Pestizide stehen seit Langem im Verdacht, für das Bienensterben verantwortlich zu sein. © cc
Die Verwendung von Imidacloprid nimmt ständig zu. © US Geological Survey

US-Umweltbehörde: Pestizide können Bienen schaden

Red. / 16. Jan 2016 - Eines der meistverwendeten Pestizide schadet Bienen, stellt die US-Umweltbehörde EPA erstmals fest.

Jens Wernicke: Herr Ganser, Sie halten die aktuellen Kriege für illegal. Das ist eine gewagte These. Was macht Sie in Ihrer Analyse so sicher?

Ist auch der Syrienkrieg ein illegaler Krieg?

Neonicotinoide stehen seit langem im Verdacht

Wer die Uno-Resolution durchliest, erkennt, dass Afghanistan gar nicht erwähnt wird. Der Angriff auf Afghanistan war daher illegal. Er basierte auf der von Präsident Bush vorgetragenen Geschichte, dass Osama bin Laden für die Anschläge vom 11. September verantwortlich war. Doch genau dieser Punkt konnte vor der Uno nicht bewiesen werden und ist bis heute umstritten. Der Sicherheitsrat, in dem auch China und Russland sitzen, erteilte kein Mandat für einen Angriff auf Afghanistan.

Sobald der Nektar, der von Bienen in den Stock gebracht wird, mehr als 25 ppb Imidacloprid enthalte, verringere das die Honigproduktion und führe zu einer Verkleinerung der Population, gibt die EPA bekannt. «Parts per Billion» (ppb) ist eine in der Analytik gebräuchliche Masseinheit und bezeichnet sehr kleine Mengen. 25 ppb sind in der Nähe von behandelten Feldern keine Seltenheit.

Das Pestizid mache Bienen generell anfälliger, sagte Jim Jones, Experte der Umweltbehörde, der Nachrichtenagentur AP. Unterhalb des Grenzwertes von 25 ppb konnte die EPA keine nachteiligen Auswirkungen für Bienen finden.

Imidacloprid wird unterschiedlich stark eingesetzt. Insgesamt nimmt der Verbrauch zu. (Quelle: USGS)

Trotz dieses neuen Befundes kommt es vorläufig zu keinem Verbot von Imidaclopird. Der Bericht der EPA ist zunächst nur eine Risikoabschätzung, der detailliertere Untersuchungen folgen müssen. Die Bewertung von vier anderen Neonicotinoiden steht noch aus.

Waren Ihrer Ansicht nach – mit Ausnahme von Kuweit – sämtliche Kriege der letzten Jahre und Jahrzehnte nach geltendem Völkerrecht illegal?

Fast alle. Beim Angriff der USA auf Libyen im Jahr 1986 gab es kein Mandat des UN-Sicherheitsrates. Auch US-Präsident Reagan müsste sich vor einem Gericht verantworten, wenn er noch leben würde. 2011 haben die USA zusammen mit Frankreich und Grossbritannien Libyen erneut angegriffen. Diesmal gab es zwar ein Mandat der Uno, aber nur für eine Flugverbotszone. Die Nato-Länder kümmerte das nicht, sie führten einen «Regime Change» durch. Gaddafi wurde in der Wüste begraben.

Libyen versinkt seither im Chaos. Der französische Präsident Sarkozy, der britische Premier Cameron und US-Präsident Obama kamen mal wieder straflos davon. Am 1. August 2016 hat Obama Libyen nochmals bombardiert, das wurde in den meisten Zeitungen nur noch auf den hinteren Seiten vermeldet. Das Völkerrecht wird systematisch zerschlagen und ignoriert. Wenn wir eine ehrliche und gerechte Welt hätten, müssten Obama, Sarkozy und Cameron sich wegen des Libyenkrieges vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

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Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts der New York Times und anderer US-Quellen erstellt. Grosse Medien in der Schweiz haben bisher nicht darüber berichtet. Einzig «Cash online» verbreitete eine Agenturmeldung.

[[Warum können die Nato-Staaten das Völkerrecht ohne Konsequenzen verletzen?]]

Nachtrag vom 16.1.2016 (Spiegel-online)

Der Lebensmitteldiscounter Aldi Süd verlangt als erster grosser Händler von seinen Zulieferern, auf acht bienengefährdende Pestizide zu verzichten. Lieferanten von deutschem Obst und Gemüse sind seit Jahresbeginn dazu verpflichtet, heisst es in einem Schreiben des Konzerns an die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die neue Vorgabe betrifft beispielsweise Blumenkohl, Gurken und Salat, aber auch Äpfel. Der hohe Pestizideinsatz in der Landwirtschaft habe immense Auswirkungen auf die Umwelt; so habe sich die Zahl der Schmetterlinge, Bienen und anderer Insekten in den vergangenen Jahren dramatisch verringert. Trotzdem sperre sich etwa der Deutsche Bauernverband gegen strengere Regelungen. In dem Schreiben von Aldi Süd heisst es, man habe sich nach der Ankündigung «massiv der Kritik verschiedener Anbauverbände» ausgesetzt gesehen.

In Syrien betreiben die Nato-Länder derzeit zusammen mit den Golfmonarchien Katar und Saudi-Arabien einen illegalen Putsch, das kann jeder beobachten. Der deutsche Nahost-Experte Professor Günter Meyer hat richtig darauf hingewiesen, dass die USA primär sogenannte moderate Gruppen unterstützen. Diese wiederum arbeiten mit der Nusra-Front zusammen. Das heisst, auch die Waffen, die an die Moderaten geliefert werden, landen im Endeffekt bei der Nusra-Front. Das ist ein Skandal. Es bedeutet nichts anderes, als dass die Nato mit den Terroristen gemeinsame Sache macht.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

«EPA Says Pesticide Harms Bees in Some Cases», New York Times
«The EPA Finally Admitted That the World’s Most Popular Pesticide Kills Bees...», Mother Jones

Eine Meinung

Remember:
Rachel Carson «Silent Spring» 1962
Luc Farinelli, am 16. Januar 2016 um 12:15 Uhr

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