Von «Scenario Planning» keine Ahnung...

Christian Müller © aw
Christian Müller / 08. Jan 2014 - Die SVP lanciert Initiativen, ohne ihre Folgen zu kennen. Die Fragen danach beantwortet sie mit Mutmassungen.

Klar, nicht jeder Schreiner, Garagist oder Treuhänder kann und muss wissen, was «Scenario Planning» ist. Meist genügt es, einmal im Jahr die Umsätze der eigenen Kunden in Prozent des gesamten Umsatzes anzuschauen, um Klumpenrisiken zu erkennen. Und dann zu überlegen: Was tue ich, wenn jener Kunde, mit dem ich mehr als 20 oder gar 30 Prozent meines Umsatzes mache, aus irgend einem Grund – unwichtig welcher – wegfällt?

Und zugegeben: Auch viele Unternehmer und Manager grösserer Firmen, mit 100 oder mehr Mitarbeitenden, wissen nicht, was «Scenario Planning» ist. Oft haben sie zwar so etwas wie ein «Worst Case Scenario» im Hinterkopf, das meist so aussieht: Was tun wir, wenn der Umsatz um 20 Prozent einbricht? Oder: Was tun wir, wenn der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Schweizerfranken auf unter 1.20 fällt? Auch dieses Vorgehen ist aber nicht wirklich professionell.

Echtes «Scenario Planning» umfasst auch das absolut Unerwartete und total Überraschende. Ein gutes Beispiel war das Zusammentreffen eines Erdbebens mit einem darauffolgenden Tsunami in Japan am 11. März 2011. Das «Scenario Planning» der Tepco hätte die Frage enthalten müssen: Welche Folgen kann ein Erdbeben der Stärke 10 mit nachfolgendem Tsunami für das Atomkraftwerk Fukushima haben und wie sorgen wir vor? (In diesem konkreten Fall gab es nichts dergleichen, man hatte schlicht ein Erdbeben in der Stärke 9 mit einem nachfolgenden Tsunami mit Wellen bis zu 15m Höhe nie in Erwägung gezogen.)

Kein «Scenario Planning» in der Politik

Und wie ist es in der Politik? Zum Beispiel jetzt, im Hinblick auf die Masseneinwanderungsinitiative oder die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien oder die Ecopop-Initiative?

Wird ein Initiant und/oder Befürworter einer dieser Initiativen danach gefragt, was passiert, wenn bei einer Annahme durch Volk und Stände die bestehenden Verträge mit der EU nicht eingehalten werden können und die EU von ihrem Recht Gebrauch macht, ihrerseits alle bilateralen Verträge mit der Schweiz zu kündigen, so ist die Antwort darauf immer dieselbe: Die Position der Schweiz sei nicht so schlecht; auch die EU habe ein Interesse daran, mit der Schweiz gute Beziehungen zu unterhalten. Sie werde von ihrem Recht, in diesem Fall alle Verträge zu kündigen, nicht Gebrauch machen.

Das ist, mit Verlaub, Zukunft-Lesen im Kaffeesatz! Oder, um eine bekannte Redensart zu bemühen: Glauben macht selig. Sich damit zu begnügen, ist die totale Verantwortungslosigkeit. Denn spätestens seit die USA entgegen allen Erwartungen beschlossen haben, auf die in der Schweiz gültigen Gesetze zu pfeifen und die in der Schweiz domizilierten Banken so zu behandeln, als wären sie allein den US-Gesetzen unterstellt, sollten wir wissen, dass auch Unvorhergesehenes, für uns bisher Undenkbares, ganz schnell eintreten kann.

Yves Rossier, Staatssekretär im Schweizer Aussendepartement EDA, sagte an einer öffentlichen Diskussion in Zürich am 28. November 2013, er vertraue auf die politische Reife der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Man müsse einfach wissen, dass die Nichteinhaltung oder die Kündigung eines Vertrages mit der EU einen – möglicherweise sehr hohen – Preis habe.

Dass die SVP von «Scenario Planning» keine Ahnung hat – aus Mangel an qualifizierten Fachleuten und aus Dummheit – oder keine Ahnung haben will – aus parteipolitisch-taktischen Überlegungen –, haben wir zur Kenntnis genommen. Noch hätten aber die Chefbeamten in Bern rechtzeitig vor dem 9. Februar die Gelegenheit, den einen Punkt im «Scenario Planning» offenzulegen: Was hat es für Folgen, wenn die EU einen Teilausstieg der Schweiz aus den Schengenverträgen zum Anlass nimmt, alle bilateralen Verträge zu kündigen?

Es wird ganz schnell gehen

Meine persönliche Prognose ist: Dann gehen unsere Politiker – die Blocher-Blöker inklusive – genauso auf die Knie wie jetzt gegenüber den USA. Und im Jahr 2017 sind wir Vollmitglied der EU. Aber statt anvisiert, vorbereitet und verhandelt: dannzumal gezwungenermassen, total überrumpelt und unverhandelt. Wie damals nach der Abstimmung über die Sommerzeit 1980, wie bei der Zulassung der 40-Tönner auf unseren Strassen 2001, wie beim Bankgeheimnis 2013.

Auch das ist eine Methode, wie man Politik machen kann.

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17 Meinungen

Der Bundesrat, nicht die SVP, hat kein Szenario!

Vollmitglied der EU können wir nur mit Ständemehr werden. Mehrheit ist 2017 nicht wahrscheinlicher als neue AKW. Dass USA auf unsere Gesetze pfeifen, macht wenig Eindruck. Hoffentlich bleiben wir beim Recht, nur Unrechtsstaaten pfeifen auf Gesetze. Sommerzeit ist legal, weil abermaliges Referendum in Betracht gezogen, aber nicht durchgeführt wurde. 40-Tönner bleiben Verstoss gegen Willen des Volkes. Bei Bankgeheimnis wäre mehr Sturheit möglich gewesen, aber politische Moral liess es nicht zu. Das ist wichtiger als Druck und Macht, die nur Verachtung verdienen. In dieser Hinsicht macht Kleinstaat Israel Eindruck, wiewohl derselbe auch Druck und Macht ausübt.

Annahme der als Mogelpackung umstrittenen Initiative bleibt zu befürchten, weil Gegenargumente zu oft auf Schwindel beruhen, z.B. betr. Gemüsearbeiter u. Spitalpersonal, die u.a. von Strahm angeprangerte Lüge betr. hauptsächliche Einwanderung v. Hochqualifizierten und die Leugnung des Irrtums von 2002 betr. Masseneinwanderung (man ging bei den Bilateralen von einem Saldo von 8000 statt 80 000 Personen aus). Bodenmanns propagierte Elfmillionenschweiz wäre auch ein Tsunami.

Als Gegenargument müsste man auf Zunahme der Schikanen beim Grenzübertritt verweisen, das wird auch den Konsumtouristen wehtun. Aufhören des Wachstums, gar Bevölkerungsrückgang, könnte Rezession bringen wie nach 1973, als 300 000 Gastarbeiter trotz Verwerfung v. Überfremdungsinitiative gehen mussten.
Pirmin Meier, am 08. Januar 2014 um 11:15 Uhr
Auch mit vermehrten neudeutschen Wörtern wie „Scenario Planning“ wird der Inhalt von Christian Müllers Botschaft nicht besser! Wie stand es denn mit der Beurteilung der Lage und bezüglichen Sofortmass-nahmen in den anderen Parteien? Wie verantwortungsvoll sind und waren eine Mindestlohninitiative und 1:12-Initiative der SP? Was würden diese bewirken und wo bleiben die heutigen glaubwürdigen Aktionen bezüglich mehr Lohngerechtigkeit? Pirmin Meier hält zu Recht fest, der Bundesrat hat kein Szenario, darum schiessen Volksinitiativen wie Pilze aus dem Boden! Der Souverän ist mit seiner Regierung unzufrieden. Diese Unzufriedenheit kann keiner Partei alleine angekreidet werden, wir sind alle mitschuldig, weil wir mehr Worte verlieren und keine Taten folgen lassen. Wie steht es denn mit dem „Scenario Planning“ einer glaubwürdigen Schweizerischen Sicherheitspolitik, Herr Christian Müller? Da geht um mehr als um Zukunft-Lesen im Kaffeesatz. Die SVP Initiative zeigt auf, dass die Probleme weiterhin ungelöst sind. Bei einem Ja werden keine Verträge gekündigt, sondern es wird vorerst verhandelt werden müssen! Die Schweiz ist der viertwichtigste Handelspartner der EU, die EU dürfte sich es gut überlegen, die Zitrone Schweiz bis aufs Letzte auszuquetschen, bei Verhandlungen gibt es immer Lösungen, es ist ein Geben und Nehmen unter Partnern, (noch) nicht unter Gegnern!
Beda Düggelin, am 08. Januar 2014 um 13:13 Uhr
Mit Verlaub, aber Christian Müller beschreibt Angstszenarien, die man nur so ausformulieren kann, wenn man davon ausgeht, dass es bereits keine eigenständige Schweiz mehr gibt (oder gar noch nie gegeben hat); dass die Entwicklung schon längst das Schicksal der Schweiz besiegelt hat, den unabwendbaren EU-Beitritt aktiv ansteuern zu müssen.

Auf der Ebene gleichberechtigter Partner jedoch sollte es möglich sein, Verträge den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Veränderungen anpassen zu können. Wenn die EU ob diesem Ansinnen jedoch gleich die Guillotine-Klausel anwenden und somit alle Bilateralen Verträge kündigen möchte, käme dies einer Nötigung gleich. Klar kann die EU ihre Macht des Stärkeren ausspielen und damit einmal mehr ihr wahres, arrogantes Gesicht zeigen. Ich glaube zwar nicht, dass sich die EU so despotisch verhält und über eine Milderung der problematischen Folgen der PFZ, von welchen ja auch einige Mitgliedsländer betroffen sind, nicht mal mit sich reden lassen möchte. Und falls das wider Erwarten dennoch der Fall sein sollte, so darf sich kein Rechtsstaat einfach die Macht des Stärkeren gefallen lassen. Das wäre eine verheerende Rückwärtsentwicklung für die Weltgemeinschaft und den Weltfrieden. Wenn wir also nicht zum Vasallen der EU werden wollen, müssten wir die Nachteile eines vertragslosen Zustandes eben bewusst in Kauf nehmen.

Aber ähnlich, wie Beda Düggelin meint, kann die EU kein Interesse daran haben, uns als Feind zu begegnen.
Albert Eisenring, am 08. Januar 2014 um 14:17 Uhr
@Beda Düggelin. Ohne griffige flankierende Massnahmen, die mit der bürokratieintensiven Kontingent-Lösung gleichzeitig zu treffen sind, wäre nach Strahm die Initiative auch im Fall einer Annahme nur Propagandasieg der SVP mit mutmasslich geringer Wirkung, weil die nächsten drei Jahre noch nichts passiert ausser ausgiebigen Notenwechseln zwischen der Schweiz und der EU, während vor Torschluss ev. noch mal 240 000 Leute hereinkommen, neu aus Rumänien u. Bulgarien. Das mit dem «Scenario Planning» hat Ruedi Lais wohl nicht ganz falsch gesehen.
@ Ruedi Lais. Auf Herrn B., der eher selten an Abstimmungen im NR teilnimmt, kommt es weniger an als auf diejenigen, die im Bundeshaus fleissiger auf elektronische Knöpfe drücken. Auch die 27 Prozent Blocherwähler entscheiden keine Abstimmung. Weil Sie, Herr Lais, als glaubwürdiger SP-Politiker in online-Foren regelmässig statt Schlagworte stimmige Fakten bringen, wäre eine Auseinandersetzungen von Ihnen mit Rudolf H. Strahm und den Tessiner Grünen, deren Ja-Parole dem Fass den Boden ausschlägt, hier überfällig. Und statt dem blocherähnlichen Horst Seehofer müssten Sie mal der Wiedergeburt von Rosa Luxemburg, Sarah Wagenknecht, schärfste Rednerin im deutschen Bundestag, eine Antwort geben, wenn sie den Zuzug ausländischer Lehrlinge als Unverschämtheit gegenüber den arbeitslosen Jung-Ossis brandmarkt. Die PdA Schweiz hat noch keine Silbe gegen die Initiative abgesondert, Jugendarbeitslosigkeit vor allem in VD/GE/NE ist derzeit Rekord.
Pirmin Meier, am 08. Januar 2014 um 14:35 Uhr
@Pirmin Meier. Da liegt ja eben der Hund begraben, alle reden von griffigen flankierenden Massnahmen, wären sie bereits in Anwendung, wir müssten nicht über die SVP-Initiative abstimmen, es gäbe sie gar nicht! Das Problem dürften nicht die Rumänen und Bulgaren sein, das Problem sind die cleveren Mitteleuropäer, welche ja clever sind und ihren Wohlstand in der Schweiz verbessern wollen. Auch insb. Deutschland nimmt zunehmend wahr, dass viele Gutqualifizierte abwandern und durch wenig qualifizierte Zuwanderer aus Osteuropa ersetzt werden. Die Bemerkung zu Sarah Wagenknecht ist interessant, aber unterstreicht nur, dass es überall zu brodeln beginnt. Wer ist die PdA? Ah ja natürlich, sie hat sich letztes Jahr für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen! Masshalten und weniger Jammern wäre angesagt. Unser wirtschaftlicher Vorsprung gegenüber der Durchschnitts-EU wächst und damit wachsen auch unsere Probleme! Diese Strategie hat ihren Preis, er ist bereits deutlich sichtbar. Und wem nützt dieses Wachstum, sicherlich nicht dem Durchschnittsschweizer, den wir alle sein wollen!
Beda Düggelin, am 08. Januar 2014 um 14:54 Uhr
Was Genossin Sarah Wagenknecht zum Vorschlag der Förderung der Heranziehung ausländischer Lehrlinge aus ärmeren Ländern der EU durch die Bundesregierung sagte:

«Der Vorschlag ist eine Ohrfeige für Hunderttausende junge Menschen, die in Deutschland leben und von denen viele nie eine Chance bekommen haben.» – Sarah Wagenknecht, gemäss Tages-Woche, 3. Jan. 2014.
Pirmin Meier, am 08. Januar 2014 um 22:58 Uhr
Guten Tag miteinander. Ich sehe es disputieren wie so oft viele an den Details der Oberfläche, was sicher auch wichtig ist. Aber was ebenso wichtig ist, das ist der Grund für all diese Szenarien. Den Grund finden Sie bei den Familien Rockefeller, Rothschild, Carnegie, Harriman, Morgan, Schiff und Warburg welche ca. 94% des Kapitals in den Händen halten, und sich den Globus in 4 Bereiche aufgeteilt haben. Und die Nationalen Differenzen und die Wirtschaftsflucht entsteht, wenn diese den Geldhahnen ein ganz klein wenig zudrehen und der Wirtschaft noch mehr Kapital entziehen. Denn die so erzeugte Not ist ganz in ihrem Sinne. Sie manipulieren uns in Konflikte, treiben Arbeitslose in unsere Wirtschaftszonen, indem sie anderorts schlechte Bedingungen schaffen, u.s.w. Sie spielen Monopoly mit uns, und keiner will es merken, ausser ansatzweise der neuen Papst. Wenn ganz Europa kooperierend das von den Banken gestohlene Geld durch europaweite Enteignung zurückholen würde, und die Banken verstaatlichen würde, hätten wir bald eine starke Schweiz in einem starken Europa. Putin, so umstritten er auch ist, konnte es auch machen mit dem Herrn den wir jetzt beherbergen, samt seinen Milliarden welche er noch verstecken konnte. Die Demokratie hat die Macht zu sein, und die Wirtschaft hat der Demokratie zu dienen, nicht umgekehrt.
Beatus Gubler, am 09. Januar 2014 um 03:30 Uhr
@Beatus Gubler. Ihre Blogbeiträge in Ehren, es gilt die freie Meinungsäusserung, allerdings sind Rundumschläge nicht sehr hilfreich. Ihre Bemerkung zur Konzentration des Kapitals mag zwar durchaus zutreffen, allerdings kann damit kein Blumentopf gewonnen werden! Wir sollten uns bemühen, die Welt zu verbessern, wo wir Einfluss haben und sollten keine realitätsfremden Gedankenspiele anstellen, auch nicht bei unseren Blogbeiträgen. Mit Ihrem Schlussatz bin ich völlig einverstanden, die Demokratie hat die Macht zu sein, und die Wirtschaft hat der Demokratie zu dienen. Sorgen wir dafür, dass wir uns auf unsere eigenen Stärken zurückbesinnen und das dies zumindest in unserem Land so bleibt, denn hier kann immerhin ein jeder von uns seinen Beitrag leisten!
Beda Düggelin, am 09. Januar 2014 um 07:49 Uhr
Dass Politiker ungenügendes Fachwissen haben, durch Experten ersetzt werden sollten, ist Thema der Demokratiekritik von Platon, dargestellt in «Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bd. 1» von Karl Popper. Die Kritik der besser Informierten an der Demokratie ist uralt, wird von Friedrich Engels 1872 in der Schrift «Von der Autorität» aufgenommen sowie in dessen Verhöhnung der Schweizer Demokratie wiederholt.

Popper, dessen Grundlagenwerk «Logik der Forschung» jeder Klimaforscher, der Prognosen machen will, lesen müsste (weil ihm sonst die erkenntnistheoretischen Grundlagen fehlen), ausgerechnet der superkluge Popper wurde paradoxerweise zum Verteidiger der «Demokratie der Dummen", ein Ausdruck von John Stuart Mill.

Diese Demokraten seien hochkompetent in dem, was sie nicht einsehen wollen. Oft gehe ihnen die Einsicht in den langfristigen Nutzen eines Krieges ab u. auch die Einsicht in die Opfer, die man zum Beispiel für den Sozialismus (oder für eine christliche Gesellschaft oder 2000-Watt-Gesellschaft) oder einen 5-Jahresplan bringen muss.

Heute hat der dümmere Teil der Schweizer Bevölkerung Probleme damit, die geniale Vision der klügeren zu begreifen, für 11 bis 15 Millionen Schweizbewohner der Zukunft müsse man nur richtig verdichtet bauen, natürlich mit erneuerbaren Energien, dann komme alles gut. Im Märchen wollte der dumme Bruder, zurückgezogen auf einen Baum, partout nicht einsehen, warum die klugen Brüder einen dieselben dann auffressenden Löwen schufen.
Pirmin Meier, am 09. Januar 2014 um 18:23 Uhr
Danke Herr Pirmin Meier, das gefällt mir sehr was sie da schreiben. Popper hat mich auch sehr beeindruckt. Was Beda Düggelin schreibt, ist auch nicht ohne, tun wir dort was, wo wir was tun können. Dennoch sollten wir den Urgrund der Misere nicht aus den Augen verlieren, so unangenehm dieses ständige rezitieren des altbekannten auch sein mag. Denn nur wenn wir die Ursache im Auge behalten, werden sich mit der Zeit auch kreative und Intuitive Möglichkeiten eröffnen, die Schlange am Kopf zu erwischen.
Beatus Gubler, am 10. Januar 2014 um 13:16 Uhr
Das Kaninchen duckt sich vor der Schlange, … so tönt mein Fazit nach dem lesen obigen Artikels, es trieft nur so vor „Angst“.
Aber warum denn Herr Müller, wer sind wir denn dass wir derart den Kopf einziehen müssen vor dem Brüsseler Moloch ?
Nach Selbstbewusstsein klingt das nicht, denn so wie es bei ihnen tönt, haben wir absolut keine alternative, wir sind auf ewig „gefangene“ !

Wenn wir uns in der Presse, schon im Vorfeld, so demütig und ängstlich geben, was für ein Eindruck erwecken wir denn ?
Bei mir herrscht nur kopfschütteln.

Warum reisen wir nicht SCHON JETZT nach Brüssel und informieren dort über unsere aktuellen Probleme, erörtern die Risiken einer „Rebellion“ unseres Souveräns und ersuchen nach Mitarbeit für eine Lösung.
Das übel ist doch bestimmt bis zu den EU Ohren durchgedrungen. Die haben bestimmt kein Interesse daran dass die Schweiz unter eine zu starke Einwanderung kaputt geht.
Das einbinden der EU, das erörtern des Konfliktes vor Ort kann doch auch zur Milderung der Verärgerung und zu mehr Verständnis führen …
Und Zeit hätten wir auch dazu, laut Initiative 3 Jahre für die Umsetzung !
Frau Carmey Bruderer, am 18. Januar 2014 um 18:31 Uhr
@C. Bruderer. Ihr Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist zudem zu bedenken, dass alleine das Land Baden-Württemberg in Deutschland mit 10 Mio. Einwohnern eine gleich hohe Handelsbeziehung wie ganz Frankreich oder Italien mit der Schweiz aufrecht erhält. Der Anteil dieses Bundeslandes beträgt mehr als 30 % des Gesamtexport/-imports Deutschlands! Aus diesem Grunde würde der EU-Primus Deutschland kaum einer Kündigung der Personenfreizügigkeit seitens der EU zustimmen, zudem verschlechtert sich die Einwanderungsbilanz in Deutschland zusehends, zuviele Einwanderer auch in Deutschland! Deutschland wird in den nächsten drei Jahren bei einer Annahme der SVP-Initiative noch bedeutend mehr Verständnis für die Schweiz aufbringen, als dies schon heute der Fall ist. Weder Griechenland noch Malta oder andere Hinterbänkler der EU dürften das Zünglein für eine Kündigung seitens der EU darstellen, da ist doch die Angstmacherei vor der SVP-Initiative reine Polemik!
Beda Düggelin, am 18. Januar 2014 um 18:45 Uhr
Ich stelle jetzt mal ein paar Gedanken in den Raum, welche für viele als verboten gelten. Svp hin oder her. Ich denke, es braucht eine Regulierung, wie hoch der Bevölkerungsanteil an Gastarbeiter/innen, und bleibenden Zuwandern ist. So dass eine sinnvolle Integration der Zugewanderten, ob temporär oder dauerhaft, gewährleistet werden kann. Dass die Svp die Arbeit, das erstellen von Plan B und Plan C, falls uns die EU wegen einer Regulierung auf den Kopf steigt, diese Probleme dann anderen überlässt, wäre ja nicht das erste mal. Doch dies sehe ich nicht nur als Nachteil. Weitsichtig gesehen, könnten wir vielleicht eines Tages noch froh sein, dass wir nicht all zu sehr mit der EU einhergehen. Denn diese braucht uns, und unsere Fähigkeiten, die Gefahr dass die EU mit ihrem fragwürdigen Finanzgebaren uns schluckt wie ein Hai seine Beute, wäre somit auch etwas geringer. So, jetzt können alle die «Spezialisten» wieder mal über meine Worte herfallen, die meisten von ihnen haben ja keine Fronterfahrung, sind nicht in der Arbeiterklasse aufgewachsen. Die kommende Geschichte wird uns lehren, wieviel Gewicht meine Worte haben. Warten wir es ab. Mit besten Grüssen Beatus Gubler, Sozialarbeiter, Projekte www.streetwork.ch Basel
Beatus Gubler, am 19. Januar 2014 um 19:32 Uhr
@ B. Düggelin ... Genau, sie sagen es, und ich füge noch hinzu, dass wir, als einziges Land mitten in Europa welches ((noch) die eigene Geschicke selbst in die Hand nehmen darf & kann, die „Nase-im-Wind“ haben und gefährliche Trends eher aufspüren als andere zentralistisch geführte Staaten deren Bürger zuerst auf die Strasse gehen müssen um sich überhaupt Gehör zu verschaffen … und dies meist noch ohne Erfolg …

Daher sage ich, „unsere Stube gehört uns“, wir bestimmen wer in unser Wohnzimmer eintreten darf oder nicht, nicht die anderen ! Eine überfüllte Wohnung hat schlechte Luft und ist ein ungesundes Milieu.
Ich frage mich sowieso wo unsere Grüne stecken … die sonst immer nach frischer Luft ringen …

Am ehesten sollte die EU Angst bekommen wenn zahlungskräftige Länder wie Deutschland (und die Schweiz) dem „fehlkonstrukt“ eine absage erteilen würden. Was wäre dann „Europa der 27“ noch wert ohne die BRD ?

Leider erweisen sich momentan unsere Vertreter in Bern schwach und Rückgratlos, wir können nur noch auf späte Einsicht hoffen …nach der Abstimmung !
Frau Carmey Bruderer, am 20. Januar 2014 um 00:03 Uhr
Dem Satz unsere Stube gehört uns, kann ich mich anschliessen. Wenn ich schon nur die Lügerei sehe welche in der EU vonstatten geht. Und was den Plan B und C betrifft, falls die EU uns wegen dieser Abstimmung auf das Dach steigen will, so kann ich nur sagen, es gab noch keinen Schlachtplan welcher die erste Stunde überlebte. Das ist zwar nicht immer so, aber oft. Die Schweizer Stärke liegt in ihrer Flexibilität und der Fähigkeit sich schnell an neue Situationen anpassen zu können, was man von der opulenten EU gar nicht behaupten kann. Schaut man sich die Vorträge von Andreas Popp an, dann denke ich, wir haben schon genug Probleme zu lösen ohne EU. Und die EU war bis jetzt nicht gerade besonders hilfreich. Eine sinnvolle Regulierung der Zuwanderung mag für grosse opulente Nationen weniger wichtig sein, für uns kleine Nation schon. Dem Grosskonzern «EU» geht es ohnehin mehrheitlich nur ums eigene Geschäft.
Beatus Gubler, am 21. Januar 2014 um 04:38 Uhr
@Beatus Gubler. Gratuliere, mit Ihrem letzten Beitrag haben Sie einen Volltreffer gelandet und direkt ins Schwarze gezielt. Früher hiess es einmal: Der Kandidat hat 100 Punkte!
Beda Düggelin, am 21. Januar 2014 um 08:03 Uhr
@Beda Düggelin, Oooh Danke, auch mal gut, nicht immer anzuecken. Und ich muss meinen eigenen Freunden von der Sp leider sagen, hätten sie dieses heisse Eisen rechtzeitig angefasst, was ich mir gewünscht hätte, wäre der Verdruss jetzt nicht so gross, dass es die Svp macht.
Beatus Gubler, am 21. Januar 2014 um 20:26 Uhr

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