Strassenumbenennung in Kiew: aus der General Vatutina Avenue wird die Avenue Schuchewytsch © Here
Kiew nach der Befreiung 1943 © Common
Schuchewytsch (und) Bandera, unsere Helden © gk

So schreibt die Ukraine ihre eigene Geschichte um

Christian Müller / 02. Jul 2017 - Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat eben eine ihrer wichtigsten Strassen umbenannt: auf den Namen eines Nazi-Kollaborateurs.

70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg können wir uns gar nicht mehr vorstellen, was damals in vielen Städten Europas, zum Beispiel in den grossen Städten im Osten, abgelaufen ist. Was etwa Kiew, damals die Hauptstadt der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, nach dem Einfall der deutschen Wehrmacht über sich ergehen lassen musste, ist absolut grauenvoll. Ein paar Zahlen dazu, die dortigen Juden betreffend: «Vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion zählte die Stadt Kiew 350'000 Juden, von denen die meisten rechtzeitig vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht fliehen konnten, so dass beim Einmarsch im September 1941 nur noch 30 Prozent der Juden in der Stadt (ca. 100'000) lebten. Während der deutschen Okkupation im Deutsch-Sowjetischen Krieg, vom 19. September 1941 bis zum 6. November 1943, wurden von den deutschen Besatzern 120'000 bis 160'000 sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten (vor allem Juden) in Kiew ermordet. Mehr als 33'000 Juden fielen allein dem Massaker in Babin Jar bei Kiew am 29. und 30. September 1941 zum Opfer. 1942 wurde am Nordrand der Stadt das Konzentrationslager Syrez errichtet.»

Kiew nach der Befreiung 1943

Wundert es da, wenn Kiew später eine seiner wichtigsten Strassen – ein Boulevard, wie die Franzosen es nennen würden – nach dem General Nikolai Fjodorowitsch Watutin benannte, jenem General der Sowjetarmee, der in der Abwehr und schliesslichen Vertreibung der deutschen Wehrmacht, auch aus Kiew, eine massgebende Rolle spielte? Und dass Kiew sogar noch im Jahr 2001, zehn Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine, ein ganzes Wohnviertel nach diesem General benannte?

Sic transit gloria mundi – so schnell ändert sich die Welt

Am 30. Juni 1907, genau vor 110 Jahren, wurde er geboren: Roman Schuchewytsch. Ein ukrainischer Ultranationalist – und vor allem ein Kämpfer, zu dessen täglichem Handwerk Mord und Totschlag gehörten. Aktenkundig ist, dass er im Zweiten Weltkrieg auch mit Nazi-Deutschland eng zusammenarbeitete. Zum Beispiel als Kommandant des Bataillons Nachtigall. Gegen Russland, natürlich. In der Ukraine ist Roman Schuchewytsch heute ein bekannter, ja verehrter Mann.

Würden wir in West- und Mitteleuropa alle, die schon mal mit Waffengewalt gegen Russland gekämpft haben, achten oder gar verehren: darunter wären an erster Stelle Hitler und Hunderte andere Faschisten. In der Ukraine aber – in der heutigen Ukraine, notabene – genügt das, sogar ein Nationalheld zu werden. Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch gehören zu dieser Gruppe. Beide haben rebelliert und im grossen Stil gemordet, beide haben mit den Nazis zusammengearbeitet, und beide werden heute – im westlichen Teil der Ukraine – als Nationalhelden verehrt. Aus einem einfachen Grund: Sie waren ukrainische Nationalisten und haben – zu gewissen Zeiten – auch gegen die damalige Sowjetunion gekämpft. Nicht nur als Einzelkämpfer, auch als Kommandanten von grossen Untergrund-Organisationen. Das Ziel dieser nationalistischen Organisationen damals war, in der Ukraine alle Nicht-Ukrainer, also insbesondere die Juden, die Russen und die Polen, zu vertreiben oder umzubringen.

Jetzt, aus Anlass des 110. Geburtstages von Roman Schuchewytsch am 30. Juni, hat das Kiewer Stadtparlament – ohne Gegenstimme! – beschlossen, die Avenue General Watutin («Henerala Watutina prospekt») in Avenue Schuchewytsch umzubenennen. Ein Nazi-Kollaborateur übelster Sorte wird zum ukrainischen Nationalheld und erhält als unübersehbares Denkmal eine nach ihm benannte Avenue inmitten der Hauptstadt der Ukraine!

Und was meinen die Nachbarländer?

Natürlich war diese Strassen-Umbenennung schon eine Stunde später ein Thema im russischen Fernsehen. Gemäss den dort verbreiteten Informationen soll – auch nicht erstaunlich – wenigstens Israel gegen diese neue Ehre von Roman Schuchewytsch zwischenzeitlich protestiert haben.

Aber was sagt man in Europa? Etwa in Polen, nachdem Tausende von Polen von Schuchewytsch und seinen Schergen im Zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach ermordet wurden?

Die EU verschliesst einmal mehr die Augen. Auch die grossen Medien schweigen. Die Ukraine kann noch so viele Faschisten haben, noch so viele Ultranationalisten und Kriegsverbrecher als Helden verehren: ist alles egal. Hauptsache, die Ukraine ist mit Russland verfeindet und ein willkommener Kandidat für die Nato.

Missbrauchte Geschichte

Die Geschichte wird gegenwärtig an mehreren Orten auf der Welt, nicht zuletzt in der Ukraine, neu geschrieben. Nicht mit dem wissenschaftlichen Ziel höherer Objektivität, im Gegenteil: mit dem Ziel, die umgeschriebene Geschichte für politische Zwecke – meist im Sinne von brandgefährlichem Nationalismus – propagandistisch zu missbrauchen.

Zu deutsch: Schuchewytsch, Bandera, unsere Helden!

Es gilt, aus einiger Distanz, diese Entwicklungen genau zu beobachten.

* * * * *

PS: Auf Facebook meldet ein Konstantin Fedorow, gemäss Wikipedia sei die Umbenennung von einem Verwaltungsgericht gestoppt worden. Diese Meldung ist überholt. Wikipedia hat keinen täglichen Aktualisierungsdienst. Die ukrainischen Medien bestätigen den definitiven Beschluss am 30. Juni.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

Weiterführende Informationen

Hier gedeiht Nationalismus besonders gut (auf Infosperber)
Europa – von aussen gesehen (auf Infosperber)
Die sieben wichtigsten Fehler in der Ukraine-Krise (auf Infosperber)
Schweiz zahlt der korrupten Ukraine 100 Millionen (auf Infosperber)
Zum Infosperber-Dossier "Die Ukraine zwischen Ost und West"

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25 Meinungen

Dieser Artikel strotzt von unbewiesenen Behauptungen. Bei Wikipedia steht korrekt: «Nach Angaben einiger Historiker soll er sich im Sommer 1941 an Massakern gegen polnische und jüdische Zivilisten in Lemberg beteiligt haben, dies ist jedoch nicht belegt», und so was wünsche ich mir auch von Infosperger. Einfach Behauptungen Putinscher Trolle zu kopieren, ist kein seriöser Journalismus.

Was dann der Seitenhieb gegen «die EU» soll: «Die EU verschliesst einmal mehr die Augen». Einmal was? Wo genau sind «die Augen der EU"? Das ist Geschwurbel! Das verdient ein kräftiges Pfui!
Thomas Fehlmann, am 02. Juli 2017 um 13:09 Uhr
der Wikipedia Eintrag sagt auch, dass er juden geholfen hat zu flüchten, während er für die nazis arbeitete oder kämpfte...
ich kann zu dieser Person wirklich nichts beurteilen. Wikipedia sagt, seine Geschichte ist umstritten, Wikipedia selbst ist manchmal umstritten...von infosperber erwarte erwarte ich auch mehr.
von wo kommt die sehr einseitige Meinung des Autors?
copy paste? persönlich involviert? Lobbyist? oder einfach lausiger Journalist?

@Fehlmann, @Baur Danke für die freundlichen Komplimente. Dass man in der eigenen Familie Leute hat, die perfekt Russisch sprechen und also auch die ukrainischen Nachrichten verfolgen können, ist halt nicht alltäglich. Dass man selber mehrmals in der Ukraine war und dort viele Leute kennt – notabene auf allen (politischen) Seiten – ist halt nicht alltäglich. Dass man nicht nur zwanzigmal in den USA war und dort jede Menge persönliche Freunde und Bekannte hat, sondern auch mehrmals in Russland war und auch dort Freunde und Bekannte hat, ist halt auch nicht alltäglich. Dass man als promovierter Historiker auch wissenschaftliche Studien liest, die den Weg nicht in die Tageszeitungen finden, ist halt nicht alltäglich. Also ist die Schlussfolgerung einfach: Wer sowas schreibt, ist – ich zitiere – «ein lausiger Journalist». Ich bin einverstanden: Jeder darf seine eigene Meinung haben. Wenn aber einer etwas schreibt, das vielleicht unerwartet oder gar überraschend ist, von der Information der Massenmedien etwas abweicht, muss das nicht heissen, dass es sich um einen Lobbyisten oder um einen "lausigen Journalisten" handelt. Reisen doch Sie selbst einmal in die Ukraine, reden doch einmal Sie selbst mit Ukrainern! Die Recherche vor Ort, der persönliche Kontakt, das Gespräch mit Leuten in Kiew, in Odessa oder auch in Jalta auf der Krim, mit Politikern, mit Leuten aus dem Business, mit Intellektuellen: was wäre glaubwürdiger?
Mit freundlichem Gruss, Christian Müller
Rene Baur, am 02. Juli 2017 um 22:28 Uhr
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

kann man diesen Standard Vermerk auf infosperber wirklich vertrauen? das persönliche Gedankengut muss nie und nimmer mit sachlicher Objektivität übereinstimmen.
ich hätte wirklich mal gerne eine Stellungnahme, was die Kriterien für diesen Vermerk sind.
ich mein, ein Umwelt Aktivist( oder einfach ein Journalist mit grünen Gedankengut) schreibt ein Artikel über eine giftfirma und hat keinen bezug dazu?
einfach als Beispiel, um die augenklappen wegzunehmen.

@ Baur: Auch darauf gibt es eine Antwort. In dieser Rubrik geben wir Autoren von Infosperber an, welche persönlichen Interessenbindungen wir haben. Konkret: Hätte ich eine Firma in der Ukraine, hätte ich ein Mandat einer ukrainischen Universität, wäre ich sonst wie von ukrainischer, US-amerikanischer oder russischer Seite bezahlt, müsste und würde ich das in dieser Rubrik angeben. Wenn Sie sich für mich als Person interessieren, finden Sie alles sowohl auf Wikipedia als auch auf www.commwork.ch, bis und mit dem Geburtstag meiner Ehefrau. Oder müssen Sie auch noch wissen, ob meine Unterhosen XL oder XXL sind? – Mit freundlichem Gruss, Christian Müller
Rene Baur, am 02. Juli 2017 um 22:41 Uhr
sorry Herr Müller

aber Interessen müssen nicht zwangsläufig bezahlt werden.
hier auf infospeber liest man immer wieder, dass der Journalismus am Boden ist. das wird durch Artikel kultiviert, welche umstritten sind, und dann einseitig geschrieben wurden.
ich habe ehrlich gesagt kein Interesse die ganze Lebensgeschichte von Journalisten nachzulesen, wenn sie sagen, dass sie keine Interessen zum Thema haben.

ich sage nur, dass dieser Artikel schlecht ist und auf persönlicher Meinung basiert. wenn sie aus dieser kontroverse rauskommen wollen, müssen sie schlicht Fakten liefern.
ich finde infosperber gut. ich will auch nicht rumzicken, aber man kann nicht Apfel sagen und Birnen pflanzen.
sie können mich auch privat anschreiben und wenn sie mich überzeugen, kann ich meine kritische Worte ergänzen.
Rene Baur, am 03. Juli 2017 um 00:18 Uhr
ich sage jedem the roots machen gute Musik.
ich bekomme kein stutz dafür.
habe ich jetzt persönliche Interessen oder nicht?

sehen sie, wo das Problem in dieser Diskussion liegt?
sie schreiben Meinungen und nicht Informationen...
Rene Baur, am 03. Juli 2017 um 00:31 Uhr
Guten Tag Herr Müller,

ich finde den Artikel in Ordnung. Er passt ins Bild, was seit einiger Zeit in Ukraine abläuft (dazu sei auf andere Quellen verwiesen als Wikipedia, denn vertrauen kann man dieser Plattform nicht bedingungslos). Gedacht: was bloss treibt wohl die Kritiker dieses Artikels um, dass sie gleich den Schreiber so persönlich angreifen müssen?
Guido Besmer, am 03. Juli 2017 um 06:42 Uhr
Ich verstehe die Aufregung nicht. Die Umbenennung einer Strasse ist ja leicht objektiv zu verifizieren und lässt nur wenig Raum für Fake-News.

Dass Schuchewytsch eine umstrittene Figur war, geht sogar aus dem zitierten Wikipedia-Artikel recht gut hervor: Sowohl in Polen, als auch im Osten der Ukraine gilt er als Nazi-Kollaborateur und nicht als Held.

Somit kann man, ohne sich des Putinverstehertums verdächtig zu machen, doch ohne Weiteres feststellen: Es zeugt nicht gerade von politischem Fingerspitzengefühl und schon gar nicht vom Willen, den innerukrainischen Konflikt zu dämpfen, wenn man eine wichtige Verkehrsachse just nach einem Menschen benennt, der in einem Teil des Landes als Held verehrt, in einem anderen Teil aber als Nazi und Schlächter gehasst wird.

Zumindest politische Dummheit und/oder Skrupellosigkeit muss sich Kiew also schon vorhalten lassen. Und dass diese Geschichte trotz ihres Konflikt-Sprengstoffs in den meisten Qualitätsmedien keine Erwähnung fand, lässt sich ebenfalls unschwer und fake-news-frei durch simples Lesen bestätigen.

Einmal mehr Danke an Infosperber.
Stefan Werner, am 03. Juli 2017 um 06:46 Uhr
Interesanter sind doch die Hintergründe, wie die aktuelle Situation in der Ukraine entstanden ist.
Da ich seit den 80er privat und dienstlich in Osteuropa unterwegs bin und ein Teil meiner Verwandschaft in der Ukraine wohnt, bekomme ich ziemlich viel mit.
Mein langjähriger Eindruck, wurde durch meine aktuellen Kletterkumpels aus der Ukraine und Russland bestätigt. Ein großer Teil der Ukrainer hat keine Probleme mit Russen und umgekehrt.
In der Westukraine die zum Teil zu Österreich und zum Teil zu Polen gehörte sieht das Bild ganz anders aus.
Besonders Polen ist sehr stark vom Antirussenhass geprägt.
Das gilt auch für den langjährigen Sicherheitsberater der «Demokraten» Zbigniew Brzezinski.
Brzezinski empfielt die Partner Russlands zu destabilisieren. Konkret nannte er Ukraine, Syrien und Libyen.

Interessant aus dieser Sicht sind auch seine Bücher, «The Grand Chessboard» ( Die einzige Weltmacht ) und «Second Chance».
Dieter Gabriel, am 03. Juli 2017 um 21:29 Uhr
Zu «Die Einzige Weltmacht"

"Ende des 20. Jahrhunderts hat sich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die einzige noch verbliebene Supermacht sind: Keine andere Nation besitzt eine vergleichbare militärische und ökonomische Macht oder verfolgt Interessen, die den ganzen Globus umfassen. Doch die entscheidende Frage in Bezug auf Amerika bleibt unbeantwortet: Welche globale Strategie sollten die USA verfolgen, um ihre Vormachtstellung in der Welt zu bewahren? Zbigniew Brzezinski geht in seinem enthüllenden Buch dieser Frage offensiv nach. In Die einzige Weltmacht präsentiert er seine geostrategische Vision der amerikanischen Vorrangstellung im 21. Jahrhundert.

Von zentraler Bedeutung ist bei seiner Analyse die Machtausübung auf dem eurasischen Kontinent, Heimat des größten Teils der Weltbevölkerung, der bedeutendsten Bodenschätze und Wirtschaftstätigkeiten. Eurasien ist das »große Schachbrett«, auf dem die amerikanische Vorherrschaft in den kommenden Jahren bestätigt und herausgefordert werden wird. Laut Brzezinski stehen die Vereinigten Staaten vor der Aufgabe, die Konflikte und Beziehungen in Europa, Asien und dem Nahen Osten so zu managen, dass keine rivalisierende Supermacht entstehen kann, die die Interessen und den Wohlstand der USA bedrohen kann."
Dieter Gabriel, am 03. Juli 2017 um 21:30 Uhr
Wenn es um Polen, ex Jugoslawien und Ukraine geht, darf auch George Soros, nicht unerwähnt bleiben.

siehe auch nachdenkseiten
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34805

"Maidan ohne Soros nicht erfolgreich?

Welchen Anteil hatte Soros nun am Umsturz 2014? Beim Treffen mit dem Vorstand der Stiftung äußerte sich dazu Victoria Siumar, die viele Jahre für den von der US-Regierung finanzierten Auslandssender Voice of America arbeitete und dann für den von Soros finanzierten Radiosender „Hromadske“, der die Maidanbewegung direkt unterstützte. Siumar saß 2014 im Vorstand der ukrainischen Soros-Stiftung und stieg nach dem Putsch in den „Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat“ unter Ministerpräsident Jazenjuk auf. In dem nun geleakten Protokoll ist nachzulesen, wie sie Ihrem Gönner im persönlichen Gespräch im März 2014 dankt „für alles“, was er „für die Ukraine getan“ habe, da ohne seine Anstrengungen „die Revolution wohl nicht erfolgreich gewesen wäre“. Die Partner der Soros-Stiftungen, so Siumar, seien „der Hauptmotor und die Grundlage der Maidan-Bewegung“ gewesen. Der Milliardär äußert sich daraufhin zustimmend: Es sei „einzigartig“, was seine Stiftung „in jüngster Zeit erreicht“ habe."
Dieter Gabriel, am 03. Juli 2017 um 21:36 Uhr
und

"Maidan ohne Soros nicht erfolgreich?
.
.

Dabei ist das Soros-Netzwerk nur eines von vielen. Ähnlich finanzstark und gut vernetzt waren und sind in der Ukraine etwa die halbstaatliche US-Stiftung „National Endowment for Democracy“, oder die „Eurasia Foundation“, deren Hauptsponsor ebenfalls die US-Regierung ist. Gemeinsam haben sich diese Stiftungen in nahezu allen Strukturen des politischen Lebens der Ukraine mittlerweile so fest etabliert, dass es schwer fällt, noch von einer authentisch „ukrainischen“ Politik oder Bürgerbewegung zu sprechen. Natürlich gibt es auch in Kiew vom Ausland unabhängige Akteure, doch in einer so armen Region haben Sponsoren mit nahezu endlosen Geldmitteln besonders leichtes Spiel, sich durchzusetzen und Menschen vor Ort dauerhaft an sich zu binden. Ob man eine solche Entwicklung als „demokratischen Fortschritt“ bezeichnen kann, bleibt mehr als fraglich."
Dieter Gabriel, am 03. Juli 2017 um 21:37 Uhr
Interessant sind auch die Beiträge des Journalisten Peter Scholl Latour.
Scholl Latour war ein Journalist, der sich die Mühe machte Hintegründe zu ergründen.


https://www.youtube.com/watch?v=8dEH7LOa-0g

"Peter Scholl-Latour spricht über sein Buch: Russland im Zangengriff"

und

https://www.youtube.com/watch?v=IR1tpzR9ngs

"Scholl-Latour: Europa hat gar keine Außenpolitik"
Dieter Gabriel, am 03. Juli 2017 um 21:40 Uhr
a) Wikipedia ist KEINE zuverlässige Datenquelle.

b) Auch in der Schweiz hat die Geschichtsklitterung eine lange Tradition hat.
Der August Forel auf der 1'000er Note ist kein deut besser. Er war ein Eugeniker und Wegbereiter vom Rassenwahn. Von der Schweiz wird er jedoch als Ameisenforscher bezeichnet. Sinngleich könnte man Hitler auf einer Briefmarke verewigen mit der Begründung, der sei ein berühmter Maler gewesen.
Peter Herzog, am 04. Juli 2017 um 15:56 Uhr
@P. Herzog:

a) Wikipedia macht aber gerade in Bezug auf die Eugenik kein Hehl aus Forels Einstellung.

b) Weltanschauungen aus ihrem zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext zu reissen, geht fast nie gut. Im 19. Jahrhundert waren Forels Gedanken zur Eugenik weit weniger abwegig, als heute. Er war ja nicht allein. «Physiognomen», die aus Gesichts-Eigenschaften Charaktereigenschaften herleiteten, schrieben wohlwollend beachtete Artikel, ebenso wie Gelehrte, die über charakterliche und intellektuelle Unterschiede der Rassen referierten. Wenn man all diese Leute aus heutiger Sicht be- und verurteilt, dann tut man genau dasselbe, was man den Europäern des 19. Jahrhunderts vorwirft: Den eigenen Maßstab als universellen Maßstab zu misinterpretieren.
Stefan Werner, am 04. Juli 2017 um 17:30 Uhr
Korrekter, unaufgeregter Artikel, der ein «Detail» im Politik-Alltag Kiews aufzeigt, welches in der Art und Weise leider keinen Einzelfall darstellt.
Dass die westlichen Leitmedien auf beiden Augen blind sind für die ultrarechten Strömungen in der Ukraine ist nur schwer zu verstehen. Umso wichtiger, dass wenigstens der Infosperber hin und wieder mit offenen Augen ins «Grenzland» schaut.

Fast erschreckender als der Artikel ist für mich ein Teil der Reaktionen in der Kommentarspalte.
Gewisse Herren sind offenbar ganz schlecht informiert - oder sie leugnen die faschistoiden Tendenzen in der Ukraine.

"Übel, übel», sagte Maloney, und machte einen Abgang.
Christoph Meier, am 04. Juli 2017 um 20:55 Uhr
Die westliche Leitmedien folgen den Aufruf von George Soros.
Der legte fest, das beim G20 gegen Diktatoren Putin, Trump und Erdogan ( den Freund der Deutschen, siehe Freunde Syriens ) demonstriert werden soll.

Der saudische König kommt auch. Der mustergültige Menschenfreund, soll aber mit offenen Armen empfangen werden.
Das er Krieg gegen das bitterarme Yemen führt und in der Folge 300.000 Cholera Fälle ( Tendenz stark steigend ) aufgetreten sind, da sehen wir nicht so genau hin.
Dafür gibt es einen lukrativen Auftrag für die EU, einen Hochsicherheitszaun zu bauen, der Flüchtlinge abhält.
siehe Youtube Saudi Arabien baut Zaun
Deutsche Polizisten bilden offenbar Saudis aus, wie man mit Waffen, Demonstrationen nieder schlägt.

Zu den rechten tendenzen in der Ukraine siehe u.a.
https://de.wikipedia.org/wiki/Regiment_Asow

"Das Regiment Asow gilt als ultranationalistisch ausgerichtet.[28] Das von dem Regiment als Erkennungszeichen verwendete Symbol ist eine blaue Wolfsangel auf gelbem Grund. Die Wolfsangel wurde auch von der SS-Verfügungsdivision genutzt. Zudem war auf dem ehemaligen Logo der Einheit, welches bis zum 11. August 2015 genutzt wurde, eine Schwarze Sonne zu sehen, ein in der rechten Szene weit verbreitetes Symbol.
.
Medienkritik tauchte auf, als am 8. September 2014 in den ZDF heute Nachrichten ein Video auftauchte, auf dem zwei Angehörige der Einheit an ihren Stahlhelmen nationalsozialistische Symbole[1] wie das Hakenkreuz und die Siegrunen der SS trugen."
Dieter Gabriel, am 04. Juli 2017 um 22:12 Uhr
Alternativ unter Svoboda nach sehen
https://de.wikipedia.org/wiki/Allukrainische_Vereinigung_%E2%80%9ESwoboda%E2%80%9C

"Der EU-Botschafter in der Ukraine, Jan Tombinski, bezeichnete Swoboda in einem Interview am 21. Dezember 2013 als „gleichwertigen Partner für Gespräche mit der EU“. Die Partei unterstütze die Annäherung der Ukraine an die EU. Swoboda müsse allerdings beachten, dass „nationalistische und xenophobe Inhalte keinen Platz im modernen Europa haben“"

aber

"Einordnung von außen

Die Partei wird verschiedentlich auch als rechtsextrem,[29][30][31][32][33] neofaschistisch[34][35] oder neonazistisch[36][37][38] und antisemitisch[39][40][41] eingeordnet.

Das EU-Parlament erklärte sich in einer Resolution vom 13. Dezember 2012 besorgt über eine „zunehmende nationalistische Stimmung in der Ukraine“, die im Wahlerfolg der Swoboda zum Ausdruck gekommen sei. „Rassistische, antisemitische und ausländerfeindliche Auffassungen“ ständen im Widerspruch zu den Grundwerten der EU. Das Parlament appellierte an die „demokratisch gesinnten Parteien in der Werchowna Rada“, sich nicht mit Swoboda zu assoziieren, die Partei nicht zu unterstützen und keine Koalitionen mit ihr zu bilden.
.
.
Im Mai 2013 stufte der Jüdische Weltkongress Swoboda als neonazistisch ein und forderte ein Verbot der Partei.

Nach einer Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung mobilisiere der Parteivorsitzende Tjahnybok „antisemitische Ressentiments, Fremdenfeindlichkeit und ukrainischen Isolationismus“. «
Dieter Gabriel, am 04. Juli 2017 um 22:22 Uhr
Laut Wikipedia hat der 2014 nach Russland geflüchtete ukrainische Präsident
Janukowitsch 2007 Roman Schuchewitsch zum «Helden der Ukraine» ernannt. So neu, wie der Autor des Artikels behauptet, ist also die angebliche Umschreibung der ukrainischen Geschichte nicht.
Reinhard Meier, am 04. Juli 2017 um 22:23 Uhr
und

"Zudem setzt sich die Swoboda-Partei für die Ehrung der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1) ein"

Wenn noch Fragen sind siehe
https://www.youtube.com/watch?v=kFAOfYQ7130


Interessant auch der Bericht von der Jounalistin Gabriele Krone Schmalz
https://www.youtube.com/watch?v=6JeYn-CNzrk

"Gabriele Krone-Schmalz über «NATO in Zivil» in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda"
Dieter Gabriel, am 04. Juli 2017 um 22:30 Uhr
Interessanter ist die Meinung des ex. Nato 4 Sterne Generals Harald Kujat !

https://www.youtube.com/watch?v=5fyFKMwj_lM
Dieter Gabriel, am 04. Juli 2017 um 22:46 Uhr
Offenbar gibt es in der Ukraine Auseinandersetzungen um die historische Rolle von Schuchewitsch. Interessant ist ja, dass diese Debatte in der Ukraine geführt wird. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es dort Rechte, Ultrarechte, Linke, Liberale, usw. usf.
Wenn der Autor aber als Titel wählt «So schreibt die Ukraine ihre eigene Geschichte um», tut er so, als herrsche in der Ukraine eine, und nur eine Meinung. Die Wahrheit ist: «die Ukraine» schreibt gar nix um, aber es gibt Leute, die das tun wollen. Andere sind dagegen. Freuen wir uns, dass solche Debatten möglich sind, und nicht von Autokraten unterdrückt werden. Da gibt es in Ukraines Nachbarschaft welche.
Hajo von Kracht, am 04. Juli 2017 um 23:30 Uhr
herr meier ich bin tatsächlich schlecht informiert, was in der Ukraine abläuft. dieser Artikel hilft sicher nicht.
wer in der Schweiz hat Einfluss, wenn der stadtpräsi von Bern eine Strasse umbenennt?können das überhaupt auch die Berner selbst bestimmen?
von einem stadtpräsi auf die mehrheitsmeinung eines ganzes Landes zu schliessen, finde ich gewagt. oder war es in der Ukraine die Landesregierung? wo steht das im Artikel? not a bene, dass die Person hinter diesem Namen offensichtlich umstritten ist. ich habe auch nie gesagt, dass wiki korrekt ist.
auch wenn die namensänderung einer Strasse grosse Symbolik hat, finde ich es immer noch gewagt im subkontext eines Zeitungsbericht, den NATO austritt und den Einmarsch von ganz Europa in der Ukraine zu fordern. überspitzt formuliert, irgendwann hat auch mal jemand gesagt, Irak hat Massenvernichtungswaffen.
wie gesagt, ich habe keine Ahnung von der Ukraine, aber ich würde sehr gerne einen Artikel lesen, der nicht nur die persönliche Meinung wiedergibt, sondern auch mehr sachliche Fakten enthält.
auf der anderen Seite, erwartet ihr alle, dass ganz Europa über eine namensänderung einer Strasse in Bern schreibt? welcher Schweizer Name würde denn ganz Europa aufschrecken?
Rene Baur, am 05. Juli 2017 um 01:10 Uhr
ich bleibe dabei, der Artikel ist schlecht und gespickt mit persönlicher Meinung, anstatt sachlich zu informieren.die Meinung von herr Müller mag korrekt sein, dass fasischtische Bewegungen überhand nehmen. ausser seiner persönlichen Meinung kann ich aus diesem Artikel nicht viel entnehmen. daher meine kritischen Fragen und das Angebot zur Erklärung.
das zeigt ja auch die Inputs der ganzen Kommentare.
Rene Baur, am 05. Juli 2017 um 01:11 Uhr
Korrektur: Es war nicht Präsident Janukowitsch, der Roman Schuchewitsch 2007 posthum als"Held der Ukraine» ausgezeichnet hat, sondern dessen Vorgänger, Präsident Juschtschenko. Sorry für die Verwechslung.
Reinhard Meier, am 05. Juli 2017 um 20:53 Uhr
Guten Tag, ich bin neu auf diesen Blog, grüße hiermit alle Blogger.

Möchte gleich ein Kompliment an @ Dieter Gabriel für den Artikel senden. Hat alles seine Richtigkeit. Mit Polen und Jugoslawien liegen Sie auch Richtig. Betr.: unsere Regierung ist in der Ukraine mit den gleichen Interessen involviert welche wir 1939
hatten. Dieses nur zum Verständnis. Ich müsste es ja Beurteilen können da ich in kürze mein 90 Lebensjahr beginne. MfG Werner Kämtner
Werner Kämtner, am 07. Juli 2017 um 14:31 Uhr

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