«Official Broadcaster» (rot umrahmt) sollte informieren, dass der Beitrag von der FIFA  kommt © srf

«Official Broadcaster» (rot umrahmt) sollte informieren, dass der Beitrag von der FIFA kommt

Ombudsmann rügt WM-Berichte von TV SRF

Urs P. Gasche / 22. Aug 2014 - Während der WM hatte das Schweizer Fernsehen täglich Werbematerial der FIFA ausgestrahlt, ohne dies deutlich zu vermerken.

Dahinter verbergen sich zwei Aussagen:

Damit gab der Ombudsmann der SRG, Infosperber recht. Unter dem Titel «SRF TV macht FIFA-Propaganda nicht transparent» entlarvten wir die einseitige Lobhudelei der WM und die angeblich uneingeschränkte Begeisterung der Brasilianer über die neuen Stadien und die WM als Werbefilme der FIFA.

TV SRF wollte seine Rolle nicht offen legen

a) Der Staat Palästina wurde schon 1988 proklamiert. Diesen Staat haben inzwischen 137 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen anerkannt. Und der Vatikan.

Selbst in einer ausführlichen Stellungnahme von Notker Ledergeber, «Programmreferent Sport Leitung», zu Handen des Ombudsmanns informierte die Sportabteilung unter Leitung von Urs Leutert nicht darüber, dass die SRG sich gegenüber der FIFA zur Ausstrahlung verpflichtet hat. Erst auf ausdrückliche Nachfrage Casanovas rückte die Sportabteilung endlich mit der Wahrheit heraus: «Die SRG hatte die Verpflichtung, 25 Magazine zu 30 Minuten auszustrahlen».

Inhalt der Magazine

Die täglichen Magazine um 13.10 auf SRF 2 enthielten praktisch ausschliesslich Tourismus-PR für Brasilien und ein Hochjubeln der FIFA-WM. Die Sendungen führten in verschiedene Gegenden Brasiliens, stets mit den schönsten Stränden und Attraktionen. Die FIFA interviewte Leute von der Strasse, die sich von der WM ausnahmslos begeistert zeigten. Diese «Zeugen» durften versichern, dass es nicht so sei «wie die Medien über Brasilien geschrieben haben». Das Leben sei toll, die neuen Stadien absolut super und die Freude riesengross. Der Fussball verbinde und vereine die Völker.

Ombudsmann Casanova: «Eine einzige Lobeshymne»

Das entspräche nicht dem bisherigen Konsens der Europäischen Union. Eine künftige deutsche Regierung wird sich entscheiden müssen. Wer ehrlich zu seinen Wählern sein will, sollte nicht mit vieldeutigen Andeutungen arbeiten.

[[Das Wort Palästina fehlt]]

Infosperber-Leser gelangte an Ombudsmann

Ombudsmann Casanova musste Stellung nehmen, weil Infosperber-Leser Gabor Balazs beanstandet hatte, dass erstens die FIFA-Beiträge nicht klar genug als solche gekennzeichnet waren, und dass zweitens solche Beiträge die Fernsehkonzession verletzen würden.

Im ersten Punkt gab Casanova dem Beanstander recht: Die Sportabteilung hatte nicht transparent genug übermittelt, dass es sich um eine Produktion der FIFA und nicht der SRG handelte. Die Sportredaktion wollte sich herausreden: Eine Deklarationspflicht «würde ad absurdum dazu führen, dass sämtliche Live-Sportprogramme und Sportmagazine deklariert werden müssten.» Die Zuschauerinnen und Zuschauer hätten auch merken können, dass die Mikrofone bei den Interviews mit Leuten auf der Strasse oder mit Prominenten der Gesellschaft keinen «SRF-Mikrofonschutz» trugen. Es müsse allen klar gewesen sein, «dass SRF Sport unmöglich alle diese Bildaufnahmen und Interviews selber realisiert haben dürfte».

Ombudsmann Casanova stellte jedoch fest, dass «keine Einblender zu sehen waren, die das fremde Bildmaterial als solches kennzeichnen würden». Beiträge mit dem FIFA-Signet zu versehen «genügt nicht, um zu vermitteln, dass es sich um einen durch die FIFA realisierten Beitrag handelt». Auch der Sendetitel «FIFA WM-Preview» habe nicht genügt, weil das Publikum «ständig mit der Bezeichnung FIFA konfrontiert war». Und Casanova kritisierte das gleiche wie Infosperber: In den Filmtexten wurde «ständig von 'wir' gesprochen. Unter 'wir' verstehen die meisten Zuschauenden 'Schweizer Fernsehen' und nicht 'FIFA'».

2006 von Israel torpediert worden ist. Das gewählte Parlament durfte nicht zusammentreten, eine erhebliche Zahl der neu gewählten Abgeordneten wurde verhaftet. Finanzhilfen der USA und der EU wurden eingestellt. Welcher deutsche Politiker hat damals gefragt, ob die Einstufung der Hamas als Terroristen gerechtfertigt war?

«Bedenkliche Entwicklung» sei konzessionskonform

Die Lebensfähigkeit Palästinas

8. Bei aller Kritik: gegen die Worte «unabhängig» und «lebensfähig» ist eigentlich nichts einzuwenden; außer, dass «lebensfähig» nur sehr indirekt die nicht ausdrücklich erwähnte Siedlungspolitik ins Visier nimmt. In der Tat ist dieses Wort unverzichtbar. Es deutet das wichtigste Problem zwar nur vage an – es ist aber der einzige Punkt, mit dem die Koalition eine eigene, sich von der israelischen Regierung distanzierende Haltung einnimmt.

Das tut allerdings jede gute Werbung und jede gute PR.

Trotzdem sieht der Ombudsmann keine Verletzung der Programmvorschriften, weshalb die Ausstrahlung der Beiträge innerhalb der Programmautonomie von Radio und Fernsehen gelegen habe. Gerügt hat Casanova lediglich die «mangelnde Transparenz».

Der Infosperber-Leser und Beanstander gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und bereitet eine Popularbeschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz UBI vor.

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Keine

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2 Meinungen

Ich hatte mir mit dem damals neuen SRF-Direktor de Weck, der als Sternstunde Philosophie Moderator immer eine gute Figur gemacht hatte, eigentlich erwartet, dass solche Sachen besser statt schlechter würden. Peter-Prinzip (https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip)? Die nächste WM in Russland dürfte wegen der vermutlich noch grösseren Korruption und der politischen Lage noch viel schlimmer werden und das beste wäre, wenn SRF von dieser WM dann gar nichts übertragen würde, was nicht frei verfügbar ist. Stattdessen sind offenbar schon Verträge unterschrieben. Als Bezahler einer TV-Konzession bin ich dagegen und würde sie am liebsten stornieren.
Theo Schmidt, am 23. August 2014 um 09:51 Uhr
Ja, w a s macht eigentlich der GD der Schweizer Fernsehen, De Weck, in dieser Angelegenheit ? > Man nimmt ihn nie in irgendeiner Weise wahr. Die Schweizer Medien sind wirklich selbstherrlich: Oder a) sie lesen keine Kunden-Mails oder b) lesen sie kaum an, und wenn wieder eine Reklamation statt Lob, löschen sie diese gleich oder belegen sie mit dem Spam-filter. So gibts nie eine Reaktion oder Besserung darauf. Man fragt sich wirklich, wozu dem FS noch Mails senden.
Es ist wirklich zum Verzweifeln mit diesen.
André Dörflinger, am 07. November 2014 um 02:25 Uhr

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