The Lie H

"The Lie" © zvg

Das Spiel: Diese Karten lügen immer

Patrick Jerg /  Es gibt Spiele, bei denen flunkern ausdrücklich erlaubt ist. Doch bei diesem Kartenspiel lügen die Karten – genau zu 50 Prozent.

Patrick Jerg
Patrick Jerg

Die Spielschachtel von «The Lie» ist ganz klein und gut gefüllt mit Karten. Ohne viel Schnickschnack startet man in die erste Partie, denn man mischt sämtliche Karten gleich auf dem Tisch und lässt sie dort liegen. In der ersten Phase ziehen alle die Karten für ihre Hand gleich selber. Schon sind wir beim ersten Kniff des Spiels angelangt: Die Karten sind doppelseitig bedruckt. Entweder die Farbe oder die Zahl sind auf der Vorder- und der Rückseite identisch. Mit diesem Wissen suchen alle ihre 12 Karten für das Spiel. In der Hand wendet man die gewählten Karten auf die Vorderseite und lässt sich überraschen.

Da sind wir auch schon beim zweiten Kniff von «The Lie» angelangt: Die Reihenfolge der Karten darf in der Hand nie verändert werden. Eine neue Karte legt man entweder ganz links oder ganz rechts in der Hand an. So ergänzt man bis zur 12. Karte. Um spielerisch in der nächsten Phase zu bestehen, sucht man möglichst gleichfarbige Gruppen mit höheren Zahlenwerten.

Mit den selbstgewählten Karten ins Spiel steigen

Nach der Kartenwahl startet die Stichphase. Wer zuerst alle Karten wegspielt, gewinnt Preiskarten. Der Reihe nach spielen alle eine, zwei oder drei gleichfarbige Karten aus. Die ausspielende Person hat die freie Farbwahl. Einige Regeln gibt es aber doch. Karten, die man ausspielt, müssen in der Hand nebeneinander liegen, um eine Zahl zu bilden. Aus einer benachbarten blauen 2 und einer 3 wird also die 23. Nachfolgende Personen müssen den Zahlenwert in derselben Farbe überbieten.

The Lie 2
«The Lie»

Wer das nicht kann, muss passen. Vielleicht ergibt sich in der nächsten Runde eine Chance, Karten wegzuspielen. Mit dem höchsten Gebot einer Runde holt man sich den Stich und darf sofort eine oder mehrere neue Karten ausspielen. Durch das Wegspielen von Kartengruppen schliessen sich in der Hand eventuell Lücken, und es bilden sich neue Farbgruppen für den späteren Spielverlauf.

Dasselbe Dilemma mit den Preiskarten

Die ersten Personen, die alle Handkarten wegspielen, erhalten Preiskarten. Leider zieht man sie ebenfalls vom gemischten Kartendurcheinander auf dem Tisch. Erneut kann man nur erahnen, wie viele Punkte man nach dem Wenden der Karten erhält. Spielerisch bleibt dadurch die Spannung natürlich hoch. Über insgesamt drei Partien zieht man neue Handkarten und spielt sie danach weg. Wer am Ende mit seinen Preiskarten die höchste Summe erzielt, gewinnt das Spiel der lügenden Karten.

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The Lie
«The Lie»

The Lie

Ein Stichspiel von Eloi Pujadas, Eugeni Castaño
Illustrationen: Noelia Jiménez

Für 2 bis 6 Personen
Ab 8 Jahren | ca. 20 Minuten
Verlag: Kosmos | ca. 10 Fr. / 9 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit 15 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Das Spiel: Alle Beiträge

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