Hakenkreuze und H8B8TH-Shirts sind in der Ukraine keine Ausnahme © Sharij
Headline der israelischen Tageszeitung «Haaretz» am 18. Juni 2019 © Haaretz
Plakat der Konzerthalle Bingo in Kiev © Bingo
Logo der Neo-Nazi-Band «Sokyra Peruna» © SP
Der ukrainische Ministerpräsident Oleksij Hontscharuk am Neo-Nazi-Konzert © Sharij

Ukraine: Neuer Ministerpräsident heisst Neo-Nazis willkommen

Christian Müller / 15. Okt 2019 - Oleksij Hontscharuk, der neue Premier der Ukraine, scheut sich nicht, an Neo-Nazi-Veranstaltungen zu gehen. Aber Europa schaut weg.

Als im Juni dieses Jahres die US-amerikanische Neo-Nazi-Rockband «Blue Eyed Devils» in der ukrainischen Hauptstadt Kiev auftrat und über tausend Leute in ihren Bann zog, war es immerhin die israelische Tageszeitung «Haaretz», die darauf aufmerksam machte und die Welt zu warnen wagte: «The Upcoming neo-Nazi Concert in Ukraine That No One Is Talking About» – «Das bevorstehende Neo-Nazi-Konzert in der Ukraine, über das niemand spricht».

Für Europa war das kein Thema. Die Neo-Nazi-Szene in der Ukraine wird in den westlichen Medien entweder totgeschwiegen oder deren Erwähnung als Übertreibung der russischen Propaganda abgetan.

Aber die Warnung der «Haaretz» war nicht aus der Luft gegriffen. Jetzt fand in der selben Konzerthalle «Bingo» in Kiev ein Konzert der ukrainischen Neo-Nazi-Band «Sokyra Peruna» statt.

Ein Plakat der Kiever Konzerthalle Bingo. Links der Schriftzug der US-amerikanischen Neo-Nazi-Band «Blue Eyed Devils», rechts der Schriftzug der ukrainischen Neo-Nazi-Band «Sokyra Peruna». Man beachte ganz unten die Werbung für svastone.com, eine Firma für Kleidung für die Neo-Nazi-Szene (In den slawischen Sprachen heisst das «Hakenkreuz» Svastyka.

Auch das Logo von ««Sokyra Peruna»» ist ja ziemlich eindeutig:

Was nun allerdings das absolut Unglaubliche ist: Am Konzert der ukrainischen Neo-Nazi-Band «Sokyra Peruna» hat auch der neue ukrainische Ministerpräsident Oleksij Hontscharuk teilgenommen – und nicht etwa nur als stiller Zuhörer. Er ist auf die Bühne getreten und hat das Publikum willkommen geheissen!

Der neue ukrainische Ministerpräsident Oleksij Hontscharuk heisst am Neo-Nazi-Konzert im «Bingo» in Kiev das Publikum willkommen.

Es ist nicht das russische Fernsehen, das diesen fürchterlichen Auftritt entdeckt hat. Es ist Anatolij Sharij, ein Ukrainer, der sein Heimatland aus dem westeuropäischen Exil beobachtet. Siehe sein Video über das Konzert und den Auftritt des neuen Ministerpräsidenten ab Minute 1.00.

Es verschlägt einem die Sprache. Und Europa schaut einfach weg. Und wenn Russland das tatsächlich wieder thematisiert – siehe hier – , wird es wieder heissen: Ist alles halb so schlimm. Ist einfach russische Propaganda.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Siehe auch

  • «Die Ukraine verschweigt eigene Holocaust-Beteiligung» auf Infosperber.

  • Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

    Zum Autor. Es gibt keine Interessenkollisionen.

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    5 Meinungen

    Neonazis (oder Saddam Hussein, mit dem die USA lange Jahre glänzend kooperierten/komplizten)? Die waren schon vor dem US-Putsch in der Ukraine gehätschelt (Steinmeier, damals als deutscher Aussenminister aus meiner Sicht einer der Hauptschuldigen, heute als Bundespräsident Neonazis aufs alleräussersteschärfste verurteilend in Halle), inklusive als der Nazi-Mob das Gewerkschaftshaus in Odessa stürmte mordend, und inzwischen natürlich noch viel intimer, weil die USA mehr als 5 Jahre nun schon sich frei konsolidieren-konstituieren dort.
    Meine Meinung: Deutschland nimmt mit der Unterstützung der faktischen US-Besetzung der Ukraine und der Raketenstationierung/Aufmarsches nahe Moskaus und vor den Toren Leningrads (St. Peterburgs), zumal bei heutiger Waffentechnologie (!) eine Blutschuld auf sich (im 2WK starben mehrfach mehr Russen durch den Angriffskrieg des Westens, Hitler US-finanziert, als im Vergleich Juden), die Europa, als Fluch der bösen Tat (dass man dem Opfer Russland die US-Pest vor die Nase geleitet), den Untergang bringen dürfte durch die USA, die zu Zeiten des Genozids an den Native Americans bereits beschlossen, ihr «ultimatives/terminales Geschäftsmodell» auf den ganzen Planeten auszudehnen (damals personell noch nicht ganz möglich, heute technologisch schon). Leider hat das Immunsystem der Restwelt dagegen versagt.
    Wolfgang Reuss, am 15. Oktober 2019 um 13:16 Uhr
    Schon die NATO-Aggression gegen Jugoslawien bestand ja grossteils darin, dass die USA und Deutschland besorgt waren, ihnen nahestehenden Verlierern des II.-Weltkrieges – Ustascha-Kroaten, Handschar-Bosnier, Skanderberg-Kosovaren - 50 Jahre später doch noch zum Sieg zu verhelfen (für die Russland zugewandten, nazifeindlichen Serben sieht es demzufolge gerade umgekehrt aus). Die Ukraine-Nazi-Diaspora in Kanada oder USA ist ebenfalls sehr umtriebig und fällt, jedenfalls für einigermassen Informierte, dementsprechend unangenehm auf…
    Kaspar Trümpy, am 15. Oktober 2019 um 23:51 Uhr
    Wohl ein alter Hut, dass im ukrainischen Parlament Nazis sitzen. Die SS Galizien wurde nie offiziell aufgelöst, deren genozidale Handlungen während des 2ten Weltkriegs nie geahndet und Stepan Bandera wurde gar zum Nationalhelden stilisiert. Wurde 2013/14 alles im Nachgang der durch Soros «inszenierten» Maidan Farbrevolution auf breiter Front in den Geopolitik-Portalen analysiert (vgl. u.a. https://www.globalresearch.ca/ukraines-neo-nazis-stepan-bandera-and-the-legacy-of-world-war-ii/5373773; https://www.voltairenet.org/article189895.html; https://foreignpolicy.com/2019/01/22/black-is-the-new-orange/)
    Raphael P. Bünter, am 16. Oktober 2019 um 23:29 Uhr
    siehe Die Einzige Weltmacht des strategischen Beraters von 6 US Präsidenten

    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft

    "Die Ukraine, Aserbaidschan, Südkorea, die Türkei und der Iran stellen geopolitische Dreh- und Angelpunkte von entscheidender Bedeutung dar.
    .
    ,
    Die Ukraine hat eine besondere Bedeutung im Spiel der Kräfte, trägt sie doch nach Brzezinski „durch ihre bloße Existenz“ zur Umwandlung Russlands bei.

    „Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit den aufbegehrenden Staaten Zentralasiens hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“"


    Welche Rolle hat die EU ?

    "„Der gesamte (eurasische) Kontinent ist von amerikanischen Vasallen und tributpflichtigen Staaten übersät, von denen einige allzu gern noch fester an Washington gebunden wären.“ (S. 41) «
    Dieter Gabriel, am 24. Oktober 2019 um 21:43 Uhr
    Wie es aussieht, kämpfen auch Schweizer beim Asow-Bataillon:

    http://blauerbote.com/2019/11/02/nazi-freiwillige-toeten-untermenschen/
    Bernhard Ramp, am 03. November 2019 um 17:17 Uhr

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