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Das Foto vom Gipfeltreffen ohne Frauen zeigt, wie «ernsthafte» Diplomatie aussieht – und wer davon ausgeschlossen ist. © whitehouse.gov

Grossmächte demonstrieren patriarchale Macht

Barbara Marti /  Kürzlich war Donald Trump zu Besuch bei Xi Jinping. Frauen durften bei den Verhandlungen der Grossmächte nicht mitreden.

Das Foto eines ausschliesslich männlich besetzten Gipfeltreffens sorgte in den USA für Unmut. Kritikerinnen sehen darin ein Signal dafür, wer in der Politik der Grossmächte mitreden darf und wer nicht.

«Ende der Leistungsgesellschaft»

Gita Gopinath, Wirtschaftsprofessorin an der Harvard University, schrieb auf X: «Ein Sinnbild für das Ende der Leistungsgesellschaft: Ein Treffen der beiden grössten Volkswirtschaften und keine Frau am Tisch.» In beiden Ländern gebe es hochqualifizierte Frauen, doch sie blieben ausgeschlossen. Entscheidend sei offenbar nicht die Qualifikation, sondern die Beziehungen, sagte Gopinath dem «Guardian»: «Es ist unfassbar, dass es am Ende einen reinen Männertisch gibt, obwohl es weltweit so viele qualifizierte Frauen gibt.»

«Frauenstimmen spielen keine Rolle»

Halima Kazem, Historikerin an der Stanford University, sprach von einem Rückschritt. «Auf den Gipfeltreffen zwischen den USA und China in der Obama-Ära sassen Frauen am Tisch. Heute denkt keine der Grossmächte, dass Frauen zu den Delegationen gehören müssen, die globale Politik verhandeln. Dies ist nicht nur ein amerikanisches Versagen. China und die USA senden damit das Signal, dass Frauenstimmen bei der Gestaltung der Weltordnung keine Rolle spielen.»

Inszenierung männlicher Autorität

Einen Mangel an qualifizierten Frauen gebe es nicht, sagt Kazem. «Es handelt sich um eine bewusste Entscheidung darüber, welche Art von Autorität man inszenieren will: männlich, militarisiert und ausschliessend.» Wenn beide Grossmächte ohne Frauen auftreten, präge das auch die Vorstellung davon, wie «ernsthafte» Diplomatie aussieht – und wer davon ausgeschlossen ist.

Frühere Treffen mit Frauen

Zu den ranghohen Frauen, die unter Präsident Barack Obama an bilateralen Treffen teilnahmen, gehörten Chinas damalige Vizeministerpräsidentin Liu Yandong, US-Sicherheitsberaterin Susan Rice und US-Aussenministerin Hillary Clinton.
Am jüngsten Treffen waren in der US-Delegation lediglich auf Seite der Geschäftsleute einige wenige Frauen, darunter Trumps Schwiegertochter Lara Trump, die Citigroup-Chefin Jane Fraser sowie Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick.

Friedensverhandlungen ohne Frauen

Auch an Friedensverhandlungen fehlen Frauen mittlerweile weitgehend. Dabei ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Friedensabkommen länger halten, wenn Frauen an den Verhandlungen teilgenommen haben.


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