Professoren Martin Kulldorff (links), Jay Bhattacharya (rechts), Professorin Sunetra Gupta (Mitte) © zvg

Professoren Martin Kulldorff (links), Jay Bhattacharya (rechts), Professorin Sunetra Gupta (Mitte)

Ein Plädoyer und ein Aufruf gegen Lockdowns

Urs P. Gasche / 14. Okt 2020 - Wissenschaftler lehnen das «Containment» mit Tracing und Quarantänen ab. Sie befürworten einen «gezielten Schutz» der Gefährdeten.

upg. Drei Epidemiologen und Professoren der Oxford University, der Harvard und der Stanford University* suchen Unterstützung für ihre «Great Barrington Erklärung». Sie glauben, dass sich trotz Eindämmungspolitik das Virus weiter ausbreitet und Lockdowns, Schul- und Ladenschliessungen nicht zweckmässig sind. Die Folgekosten in Milliardenhöhe sollten besser für einen optimalen Schutz der Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben, ausgegeben werden.
Unterstützt wird die «Great Barrington Erklärung» vom «American Institute for Economic Research» AIER mit Sitz in Great Barringten, Massachusetts. AIER wird unter anderem vom rechtskonservativen Koch Think Tank Network finanziert.

Die meisten Epidemiologen und Virologen halten es für unverantwortlich, sich auf Abstandhalten, Masken und Hygiene zu beschränken, von Lockdowns, Geschäftsschliessungen und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit abzusehen und sich auf den Schutz der Risikogruppen zu konzentrieren. Sie wollen eine Immunisierung der Bevölkerung mit einer weltweiten Impfkampagne erreichen.
Unterstützt werden sie von einer starken Lobby, bei der es um ein Multimilliardengeschäft geht.

Bis zum 13. Oktober haben weltweit 9'102 Wissenschaftler, 23'4269 Mediziner und 412'935 «besorgte Bürgerinnen und Bürger» die «Great Barrington Erklärung», die in 16 Sprachen vorliegt, online unterschrieben. Die online gesammelten Unterschriften werden allerdings nicht kontrolliert.
Infosperber informiert im Folgenden über den vollen Wortlaut der Erklärung (Zwischentitel von der Redaktion).

Die Great Barrington Erklärung

Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens haben wir ernste Bedenken hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden Covid-19-Massnahmen auf die physische und psychische Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir gezielten Schutz (Focused Protection) nennen. 

Wir kommen politisch sowohl von links als auch von rechts und aus der ganzen Welt und haben unsere berufliche Laufbahn dem Schutz der Menschen gewidmet. Die derzeitige Lockdown-Politik hat kurz- und langfristig verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Zu den Ergebnissen, um nur einige zu nennen, gehören niedrigere Impfraten bei Kindern, schlechtere Verläufe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weniger Krebsvorsorgeuntersuchungen und eine Verschlechterung der psychischen Verfassung – was in den kommenden Jahren zu einer erhöhten Übersterblichkeit führen wird. Die Arbeiterklasse und die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft werden dabei am schlimmsten betroffen sein. Schüler von der Schule fernzuhalten, ist eine schwerwiegende Ungerechtigkeit. 

Heutige Massnahmen verursachen irreparablen Schaden

Die Beibehaltung dieser Massnahmen bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird irreparablen Schaden verursachen, wobei die Unterprivilegierten unverhältnismässig stark betroffen sind.

Glücklicherweise wachsen unsere Erkenntnisse über das Virus. Wir wissen, dass die Gefahr durch Covid-19 zu sterben bei alten und gebrechlichen Menschen mehr als tausendmal höher ist als bei jungen Menschen. Tatsächlich ist Covid-19 für Kinder weniger gefährlich als viele andere Leiden, einschliesslich der Influenza. 

In dem Masse, wie sich die Immunität in der Bevölkerung aufbaut, sinkt das Infektionsrisiko für alle – auch für die gefährdeten Personengruppen. Wir wissen, dass alle Populationen schliesslich eine Herdenimmunität erreichen – d.h. den Punkt, an dem die Rate der Neuinfektionen stabil ist. Dies kann durch einen Impfstoff unterstützt werden, ist aber nicht davon abhängig. Unser Ziel sollte daher sein, die Mortalität und den sozialen Schaden zu minimieren, bis wir eine Herdenimmunität erreichen. 

Gezielte Massnahmen zum Schutz der gefährdeten Personengruppen

Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden. Wir nennen dies gezielten Schutz (Focused Protection). 

Die Verabschiedung von Massnahmen zum Schutz der gefährdeten Personengruppen sollte das zentrale Ziel der Reaktionen des öffentlichen Gesundheitswesens auf Covid-19 sein. Zum Beispiel sollten Pflegeheime Personal mit erworbener Immunität einsetzen und häufige PCR-Tests bei anderen Mitarbeitern und allen Besuchern durchführen. Der Personalwechsel sollte minimiert werden. Menschen im Ruhestand, die zu Hause wohnen, sollten sich Lebensmittel und andere wichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie Familienmitglieder eher draussen als drinnen treffen. Eine umfassende und detaillierte Reihe an Massnahmen, darunter auch Massnahmen für Mehrgenerationenhaushalte, kann umgesetzt werden und liegt im Rahmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Normales Leben in Schulen, Sport, Geschäften, Restaurants und Kultur

Diejenigen, die nicht schutzbedürftig sind, sollten sofort wieder ein normales Leben führen dürfen. Einfache Hygienemassnahmen wie Händewaschen und der Aufenthalt zu Hause im Krankheitsfall sollten von allen praktiziert werden, um den Schwellenwert für die Herdenimmunität zu senken. Schulen und Universitäten sollten für den Präsenzunterricht geöffnet sein. Ausserschulische Aktivitäten, wie z. B. Sport, sollten wieder aufgenommen werden. Junge Erwachsene mit geringem Risiko sollten normal und nicht von zu Hause aus arbeiten. Restaurants und andere Geschäfte sollten öffnen können. Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten sollten wieder aufgenommen werden.

Menschen, die stärker gefährdet sind, können teilnehmen, wenn sie dies wünschen, während die Gesellschaft als Ganzes den Schutz geniesst, der den Schwachen durch diejenigen gewährt wird, die Herdenimmunität aufgebaut haben.

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*Diese Erklärung wurde am 4. Oktober in Great Barrington (USA) verfasst und unterzeichnet von

Martin Kulldorff, professor of medicine at Harvard University, a biostatistician, and epidemiologist with expertise in detecting and monitoring of infectious disease outbreaks and vaccine safety evaluations.

Sunetra Gupta, professor at Oxford University, an epidemiologist with expertise in immunology, vaccine development, and mathematical modeling of infectious diseases.

Jay Bhattacharya, professor at Stanford University Medical School, a physician, epidemiologist, health economist, and public health policy expert focusing on infectious diseases and vulnerable populations.

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Vorbehalte gegenüber der Erklärung

Kritiker sehen in der Erklärung u.a. folgende Schwachstellen:

- Die Deklaration definiert nicht, wer alles zu den «Gefährdeten» (vulnerable) gehört.
- Die Deklaration sagt nicht, mit welchen konkreten Massnahmen man dafür sorgen will, dass sich diese Gefährdeten schützen können.

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Die Erklärung kann hier unterschrieben werden.

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Infosperber-DOSSIER:

Coronavirus: Information statt Panik

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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21 Meinungen

Gerade ist ein Freund aus dem Spital entlassen worden. Er hatte eine Covid-19-Infektion mit einer Lungenentzündung und migräneartigen Kopfschmerzen, weil die Infektion den Blutdruck durch die Decke jagte. Neben ihm lag ein 40jähriger Covid-Patient. Er brauchte Sauerstoff, hatte Herz- und Nierenprobleme. Die Langzeitfolgen sind nicht bekannt. Der Mann hatte keine Vorerkrankung. Er hat sich an einer Familienfeier angesteckt, 4 blieben negativ, 4 positiv, darunter die Mutter. Die Mutter hatte nur milde Symptome. Den Sohn hat es hart getroffen. Mein Freund wurde früher entlassen, weil die Spitaleinweisungen mit Covid wieder steigen. Vulnerable ältere Personen mit Vorerkrankungen gehören immer zu den Risikogruppen. Bei jeder Krankheit. Man müsste sie also immer einsperren. Die Pandemie ist eine Tatsache. So zu tun, als gäbe es sie nicht, bedeutet, den Leuten Sand in die Augen zu streuen.
Christine Fivian, am 14. Oktober 2020 um 12:02 Uhr
Danke an Infosperber für die Publikation der Great Barrington Erklärung, die ich umgehend unterzeichnet habe. Wir bräuchten in der Schweiz ein ähnliches Instrument (schon wegen unserem notorischen Sonderfall-Denken), das jetzt und in grosser Zahl unterschrieben würde. Es wäre ein Gegengewicht gegen die in diesen Tagen ausser Rand und Band geratene Medienhysterie, welche zu weiteren, von labilen Politikern beschlossenen, unverhältnismässigen Massnahmen führt. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Fallzahlen zum Fallstrick (siehe dazu auch www.freystefan.ch) geworden sind, der uns alle in einer ausweglosen Situation gefangen hält. Gelassenheit wäre das Gebot der Stunde und weniger Krisengipfel, von welchen wichtige Fachleute wie Psychologen und Soziologen konstant ausgeschlossen werden.
Stefan Frey, am 14. Oktober 2020 um 12:13 Uhr
Interessant, aber ich verstehe die Vorbehalte gut. Diese Strategie ist noch nicht ausgereift. Wie genau funktioniert der Schutz der Gefährdeten genau? Sie sollen sich Lebensmittel liefern lassen? Also daheim bleiben? Ist das quasi Hausarrest für die Gefährdeten? Ein normales Leben ist für die Gefährdeten ja wohl ausgeschlossen, oder?
Benedikt Schmidt, am 14. Oktober 2020 um 12:49 Uhr
AIER, eine Institution der wir vertrauen dürfen? Diese unterstützt die Barrington Declaration und betrachtet nebenbei den Klimawandel als geringes und managebares Risiko. So etwas von daneben.

Zu AIER aus Wikipedia:

AIER owns American Investment Services Inc., whose private fund, valued at around $285 million in 2020, includes holdings in a wide range of fossil fuel companies incl. Chevron and ExxonMobil, along with tobacco giant Philip Morris International, Microsoft, Alphabet Inc. and many others. AIER statements and publications consistently portray the risks of climate change as minor and manageable.

AIER has reportedly received US$68,100 from the Charles Koch Foundation[7] and maintains a network of local «Bastiat Society» chapters that partners with the Atlas Network and other Koch-funded think tanks.

Lesen Sie auch das hier von John Tamny auf der Homepage von AIER:

https://www.aier.org/article/coronavirus-counterfactual-a-true-enemy-would-have-alerted-us-in-2019/
Martin Walter, am 14. Oktober 2020 um 12:54 Uhr
Man könnte viele Ideen sammeln, um den Gefährdeten zu ermöglichen, sich zu schützen. Zum Beispiel Essensdienste, Einrichten von Online-Möglichkeiten, Taxis zahlen, wenn sie ausgehen müssen, besonders reservierte Eingänge und Plätze bei kulturellen Veranstaltungen usw. usw.
Ulrich Gasser, am 14. Oktober 2020 um 14:11 Uhr
Gibt es jetzt also doch eine bewiesene Immunität nach einer Covid19 Infektion? Das wäre die notwendige Grundlage für so ein Programm. Oder verstehe ich da etwas falsch.....
Anna Baur, am 14. Oktober 2020 um 14:11 Uhr
@Baur. Die Erfahrungen mit anderen Coronaviren zeigen, dass ein längerer Schutz – nicht vor Ansteckung – aber vor ernsthafteren Erkrankungen länger bleibt. Hundertprozentig weiss man über die Zukunft nichts. Wir müssen mit hohen Wahrscheinlichkeiten leben. Falls es keine Immunität gäbe, würde auch das Impfen kaum etwas nützen.
Urs P. Gasche, am 14. Oktober 2020 um 14:17 Uhr
Danke für diesen ausgezeichneten Beitrag. Der Weg müsste in der Tat der sein, die Risikogruppen zu schützen und die anderen ihr Leben leben zu lassen. Ich gehöre selber zur Risikogruppe und weiss, wie ich mich schützen kann. Und ich gönne es den anderen Menschen, wenn sie normal leben können ohne einschneidende Massnahmen.
Reto Derungs, am 14. Oktober 2020 um 14:39 Uhr
Die Empfehlung dieser „Experten“ lautet also kurz und bündig „Herdenimmunität“. Was für eine Entdeckung! Selbstverständlich wird sie irgendwann erreicht werden, wie bei Influenzaviren. Die eigentliche Frage lautet, zu welchem Preis? Und mit welchen Massnahmen sollen die –undefinierten – Gefährdeten geschützt werden, die bis jetzt noch nicht angewendet wurden? Und was wird geschehen, wenn Covid-19 zu einer noch viel gefährlicheren Variante mutiert? Wir sollten uns lieber fragen, was ein „gesundes Immunsystem“ bedeutet, wie es gemessen wird, und wie es bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffes erreicht werden kann bzw. aufrechterhalten lässt (auch und besonders psychisch). Übrigens, wie wollen diese klugen Wissenschaftler vermeiden, dass die Versorgungssysteme bei zu hohen Krankheitsfällen zusammenbrechen, weil zu viele Erkrankte in diesen Systemen zu Hause bleiben müssen – auch wenn sie nicht sterben?
Michel Mortier, am 14. Oktober 2020 um 15:17 Uhr
"Menschen im Ruhestand, die zu Hause wohnen, sollten sich Lebensmittel und andere wichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie Familienmitglieder eher draussen als drinnen treffen. «
Bin 76 und wohne zu Hause, aber lieber sterbe ich, als mich einsperren lassen, keinen Sport mehr treiben, ... deshalb kann ich das nicht unterschreiben, auch wenn ich vieles drin gut finde.
Heiner Graafhuis, am 14. Oktober 2020 um 23:38 Uhr
Natürlich Herr Fifian, wie bei der Grippe, bei der sterben aber, wenn auch sehr selten, zB ein völlig gesundes 14 jähriges Mädchen.
Doch Herr Schmidt, Schweden hat den Fehler gemacht, Altersheime etc nicht besonders zu schützen. Im Vergleich der letzten 10 Jahre liegt die Sterblichkeit aber trotzdem nur an 6. Stelle und im Vergleich zu anderen Ländern mit Lockdowns ist Schweden auch nicht schlechter.
Wenn man diese Gruppe noch etwas besser geschützt hätte, wären Sie mit Abstand am besten dran.
Beat Schärer, am 14. Oktober 2020 um 23:48 Uhr
@Urs Gasche stimmt, aber dann können wir auch die Herdenimmunität vergessen. Bis wir mehr wissen, werden wir uns diszipliniert, geduldig und vor allem solidarisch verhalten müssen. Allerdings sind das nicht die Stärken des modernen Menschen. Wird das Virus uns das beibringen?
Michel Mortier, am 15. Oktober 2020 um 09:47 Uhr
Am 16. Oktober ist der «Welthungertag». Dazu ein Zitat: «Wir in der Weltgesundheitsorganisation befürworten keine Lockdowns als primäres Mittel zur Kontrolle dieses Virus. Es scheint, dass wir bis zum nächsten Jahr eine Verdoppelung der weltweiten Armut haben müssen. Es scheint, dass wir zumindest eine Verdoppelung der Unterernährung von Kindern haben, weil die Kinder keine Mahlzeiten in der Schule bekommen und ihre Eltern nicht in der Lage sind, sich das zu leisten. Dies ist im Grunde eine schreckliche, schreckliche globale Katastrophe! Und so appellieren wir an alle führenden Politiker der Welt: Hören Sie auf, die Lockdowns als primäre Kontrollmethode zu benutzen, entwickeln Sie bessere Systeme dafür, arbeiten Sie zusammen und lernen Sie voneinander, aber denken Sie daran, Lockdowns haben eine Konsequenz, die man niemals kleinreden sollte: Sie machen arme Menschen um ein Vielfaches ärmer.» Dies die Botschaft nicht von irgendjemand, sondern des Pandemie-Delegierten der WHO, David Nabarro, in der englischen Zeitschrift «Spectator» vor zehn Tagen. Kein Wort bisher davon hierzulande in TV, Radio, Zeitungen. Kein Faktencheck, rein gar nichts. Da passt das Sprichwort von Mark Twain: «Es ist leichter, die Menschen zu täuschen, als davon zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind.»
Alain Vannod, am 15. Oktober 2020 um 09:52 Uhr
Viele reden von einer Herden-Immunität, wenn ca. 60% nicht mehr krank werden.
Tatsache ist, dass > 80% der Test-Positiven ohne Symptome bleiben.
Also besteht bereits eine Herden-Immunität. - Wie ist das zu erklären?

Durch die zelluläre Kreuz-Immunität unseres lymphozytären (=zellulären) Immunsystems!

Diese Spezialisten-Zellen unseres Immunsystems (B- und T-Lymphozyten, killer cells) hatten bereits Kontakt mit verschiedenen Coronaviren in früheren Jahren.
Sie erkennen auch das aktuelle Coronavirus und können es effektiv bekämpfen, so dass > 80% asymptomatisch bleiben. Ich kenne keine andere logische Erklärung.

Eine bessere Sicherheit bezüglich Gesundheit werden wir auch mit impfen wahrscheinlich nicht erreichen. Hingegen wird eine Impfung sicher Nebenwirkungen haben.

Die Wahl ist eigentlich sehr einfach: Vermeintliche Sicherheit durch eine Gesundheits-Diktatur (gegen eine Bedrohung, die bisher keine Übersterblichkeit verursacht hat) oder Freiheit?
Für mich ist diese Frage einfach zu beantworten: Freiheit.

Ich wünsche mir für die kommende Generation einen Ausbau der Demokratie, keine Dauerüberwachung oder Bevormundung und kein elitäres Geldsystem, welches > 90% der Menschheit mit Schulden in die Sklaverei treibt.

Aber es braucht definitiv Verantwortung für alle und von allen Mitgliedern der Menschheitsfamilie füreinander und für unsere fragile Erde.
Wir brauchen eine rasche Energiewende und eine gewaltfreie Welt, eine neue planetare Ethik. Gemeinsam, nicht top down.
Dr. med. Paul Steinmann, am 15. Oktober 2020 um 10:39 Uhr
Wie sieht das den mit dem Pflegepersonal aus. Oder ist das keine Gefahr, da ein grosser Teil wegen der Höhe des Lohnes ohnehin nicht am öffentlichen Leben teil hat? Das Argument bezüglich des Schutzes der Arbeiterschaft nehme ich dieser Klientel definitiv nicht ab.
Urs Huber, am 15. Oktober 2020 um 10:48 Uhr
@Graafhuis. Da bin ich ganz einverstanden. Aus meiner Sicht sollte man Risikogruppen nicht schützen (oder einsperren). Ich betone immer, dass vor allem den älteren Risikogruppen alle Möglichkeiten offeriert werden sollten, sich selber zu schützen (z.B. Gute Essenslieferungen, Gratis-Taxis zu kulturellen Veranstaltungen mit dort speziellen Eingängen und Plätzen, kostenlose IT-Hilfe zur Verbesserung der Video-Kommunikation etc. etc.). Aber alle sollen selber entscheiden können, ob sie dies möchten oder ein gesundheitliches Risiko eingehen.
Urs P. Gasche, am 15. Oktober 2020 um 19:09 Uhr
Ein Kommentator hat hier in diesem Menungsblog mal folgenden schönen Satz geschrieben:» Die Risikogruppen brauchen nicht geschützt, sondern sollten beachtet werden».
Denn:
Vom «Schützen wollen» zur Schutzhaft ist der Weg kürzer als man das Herrn und Frau Biedermann glauben und man es sie glauben macht.
Bernd Mensing, am 15. Oktober 2020 um 22:09 Uhr
Ach Herr Kollege Steinmann.
Sie haben ja recht.
Aber auf uns Doktoren, die tagtäglich am Krankenbett stehen oder in den Praxen, hört ja keiner.Da glaubt Her und Frau Biedermann lieber den «Spezialisten» und Drittmitteleinwerbern aus der Charitè.
Bernd Mensing, am 15. Oktober 2020 um 22:16 Uhr
WHO 8. Oktober 2020:
Sars-CoV-2 ist nicht tödlicher als eine Grippe.

https://corona-transition.org/corona-nicht-schlimmer-als-die-grippe-sagt-die-who
Dr. med. Paul Steinmann, am 16. Oktober 2020 um 07:36 Uhr
Nein, Herr Mensing, Ihr Kollege Steinmann hat nicht recht. Er kann seine persönliche Meinung jederzeit kundtun, aber wenn er als Mediziner auftritt, muss er sich folgende Fragen gefallen lassen:
- Welche Mathematik benutzt er, um von Test-Positiven auf die gesamte Population hoch zu rechnen? Müssten demnach in der Schweiz 8,5 Millionen x 0,6/0.8 zweimal innert 8 Tagen getestet werden, um eine Herdenimmunität nachzuweisen? Und wie werden unsere Spitäler mit den bis zu 40% fertigwerden, die nicht herdenimmun sind?
- Ist die Kreuzimmunität bezüglich Covid-19 wissenschaftlich bewiesen? Mir ist keine entsprechende Studie bekannt
- Ist ihm die psychologische Wirkung bewusst, die er mit „eine bessere Sicherheit bezüglich Gesundheit... werden wir auch mit Impfung wahrscheinlich nicht erreichen. Hingegen wird eine Impfung sicher Nebenwirkungen haben“ auslöst? Schon mal vom Nocebo-Effekt gehört?
- Was ist das für eine demokratische Freiheit, wenn sie darin besteht, ohne Gesichtsmaske und ohne Distanz zu bewahren andere anstecken zu dürfen? Vielleicht bin ich dann noch ‚gleich‘ mit den anderen, die so denken, aber solidarisch bestimmt nicht, und ethisch schon gar nicht.
Michel Mortier, am 16. Oktober 2020 um 09:37 Uhr
@ Mortier - da bin ich völlig bei Ihnen. Und nein Herr Kollege Steinmann, Corona ist NICHT «nicht schlimmer als eine Grippe». 1) gibt es nach wie vor keine Impfung (Grippeimpfungen gibt es, als Mediziner wissen Sie das ja) und 2) ist es immer noch ein neuartiges Virus das sich etwas rasanter ausbreitet als eine normale Grippe, oder haben wir etwa eine ähnliche Grippewelle am laufen gerade?
Ich habe wieder so ein Boomer-Gefühl wenn ich diese weinerlichen Kommentare lese... Boomer, bei denen immer alles nur Aufwärts ging und die nie irgendwelche Einschränkungen über sich ergehen lassen mussten.
Christian Schürch, am 16. Oktober 2020 um 22:04 Uhr

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