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Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 80 Prozent stimmten die Schweizer Männer 1947 für die Einführung der AHV. Heute wird vor allem daran herumgemäkelt. © SRF

Das AHV-Vermögen reicht auch für die 13. Rente

Marco Diener /  Allen Schwarzmalereien zum Trotz: Das Vermögen der AHV wächst und wächst. Die 13. Rente ist kein Problem.

Ende 2023 betrug das Vermögen der AHV beinahe 49,9 Milliarden Franken. Das ist ein Rekordwert. Noch vor 20 Jahren war das Vermögen nur halb so gross. Das berichtete kürzlich die Konsumentenzeitschrift K-Tipp (Bezahlschranke). Allein im letzten Jahr stieg das Vermögen um beinahe 2,9 Milliarden Franken – weil Angestellte und Firmen mehr einzahlten, als für die Renten nötig war, und weil die Anlagen der AHV gut rentierten.

Das passt so gar nicht zu den Medienberichten im Vorfeld der Abstimmung zur 13. AHV-Rente. Landauf, landab taten Zeitungs-Kommentatoren so, als stünde die AHV vor dem Kollaps. Doch das Gegenteil trifft zu. Die AHV ist solide finanziert. So solide, dass sie 2011 sogar 5 Milliarden Franken an die IV abtrat und nicht mehr zurückbekam.

Das Vermögen dürfte kurzfristig sogar noch weiter wachsen. Denn seit Anfang diesen Jahres profitiert die AHV von den erhöhten Mehrwertsteuer-Sätzen. Und ab Anfang nächsten Jahres müssen die Frauen länger arbeiten. Das führt zu höheren Einnahmen und zu niedrigeren Ausgaben.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen, das meist pessimistisch prognostiziert, geht davon aus, dass das AHV-Vermögen – ohne Berücksichtigung der 13. Rente – bis ins Jahr 2030 auf nahezu 68 Milliarden Franken wachsen wird.

Der K-Tipp hat errechnet, dass die 13. AHV-Rente in den Jahren 2026 bis 2030 insgesamt rund 20 Milliarden Franken kostet. Das heisst: Das AHV-Vermögen dürfte trotz der 13. Rente nur geringfügig sinken: auf voraussichtlich 47,6 Milliarden Franken.

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In Milliarden Franken. Anfang 2011 musste die AHV 5 Milliarden Franken an die IV abtreten. Zahl für 2030: Prognose des Bundes minus Kosten für die 13. AHV-Rente. Quelle: K-Tipp.

Mit anderen Worten: Die AHV steht nicht am Abgrund. Es bliebe genügend Zeit für die Einführung einer Mikrosteuer auf allen elektronischen Geldtransaktionen, die Erhöhung der Stempelsteuer oder der direkten Bundessteuer.


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Die Zukunft der AHV und IV

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5 Meinungen

  • am 5.07.2024 um 11:18 Uhr
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    Ich bin der Meinung, dass der Staat sich zuerst um die eigenen Bürger wie auch ordentlich aufenhaltsberechtigten Personen in der Schweiz zu kümmern hat. Bevor also Geld ins Ausland verschleudert wird, sollten unsere Pensionärinnen und Pensionäre eine gute AHV-Rente erhalten. Sie haben schliesslich über Jahrzehnte hinweg die Schweiz aufgebaut und die heutigen Politiker sollten nicht einfach so das Steuergeld verschleudern dürfen.

  • am 5.07.2024 um 11:27 Uhr
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    Ja dann bin ich beruhigt. Ich habe schon geglaubt, dass diese Milliardenreserven schon in wenigen Jahren aufgebraucht gewesen wären, auch ohne 13. Rente, und dass mehrere Tausend Millionen Franken jährlich hätten über MWSt-Prozente, zusätzliche Lohnabzüge oder andere kreative neue Steuerbelastungen eingetrieben werden müssen. Gottlob muss also jetzt nicht die junge Generation für diese Zusatzrente der Herren Ospel, Vasella, Blocher und Co. bluten!

  • am 5.07.2024 um 12:31 Uhr
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    Mir scheint es wäre langsam aber sicher ein Wahrheitsbaromenter für politische Parteien notwendig, die den Menschen aufzeigen, wer sich die Wahrheit ermogelt und/oder wer sich an klare Fakten hält und zwar nicht nur die erwünschten Fakten.

  • am 5.07.2024 um 15:13 Uhr
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    Die Frage bleibt, warum die AHV-Finanzlage im Zusammenhang mit der 13. Rente so schwarz gemalt wurde. Ging es darum, damit die Annahme der Prämiendeckelungsinitiative zu verhindern?

    • am 6.07.2024 um 20:47 Uhr
      Permalink

      Die AHV wird systematisch schlecht geredet, weil sie wirksamer und günstiger als Pensionkassen und private Altersvorsorge ist. Die Pensionskassen sind aber das grosse Geschäft für Banken und Versicherungen, wie auf Infosperber schon mehrfach dargelegt.

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