Nachrichtensendung «heute» im ZDF vom 28.12.2019 mit Moderatorin Barbara Hahlweg © zdf

Nachrichtensendung «heute» im ZDF vom 28.12.2019 mit Moderatorin Barbara Hahlweg

Kaum Lügen, aber die hohe Kunst der Verkürzung

Helmut Scheben / 31. Dez 2019 - Die Nachrichtensendung des ZDF demonstriert, wie man mit wirkungsvoller Montage von Bild und Text falsche Informationen verbreitet.

Die ZDF-Sendung «heute» am 28. Dezember um 19 Uhr: Die Moderatorin kündigt schlechte Nachrichten aus Idlib an. In der syrischen Provinz seien allein in den letzten zwei Wochen nach UN-Angaben 235'000 Menschen auf der Flucht. Der türkische Präsident Erdogan warne daher «vor einer neuen Migrationswelle Richtung Europa».

Damit ist schon mal im ersten Satz ein Akzent gesetzt, nämlich die stets wirksame Assoziation «Flüchtlings-Tsunami»: Sie sind auf dem Weg Richtung Europa. Der bewährte Aufreger erweist sich als perfektes Trampolin für das, was folgt, nämlich die unmittelbare Schuldzuweisung. Die Moderatorin belehrt uns, wem wir das alles zu verdanken haben:

    «Die Provinz im Nordwesten Syriens gilt als letzte grosse Rebellenhochburg im Land. Hier sollten eigentlich seit Monaten die Waffen ruhen, aber die Vereinbarung ist längst gebrochen. Die syrischen Regierungstruppen fliegen (hier macht die Moderatorin eine winzige Kunstpause und hebt dann die Stimme) mit russischer Unterstützung Luftangriffe und zwingen die Menschen zur Flucht.»

Noch Fragen? Sicher keine, denn hier scheint alles klar, schon bevor die Bilder des Beitrags zu laufen beginnen. Was bei mir – und bei einem deutschsprachigen Millionenpublikum – hängen bleibt, ist die simple Information: Die syrische Armee und die russische Luftwaffe treiben die Menschen in die Flucht. Da schiessen russische Kampfbomber auf Frauen und Kinder. Und das ist der Krieg in Idlib. Genau dies ist ganz offensichtlich der Aussagewunsch in diesem Beitrag, und mehr Erklärung halten die Autoren, wie sich in der Folge herausstellt, nicht für notwendig.

Falls der Zuschauer erwartet hatte, er erfahre, wie es zu dieser Offensive der syrischen Regierung gekommen ist, oder welche Rolle diese Aufständischen spielen, die in der Moderation als «Rebellen» bezeichnet werden, so hat er zu viel erwartet. Die rund 20'000 Kombattanten der verschiedenen Extremistengruppen der Terrororganisation Hai’at Tahrir asch-Scham, gegen welche die syrische Armee mit russischer Hilfe vorgeht, tauchen im ZDF-Beitrag nicht auf. Sie haben sich in Luft aufgelöst. Dass sie nach übereinstimmenden Aussagen zahlreicher Beobachter die ausgehandelte Waffenruhe mit brutalen Angriffen gebrochen haben, wird nicht erwähnt. Stattdessen wird das Gegenteil angedeutet:

    «Die Waffenruhe wurde gebrochen. Die syrische Armee und die russische Luftwaffe fliegen Angriffe.»

Die unmittelbare Aufeinanderfolge dieser beiden Sätze in der Moderation legt einen Kausalzusammenhang nahe. Wer hat die Waffenruhe gebrochen? Die syrische Regierung und die Armee, so wird hier suggeriert, denn «sie fliegen Angriffe». Und diese Suggestion ist eine krasse Falschinformation.

So kann man durch Andeutungen und geschickte Auslassungen Fakes produzieren. Die Kunst besteht darin, die Sache so zu arrangieren, dass man hinterher stets sagen kann: Im Text steht das nicht. Das haben wir so nicht gesagt.

Es ist nichts so fein gesponnen…

Wenn ein Bankraub misslungen ist, kann es vorkommen, dass die Bankräuber sich gegenseitig beschuldigen und auspacken. Ähnliches gilt für die Politik. Im September und Oktober 2017 sagte Hamad bin Jassim Al Thani, der ehemalige Premierminister und Aussenminister von Katar, in mehreren TV-Interviews, Katar und Saudi-Arabien hätten zusammen mit den USA den Angriff auf Syrien geplant und durchgeführt:

    «Alles lief über die Türkei», sagte der Scheich im staatlichen Fernsehen des Emirats (nicht auf «Al Jazeera»), «in Koordination mit den USA, den Türken und unseren saudischen Brüdern, alle waren über ihr Militär daran beteiligt.» (Vgl. Michel Raimbaud: Les Guerres de Syrie, S. 158 ff.)

Al Thani nahm kein Blatt vor den Mund. Er selbst sei im Frühling 2011 nach Damaskus gereist und habe Assad 15 Milliarden Dollar angeboten, wenn er sich vom Iran distanziere. Da Assad ablehnte, habe man zusammen mit den Saudis die geplante Intervention in Syrien eingeleitet. Syrien sei «die Beute» gewesen, auf die es mehr als 60 Länder unter Führung der USA abgesehen hatten: die sogenannte Gruppe der Freunde des syrischen Volkes.

«Katar und Saudi-Arabien waren verantwortlich für die Finanzierung und Bewaffnung», erklärte Al Thani. Die arabische Liga habe sich mit Propaganda begnügt. Den syrischen Medien wurde z.B. der Zugang zu Arabsat und anderen Satelliten gesperrt. «Al Jazeera» lieferte die gewünschte Propaganda, um die syrische Regierung zu diskreditieren. Eine Reihe von Journalisten verliess daraufhin aus Protest den Sender (vgl. z.B. Aktham Suliman: Krieg und Chaos in Nahost).

Allein die katarische Herrscherfamilie Al Thani habe mehrere Milliarden Dollar ausgegeben, um den Aufstand zu finanzieren, sagte der Scheich. Deserteure der syrischen Armee seien mit hohen Summen belohnt worden. Mancher Kommandant der Milizen sei steinreich geworden mit den Dollars aus den Golfmonarchien. In Syrien wurden Syrer dafür bezahlt, auf andere Syrer zu schiessen.

In einem Interview mit der BBC beschreibt Al Thani in Details, wie die militärischen Operationen, der Nachschub und die gesamte Logistik in Jordanien und auf dem türkischen NATO-Stützpunkt Incirlik koordiniert wurden. Er erklärt, wie die Geheimdienste der USA, Frankreichs, Grossbritanniens, der Türkei und Jordaniens zusammenarbeiteten, und vieles mehr.

Die Medien «unterschlagen, verdrehen und verfälschen»

Im kommenden Frühjahr wird der Krieg in Syrien ins neunte Jahr gehen. Selbst wenn die islamistischen Gotteskrieger aus Idlib vertrieben werden, steht zu erwarten, dass einige Konfliktherde weiter schwelen oder von interessierten Mächten am Brennen gehalten werden. Die USA haben schon angekündigt, sie wollten die syrischen Erdölfelder im Nordosten «mit zusätzlichen militärischen Mitteln schützen». Die Vorstellung, jeder könne sich ein Stück Syrien einpacken, scheint also nach acht Kriegsjahren immer noch virulent.

Die USA und ihre NATO-Verbündeten haben es seit Kriegsbeginn auf meisterhafte Weise geschafft, viele Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Sie haben in der öffentlichen Meinung im Westen weitgehend die Wahrnehmung durchsetzen können, dass Baschar al-Assad und Russland die Hauptschuld an diesem Krieg trügen und ihn angezettelt hätten. Die führenden westlichen Medien haben in dieser Commedia dell'Arte eine fatale Rolle gespielt. Zur Erinnerung: Russland griff erst Ende 2015 auf das Hilfsersuchen der syrischen Regierung ein. Da war der Krieg bereits fünf Jahre im Gange. Aber Logik und Fakten waren unseren Leitartiklern häufig fremd. Man verbreitete mit Fleiss die These, Putin habe in Syrien einen Krieg vom Zaun gebrochen, um sich als «Player auf der Weltbühne» Geltung zu verschaffen.

Ulrich Tilgner, langjähriger Korrespondent für das ZDF, sagte in einem Interview, in deutschen Medien werde «das Scheitern des Westens im Mittleren Osten schöngeredet». Unser Mediensystem sei ein geschlossener Kreislauf, in dem die Journalisten die Adressaten symbolischer Politik seien, wobei «die Wahrheit auf der Strecke bleibt». Das Ganze sei aber komplizierter als weithin angenommen:

    «Die Medien lügen nicht – sie verkürzen, unterschlagen, verdrehen und verfälschen. Auf das Wort Lügenpresse reagiere ich allergisch. Denn es unterstellt einen bewussten Akt. Genau dies gibt es in den Medien aber ausgesprochen selten. Vielmehr haben die dort Beschäftigten ihre eigene Wahrnehmung einer immer komplexer werdenden Wirklichkeit, von der sie Ausschnitte zeigen. Sie übernehmen die Positionen der offiziellen Politik oder ihrer Arbeitgeber. Um Widersprüche zu vermeiden, greifen sie zum Mittel der Verkürzung – nicht zuletzt, weil sie glauben, dass diese Verkürzung dem Publikum das Verständnis erleichtere.» (Quelle. Jens Wernicke: Lügen die Medien? S.70)

Die Bildmontage als wirksamste Ideologie-Maschine

Dass in dem Syrien-Beitrag des ZDF vom 28. Dezember die Tatsachen «verkürzt, unterschlagen, verdreht und verfälscht» wurden, steht ausser Frage. Und im Ergebnis spielt es keine Rolle, ob die Verzerrung bewusst, halbbewusst, unbewusst oder intentional erfolgte. Dabei unterstützte eine perfekt Bildmontage die Darstellung weit wirkungsvoller als viele Worte. Schon während der Moderation wurde vom Bild einer schweren Detonation übergangslos auf einen Flüchtlingskonvoi geschnitten.

Bei Beginn des Beitrags wird das Gleiche repetiert, um nicht zu sagen eingehämmert. Da ist ein syrischer Panzer zu sehen, der vorbeifährt, ein Mann auf dem Panzer hebt die Hand zum Victory-Zeichen und dann ein Schnitt: ein Flüchtlingscamp und Kinder, die davonlaufen. Dieser Bildlogik zufolge fährt der syrische Panzer direkt ins Flüchtlingslager. Er verfolgt die Flüchtlinge, er greift sie an, was auf der Tonspur untermauert wird:

    «Die syrische Armee soll schon Dutzende Orte erobert haben. Ihr Ziel: Idlib, die letzte Rebellenhochburg. Ihre Opfer: Zivilisten.»

Die humanitäre Not, die die Kämpfe zweifellos mit sich bringen, wird ausgiebig dargestellt. Zehntausende seien auf der Flucht Richtung türkische Grenze, diese sei jedoch geschlossen, die Lager überfüllt. Bei Temperaturen nahe Null Grad und Dauerregen bieten die Zelte nur wenig Schutz. Eine Frau: «Das Wasser läuft ins Zelt, die Kinder sind krank, wir konnten die ganze Nacht nicht schlafen.»

Hilfsorganisationen klagten über eine humanitäre Katastrophe, lautet der Kommentar. Und stellt die rhetorische Frage: «Internationale Hilfe? Fehlanzeige.»

Um dies zu belegen, wird der Zuschauer in einem abrupten Transport nach Istanbul versetzt, wo ein gewisser Mohamed, der aus Syrien geflohen sei, die Frage stellt: «Wo ist Amerika? Wo ist Deutschland? Es geht nicht, dass nur die Türkei hilft.»

Die Regierung in Ankara unterstütze nämlich die Regime-Gegner, werden wir vom Kommentar aufgeklärt. Und bei dem Wort «Regime-Gegner» zeigt uns der Film – um es polemisch zu sagen – nicht etwa schwarzvermummte Kombattanten des Islamischen Staates oder öffentliche Kopfabtrennungen, sondern die Nahaufnahme von Mohameds Kaffeemaschine.

Der Syrien-Beitrag endet also, wie zu erwarten war, mit dem kaum verhohlenen politischen Aufruf, die USA und Deutschland müssten «handeln». Man hat den Eindruck, der Autor könne sich nur mühsam des Statements enthalten, es gelte nun, Assad und die Russen endlich an die Kandare zu nehmen.

Da wiederholt sich das Aleppo-Syndrom. Jedes Mal wenn die vom Westen und den Golfmonarchien finanzierten und bewaffneten «Rebellen» vor einer Niederlage stehen, erhebt sich ein grosses Lamento und die Warnung vor einer humanitären Katastrophe. Als dieselben «Rebellen» Syrien von Assad-Anhängern «säuberten» und Zehntausende Alawiten und Christen verfolgten, führte dies zu viel weniger Schlagzeilen und Schuldzuweisungen. Wie auch die mehr als 200'000 gefallenen und verstümmelten syrischen Soldaten, die ihr Land gegen die Aufständischen verteidigt haben, in unseren Medien keine Helfer-Empathie auslösten. Wenn sie und ihre Familien denn jemals einer Erwähnung wert waren. Die vom Westen finanzierten «Weisshelme» berichteten fast nur von Regime-Opfern.

Der Journalist Uwe Krüger erforscht seit langem den Einfluss von Elite-Netzwerken, Machthierarchien und PR-Agenturen auf unsere Medien. Er sagt: «Journalisten sind keine Puppenspieler, keine fremdgesteuerten Marionetten.» Aber sie folgen laut Krüger in der Themen-Agenda und bei der Rahmung dieser Themen oft den Vorgaben der Politikelite, und bei geopolitischen Konflikten heisst das Narrativ: Wir sind die Guten.

Wie ist das möglich?

Wie ist es möglich, dass in einem Land mit mehr als 80 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern manipulierte Fernsehbeiträge wie jener vom 28. Dezember 2019, in einem der grössten TV-Sender mit einer Selbstverständlichkeit ausgestrahlt werden? Uwe Krüger sagt:

    «Man kann diese selektive Wahrnehmung mit westlicher Sozialisation und kognitiven Prägungen aus dem Kalten Krieg erklären oder mit der Einbindung leitender Journalisten in transatlantische Netzwerke und die dort ablaufenden Diskurse. Oder damit, dass die Journalisten einfach der PR beziehungsweise Propaganda der eigenen Eliten auf den Leim gehen (…) Aber für mich steht fest: Es gibt diese Einseitigkeiten, blinden Flecken und doppelten Standards, woher auch immer sie nun rühren.» (Quelle: Wernike, S.129)

Uwe Krüger deckte in seiner Dissertation mit dem Titel «Meinungsmacht» auf, dass Politik, Wirtschaft und Leitmedien in gewissem Mass eine «geschlossene Gesellschaft» bilden. Er erstellte eine Namensliste von deutschen Journalisten in leitender Funktion, die Mitglieder in internationalen Institutionen waren, welche die Interessen der USA verfolgten. Die Publikation schlug ein wie eine Bombe. Da erübrigt es sich beinah zu erwähnen, dass dort Claus Kleber, Moderator und Ausland-Chef der ZDF-Nachrichtensendung «heute» als prominentes Mitglied in der NATO-nahen Stiftung Atlantik-Brücke und im US-Aspen-Institut auftauchte.

Ergänzende Informationen

Red. Besonders in geopolitischen Auseinandersetzungen versuchen alle Konfliktparteien, ihre eigenen Absichten zu vertuschen, die Gegenseite zu diskreditieren, falsche Fährten zu legen und die Medien zu instrumentalisieren.
Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt. Deshalb fokussiert Infosperber auf vernachlässigte Fakten, Zusammenhänge und Interessenlagen. Das kann als einseitig erscheinen, soll aber die grossen Medien ergänzen.
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger schätzen unsere Zusatzinformationen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

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16 Meinungen

Und woher weiss ich, dass diese Informationen stimmen? Wenn alle Konfliktparteien versuchen, uns falsch zu informieren, weshalb soll ich denn überhaupt noch irgendeiner Information aus einem Kriegsgebiet trauen?
Ueli Custer, am 31. Dezember 2019 um 12:04 Uhr
Guten Tag Redaktion Sperber,
für diesen Artikel von Helmut Scheben gebührt die höchste Anerkennung, hier ist jeder Satz geschrieben stimmig.Ich habe diese Sendung auch gesehen. Sie können stolz auf Ihre Journalisten Sperber sein, die der Wahrheit verpflichtet sind. Für das Neue Jahr wünsche ich allen ein gesundes Neues Jahr 2020. Werner Kämtner
Werner Kämtner, am 31. Dezember 2019 um 12:40 Uhr
Viele von uns sind noch gefangen in den „eigenen“, westlichen Propaganda-Mauern.
Wann passiert der nächste Mauerfall nach Berlin?

https://m.youtube.com/watch?v=10QePYwESDI
Dr. med. Paul Steinmann, am 31. Dezember 2019 um 13:17 Uhr
Sehr guter Artikel. Was der «Westen» in Syrien anrichtete ist kriminell. Ebenso die Berichterstattung in den westlichen Medien.
Pedro Reiser, am 31. Dezember 2019 um 13:39 Uhr
JournalistInnen sind Abhängige von Lohn oder Honorar. Sie werden, nach eingehender Prüfung ihrer bisherigen publizistischen Tätigkeit, von Chefredaktoren engagiert, welche wiederum von den Besitzern der Medienkonzerne oder den Direktionen der Öffentlichen nach Kriterien der politischen Systemkonformität eingestellt wurden. Die Leute lügen nicht, sie tun ganz einfach das was von ihnen verlangt wird. Wer sich mit der Grundordnung anlegt ist schnell weg vom Fenster. Gut, dass es Info-Sperber gibt.
Hanspeter Gysin, am 31. Dezember 2019 um 14:10 Uhr
Siehe auch Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes an den Deutschen Bundestag
(WD 2 – 3000 – 029/18); S. 6 / 7, Zitat:
«Das ursprüngliche Ziel der US-Intervention in Syrien bestand zunächst darin, das Assad-Regime zu bekämpfen. Bereits seit dem Jahr 2012 unterstützen die USA ihre Verbündeten dabei, syrische Gruppierungen wie die Freie Syrische Armee mit Waffen zu beliefern.
Eigene Waffenlieferungen der USA wurden später aufgedeckt. Zeitweise bildeten US-Soldaten auch syrische Rebellengruppen militärisch aus.
Demgegenüber steht seit Ende 2014 die Bekämpfung des Islamischen Staates im Rahmen der internationalen Anti-IS-Allianz im Vordergrund. Bereits im Jahr 2014 begannen die USA damit, Luftschläge gegen den “IS” in Syrien zu verüben. Die Bekämpfung des Assad-Regimes ist demgegenüber in den Hintergrund getreten, da dieser ebenfalls gegen den “IS” vorgeht.»
Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/563850/05f6dec762a939978c22a132ee680b9a/wd-2-029-18-pdf-data.pdf
Peter Herzog, am 31. Dezember 2019 um 15:07 Uhr
Ich erinnere mich noch an den Spruch «Führer befiehl, wir folgen Dir!, wenn ich die Berichterstattung unserer Massenmedien ansehe und anhöre, sobald es sich um Sachverhalte handelt, die sich gegen Russland und dessen Präsidenten Putin oder um China z.B. im Fall der chinesischen Uiguren handelt.
Rolf Schmid, am 31. Dezember 2019 um 16:58 Uhr
Mit grossem Interesse habe ich den Beitrag zur Nachrichtensendung des ZDF gelesen und möchte Ihnen dazu herzlich danken.
Ich selber habe diese Nachrichtensendung auch gehört. Dank meinem Wissen über die Manipulationen unserer Mainstream-Medien wusste ich gleich, dass auch hier wiederum falsch, ungenügend informiert wird, oder einfach Tatsachen verdreht oder weggelassen werden.
In Ihrem Beitrag haben Sie diese Montage von Bild und Ton gekonnt entlarvt. Dafür danke ich Ihnen bestens. Wenn solche Fehlleistungen durch die Medien weiterhin ungesühnt bleiben, fürchte ich das Schlimmste für die Zukunft für unserer Zivilisation!
Christian Grünig, am 31. Dezember 2019 um 17:07 Uhr
Schön, diese Evidenz so klar dargestellt zu haben.

Auch die Vokabular-Wahl ist von entscheidender Bedeutung. Hier sind die «faulen» Medienleute, welche Qualifikative und konjunktiv-Formen regelmässig «vergessen», bzw. bewusst unterschlagen besonders störend.

Eine Dummheit, auch wenn sie wiederholt wird, bleibt eine Dummheit. Offenbar aber nicht bei SFR (Ausnahme 10vor10). Es ist erfrischend zu sehen, dass es auch noch bei uns Journalisten gibt, die selbst denken können und so nicht zum dummen Nachplappern verdammt sind. Leider gibt es aber immer mehr...
Josef Hunkeler, am 31. Dezember 2019 um 17:37 Uhr
Was ist aufschlussreich am Artikel von Helmut Scheben? – Er fordert diesmal kaum Widerspruch heraus. Man würde gerne wissen, ob Scheben schon einmal vor Ort war, um sich selbst ein Bild von der Lage in Syrien zu machen. Seine Analyse ist sicher nicht ganz und gar falsch, aber man kann in einer zehnminütigen Nachrichtensendung (ZDF Heute), in einem Beitrag von vielen, nicht anders als mit verkürzter Darstellung berichten? – Natürlich bleiben da immer Hintergründe auf der Strecke. Darum kommt es auf die Summe der Beiträge an, über eine längere Zeit, um festzustellen, ob die Berichterstattung zu einem bestimmten Thema tendenziös ist. Ein einziger, vermutlich im Schnitt missglückter Beitrag, sagt nicht viel aus. Und die von Scheben offerierten Links sagen noch weniger wenig aus. Mit Verweisen auf Atlantik-Brücke und Aspen-Institute wird suggeriert, dunkle Mächte im Hintergrund steuern via NATO und USA die Welt, und dort «aufgetaucht» ist sogar Claus Kleber, ZDF-Auslandchef. – «Aufgetaucht» wie Nessi im Loch Ness? Oder ist Kleber dort Mitglied? Ist er dort einmal oder regelmässig aufgetreten? Jedoch mit Sicherheit tauchte Claus Kleber nicht nur mehrmals in der fraglichen Region auf, sondern hat von dort berichtet. – Und was spricht für Infosperber? Dass sich die Redaktion wenigstens mit einem gelben Kasten, wenn auch nur vorsichtig, von Schebens Meinung distanziert.
Rudolf Elmer, am 01. Januar 2020 um 12:56 Uhr
Weiter oben hat es jemand schon erwähnt. Auch in den Medien gilt: Wer zahlt befiehlt. Meinen Medienkonsum erlebe ich genauso wie Helmut Scheben. Dadurch sinkt das Interesse an den Propagandamedien. Denn wer lässt sich schon gerne verarschen. Nun sind aber im Infosperber in den vergangenen Jahren Artikel über die Landwirtschaft erschienen die nach den selben Methoden einseitig waren wie sie Helmut Scheben beschreibt.
Alfred Schmid, am 01. Januar 2020 um 19:22 Uhr
"Darum kommt es auf die Summe der Beiträge an, über eine längere Zeit, um festzustellen, ob die Berichterstattung zu einem bestimmten Thema tendenziös ist."
Berechtigte Anmerkung von Ihnen, @Rudolf Elmer
Dazu teile ich Ihnen gerne mit, dass ich bereits zwei Programmbeschwerden an das ZDF geschrieben habe, wegen der tendenziösen Berichterstattung über den Kampf um Idlib, mit den auch hier genannten Kritikpunkten. Zeitraum: Das zurückliegende Jahr. Ein roter Faden sozusagen.
Bernd Moser, am 01. Januar 2020 um 23:11 Uhr
Man kann auch mit der «Wahrheit» manipulieren. Alle Chefredakteuren vom ARD und ZDF wurden immer in Amerika «auf Linie» gebracht. Und immer ist es der böse Russe, der für alles mitverantwortlich ist. Es gibt aber immer weniger Menschen, die alles das, was die ÖR senden, als bahre Münze nehmen.
Gerhard Hampel, am 02. Januar 2020 um 20:38 Uhr
Warum kann man bei Infosperber nicht beides: die Manipulationen in den westlichen Medien bis in deren Wortwahl scharfsinnig aufdecken, und die russische Propaganda genau so scharfsinnig demontieren? Statt dessen ist nach Schebens Darstellung anzunehmen, dass es sich bei der These, Putin habe sich nicht auf die Bitte einer legitimen Regierung hin zum Schutz von Syriens Volk eingemischt, sondern um Russlands Geltung als Global Player wiederherzustellen, als Fake dargestellt. Und es wird dem Leser nahegelegt, dass die Soldaten, die in Assads Armee ihr Leben verlieren mussten, eigentlich ihr Land verteidigen wollten. Diese Naivität passt schlecht zum Anspruch Infosperbers, auch in der Wortwahl manipulative Wirkungen schonungslos zu entlarven. Warum will man den Leser glauben lassen, bei der syrischen Armee handle es sich wie bei der Schweizer Armee um eine Volksarmee, die «ihr Land verteidigt», und nicht um das Instrument eines Diktators, der sie gegen äussere Feinde ebenso wie gegen Teile der eigenen Bevölkerung - auch unbewaffnete - einsetzt, wenn es seiner Machterhaltung dient? Warum muss infosperber, um der einen Propaganda entgegenzutreten, naiv die Gegenpropaganda Assads und Putins stützen? Was spricht dagegen, schonungslos ALLE Propaganda aufzudecken? Die ergänzende Bemerkung der Redaktion, dass der Leser ja über die Mainstream-Sicht schon informiert sei, ist nicht überzeugend als Begründung für diese Taktik.
Peter Lüthi, am 04. Januar 2020 um 22:08 Uhr
Grossartig geschrieben und auf den Punkt gebracht. Ich kenne das selbe aus Ostasien, wo auch SRF regelmässig Beiträge bringt mit Aussagen wie “die Regierung in Taiwan sagt... aber China will...“ Damit wird natürlich suggeriert, es handle sich um ein unabhängiges Land Taiwan im Gegensatz zum Land China. Das ist völkerrechtlich doppelt falsch, denn erstens ist es die Regierung des Landes “Republik China“, welche auf Taiwan regiert, und zweitens gibt es keine völkerrechtliche Anerkennung von zwei Ländern auf dem Festland und der Insel Taiwan. Auch hier wird mit gezielter Auslassung gearbeitet, womit sich westliche Medien zum Instrument einer US Politik macht, welche diesen Konflikt möglichst hochkochen will.
Mir ist bewusst dass viele Chinesen auf Taiwan ein unabhängiges Land möchten, dass die Republik China auch ihre Gebietsansprüche auf dem Festland (ganz China plus die Mongolei) mittlerweile aufgegeben hat. Das darf und soll man als Journalist auch durchaus sagen. Von mir aus soll ein Herr Aldrovandi aucj offen sagen, dass er diese Abspaltung unterstützt (obwohl: mit welcher Legitimität mischt er sich ein?). Man sollte die Abspaltung aber nicht als Status Quo darstellen. Auch gibt es Inseln der Provinz Fujian, welche von der Republik China kontrolliert werden aber keinesfalls zu Taiwan gehören, da eben eine andere Provinz. So führen kleine sprachliche Verkürzungen zu einem falschen Bild beim schweizer Publikum. Das finde ich verantwortungslos.
Harald Buchmann, am 06. Januar 2020 um 12:33 Uhr
Eine selbsterannte Elite nimmt sich das Recht heraus, die Wahrheit für sie selber zuträglich ist, aber für die anderen aber nicht.
Das sagte der Medienwissenschaftler Professor Bolz. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Rates der CDU !

https://www.youtube.com/watch?v=dlQ8RPbwd8g

Norbert Bolz: «Lügenpresse ist eine unzutreffende Verkürzung, SIE VERSCHWEIGEN» !!
Dieter Gabriel, am 11. Januar 2020 um 23:36 Uhr

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