Der ukrainische Aussenminister profiliert sich als Weltkriegshetzer © UNIAN
Donald Trumps Tweet vom 11. April 2018 © DJT

«In dieser Sprache muss mit Russland gesprochen werden»

Christian Müller / 14. Apr 2018 - Pavlo Klimkin, ukrainischer Aussenminister, begrüsst Trumps Ankündigung von US-Raketen auf Syrien: Das sei die richtige Sprache!

Es konnte einem die Sprache verschlagen. Am Mittwoch, 11. April 2018, nach etlichen ergebnislosen Sitzungen im UNO-Sicherheitsrat, setzte der mächtigste Mann der Welt, US-Präsident Donald Trump, einen Tweet ab, in dem er einen Raketen-Angriff auf Syrien ankündigte – in mehr als nur zynischer Formulierung: «Bereite dich vor, Russland, denn die Raketen werden kommen, nett und neu und 'smart'!» (nice and new and 'smart'!).

Während selbst die kriegsbereiten Briten und andere enge Verbündete der USA vernünftigerweise mit ihren Drohungen auf die Bremse gingen, gab es einen, der vor Freude offensichtlich fast ausrastete: der ukrainische Aussenminister Pavlo Klimkin. «In der Regel twittere ich nicht zurück» twitterte er, aber diesmal konnte ich nicht widerstehen. Es ist genau diese Sprache, in der wir mit Russland reden müssen!»

Der Westen hilft mit, die Ukraine aufzurüsten

Die USA liefern ununterbrochen Waffen in die Ukraine. Die EU und auch die Schweiz helfen der Ukraine mit Unterstützungsgeldern in Milliardenhöhe. Die NATO behandelt die Ukraine bereits formell als Kandidaten für die Mitgliedschaft.

Brauchen wir in der EU ein Land, in dem ein Politiker mit der Geisteshaltung von Pavlo Klimkin als Aussenminister amtieren kann? Wann endlich wird der Ukraine nicht nur wirtschaftlich unter die Arme gegriffen, sondern auch unmissverständlich erklärt, was europäische Wertvorstellungen sind? Und dass in Situationen, in denen eine direkte Konfrontation der USA mit Russland mit Grund zu befürchten ist, keine Kriegshetzer gefragt sind, sondern vernünftige, rational denkende Vermittler? Wann endlich distanziert sich die EU von den Kriegshetzern in Washington – und auch von den Kriegshetzern in Kiev? Wäre es nicht endlich an der Zeit, dass auch das Schweizer EDA ein klares Signal nach Kiev sendete?

Wen interessiert denn schon die Ukraine …

Diesmal war es die Financial Times, die darüber berichtete. Die Kyiv Post hat die Geschichte gerne weiterverbreitet und verlinkt – kommentarlos. Die meisten westlichen Medien haben sich von der Berichterstattung über die Ukraine dagegen längst verabschiedet. Zu Unrecht: Petro Poroschenkos Regierung gehört zu jenen Regierungen, die unaufhaltsam Öl ins geopolitische Feuer giessen. Das darf man nicht nur, das soll man wissen – und auch die Konsequenzen daraus ziehen.

Trauriger Nachtrag vom Morgen, 14. April: Noch trauriger ist es, wenn europäische Länder Trump nicht nur verbal unterstützen, sondern sich an den «coming missiles» beteiligen. Eine Schande!

(Der Artikel in der Financial Times kann unten eingesehen und downgeloadet werden.)

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Weiterführende Informationen

Ukraine's foreign minister welcomes Trump's tweet

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5 Meinungen

Leider spricht man auf Teletext (deutsch) immer noch von «Vergeltungsschlägen». Auf französisch hingegen wird neutral von «frappes occidentales» gesprochen.

Offenbar ist das Nato-Vokabular auch in der Deutschschweiz internalisiert worden.

Da weder die USA, noch GB, noch F von den Kriegshandlungen betroffen sind, muss man annehmen, dass sich diese drei Länder die Rolle Gottes anmassen um abstrakt «Vergeltung» üben zu können. Was auch immer vergolten werden soll. Wenigstens hätte man den Bericht der internationalen Expertengruppe abwarten können, um wenigstens einen Hauch von Legitimität zu haben. Aber so etwas haben richtige «Imperialisten» schon lange nicht mehr für nötig gehalten.
Josef Hunkeler, am 14. April 2018 um 10:00 Uhr
Unglaublich, die USA sieht sich immer noch als «Weltpolizist». Glücklkcherweise geht dem Land alsbald die Kohle aus!
Beda Düggelin, am 14. April 2018 um 13:52 Uhr
Da steht der ukrainische Aussenminister weit rechts, gegenüber dm US Militär.
Auch Rechtsextremisten wie Macron, gehen deutlich mehr auch Konfrontation als US Militärs.

https://www.tagesschau.de/ausland/mattis-141.html

"Verteidigungsminister Mattis will sich zu konkreten Plänen nicht äußern. Er erklärte, er persönlich glaube, dass es sich um einen Giftgasangriff am vergangenen Wochenende in der syrischen Rebellenstadt Duma gehandelt habe. Während der französische Präsident Emmanuel Macron erklärt hatte, sein Land könne dies auch belegen, betont Mattis: Die USA hätten bislang keine konkreten Beweise."

und

"Verteidigungsminister Mattis spricht im Kongressausschuss immer wieder von einer militärisch-politisch komplexen Lage in Syrien. Die USA kämpfen vor Ort mit rund 2000 Soldaten gegen den «Islamischen Staat». In den Bürgerkrieg wolle man sich nicht einmischen. Mattis setzt auf die Vereinten Nationen: «Wir wollen den Krieg durch den sogenannten Genfer Prozess beenden, also auf der Ebene der UN». «
Dieter Gabriel, am 14. April 2018 um 18:45 Uhr
Der Trampel im Weissen Haus versteht nicht allzu viel von internationalem Recht.
- Noch spielt er mit dem 'Welt-Polizisten' rum, aber das Geld geht ihm aus.
- Schon bald werden die USA (und wir mit ihnen) mit Bedauern an die Zeiten zurückdenken, da wir die wichtigsten Spielregeln noch einhielten + auf unsere westlichen Werte pochen konnten.

Tempi passati, mutwillig + sau dumm ...
Konrad Staudacher, am 15. April 2018 um 10:00 Uhr
Herr Thomas Ferber, Ihr Text bewegt mich zu einer Antwort. Auf der Krim leben mehr als 50% Russen, der Rest sind vor allem Ukrainer und Krim-Tataren. Im jetzigen Zustand er Ukraine möchten auch nicht alle Ukrainer zurück zur Ukraine. Die moslemischen Tataren möchten am liebsten einen eigenen Staat, natürlich mit Unterstützungs-Milliarden von der EU. Falls Russland sich aus dem Kaukasusgebiet zuückziehen würde, würde narürlich Erdogan jubilieren. Vielleicht möchten Sie das?
Ja, in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken gibt es Hass auf Russen. Hass kann man ganze einfach künstlich erzeugen, für das transatlantische Mediennetz ist das kein Problem.
Bernhard Ramp, am 16. April 2018 um 20:31 Uhr

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