Preisvergleich von Aspirin in 15 Ländern Europas © bild.de/Montage is

Aspirin-Preise, die Kopfweh machen

Urs P. Gasche / 07. Sep 2016 - Preise für Aspirin können Pharmafirmen ohne staatlichen Einfluss festlegen. In der Schweiz verlangt Bayer viel mehr als anderswo.

Was für kassenpflichtige Medikamente zutrifft, stimmt wohl auch für frei verkäufliche Arzneimittel: Schweizerinnen und Schweizer müssen die höchsten Preise in Europa zahlen. Jedenfalls zeigt ein Test des MDR-Magazins «Umschau», dass Apotheken das frei verkäufliche Aspirin in keinem andern Land Europas so teuer verkaufen wie in der Schweiz.

Eine Packung mit 20 überzogenen Tabletten à 500 mg Wirkstoff kostet in der Schweiz 36 Prozent mehr als im Mittel von 15 Ländern. Im Vergleich zu Holland müssen die Schweizerinnen und Schweizer sogar 81 Prozent mehr auf den Tisch legen. Das zeigt ein Einkauf von Infosperber in einer Berner Apotheke.

Im Jahr 2015 erzielte der Pharmakonzern Bayer mit Aspirin nach eigenen Angaben einen Fabrikumsatz von einer Milliarde Euro. Dazu kommen die Einnahmen des Handels und der Apotheken.

Das MDR-Magazin «Umschau» hat das Aspirin jeweils in einer Apotheke der jeweiligen Hauptstadt eingekauft. Der Einkauf in Bern erfolgte durch Infosperber. Grafik in grösserem Format hier.

Bei nicht kassenpflichtigen Medikamenten wie diesem Aspirin können die Pharmafirmen und Apotheken die Preise selber festsetzen. In «Bild.de» äusserte sich ein Bayer-Sprecher wie folgt: «Die Preise von Bayer-Produkten auf der ganzen Welt sind ein Spiegelbild der lokalen Marktdynamik und variieren von Land zu Land. Diese Dynamik wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wie zum Beispiel Unterschieden bei Verpackungs- und Vertriebskosten sowie durch lokale wirtschaftliche und regulatorische Bedingungen (wie die Mehrwertsteuer Anm. d. Red.). Ein direkter Vergleich der lokalen Preise ist daher nicht angemessen.»

Für kassenpflichtige Medikamente legt das Bundesamt für Gesundheit die Preise fest, offiziell nach den «WZW»-Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Warum aber die Schweizer Krankenkassen und Prämienzahlenden die höchsten Preise Europas zahlen müssen, lesen Sie hier:

«Macht krank: Europarekord bei Medikamentenpreisen»

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5 Meinungen

Muss ich die tatsache, dass zu diesem thema von allgemeinem interesse keine einzige meinung einging, als zeichen der resignation sehen?
Gabriella Broggi, am 09. September 2016 um 09:15 Uhr
Wer Aspirin konsumiert sollte sich Fragen , ob das homöopathische Mittel Nux vomica es besser tut.
Vorteil: es genügen 2 - 3 Tropfen in wenig Wasser.Mit der Zeit nehmen die Beschwerden ab.
Man soll die Lösung jeweils gut schütteln.Am Besten Nux vomica C30.

Sergio Rivoir
Am Besten
Sergio Rivoir, am 19. Februar 2017 um 10:13 Uhr
Bin zwar mit meinem Kommentar ein wenig spät, aber ich finde das nun eigentlich nicht wirklich so wild: Da Aspirin 500 weder rezeptpflichtig noch kassenpflichtig ist, kostet es die Allgemeinheit genau nichts. Ob jemand das teurere Aspirin oder (zum Beispiel) das günstigere Alcacyl mit demselben Wirkstoff kauft, oder ob er, wegen 5 Rappen Einsparung pro Tablette, sogar ins Ausland fahren will, ist jedem einzelnen selber überlassen.

Das geht «uns alle» genauso wenig an, wie die unterschiedlichen Preise für Hamburger, Praliné oder Kosmetika. Wer den Preis ok findet, soll es kaufen, wer nicht, soll es lassen.
Ich bin zwar gegen völlig unkontrollierten Neoliberalismus, aber ich bin auch dagegen, dass der Staat sich in jedes einzelne Geschäft des Marktes einmischt.
Stefan Werner, am 31. März 2017 um 15:21 Uhr
Das Problem des Aspirins sind die Nebenwirkungen.
Die Magensymptome dabei sind nur der Anfang und nicht die schwerste Nebenwirkung.
Schlimmer ist die Unterdrückung des Immunsystems.
Nach einigen Jahren kommt die Quittung und dann erinnern sich nur Wenige, dass sie Aspirin genommen hatten...
Wie oben geschrieben, sollte man nicht Symptome bekämpfen, sondern bei einem Homöopath Rat suchen.
Sergio Rivoir, am 31. März 2017 um 18:05 Uhr
Ich ziehe es vor, lieber jedem Volljährigen selbst die Wahl zu lassen, wie er sich behandeln lässt.
Stefan Werner, am 01. April 2017 um 07:50 Uhr

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