Forscher liefern gebetenes Resultat

Urs P. Gasche © upg
Urs P. Gasche / 16. Jan 2014 - «Wissenschaftler» legen Methode und Kriterien so fest, dass Auftraggeber zufrieden sind. Beispiel Cola + Co.!

Täglich verbreiten Medien Ergebnisse von Studien. Leider ist es immer noch nicht selbstverständlich, dass sie darüber informieren, wer die Studie in Auftrag gegeben und bezahlt hat.

Das ist jedoch entscheidend, um das Resultat der Studie kritisch zu hinterfragen. Einmal mehr hat eine Übersichtsstudie, diesmal im «Plos Medicine» veröffentlicht, nachgewiesen, dass viele Forscher den Auftraggebern das gewünschte Resultat liefern. Es ging um die Frage, ob Coca Cola und andere stark zuckerhaltige Getränke dick machen oder nicht.

Und siehe da: Vier von fünf Studien, welche Lebensmittelkonzerne oder -Verbände in Auftrag gaben und finanzierten, kamen zu beruhigenden Ergebnis, dass zuckerhaltige Getränke kein besonderes Problem darstellen.

Umgekehrt kamen vier von fünf Studien, bei denen die Autoren keinen Interessenkonflikt angaben, zum Schluss, dass zwischen dem Konsum von Zuckergetränken mit Gewichtszunahme und Übergewicht sehr wohl ein klarer Zusammenhang besteht.

Das wiederum erlaubt den Lebensmittel-Konzernen zu behaupten, dass sich die Forscher nicht einig seien und damit nicht bewiesen sei, dass ihre Getränke dick machen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Diese Übersichtsstudie machten Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam und der spanischen Universität Navarra.

Weiterführende Informationen

Zum Abstract der Originalstudie

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Eine Meinung

Danke für diesen Text, Urs!
Warum weiss die Menschheit so Vieles nicht, was für ihre Entwicklung wichtig, ja vielleicht gar entscheidend wäre? Und warum wird die Sammlung des unnützen Wissens grösser und grösser?
Ich bin seit meinem Studium ein bekennender Anhänger der Wissenschaft jeder Sparte – aber ich glaube nicht an das, was uns Tag für Tag an «wissenschaftlichen Resultaten» vorgesetzt wird. Einige meiner Zweifel gründen in eigenen Erfahrungen im und mit dem Wissenschaftsbetrieb, die meisten aus kritischer Lektüre. Manchmal fühlt man sich etwas allein mit so viel Wissensdrang und so viel Skepsis – und dann tut Kritik mitten aus dem Lager der Wissenschaft heraus einfach gut.
Billo Heinzpeter Studer, am 16. Januar 2014 um 23:04 Uhr

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