren gegen Corona?» ( https://www.infosperber.ch/gesundheit/kontertext-helfen-erdbeeren-gegen-corona/ ).

    Aber auch so, da man sich doch immerhin im journalistischen Kontext bewegt: Es wäre schön, wenn man sich, bevor man fortwährend Artikel raushaut, mal Gedanken zu «false balance» (falscher Ausgewogenheit) machen würde … Ja, das macht die journalistische Arbeit anspruchsvoller und aufwändiger. Weil immer auch abgeklärt werden muss, was «nicht auf bzw. an den Tisch» gehört, weil es letztlich den Grad der Informiertheit/des Wissens nicht erhöht, sondern geradezu zerstört (!; ja wer hätte das gedacht, das solches – mit mehr «Information» – tatsächlich bewerkstelligt werden kann?!).

    Wenn Sie schon dafür plädieren, dass «alles auf den Tisch» kommt: Dann, bitte, Ariana Tanner (bzw. ihren Artikel) einladen, so dass auch gleich abgeschätzt wird, was für weitere Tischgenossen gerade sich hinzugesellen wollen …

    3
    • am 3.10.2021 um 13:55 Uhr
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      «False balance» kann schon ein Problem sein. Das Stichwort lässt sich aber auch zur Rechtfertigung für Zensur missbrauchen. Im Zusammenhang mit Corona haben die Mainstream-Medien jedenfalls sicher keine gute Balance gefunden. Eine bessere Beachtung von Fachleuten, die mit BAG & Co. nicht ganz auf einer Linie sind, wäre sehr wünschbar.

      Die gute Balance würde z.B. schon bei der Task-Force des Bundes anfangen. Da wurde durch Seilschaften aus Budesbern, ETH und Uni Basel dafür gesorgt, dass Pietro Vernazza nie in die Task-Force eingeladen wurde.
      https://www.nzz.ch/schweiz/vernazza-vielleicht-sollten-wir-uns-wieder-die-hand-geben-ld.1642553

      Vernazza hatte sich durch seine Arbeit auf dem Gebiet der Bekämpfung von Viruserkrankungen weltweit einen Namen gemacht. Fachlich hätte er unbedingt in die Task-Force gehört.

      Hatte die Task-Force überhaupt ein Mitglied mit einem ähnlichen Leistungsausweis im Gebiet der Viruserkrankungen? Wenn ja: welches? Hingegen waren haufenweise Leute in der Task-Force, welche beruflich nicht so wahnsinnig dafür prädestiniert gewesen wären. Und dass nach all den unzutreffenden mathematischen Modellen unbedingt eine Mathematikerin Präsidentin der Task-Force geworden ist, lässt auch nicht unbedingt auf grosse Lernfähigkeit schliessen.

      0
  • am 3.10.2021 um 07:34 Uhr
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    Sagen und benennen, was geschieht. Egal, was es kostet. Es ist von grundlegender Bedeutung, dass sich einige rechtschaffene Menschen darum bemühen. Wir müssen Zeugnis ablegen. Wie in der Legende vom Golem können wir uns vor allem durch das Wort — durch das Wort, das die Wahrheit sagt, das benennt, was ist — vorstellen, wie wir das Ungeheuer eines Tages besiegen können.

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