Tote nach dem Giftgas-Angriff in Damaskus © n-tv
Ray McGovern CIA © Helmut Scheben

«Den Mächtigen die Wahrheit sagen»

Helmut Scheben / 04. Jul 2016 - Der ehemalige CIA-Mann Ray McGovern sagt, der Giftgas-Anschlag in Damaskus im August 2013 sei nicht von Assad ausgegangen.

«Flüchtlinge werden mit Krieg gemacht, und Krieg wird mit Lügen gemacht.» Leute, die es wagen, solche Sätze zu schreiben, trifft man nicht alle Tage auf der Strasse.

Hochgewachsen, hager und grauhaarig, wie er da steht bei unserem ersten Treffen, an diesem warmen Sommertag im Strassenlärm von Berlin, scheint er irgendwie aus der Zeit gefallen. Er hat Zeitungen dabei. Er gehört zu denen, die noch Zeitungen lesen, die auf Papier gedruckt sind, die New York Times ebenso wie die russische Konsomolskaja Prawda. Er spricht fliessend russisch.

Ray McGovern, irischer Abstammung, aufgewachsen in der Bronx, weit über siebzig, ein hellwaches Augenzwinkern. Es ist zu laut in den Strassencafés, also gehen wir in die Wohnung einer Bekannten, um zu reden. Ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen, doch das Gesprächsthema bringt bald einen Geschmack von Bitterkeit in den Raum.

Im Februar 2011 wurde McGovern in Washington von der Polizei festgenommen. Die Festnahme erfolgte unter Anwendung von grober Tätlichkeit. McGovern wurde, übel zugerichtet, für mehrere Stunden in eine Zelle gesperrt. Sein «Gesetzesverstoss» bestand darin, dass er schweigend in einem Saal der George-Washington-University stand und der Rednerin den Rücken zuwandte. Die Rednerin hiess Hillary Clinton, und in ihrer Rede prangerte sie unter anderem an, dass den Menschen im Iran die demokratischen Grundrechte verweigert würden. McGovern wollte mit seiner Demonstration sein Grundrecht als amerikanischer Bürger wahrnehmen:

«Ich wollte damit zeigen, dass nicht alle Leute einverstanden waren mit der Kriegstreiberei von Hillary Clinton. Sie war stets eine Befürworterin von Krieg: Im Irak und in Afghanistan, später in Libyen und Syrien, und im Februar 2011 befürchteten wir auch, dass ein Krieg gegen den Iran bevorstand.»

Was kann einer in der Weltpolitik bewegen, wenn er in einem Saal aufsteht und nichts sagt? McGovern schüttelt den Kopf und lacht ein wenig. Dann sieht er eine Zeit lang zum Fenster hinaus, in eine andere Zeit, einen anderen Raum.

Ich ging zum CIA, als John F. Kennedy Präsident war

«Als ich zum CIA ging, war John F. Kennedy Präsident. Ich erinnere mich, wie ich ins Foyer des neuen Gebäudes in Langley trat, und an der Wand, in den Marmor gemeisselt, den Spruch aus dem Johannes-Evangelium sah:

«And you shall know the truth and the truth shall make you free.» Er habe sich damals gedacht, wenn das ernst gemeint sei, dann habe er einen guten Arbeitsplatz gefunden: «Ich ging zum CIA, um dem Präsidenten die Wahrheit zu sagen. Dafür war der Dienst gegründet worden. Die andere CIA-Branche, Operations, das hatte Präsident Truman nicht im Sinn, als er den CIA 1947 gründete, und er hat das vor seinem Tod auch gesagt. Wir brauchten zwar Spione, die Informationen sammelten, aber Regierungen zu stürzen und Kriege zu führen, das sollte nicht Aufgabe dieses Nachrichtendienstes sein. Das war ein Strukturfehler von Anfang an.»

Ray McGovern war einer der Chef-Analysten des Nachrichtendienstes Central Intelligence Agency (CIA) und hat 27 Jahre lang unter sieben verschiedenen Präsidenten gedient. Bei seiner Pensionierung erhielt er 1990 die «Intelligence Commendation», eine Verdienst-Medaille des CIA. Die gab er später zurück aus Protest gegen die Folterpraxis des Dienstes.

Im Januar 2003 gründete Ray McGovern zusammen mit anderen CIA-Analysten das Komitee der Veteran Intelligence Professionals for Sanity: «Das Komitee wuchs rasch an auf 50 Veteranen. Wir haben Leute aus allen 16 amerikanischen Geheimdiensten, also NSA, DIA, Army, Navy und so weiter (…) Vor 2003 hatten schon einzelne von uns auf Websites und in Zeitungen kiritisiert, wie die Regierung Bush/Cheney die Krise nach 9/11 für ihre Zwecke benutzte. Aber im Januar 2003, vor Beginn des Irak-Krieges, sagten wir uns, dass wir eine Bewegung ins Leben rufen müssten. Unser erstes Memorandum publizierten wir am selben Tag, als Colin Powell seine Rede hielt.»

Also im Februar 2003, als Aussenminister Powell vor dem UN-Sicherheitsrat mit Satellitenfotos die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein zeigte?

«Von wegen Fotos! Das war Rendering, Computergrafik. Wir haben sehr gute Grafikabteilungen (…) Ich sage dazu immer wieder: Das war kein Fehler oder Irrtum. Es war Betrug. Bush sagte dem CIA-Chef George Tenet: Wir machen einen Krieg im Irak und es ist euer Job, die Beweise zu machen.»

Ein False-Flag-Operation in Syrien

Es blieb nicht bei diesem Betrug. Eines der gröberen Täuschungsmanöver war offenbar der Giftgasangriff in Ghuta bei Damaskus am 21. August 2013. Nach der Sarin-Attacke, bei der mehrere hundert Menschen auf grauenhafte Weise ums Leben kamen, erklärte US-Aussenminister John Kerry über verschiedene Medien, die Täterschaft sei klar. Der Massenmord sei der Regierung Bashar al-Assad in Damaskus anzulasten. Dafür gebe es eindeutige Beweise. «Er hat es 35 mal erklärt, wir haben mitgezählt», sagt McGovern.

«Wir waren von Anfang an sehr skeptisch. Kerry bediente sich in grossem Umfang der Social Media, und wir alle wissen, was man damit machen kann, wie nützlich Social Media als Werkzeug der Geheimdienste sind. Wir fragten uns: Cui bono? Wem nützt das? Es macht keinen Sinn, wenn Assad Giftgas schiessen lässt, wenn gerade die UN-Inspektoren nach Syrien gekommen sind, um eben Giftgas-Anschläge zu untersuchen. Präsident Obama hatte exakt ein Jahr vorher erklärt, der Einsatz von chemischen Waffen sei für ihn die rote Linie. Würde sie überschritten, so werde er intervenieren. Dann fanden wir heraus, dass die Raketen, die da angeblich aus einem Gebiet geschossen wurden, das unter Kontrolle der Regierung war, nicht von dort kommen konnten. Sie hatten einfach nicht die nötige Reichweite. Sie mussten aus dem Gebiet der Aufständischen kommen.»

Wenig später wurde in Geheimdienstkreisen bekannt, dass das bei dem Anschlag in Ghuta verwendete Sarin «hausgemacht» war, es war nicht derselbe Typ Sarin, welchen die syrische Regierung gelagert hatte:

«Die Briten hatten Proben von diesem Sarin bekommen und im Labor analysiert. Der Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte teilte dies General Martin Dempsey mit, dem Vorsitzenden der amerikanischen Joint Chiefs of Staff. Ich bin sicher, dass Dempsey dies Obama sagte und dass dies einer der vielen Faktoren war, die bewirkten, dass Obama im letzten Moment den Angriff auf Syrien stoppte.»

Die Veteran Intelligence Professionels for Sanity haben noch Kontakte zu den Diensten, bei denen sie arbeiteten,. «Good Beziehungen», sagt McGovern, indem er das deutsche Wort verwendet.

«Wir fanden heraus, dass es keinen offiziellen Bericht der Nachrichtendienste gab. Dieses Intelligence Assessment ist aber unerlässlich in einem solchen Fall.

Ich war selbst lange verantwortlich für diese Art von Berichten. Dagegen gab es eine absolute Neuheit: ein Assessment der Regierung, das heisst ein Bericht, der im Weissen Haus gemacht wurde. Ich muss es meinen ehemaligen Kollegen in den Geheimdiensten hoch anrechnen, dass sie damals sagten: Wir können euch das nicht liefern. Hier wird es nicht laufen wie im Irak.»

«This is not a slam dunk»

In der Woche nach der Giftgas Attacke von Damaskus bekommt Präsident Obama während des allmorgendlichen Intelligence-Briefings zur Sicherheitslage überraschend Besuch vom obersten Chef sämtlicher US-Geheimdienste, James Clapper. Clapper sagt, er möchte den Präsidenten darauf aufmerksam machen, dass die Täterschaft von Bashir al-Assad nicht bewiesen sei. Clapper sagt wörtlich: «This is not a slam dunk.»

Das ist ein Basketball-Ausdruck für einen sicheren Korbleger von oben. Clapper habe diese Formulierung mit vollem Bedacht verwendet, sagt McGovern: «Damit bezog er sich auf den legendären Satz des ehemaligen CIA-Chefs George Tenet, welcher im Vorfeld des Irak-Krieges versichert hatte: «This is a slam dunk.» Nämlich die Gewissheit über die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein.

Präsident Obama war also informiert über die Beweislage, obwohl er kurz darauf öffentlich erklärte, es gebe kaum Zweifel an der Täterschaft Assads. Das Erstaunliche daran ist, so Ray McGovern, dass Obama diesen Sachverhalt inzwischen selbst publik gemacht hat. In einigen Interviews, die er dem bekannten amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg gewährte, redet er in aller Offenheit über diese Vorbehalte seines obersten Geheimdienst-Chefs und über die Faktoren, die ihn bewogen, im Sommer 2013 nicht den roten Knopf zu drücken

«I am very proud of this moment», sagt Obama dort zu Goldberg. Er sei stolz darauf, sich dem enormen Druck nicht gebeugt zu haben und einen Militärschlag gegen Syrien in letzter Minute abgebrochen zu haben (The Obama Doctrine. In: The Atlantic, April 2016)

Wörtlich sagt Obama weiter: «Es gibt in Washington ein Drehbuch des aussenpolitischen Establishments, und es wird erwartet, dass Präsidenten sich daran halten. Dieses Drehbuch schreibt bestimmte Antworten für bestimmte Fälle vor, und tendenziell sind es militärische Antworten. Wenn Amerika direkt bedroht ist, funktioniert das Drehbuch. Aber es kann auch eine Falle sein und zu falschen Entscheidungen führen.»

Es war eine Falle, davon ist Ray McGovern überzeugt, und seine Kollegen aus den verschiedenen Geheimdiensten teilen diese Einschätzung. Die Aufständischen wollten mit der Sarin-Attacke ein militärisches Eingreifen der USA erreichen, und sie hätten es um ein Haar erreicht.

Am 30. August 2013 sind fünf Arleigh-Burke-Zerstörer im Mittelmehr bereit für den Abschuss ihrer Tomahawk-Missiles, die B-52-Bomber sind startklar. Die militärische Infrastruktur Syriens soll zerstört werden: Waffendepots, militärische Gebäude, Öl- und Gasdepots, Stromversorgung und so weiter. Präsident François Hollande ist bereit, den Feldherrn zu spielen und die Streitkräfte an dem Waffengang zu beteiligen, desgleichen sein britischer Kollege David Cameron. Man setzt offenbar erneut auf eine «Koalition der Willigen» und das Drehbuch, das in Libyen zum Sturz Gaddafis geführt hat.

Doch dann kommt alles anders als geplant. Russland und China haben im Sicherheitsrat die Zustimmung zur Einrichtung einer «Flugverbotszone» bereits verweigert. Das britische Parlament lehnt es in einer historischen Debatte ab, David Cameron grünes Licht für einen weiteren Angriffskrieg gegen ein arabisches Land zu geben. Angela Merkel teilt Obama mit, Deutschland sei nicht mit von der Partie. Und Obama erfährt zudem von seinen Geheimdiensten, dass es bereits seit Monaten Hinweise gibt, dass Dschihad-Milizen mit türkischer Hilfe in den Besitz der Komponenten zur Herstellung von Sarin gelangt sind.

Am 31. August überrascht Barack Obama die Welt mit einem Coup de Théâtre, als er im Rosengarten des Weissen Hauses ankündigt, das Regime in Damaskus sei zwar verantwortlich für die Sarin-Attacke, er habe sich aber entschlossen, den geplanten Militärschlag gegen Syrien zu verschieben. Erst solle der Kongress zu dem Thema befragt werden. Eine unerhörte Kehrtwendung. Die Interventionisten in Obamas Entourage sind fassungslos, allen voran UN-Boschafterin Samantha Power, Aussenminister John Kerry und Hillary Clinton, die als Wortführerin der «Freunde Syriens» am lautesten nach Regime Change und militärischer Aktion gerufen hatte. Der saudische Botschafter ist wütend, republikanische Hardliner wie John McCain spucken Gift und Galle, die konservativen Medien konstatieren, die Führungsmacht USA habe ihre Glaubwürdigkeit verspielt.

Obama zieht sich aus der Affäre, indem er der Welt einen grossen Erfolg serviert. Anfang September 2013 vereinbart er mit Wladimir Putin auf dem Gipfel in St. Petersburg, dass man der syrischen Regierung vorschlägt, ihr Chemiewaffen-Arsenal unter internationaler Aufsicht vernichten zu lasssen. Assad ist einverstanden. So bleibt Syrien verschont von einem amerikanischen Militärschlag, der kaum zum Sturz Assads, wohl aber zu einer fatalen Konfrontation zwischen Russland und den USA geführt hätte.

Die Türkei als Drehscheibe

In Adana, im Süden der Türkei, ermittelte die Polizei im Frühjahr 2013 gegen eine Gruppe von Geschäftsleuten, die im Verdacht standen, Sarin von der Türkei nach Syrien tranportiert zu haben. Die Telefonüberwachung ergab, dass mindestens einer der Verdächtigen zu einer Gruppe gehörte, die al Kaida nahesteht. Trotz eindeutiger Beweise wurde die Untersuchung auf Anordnung von Ankara gestoppt. Dem zuständigen Staatsanwalt wurde der Fall sang- und klanglos entzogen. Die Beschuldigten wurden freigelassen und konnten sich nach Syrien absetzen.

Mitte Dezember 2015 sei das dann noch einmal öffentlich bestätigt worden, sagt McGovern, als der Abgeordnete Eren Erdem im türkischen Parlament Gerichtsdokumente von dem Fall vorlegte:

«Da steht dieser Mann, ein Parlamentarier, und sagt: Hier sind die Beweise, die abgehörten Telefongespräche, die Gerichtsunterlagen, das ist alles aktenkundig. Unmittelbar darauf nennt Präsident Erdogan den Mann einen Lügner und Verräter. Soviel ich weiss, ist er noch auf freiem Fuss, aber Erdogan beabsichtigt, unliebsamen Parlamentariern die Immunität zu entziehen. Und was sagt die westliche Presse? Sie sagt kein Wort dazu. Nur im Belfast Telegraph habe ich etwas gefunden. Ich hätte türkisch können müssen, um mehr über den Fall zu erfahren. Ist das nicht erstaunlich?»

»Ich habe von den Jesuiten gelernt»

Vor zwei Wochen nahm Ray McGovern an einer Demonstration vor dem US-Stützpunkt in Ramstein in der Pfalz teil. Die Luftwaffenbasis in Deutschland ist für die Amerikaner technisch unverzichtbar als Relais-Station für die Steuerung der Dronen-Angriffe.

«Ohne Ramstein geht der Dronenkrieg nicht», sagte McGovern dort in fast fehlerlosem Deutsch. «Und der Dronenkrieg macht viele Dschihadisten und Terroristen. Es hat keinen Sinn, dass die deutsche Bundesregierung sagt, sie wisse davon nichts. Sie fürchten sich, etwas zu sagen, das die Vereinigten Staaten nicht mögen. Es ist 70 Jahre her seit dem Weltkrieg, und ich denke, die deutschen Politiker sollten sich wie Erwachsene benehmen und nicht wie Teenager. Ich glaube, die Deutschen müssen sich diesmal bewegen, damit der Krieg nicht weitergeführt wird.»

Wer so redet, macht sich nicht beliebt. Weder bei NATO-Generälen noch bei deutschen Verteidigungsministern. Wie hält das einer aus, der im August siebenundsiebzig Jahre alt wird? Den sozialen Druck, die Anfeindungen, die Beschimpfungen? Wie kann man es als einzelner Mensch aufnehmen mit einem «militärisch-industriellen Komplex», vor dessen gefährlicher Machtfülle Präsident Eisenhower schon 1961 das amerikanische Volk gewarnt hat?

«Ich habe meine Familie, meine Freunde, meine Veteranen. Aber ich habe auch die Unterstützung meiner Kirche, der Church of the Saviour. Es ist eine ökumenische Kirche. Sie steht allen offen, auch Budhisten oder Muslimen. Der Pastor sagte mir, ich solle meinen Job bei den Veteranen machen und mich öffentlich zu meiner Kirche bekennen. Er sagte: Ray, Sie machen das, was die Kirche tun sollte, den Mächtigen die Wahrheit sagen. Und wenn sie Ihnen übel mitspielen, dann sollen sie es mit uns allen zu tun bekommen.»

Im vergangenen April starb in New York, im Alter von 94, der Jesuit und Friedensaktivist Daniel Berrigan. Er war eine legendäre Figur in der Zeit der Proteste gegen den Vietnamkrieg. Zusammen mit seinem Bruder Philip verbrannte er öffentlich Einberufungsbefehle und ging dafür ins Gefängnis.

«Ich habe von Daniel Berrigan gelernt», sagt Ray McGovern. «Er sagte mir einmal: Die Leute werden mich für einen Spinner halten oder einen Kommunisten oder sonst etwas. Aber Anerkennung ist nicht alles. Die gute Tat spricht für sich selber.»

Ray McGovern ist eine Zeit lang still, man hört nur den Autoverkehr der Stadt. Und ich muss mir vergegenwärtigen, dass da draussen in Berlin irgendwo Checkpoint Charlie war und die Grenze, die die Welt in zwei feindliche Blöcke teilte. Der Mann, der mir gegenüber sitzt, sieht nicht aus wie eine Figur von John Le Carré, sondern eher wie ein protestantischer Pfarrer.

«Viele Amerikaner engagieren sich nur dann, wenn sie sicher sind, dass sie Erfolg haben werden. Ich glaube, es ist wichtiger, auf sein Gewissen zu hören, als Erfolg zu haben. Das Resultat liegt nicht in meiner Hand. Wenn meine neun Enkelkinder in zehn oder zwanzig Jahren erwachsen sind, dann sollen sie wissen, dass ihr Grandpa sein Bestes getan hat, um schlimme Dinge zu verhindern. Ob er nun Erfolg hatte oder nicht.»

* * * * * * * *

Ray McGovern

Ray McGovern, geboren 1939, war ein Topshot des amerikanischen Geheimdienstes. Er machte seine ersten Erfahrungen als Geheimdienst-Mann während des Vietnamkrieges. Als Analyst war er zuständig für Russland und die Sowjetunion. In den achtziger Jahren war er unter anderem verantwortlich für den täglichen Geheimdienstbericht zuhanden des Präsidenten im Weissen Haus. Nach seiner Pensionierung gründete er 2003 zusammen mit Kollegen der amerikanischen Geheimdienste das Komitee der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Die Veteranen protestierten gegen den Irakkrieg und trugen wesentlich dazu bei, dass die «Erkenntnisse» über irakische Atombomben und andere Massenvernichtungswaffen als Propaganda-Lügen entlarvt wurden. Das Komitee hat seit seiner Gründung 42 Memoranden publiziert, viele davon direkt an den Präsidenten gerichtet.

Die grossen Medien haben diese Memoranden bislang hartnäckig ignoriert.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Helmut Scheben war von 1993 bis 2012 Redaktor und Reporter im «Schweizer Fernsehen» (SRF), davon 16 Jahre in der «Tagesschau».

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

10 Meinungen

Helmut Scheben bringt es auf den Punkt. Klar doch, er hat recht. Natürlich war Saddam Hussein ein blutiger Diktator, natürlich werden in Syrien Menschenrechte verletzt. Aber auch in Saudi-Arabien, und das in einem weit grösseren Ausmass, ebenso in den übrigen Golfstaaten werden die Menschenrechte mit Füssen getreten. All diese sind mit den USA verbündet. Das kümmert den Westen keinen Deut. Es geht den USA, aber auch London und Berlin, nicht um das wohl der Menschen in Irak und in Syrien. Es geht ihnen schlicht, um die Erhaltung oder gar Ausdehnung ihrer Einflusssphäre. Um die fossilien Brennstoffe. Da machen die Russen und auch die Chinesen nicht mit. Die bislang noch bescheidene russische Streitmacht in Syrien hat nun aber der «westlichen» Koalition das Fürchten gelernt. Die dort operierenden US- (NATO-) Truppen sind denen Putins klar unterlegen. Die Destabilisierung Syriens und Iraks hat sich für den Westen als wahrer Rohrkrepierer erwiesen. Sie haben nur eines erreicht: Chaos, Hunger, Tod und muslimische Fundis.
In absehbarer Zeit wird Assad wieder in ganz Syrien herrschen und das Regime in Bagdad wird sich dem Iran in die Arme werfen. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die beiden Länder wieder den Stand vor der westlichen Intervention erreicht haben. Hilft der Westen beim Wieder-Aufbau? Ein frommer Wunsch, der mit Bestimmtheit nicht in Erfüllung gehen wird.
Peter Beutler, am 04. Juli 2016 um 12:50 Uhr
Nicht nur die Giftgasangriffe die dem Assad Regime in die Schuhe geschoben wurden, waren eine getürkte Sache. Auch die Verschwörungstheorie von den Terrorattacken vom 11. September 2001 war getürkt. Zahllose Ungereimtheiten sind in dieser 9/11 Story enthalten, wie sie sofort nach den Attacken von der Bush Administration präsentiert wurde und am folgenden Tag die Nato veranlasste den Vereinigten Staaten bei ihrem Krieg gegen den Terror militärisch zu unterstützen, beginnend nicht einmal vier Wochen nach 9/11 mit der Bombardierung Afghanistans.

Architekten, Ingenieure (http://www.ae911truth.ch/) und Piloten (http://pilotsfor911truth.org/) haben diese ganze Osama Bin Laden Al Kaida Verschwörungstheorie untersucht, diese so perfekten Terrorattacken auf das World Trade Center in New York, auf das US Kriegsministerium Pentagon in Washington, die Lahmlegung der ganzen Luftabwehr der USA am 11. September 2001, der seltsame Einsturz eines dritten Wolkenkratzers im World Trade Center, ohne das ein Flugzeug hineingeflogen war usw. BBC meldete den Einsturz dieses dritten Wolkenkratzers des World Trade Center schon 20 Minuten vorher, was sicher den meisten Schweizer Medienleuten auch längst bekannt ist.

Siehe auch:
Global Research Kanada: THE 9/11 READER. The September 11, 2001 Terror Attacks
http://www.globalresearch.ca/the-911-reader-the-september-11-2001-terror-attacks/5303012
In der Schweiz wird 9/11 laufend mit vielen Übersetzungen dokumentiert, unter http://www.ae911truth.ch//
Heinrich Frei, am 04. Juli 2016 um 15:24 Uhr
Wir sollten verhindern, dass Ray McGoverns
wichtige wenn nicht sogar überlebens-wichtige
Aussagen bekannt werden. Die Mainstream-Presse
tut es nicht, aber jeder Internetbenutzer kann
es kostenlos tun:

Schicken Sie den Artikel incl. der Aufforderung
ihn zu verbreiten an Eure Freunde und Bekannten.

Das Thema der Lügen in der Presse ist momentan en
vogue. Mich dünkt, dass es noch Schlimmeres als
Lügen, die bekanntlich kurze Beine haben, gibt,
nämlich das Totschweigen und das einseitige Darstellen.
Gegen tendenziöse Pressemeldungen und gegen das
Totschweigen können wir uns, Internet sei Dank, durch
Vergleich der Inhalte in- und ausländischen Medienportale
ein eigenes Bild machen.

Nicht umsonst existiert im angelsächsischen Gerichts-
wesen die gegen ein bewusstes Totschweigen angehende
Aufforderung an die Wissensträger:

'die GANZE Wahrheit und nichts als die Wahrheit'

Herrn McGovern wünsche ich alles Gute!
Peter Schleuss, am 04. Juli 2016 um 15:30 Uhr
Hier steht denn also, dass Inspektoren der UNO, die Giftgas untersuchen sollten, in Syrien weilten, als das Giftgas verwendet wurde. Es ist aber auch belegt, dass man die UNO gut eine Woche warten liess, um die Inspektoren ins Land zu lassen. Das scheint mir widersprüchlich zum Artikel hier.
Christian Strahm, am 04. Juli 2016 um 19:58 Uhr
Der Artikel beschreibt es korrekt. Ich habe mich geirrt. Die Mission der Vereinten Nationen war schon in Damaskus und begann laut Bericht am 26. August mit der Untersuchung der Sachlage.
Christian Strahm, am 04. Juli 2016 um 20:22 Uhr
Vielen Dank an Herrn McGovern für seinen Mut! Und ich als Atheistin wünsche ihm, dass sein Gott ihn beschützen möge!
Aber, um ehrlich zu sein, mir ist bei allen von den USA inszenierten oder geführten Kriegen der jeweilige «Grund» eine Lüge oder ein Konstrukt war!
Aber dem Bewohner der ach so heren westlichen Welt wird eingehämmert, Putin ist DER Kriegstreiber und wird «morgen um halb drei» Polen, Tschechien, die baltischen Staaten oder gar Deutschland überfallen...
Wenn Hillary US-Präsidentin wird, werden wir noch viele unangenehme Überraschungen erleben!
Elisabeth Tymoshenko, am 04. Juli 2016 um 20:51 Uhr
und wer waren/ sind «die Aufständischen» in Syrien, welche den Giftgaseinsatz auf unschuldige Zivilisten zu verantworten haben....??
Katharina Gattiker, am 05. Juli 2016 um 21:26 Uhr
Alle Achtung! Die Welt bräuchte mehr solcher Leute. Mehr noch als die die Europäer bekommen die Menschen in der Islamischen Welt die Auswirkungen dieser Machenschaften der USA zu spüren. Um diese Kriege zu führen, haben die verschiedenen Regierungen der USA die über eineinhalb Milliarden Angehörigen einer Weltreligion pauschal zu Terroristen abgestempelt und verteufelt. Die meisten Opfer dieser von den USA direkt oder indirekt betriebenen Kriege und Terroranschläge sind Muslime, allein im Irak ungefähr eineinhalb Millionen Menschen als mittelbare Opfer des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs.
Angesichts der teenagerhaften Politik der BRD als treuer Vasall der USA verblassen die Vorzüge der „freiheitlich-demokratischen“ Grundordnung gegenüber weniger demokratischen Staaten auf der Welt, deren Politik jedoch nicht gegen das eigene Volk gerichtet ist, sondern zu dessen Nutzen.
Frank Bubenheim, am 06. Juli 2016 um 02:51 Uhr
Ja, Krieg wird mit Lügen gemacht, aber auch mit Waffen! Und da auch die Länder Europas kräftig mitverdienen, hat niemand in Europa Interesse an Kritik und Vernunft. Für weiteren Profit nimmt man doch gerne den eigenen Untergang mit in Kauf!
Hermann K.J. Fritsche, am 15. September 2016 um 12:37 Uhr
Um noch einmal zurückzukommen auf die Lage in Ghouta nach dem 21. August. Die UNO entnahm laut ihrem eigenen Bericht am 26. August 2013 erstmals Proben. Was schreibt Seymour Hersh über jene Zeit:

Within a few days of the 21 August attack, the former intelligence official told me, Russian military intelligence operatives had recovered samples of the chemical agent from Ghouta. They analysed it and passed it on to British military intelligence; this was the material sent to Porton Down.

Ray McGovern lässt den Erstlieferanten der Probe aus und sagt nichts Näheres zu den Umständen, wie Russland «within a few days» im Anschluss an den Tag des Angriffs zur Probe gelangte. Wie war es den russischen Militärs möglich, während die internationale Gemeinschaft auf Zutritt warten musste?
Christian Strahm, am 16. September 2016 um 14:51 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung unter Ihrem richtigen Namen zu äussern. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Achtung: Die Länge der Einträge ist beschränkt und wir erlauben nicht, zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander zu platzieren. Unnötig herabsetzende Formulierungen ändern oder löschen wir ohne Korrespondenz.