«Gewinne der Tabakfirmen bestrafen»

Urs P. Gasche © upg
Urs P. Gasche / 04. Apr 2014 - Franco Cavalli: Mit «mörderischer Tätigkeit» erzielen Tabakmonopole in armen Ländern «ungeheuerliche Gewinne».

Der Tessiner Krebsprofessor zitiert europäische Wissenschaftler, die den «etwas scheinheiligen Amerikanern» vorwerfen, dass sie Raucher bestrafen und zum Aufgeben zwingen wollen, gleichzeitig aber zusehen, wie die grossen angloamerikanischen Tabakkonzerne immer mehr verdienen und Spekulanten von steigenden Kursen der Tabakaktien profitieren. «Das zeugt von einer klaren Doppelmoral», kommentiert Cavalli in der neusten Ausgabe des Schweizer Krebsbulletins.

Statt «scheinheilige moralische Appelle» an die Raucher zu richten, würde «sich viel mehr erzielen lassen», wenn man die Gewinne der Tabakkonzerne «steuerlich so hoch bestraft, dass die Leute nicht mehr in diese Monopole investieren».

Die «Doppelmoral» sei besonders bedenklich, weil die Konzerne ihre Gewinne jetzt vor allem in den armen Ländern erzielen, kritisiert Cavalli.

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6 Meinungen

Die Tabakkonzerne machen ihre Kunden krank. Das gleiche machen die Pharmakonzerne. - Preisfrage... welchen Wahnsinn lässt sich die Gesellschaft, bzw. Staat, bzw. das Individuum mehr kosten?
Urs Lachenmeier, am 04. April 2014 um 13:32 Uhr
Da muss ich intervenieren. Jeder entscheidet selbst, ob er Tabak konsumieren möchte, oder nicht. Tabak, wage ich zu sagen, macht nicht krank, ja Tabak wird sogar als hochpotentes Medikament angewendet. Was aber krank machen kann, ist das rutschen von einem geniessen in eine Sucht, welche zu einem Zuviel führt, und das kann krank machen. Wir wissen ja, dass es in einem regelmäßigen wiederholen immer wieder eine pauschale Verhetzung von irgend etwas gibt, ohne Differenzierung, und viele verdienen daran viel Geld. Quo Bonum, Nikotin ist ein Anti-Depressiva, weniger Raucher bedeutet mehr Konsumenten anderer Antidepressiva, also Alkohol, Psychopharmaka, u.s.w. Und siehe da, was findet man in neuen Schmerzmitteln als Booster um deren Wirkung zu verstärken? Nikotin und Koffein.
Vielleicht klingelt es jetzt im Verstand des einen oder anderen. Und wer sucht, der findet nicht immer. Die deutsche Studie welche vor 12 Jahren die ganze rentable Tabakshetze ausgelöst hatte, suchen sie heute noch. Es gibt sie nämlich gar nicht. Und die ersten grossen Anti-Tabak Kampagnen wurden von der Alkoholindustrie finanziert, denn die waren wegen ihren Alkopops in Bedrängnis geraten und brauchten dringend ein Ablenkungsmanöver. Man sehe und staune, die Welt erinnert mich an das Affenhaus im Basler Zolli. Gruss Beatus Gubler www.streetwork.ch Basel Sozialarbeiter.
Beatus Gubler, am 04. April 2014 um 14:10 Uhr
Lieber Herr Gubler.
Hier liegen Sie ausnahmsweise falsch. Als Raucher haben Sie vielleicht einen unbewussten Bias. Jeder zweite Kettenraucher stirbt an den Folgen des Rauchens. Das ist wissenschaftlich nicht mehr bestritten und schon viel länger als seit zwölf Jahren belegt. Schon 1986 im Report des US Surgeon General (http://profiles.nlm.nih.gov/NN/B/B/F/C/). Bei Krebserregern gibt es auch keinen Grenzwert. Wer nur wenig raucht, senkt lediglich sein Risiko, an den Folgen zu sterben.
Urs P. Gasche, am 04. April 2014 um 15:06 Uhr
Lieber Herr Gasche. Ein Kettenraucher raucht ja auch viel zuviel. Die Dosis macht das Gift. Die direktive der WHO war lange die, dass 5 Zigaretten am Tag, in der Stärke bis 1,1mg Nikotin, unschädlich seien. Dann wurde diese gesenkt auf 3 Zigaretten pro Tag. Ein Kettenraucher ist wie ein Alkoholiker, er ist kein Geniesser. Ich habe mich vielleicht zu wenig klar ausgedrückt, habe aber deutlich geschrieben, das «Zuviel» macht krank. Vielleicht haben Sie als Ästhet und Nichtraucher, aber Geniesser eines guten Glas Weines, auch einen Bias. (Smile, ist nicht respektlos gemeint) Meine 3 bis 5 Zigaretten werden mir nicht schaden, so wie ihnen ab und zu ein Glas Wein nicht schadet. Ich trinke dafür 0 Alkohol. Ich vertrage ihn nicht, mein Körper mag ihn nicht. Wir sind halt nicht alle gleich, müssen unsere Grenzen kennen und auf unseren Körper hören. Übrigens, haben Sie gewusst dass wenn Sie 3 Wochen nur Tomaten essen, oder Spinat, mit 70% Wahrscheinlichkeit an einem Histaminschock sterben werden? Und das wer mehr als 15 Eier pro Woche verzehrt, und Ei ist ja überall drin, bereits an der Grenze zu einer Azeton-Vergiftung sich befindet? Ja es gibt auch unter den Tabakianern Geniesser, so wie es beim Wein auch nicht nur Alkoholiker gibt. So schliesse ich den Disput mit einem Humorvollen Auge und mit freundlichen Grüssen Beatus Gubler (Buchtipp: Lexikon der populärsten Ernährungsirrtümer, von Vollmer)
Beatus Gubler, am 04. April 2014 um 16:36 Uhr
Da muss ich leider widersprechen. Im Gegensatz zu Eiern und Tomaten gilt bei Krebserregern das Gesetz des Paracelsus selig nicht. Weder für radioaktive Strahlen noch für Pestizide noch für Zigaretten gibt es einen Grenzwert, unter dem kein Gesundheitsrisiko besteht. Für Krebserreger gibt es nur «akzeptierte» Gesundheitsrisiken, weil dann der Nutzen des Röntgens oder der Pestizidanwendungen nach Ansicht der Behörden überwiegt. Ihre fünf Zigaretten pro Tag gönne ich Ihnen. Sie halten das Risiko im Vergleich zum Genussfaktor oder zu Schlucken von Antidepressiva für gering. Aber von Null-Risiko dürfen sie nicht reden.
Urs P. Gasche, am 04. April 2014 um 16:46 Uhr
Danke für das Feedback. Vor 20 Jahren wurde mir aufgrund einer Studie gesagt, dass ich in 5 Jahren bei den Engeln sei. Meine 2 Mitpatienten machten also die Chemotherapie, welche ihnen empfohlen wurde, gegen den aggressiven Hepatitis C Erreger. Ich verweigerte die Chemo. Dasselbe sagte damals der Arzt. Je mehr und länger diese Chemo, desto grösser die Überlebenschance. Ich lebe noch, meine 2 Mitpatienten, welche beide die Chemo machten, starben vor 18 Jahren. Die Antwort des Hepatologen war: Wissen sie, inzwischen habe ich begriffen, dass es offenbar keine Absoluta gibt. Eine Studie wird von Menschen gemacht, von Interessengruppen. Die Studie welche das Rauchen betrifft und von Gegnern des Rauchens gemacht wurde, differenziert z.B. nicht, ob ein Raucher auch noch Alkohol trinkt oder nicht. Erst später kam die zweite Studie, welche aufzeigt das wer Alkohol trinkt und raucht, gegenüber dem nur-Raucher ein x hundertfaches an höherem Risiko habe. Nun denn, ich kenne die letztendliche Wahrheit nicht. Wenn wir mal wieder dort sind wo wir waren bevor wir geboren wurden, in unserer Heimatwelt, wie immer die auch aussehen mag, wenn es sie überhaupt gibt, dann werden wir es vielleicht definitiv wissen. Eine neutrale Studie wäre vielleicht am Aussagekräftigsten. Doch das Leben bleibt Lebensgefährlich, und die Natur ist ein Serienkiller, schon bei der Geburt steht unser sterben fest, ob mit oder ohne Tabak und Studien. Gruss B. Gubler
Beatus Gubler, am 04. April 2014 um 17:24 Uhr

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