«Die Nationalbank hat vergessen, warum sie gegründet wurde»: Dr. oec. Reinhold Harringer © VI

«Die Nationalbank hat vergessen, warum sie gegründet wurde»: Dr. oec. Reinhold Harringer

Vollgeld: So einfach wäre es zu erklären!

Christian Müller / 02. Mai 2018 - Die Schweizerische Nationalbank wurde gegründet, damit nicht mehr jede Geschäftsbank eigenes Geld herausgeben konnte. Und heute?

Wo über ein Gesetz oder eine Institution diskutiert oder gar gestritten wird, lohnt sich oft auch der Blick zurück: Warum hat man ein Gesetz, eine Institution überhaupt eingeführt, geschaffen? Was war das Problem, das man damit lösen wollte? War es dann auch der richtige Weg, mit den erhofften positiven Auswirkungen?

Auch wenn sich die Zeiten ändern, aus der Geschichte zu lernen ist nicht verboten!

Das haben – und es war ein kluger Schritt! – nun auch die Initianten der Vollgeld-Initiative getan. Und sie haben, was sie gefunden haben, auch richtig platziert: Als Korrektur auf die Informationen der Generalversammlung der Schweizer Nationalbank.

Private Banknoten führten zu Problemen

«Vor 1891 stellten in der Schweiz fast 40 Geschäftsbanken eigene Banknoten her. Von diesen privaten Banknoten gab es bald einen problematischen Wildwuchs. Das Stimmvolk reagierte konsequent. Gegen den Widerstand der Banken wurde mit einer Volksabstimmung die Gründung der Schweizerischen Nationalbank entschieden. 1907 nahm sie ihren Betrieb als Bank des Souveräns auf. In der Botschaft schrieb der Bundesrat in etwas umständlichen aber deutlichen Worten, weshalb er die Geldherstellung nicht mehr den Banken überlassen wollte: 'Es wurde stets anerkannt, dass es im Hinblick auf die Souveränität leichtsinnig wäre, ein Kreditinstrument wie das einer Emissionsbank in die Hände einer Finanzoligarchie zu legen, ihre Mittel an sie abzugeben und damit zu ermöglichen, dass das öffentliche Interesse versklavt und privaten Interessen geopfert wird.' Auch die Liberalen empfahlen damals, das alleinige Recht zur Geldschöpfung dem Souverän zu übergeben.» (Zitat aus der anschliessenden Medienmitteilung)

Alles einfach vergessen?

«Inzwischen stellen die Geschäftsbanken die Mehrheit unseres Geldes wiederum selbst her: das elektronische Geld auf unseren Konten (das sogenannte Buch- oder Giralgeld, Red.). Es wird von den Banken virtuell aus dem 'Nichts' hergestellt und macht heute 90 Prozent der Schweizer Geldmenge aus. Nur noch 10 Prozent sind Bargeld von der Nationalbank. Die Geschäftsbanken stellen eigenes Geld her, um damit selber Finanzprodukte und Immobilien zu kaufen oder Kredite zu vergeben.» Die Schlussfolgerung: «Die Schweizerische Nationalbank befürwortet heute diese Privatisierung des Geldes, indem sie die Vollgeld-Initiative ablehnt.» «Die Nationalbank hat ihren Gründungszweck, nämlich, dass die Geldherstellung nicht 'in die Hände einer Finanzoligarchie' gehört, offensichtlich vergessen», so Sprecher Dr. oek. Reinhold Harringer.»

Wohl etwas zu viel der Freundlichkeit

Reinhold Harringer, ehemaliger Leiter des städtischen Finanzamtes St. Gallen, ist mit dieser Formulierung etwas gar freundlich. Er könnte statt «vergessen» auch sagen: Die Nationalbank versucht, ihre eigene Geschichte zu verdecken. Tatsächlich ist die Haltung der Nationalbank nur damit zu erklären, dass auch sie es nicht mehr wagt, den Schweizer Grossbanken Limiten zu setzen. Oder sie hat schlicht Angst vor der eigenen Verantwortung.

Wo liegt denn eigentlich das Problem?

Das Hauptproblem der Initiative scheint die Komplexität der Thematik zu sein. Wie erkläre ich dem Stimmbürger, der Stimmbürgerin, was denn eigentlich Buchgeld ist, um das es im Wesentlichen geht?

Ich, Autor dieser Zeilen, habe den Test auch gemacht – am Tisch mit Gästen bei einer Flasche Wein. «Was versteht Ihr unter Geld? Welche Arten von Geld gibt es? Und woher kommt das Geld?» So fragte ich. Die Antwort war wenig überraschend: «Es gibt Münzen, also zum Beispiel den Fünfliber. Es gibt – in der Schweiz – Banknoten im Wert von 10, 20, 50, 100 und 1000 Franken. Und es gibt das sogenannte Buch- oder Giralgeld, also das Geld in den Bankcomputern, weil dort das Handling mit Münzen und Banknoten natürlich zu kompliziert wäre.» Ich lasse nicht locker und stosse nach: «Und woher kommt das Geld?» Zehn Sekunden Nachdenken, dann aber ohne Zögern die Antwort: «Von der Nationalbank natürlich. Die gibt doch das Geld heraus.»

Genau: DARUM ist es so schwierig, das Anliegen der Vollgeld-Initianten zu erklären. Dabei wäre es so einfach: Die Initianten der Vollgeld-Initiative müssten nur sagen: Das Geld-System soll so werden, wie 99 von 100 Leuten denken, dass es schon so ist. Nämlich dass alles Geld, ob Münzen, Banknoten oder eben auch das computertaugliche Buch- oder Giralgeld, von der Nationalbank kommt.

Man darf auch anderer Meinung sein

Der Abstimmungskampf ist eröffnet. Dass die Partei des Milliardärs und Schweizer Oligarchen Christoph Blocher gegen die Initiative ist, ist selbstredend. Die Reichen profitieren ja vom jetzigen System, wo mit billigem Geld um sich geworfen werden kann. Dass die FDP/Die Liberalen dagegen sind, ist auch keine Überraschung. Sie haben ihre hervorragende, zukunftorientierte Rolle bei der Schaffung der Schweizerischen Bundesverfassung 1848 längst verdrängt und sind zur Partei der Arbeitgeber avanciert. Auch bei ihnen gilt schon lange das Prinzip: Das Geld muss aufwärts fliessen! Eher überraschend dagegen ist, dass auch die SP sich gegen die Initiative engagiert, sogar im überparteilichen Nein-Komitee. Im Gros der SP-Partei-Politiker herrscht offensichtlich Angst vor der eigenen Courage. Oder eben auch hier finanzielle und/oder mentale Abhängigkeit von den grossen Banken. Vielleicht ist ihr Nein zur Initiative ja auch gar nicht so überraschend: Schon vor ein paar Jahren, als die Partei die Förderung der wirtschaftlichen Organisationsform 'Genossenschaft' – als Alternative zur Aktiengesellschaft – im Parteiprogramm hatte, hat sie es beim Programmpunkt bewenden lassen. Getan hat sie nichts.

Und der Bitcoin? Kein Risiko?

Dass der Banker Thomas Matter von der SVP gegen die Vollgeld-Initiative ist, ist nachvollziehbar. Welcher Banker verzichtet denn schon gerne auf das Privileg, im Computer neues Geld zu 'schaffen' und es anschliessend gegen Zins ausleihen zu dürfen? Die Nicht-Banker im Komitee aber haben nur ein 'Argument': das Risiko für die Schweiz sei zu gross, weil es sich beim Vollgeld um etwas vollkommen Neues handle. (Was, wie die Geschichte der Schweizerischen Nationalbank zeigt, eh nicht stimmt.)

Und wie ist es mit der – neuen – Kryptowährung Bitcoin? Da darf der Schweizer Wirtschaftsminister, Bundesrat Johann Schneider-Ammann, sogar öffentlich Werbung machen: In zehn Jahren werde die Schweiz DAS Land der Kryptowährungen sein, sagte er öffentlich, und die Schweiz werde dafür bewundert werden.

Nachdem das Bankgeheimnis – zwar nicht im Inland, aber wenigstens gegenüber vielen anderen Staaten – gefallen ist, sucht man, wen wundert's, profitorientiert nach neuen Möglichkeiten, wie das Geld der ausländischen Superreichen – für diese selber natürlich, vor allem aber auch für die Schweizer Grossbanken – profitabel gebunkert und angelegt werden könnte. Warum nicht mit Hilfe einer Kryptowährung? Da darf man ein Risiko, so Bundesrat Johann Schneider-Ammann, durchaus eingehen. Beim Vollgeld aber gilt: Nur ja kein Risiko!

Zurück zur Frage: Was will die Vollgeld-Initiative?

So schwierig ist die Antwort auf die Frage, was die Vollgeld-Initiative denn eigentlich will, also gar nicht. Sie will, dass die Banken nicht mehr selber Geld 'schaffen' (oder eben 'schöpfen') dürfen, um es gegen Zins auszuleihen, sondern nur noch Geld ausleihen dürfen, das sie entweder selber besitzen, von ihren Kunden haben oder aber von der Nationalbank bezogen haben – genau so wie Münzen oder Banknoten. Oder mit anderen Worten, dass die Geschäftsbanken genau so vorgehen müssen, wie die meisten Leute meinen, dass sie es schon heute so tun.

Siehe auch:

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Zum Autor. Es gibt keine Interessenkollisionen.

Weiterführende Informationen

Das «Echo der Zeit» vom 1.5.2018 zur Vollgeld-Diskussion
Thomas Jordan will die Geldschöpfung bei der Finanzoligarchie belassen

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15 Meinungen

Vollgeld-Initiative JA: SNB soll Geldschöpfung auf reales Wachstum beschränken.

An der Vollgeld-Initiative wird kritisiert, dass nicht klar sei, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) sinnvoll entscheiden könne, um wie viel die Geldmenge in einer bestimmten Periode zunehmen soll. In der Geldmengentheorie war lange klar, dass inflationsfreies Wachstum langfristig nur mit einer Geldmengenerweiterung gemäss dem realen Wachstum einer Volkswirtschaft möglich ist. Die Geldversorgung der Schweiz liegt seit Jahren über diesem Zielwert (ca. 2%). Die Inflation ist erst auf dem Immobilien- und Aktienmarkt spürbar. Wann wird sie auf die Gütermärkte und die Konsumenten durchschlagen?
Mit einer Vollgeldreform erlangt die Schweizerische Nationalbank wieder die Kontrolle über die gesamte Geldmenge und kann damit Blasenbildungen, Inflation und überbordendes Wachstum direkt verhindern.
Alex Schneider, am 02. Mai 2018 um 11:22 Uhr
http://matthias.ch/oekonomie/
Heinrich O. Matthias, am 02. Mai 2018 um 14:29 Uhr
So einfach es auch zu erklären wäre...
Wenn man aber vom Gegenüber als Antwort erhält: «Nein, das stimmt sicher nicht, dass jede Bank von sich aus Geld machen kann, da liegst du falsch in deiner Meinung! Warum würden Sie dann wie in der letzten Wirtschaftskrise bankrott gehen, wenn Sie das Geld ja einfach selber machen können..."
Was soll man dazu noch entgegnen?
Gabriel J. Hurni, am 02. Mai 2018 um 16:04 Uhr
Die Finanz-Oligarchie kontrolliert heute wieder unser aller Geld und will natürlich daran festhalten, um mit dem heutigen Geldsystem ihre Privilegien, ihre Macht und ihre eigene Existenz so lange wie möglich zu sichern. Die Nationalbank missachtet ihren Auftrag von 1891 und schaut dabei zu und macht sich zum Komplizen der Finanz-Oligarchie.
Nur die Vollgeld-Initiative kann die Nationalbank wieder in den Dienst des Schweizer Volkes stellen. Dank der Vollgeld-Initiative hätten wir wieder 100% staatliches Geld. Als einziges Volk der Erde, hätten wir auch wirklich sicheres Geld auf der Bank in der kommenden Mega-Schuldenkrise.
Da braucht es nicht viel Mut, um am 10.6. ein überzeugtes JA für die Vollgeld-Initiative einzulegen.
Paul Steinmann, am 02. Mai 2018 um 22:08 Uhr
Danke, Christian Müller!

Die Vollgeldinitiative ist die einmalige Chance für unsere, im Vergleich zu den anderen westlichen Wahloligarchien wenigstens ein bisschen demokratische, Schweiz, die nächste Finanzkrise, die schon allein aus dem absehbaren Untergang des (Petro)-Dollar-Imperi​​​​ums resultieren muss und vermutlich alles bisher Erlebte übertreffen wird, einigermassen heil zu überstehen - ergreifen wir Sie!

Und zum Pseudoargument «keine Experimente» weil man sonst keine Gegenargumente hat: Hätten diese PRopagandisten für die «Finanzelite» gleich «argumentiert» beispielsweise bei der Einführung des ersten Antibiotikums, des Penicillins, ein «Experiment», das seither Milliarden Menschenleben gerettet hat?

Der asoziale neoliberale Zug rast für jeden offensichtlich gegen die Wand. Jedes «Experiment» ist besser als nichts tun und diese Initiative ist keines. Sie ist bloss ein Zurück vom aufgeblasenen Hochstaplertum völlig verantwortungsloser schwerer Narzissten zur authentischen Realität verantwortungsvoller bescheidener Menschen.

Wenn die offenbar völlig verantwortungslos gewordenen zeitlebens dreijährigen Selbstdarsteller der neoliberalen EInheitspartei SVPFDPCVPBDPGLPgrosseteilevonSPkleineteilevonGrünen nichts gegen den immer noch grösser werdenden globalen Wahnsinn tun und den Neoliberalismus und sich selbst für alternativlos halten, müssen halt wir, die verantwortungsvollen Mitglieder der Zivilgesellschaft, hin- und einstehen.
Thomas Binder, am 03. Mai 2018 um 07:25 Uhr
Persönlich meine ich, könnte die Geldschöpfung aus dem Nichts, wie denn sonst, per Gesetz, nur von Banken ohne die Rechtsnatur Aktiengesellschaft vorgenommen werden und die Eigengeschäfte wären auch verboten, sowie das Geld würde im Sinne des Geldes, kein Delkredererisiko tragen, es gäbe keine Vollgelddiskussion. Es gäbe nur eine Buchgeldart und die Gewinne verblieben in der Bank (Verrechnung mit faul gewordener Geldschöpfung), oder Die Liquidität- und Eigenmittelspiele der Fakultät Ökonomie wären obsolete. Die Ökonomen aus der fragwürdigsten Denklehre, konnten mit Hilfe der Judikative und Regierenden, die aktuellen Spielformen entwickeln. Ein Grund warum sie das Geldsystem nicht verstehen können resp. nicht verstehen dürfen.
Paolo Ermotti, am 03. Mai 2018 um 07:29 Uhr
Von den meisten, welche Vollgeld ablehnen, hört man keine anderen Lösungen, sie wollen einfach alles belassen wie es ist. Auch vom Parlament / Bundesrat existiert kein Gegenvorschlag.

@Hurni
"Warum würden Sie dann wie in der letzten Wirtschaftskrise bankrott gehen, wenn Sie das Geld ja einfach selber machen können."

Ganz einfach darum, weil die Banken aus dem Buchgeld welches sie selbst schöpfen keine Liquidität erzeugen können. (Ausnahme die Nationalbank) Wenn z.B eine Panik ausbricht und die Bank an alle Bankkunden gesetzliches Zahlungsmittel liefern muss ist irgendwann Schluss.
Vergleichbar mit dem Gärtner, der zuerst ein Samenkorn braucht um eine Pflanze zu bekommen, welche weitere Samen erzeugt, ist dieses Samenkorn weg wächst nichts mehr...

Vollgeld würde eben sämtliches Buchgeld zu gesetzlichem Zahlungsmittel machen. Die Nationalbank stellt ja auch alles Bargeld her, wieso soll sie nicht auch sämtliches Buchgeld herstellen können?
Edgar Huber, am 03. Mai 2018 um 07:50 Uhr
Ein oft gehörtes Argument gegen die Vollgeld-Initiative: Ein hochriskantes Experiment, dessen Ausgang nicht absehbar ist (oder ähnliche Formulierungen). Dass das jetzige globale Finanzsystem in dieser Form noch nie existiert hat und dementsprechend ein hochriskantes Experiment darstellt, darüber wird zu meinem Erstaunen nicht diskutiert.
Hans R. Jutzi, am 03. Mai 2018 um 09:46 Uhr
Herr Hurni 1 + 1 = 2 Stimmt's? Wie glauben Sie (nicht wissen) wie Geld geschöpft wird? Die Krisen können, wie ich schon mehrfach erklärt habe, vom System, erfunden von den Ökonomen aus der fragwürdigsten Denklehre, selbst initiiert werden. Sobald das Ausgleichschneeballsystem Bankgirokonten bei der Zentralbank gestoppt wird, beginnt der Dominoeffekt. Ein Schneeballsystem fällt in sich zusammen, weil die gegenseitigen Interbankkredite entwirrt werden müssen. Das too big to fail-Spiel beginnt. Natürlich wurde die Krise von lange Hand vorbereitet. Die Geldschöpfung aus dem Nichts für Hypotheken für Eigenheime, welche keinen adäquaten Wert besitzen, werden eben schnell faul! Auch bei uns wäre bei Kündigungen von Hypotheken mit gleichzeitigem Stopp der Interbankkredite, die gleiche Auswirkung zu erwarten.Mein Vorschlag, würde alle diese Krisenszenarien verunmöglichen
Paolo Ermotti, am 03. Mai 2018 um 18:56 Uhr
@Huber
Es ist niemals Schluss, es sei denn man will es! «Wenn z.B eine Panik ausbricht und die Bank an alle Bankkunden gesetzliches Zahlungsmittel liefern muss ist irgendwann Schluss». Die Geldschöpfung (Giralgeld) der Zentralbank mit den Geschäftsbanken mittels Eigengeschäften, ist Liquidität resp. Manövriermasse und entspricht ca. 10% der Geschäftsbanken - Kundenguthaben. Diese Volumen reicht immer aus um den bankübergreifenden Zahlungsverkehr abzudecken. Es braucht aber keine Liquidität, man kann auch die bankübergreifenden Zahlungen einfach auf den Bankkonten verbuchen (Schuldsalden hin oder her). Die Krisen sind immer gewollt. Das Schneeballsystem kann nur auf Knopfdruck zu Krisen führen. Solange die Ping Pong - Buchungen vorgenommen werden, also Schuldsalden von der Zentralbank akzeptiert werden (Sinn des Systems), kann keine Geldkrise entstehen!

Sie schreiben aber, weil Liquidität fehlt, kommt es zur Krise! Nur das Bargeld verlässt die Zentralbank! Das Ping Pong System sichert die Abwicklung.
Paolo Ermotti, am 03. Mai 2018 um 23:41 Uhr
Ein beherztes, überzeugtes JA zur Vollgeldinitiative!
Gino Brenni, am 04. Mai 2018 um 14:53 Uhr
@Ermotti. Wir sind uns ja wohl einig, dass Liquiditätskrisen keine Wirtschaftskrisen verursachen müssen, da Liquidität mit Überbrückungskrediten wie mit «Bad Banks» problemlos aus dem Hut gezaubert werden können.

Das Problem der Wirtschaftskrisen liegt in der Unausgeglichenheit der Zahlungsversprechen mit den entsprechenden realisierbaren Werten, im Prinzip also in der Unvernunft der Akteure im Kreditsystem.

Dieses Problem wird auch von einer Vollgeldinitiative nicht gelöst.
Josef Hunkeler, am 07. Mai 2018 um 09:22 Uhr
Aufgrund der schwerwiegenden Fehlleistungen von Bundesrat und -verwaltung betreffend die Vollgeld-Informationen im «Abstimmungsbüchlein» gibt es nun eine Petition. Sie fordert die Richtigstellung der gemachten Falschaussagen und verdrehten Tatsachen. Details dazu finden sich hier: https://www.vollgeld-initiative.ch/bundesrat/.

Link zur Petition:
https://act.campax.org/petitions/richtigstellung-der-fehlerhaften-aussagen-zur-vollgeld-initiative-im-abstimmungsbuchlein

Bitte unterschreiben und teilen!
Raphael P. Bünter, am 10. Mai 2018 um 22:47 Uhr
@Hunkeler Die Initianten der Vollgeldinitiative haben, so weit ich weiss, nie gesagt, dass durch Annahme der Initiative Kriesen verhindert werden. Der Unterschied liegt in der Deckung vom Geld und damit den Folgen auf die Bürger. Wenn eine Bank im Vollgeldsystem pleite geht, ist das Geld der Sparer nicht weg, sondern immer noch vorhanden. Die Banken führen die Konten der Sparer ausserhalb ihrer «Konkursmasse». Beim heutigen System ist das eben nicht der Fall, da ist das Geld futsch. Deshalb ist ein Bankrun so gefährlich für unser aktuelles System. Gesehen haben wir das in Grienchenland vor zehn Jahren, wo die Banken einfach geschlossen haben und den Geldbezug der Griechen limitiert haben. Die Folgen einer Kriese sind bei einem Vollgeldsystem dementsprechend deutlich «harmloser». Dazu kommt, dass sich der Staat für seine Finanzierung nicht mehr bei Geschäftsbanken verschulden muss. Auf Youtube finden Sie übrigens eine Vorlesung vom «Vollgeld Erfinder» Prof. Joseph Huber wo die Vorzüge sehr gut dargestellt werden. Lohnt sich dies anzuhören.
Stöckli Marc, am 15. Mai 2018 um 16:20 Uhr
Danke für diesen guten Beitrag zur Vollgeldinitiative.
Daniel Bertschi, am 16. Mai 2018 um 16:25 Uhr

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