Vor 9 Jahren hat die SNB 130 Tonnen Gold verkauft. Blocher wollte den Erlös daraus, 19 Milliarden CHF, zuerst sogar verschenken...
Im Jahr 2000 wurde die Vorgabe, dass das von der Schweizerischen Nationalbank SNB in Umlauf gesetzte Geld durch physisch verhandenes Gold «im Keller» gedeckt sein muss, auf Verfassungsebene aufgehoben. Dadurch entstand «überschüssige Goldreserve». Die SNB teilte mit, sie wolle deshalb 130 Tonnen Gold auf dem freien Markt verkaufen.
Ein gutes Wahlgeschenk...
Niemand widersetzte sich diesem Plan. Auch der sich sonst gerne als Besserwisser gebende (damalige) Nationalrat Christoph Blocher hatte nichts dagegen einzuwenden. Im Gegenteil: Er hatte zuerst sogar die Idee, die aus dem Verkauf zu erwartenden 19 Milliarden Schweizer Franken zu verschenken – an alle Schweizer. Es hätte pro Kopf etwa 3500 Franken gegeben. Dann allerdings kam er mit der aus seiner Sicht noch besseren Idee, dieses Geld in die AHV einzuspeisen, um zu deren Absicherung eine Erhöhung des MwSt-Satzes zu vermeiden. Und er lancierte die sogenannte Goldinitiative, die an einer Abstimmung im September 2002 vor dem Volk allerdings keine Gnade fand.
Im nachhinein war es eine grosse Dummheit
Heute, nach neun Jahren, wissen wir, dass auch Blocher den «Pögg» (für Hockey-Freunde: den Puck) damals nicht gesehen hat. Damals nämlich lag der Wert eines Kilogramms Gold bei weniger als 15'000 Franken. Heute, da wir unendlich froh wären, die SNB hätte noch etwas höhere Währungsreserven, liegt der Wert des Goldes bei über 48'000 Franken pro Kilogramm. Für die 130 Tonnen Gold hätte die SNB heute also über 62 Milliarden Schweizer Franken lösen können!
Zur Erinnerung (alles nachzulesen auf blocher.ch)
Frage: Wenn die SVP sagt, sie möchte das Gold an das Volk verteilen, gäbe es dafür nicht direktere Wege?
Blocher: «Wir haben das geprüft. Zuerst wollten wir das Gold direkt den Bürgerinnen und Bürgern verteilen. Jeder bekäme dann etwa 3500 Franken. Das gibt aber Verteilungs- und Inflationsprobleme, und das Vermögen wäre auf einmal aufgebraucht. Über den AHV-Fonds kommt der Beitrag allen zugute ().»
(Aus einem Interview mit der NZZ vom 30.8.2002)
Frage: Wäre es denn nicht klüger, das ‹überschüssige› Gold für den Schuldenabbau zu verwenden, wie es das Komitee für ein doppeltes Nein empfiehlt?
Blocher: «Das Komitee will das Überschussgold dem Bund und den Kantonen zugute kommen lassen. Diese werden damit aber höchstwahrscheinlich nicht empfehlungsgemäss Schulden tilgen - sie werden das Geld ausgeben. Dadurch würde sich die Staatsquote erhöhen. Selbst wenn sie zuerst tatsächlich Schulden beglichen, wäre das Risiko, dass sie den neuen Spielraum bald für eine Neuverschuldung bräuchten, enorm. Mit der Goldinitiative sowie anderen Massnahmen stellen wir dagegen sicher, dass bis mindestens zum Jahr 2010 für die AHV mit gleichen Leistungen keine Erhöhung der Mehrwertsteuer nötig sein wird. So halten wir die Steuerquote stabil.»
(Aus einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» vom 3. April 2002)
Blocher: «Wir haben bei der Nationalbank zu hohe Goldreserven in der Höhe von über 20 Milliarden. Man könnte sogar noch weitere Milliarden, die nicht benötigt werden, in den AHV-Fonds legen. Wenn man aber diese 20 Milliarden klug anlegt, reicht das Geld aus, um den aktuellen Fehlbetrag von 1,4 Milliarden zu decken.»
(Aus einem Interview mit der Aargauer Zeitung vom 23. April 1999)
Blocher: «Unsere firmeneigene Pensionskasse erwirtschaftete seit ihrer Gründung in den 50er Jahren über 5 Prozent pro Jahr. Die Erträge werden also mehr als eine Milliarde sein. Das ist ein Drittel bis ein halbes Mehrwertsteuerprozent, das man auf alle Zeiten nicht erheben müsste.»
(Aus einem Streitgespräch mit Ständerätin Christine Beerli im Tages-Anzeiger vom 27. August 2002)
Nachsatz cm:
Hätte man die 130 Tonnen Gold damals als Goldreserve behalten, hätte sich ihr Wert in den seither vergangenen neun Jahren jährlich um (durchschnittlich) 25 Prozent erhöht!
Keine
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