© sf
Mark Branson vor dem US-Senatsausschuss: «Ich entschuldige mich im Namen der UBS.»
Die Bankenaufsichtsbehörde Finma hat die Alarmglocken im Fall Wegelin nicht gehört. Zuständig ist ein früherer UBS-Banker.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ist für den Notverkauf der Bank Wegelin mit verantwortlich. Das sagt Professor Maurice Pedargnana, Finanzspezialist an der Hochschule Luzern und langjähriger Bankrat der Zürcher Kantonalbank. Im Tagesgespräch von Radio DRS erklärte er zur Rolle des Finma-Verwaltungsrates und der Finma-Direktion: «Der Finma lagen die Jahresberichte der Bank Wegelin 2008, 2009, 2010 vor. Auch die entsprechenden Revisionsberichte. Die Finma entscheidet darüber, ob eine Bank Gewähr bietet für einwandfreie Geschäftsführung. Das heisst, wenn sie nicht mehr glaubt, dass eine Bank einwandfreie Geschäft führt, dann muss sie die Bewilligung entziehen. Weil sie bis heute die Bewilligung nicht entzogen hat, muss man davon ausgehen, dass die Finma das Gebahren der Bank Wegelin direkt oder indirekt gestützt hat.» Die Finma habe wahrscheinlich die Situation selber falsch eingeschätzt hat. Die Alarmglocken hätten bei der Finma längst läuten müssen, meinte Pedargnana.
Ein ehemaliger UBS-Kadermann ging, zwei weitere kamen
Verantwortlicher Chef des Geschäftsbereiches Banken bei der Finma ist seit 2010 Mark Branson, welcher vorher Finanzchef der weltweiten Vermögensverwaltung der UBS war. Laut dem Wirtschaftsmagazin Bilanz startete Branson bei der Finma sogar mit einem stattlichen Paket von UBS-Aktien, welches er gemäss Verhaltenskodex einem Treuhänder zur Verwaltung übergeben musste. Ein halbes Jahr nach dem Eintritt von UBS-Mann Branson musste der ehemalige UBS-Kadermann Eugen Haltiner den Hut als Verwaltungsratspräsident der Finma nehmen.
Auf Anfang 2012 stieg ein weiterer ehemaliger UBS-Kadermann bei der Finma als Verwaltungsrat ein, nämlich Joseph L. Rickenbacher. Bis 2010 war er der oberste Risiko-Manager der weltweiten UBS-Vermögensverwaltung und damit ein Arbeitskollege von Branson.
Mark Branson: «Im Namen der UBS entschuldige ich mich»
Im Jahr 2008 hatte sich der damalige UBS-Kadermann Branson vor dem US-Senatsausschuss für die aktive Untersützung der Steuerhinterziehung entschuldigt: «Im Namen der UBS entschuldige ich mich und ich versichere Ihnen, dass wir die notwendigen Schritte unternehmen werden, dass solches nicht wieder geschieht. Wir haben entschieden, aus dem fraglichen Geschäft vollständig auszusteigen.» Im Dienste der Finma zeigte Branson jedoch offensichtlich keine besondere Sensibilität bei der Aufsicht der Bank Wegelin.
keine
Tagesschau vom 17. Juli 2008: UBS-Anhörung vor dem US-Senatsausschuss
Tagesgespräch, Radio DRS vom 3. Februar 2012
Meinungen / Ihre Meinung eingeben
Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Spenden an unsere gemeinnützige Stiftung SSUI machen es möglich. Spenden Sie 5 CHF per SMS mit dem Keyword Infosperber 5 an 9889 («Infosperber 5» an 9889).
Grössere Spenden via PayPal oder direkt aufs Spendenkonto
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX
Clearing-Nummer 09000
Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.
Noch mehr Geldspritzen und Schulden bringen die Wirtschaft nicht mehr zum Wachsen. Sie führen zum Kollaps.
Dossier anzeigen
Der Genfer Karikaturist Patrick Chappatte nimmt mit spitzer Feder die Politik im In- und Ausland aufs Korn.
Dossier anzeigen
Sie gehören zu den mächtigsten Konzernen der Welt und haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheitspolitik.
Dossier anzeigen
Kreuzen Sie Themen an, die Sie interessieren. Den Newsletter dazu senden wir täglich oder wöchentlich. Gratis bestellen
Noch vor zehn oder zwanzig Jahre wäre der neue BDP-Präsident mit seiner Aussage in die linke Ecke gestellt worden.
weiter
Kritik an deutschen Medien, welche die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland im Gleichklang mit den Banken kritisieren.
weiter
Die Umweltvereinigung Ecopop macht sich Sorgen, weil die Bevölkerung in der Schweiz im Jahr 2011 stark zugenommen hat.
weiter
Der in Genf lebende Karikaturist Patrick Chappatte bekam in den USA den renommierten Thomas-Nast-Preis verliehen. Wir gratulieren!
weiter
Zum «Crazy Food Walk» nach Delhi ködert die Swiss Kunden für 839 CHF. Indische Restaurants bei uns bieten dasselbe – ohne CO2.
weiter
Was kann ich tun, damit meine Firma möglichst keine Steuern zahlen muss?
Die Qualität unserer gesundheitlichen Versorgung ist schlechter als im Durchschnitt Europas. Das zeigt eine Studie aus Schweden.
weiter
Eine Werbekampagne gegen die Gratis-Zeitungen. Leider ist sie nur von der Solothurner Zeitung ins Blatt gesetzt worden...
weiter
Diese Rubrik enthält noch keinen Artikel
Spende von den Steuern abziehen
Sie können Ihre Spende von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Für Spenden über 5 CHF erhalten Sie eine Quittung zu Handen der Steuerbehörden. Die Spenden gehen an die gemeinnützige «Schweizerische Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI, welche die Informations-Plattform «Infosperber» ermöglicht. Infosperber veröffentlicht Recherchen, Informationen und Meinungen, die in der grossen Presse wenig oder gar keine Beachtung finden. Weitere Informationen auf der Seite Über uns
schliessenWir danken Ihnen herzlich für Ihre Spende!