Katholischer Moraltheologe Markus Zimmermann: Hart kritisiert © srf

Katholischer Moraltheologe Markus Zimmermann: Hart kritisiert

Sterbehilfe-Kritiker unterwandern Ethikkommission

Kurt Marti / 27. Jan 2014 - Die vier Ethiker der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) gehören alle zum christlich-konservativen Filz.

Anfang Jahr wurden 8 von 15 Mitgliedern der Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) ersetzt. Unter anderem wählte der Bundesrat zwei theologische Ethiker in die Kommission, nämlich Markus Zimmermann von der Universität Freiburg und Frank Mathwig von der Universität Bern. Neben natur- und rechtswissenschaftlichen Fachleuten sitzen in der NEK vier Ethiker. Laut NEK-Verordnung verfolgt die Ethikkommission «die Entwicklung der Wissenschaften über die Gesundheit und Krankheit des Menschen und ihrer Anwendungen. Sie nimmt zu den damit verbundenen gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen und rechtlichen Fragen aus ethischer Sicht beratend Stellung.» Insbesondere berät sie «auf Anfrage die Bundesversammlung, den Bundesrat und die Kantone».

Vertreter der «Interessen des Vatikans»

Besonders die Wahl des katholischen Moraltheologen Zimmermann befremdet. Im April letzten Jahres wurde er von fünf Schweizer Sterbehilfe-Organisationen hart kritisiert. Dabei ging es um das Nationalfondsprojekt «Lebensende NFP 67», das von Zimmermann präsidiert wird. Die Sterbehilfe-Organisationen bemängelten, das NFP-Projekt gehe zu sehr von moralisch-theologischen Ansichten aus und sei folglich unwissenschaftlich. Verantwortlich für diesen weltanschaulich-theologischen Anstrich sei niemand anders als Projekt-Präsident Zimmermann. Im Leitungsgremium sitze zudem die Juristin Brigitte Tag von der Universität Zürich, welche sich verschiedentlich kritisch zur Sterbehilfe geäussert habe. Die harschen Vorwürfe wurden vom Schweizerischen Nationalfonds SNF umgehend zurückgewiesen.

Ludwig A. Minelli von Dignitas doppelte in der Zeitschrift «Mensch und Recht» vom September 2013 nach (siehe Link unten): Das 15 Millionen teure NFP 67 werde «aller Voraussicht nach zu einem der grössten Forschungsskandale unseres Landes». Im Kern gehe es bei diesem Forschungsprogramm darum, «die in der Schweiz seit 1982 erfolgreich gelebte Freiheit der Selbstbestimmung am Lebensende aus den Angeln zu heben». Zimmermann vertrete «die Interessen des Vatikans» und in seiner Dissertation «Euthanasie. Eine theologisch-ethische Untersuchung» lehne er «die in der Schweiz geltende Freiheit des Menschen, selbst über sein eigenes Ende entscheiden zu können, deutlich ab». Diese Haltung unterstrich Zimmermann in einem Gespräch der Sternstunde Philosophie auf SRF (siehe Link unten).

«Ein deutscher Filz religiöser Ethiker»

Laut Minelli hat sich in der Schweiz «ein eigentlicher deutscher Filz religiöser Ethiker entwickelt, der nach bewährter Manier einer Ecclesia militans sich ausbreitet wie Schimmelpilz.» Zum «deutschen Ethikfilz in der Schweiz» gehören laut Minelli neben Zimmermann auch der katholische Philosoph Otfried Höffe, die Juristin Brigitte Tag und Frank Mathwig, Beauftragter für Theologie und Ethik beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund in Bern. Höffe, der für eine restriktive Sterbehilfe plädiert, ist seit 2009 Präsident der NEK. Auch die Juristin Brigitte Tag ist NEK-Mitglied. Mit der aktuellen Wahl von Zimmermann und Mathwig wurde die moral-konservative, sterbehilfekritische Fraktion in der NEK gestärkt.

Von den insgesamt 15 Mitgliedern der NEK sind vier Ethiker, zwei philosophische (Offried Höffe, François-Xavier Putallaz) und zwei theologische (Markus Zimmermann, Frank Mathwig). Alle gehören sie zum christlich-konservativen Filz. Der katholische Philosoph François-Xavier Putallaz wurde 2009 zusammen mit Höffe in die NEK gewählt. Der damals zuständige FDP-Bundesrat Pascal Couchepin hievte die beiden katholischen Philosophen ganz gezielt in die NEK, um die Kommission katholisch-konservativ aufzurüsten. Auch das NFP 67 wurde in der Zeit von Couchepin aufgegleist.

Putallaz‘ Einbettung im katholischen Filz

Ausgerechnet der freisinnige Couchepin protegierte mit dem Walliser Putallaz einen katholisch-konservativen Vertreter. Putallaz lehrt – wie früher auch Höffe – an der katholischen Universität Freiburg und gilt als ideologischer Kritiker der Sterbehilfe. Kein Wunder, denn er ist bestens im katholisch-konservativen, vatikantreuen Filz eingebettet. Er ist Mitglied der erzkonservativen Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz und Vorstandsmitglied des Freiburger Instituts «Philanthropos für anthropologische Studien» (siehe Link unten), welches im Jahr 2004 durch einen Mahnruf des Papstes Johannes Paul II. von einer katholischen Gruppe in Freiburg gegründet wurde. Ziel des Instituts ist die Erarbeitung einer Anthropologie «im Lichte des christlichen Glaubens» und die Verbreitung der katholischen Weltanschauung unter den Studierenden.

Finanziert wird das Institut durch die gleichnamige Freiburger «Stiftung Philanthropos», welche von Rudolf von Habsburg-Lothringen präsidiert wird, einem Enkel von Karl I., dem letzten Österreichischen Kaiser und König von Ungarn, der im Jahr 2004 vom Papst selig gesprochen wurde. Der blaublütige Stiftungspräsident wohnt standesgemäss im Schloss Torny im freiburgischen Dörflein Torny-le-Grand. Er ist Gründer und Direktor der «Triple A Gestion SA», die das Vermögen von reichen Kunden in drei Kontinenten verwaltet und Beratung für Trusts und Stiftungen anbietet.

Katholisch-konservativ imprägniertes Bild

Mitglied des Philanthropos-Stiftungsrats ist auch der umtriebige Mönch Nicolas Buttet, Vorsteher der «Bruderschaft Eucharistein» in St. Maurice. Die papsttreue Bruderschaft hat sich der Armut und der christ-katholische Missionierung verschrieben. Abgerundet wird das katholisch-konservativ imprägnierte Bild durch die Revisionsfirma der Philanthropos-Stiftung, die «Alpes Audit SA» aus Martinach, deren VR-Präsident bis 2009 der heutige Walliser CVP-Staatsrat Maurice Tornay war. Die Revisionsfirma geriet kürzlich im Zusammenhang mit der Steueraffäre des Ecône-Sympatisanten und Weinhändlers Dominique Giroud in die Schlagzeilen und könnte Tornay möglicherweise das Regierungsamt kosten.

Aufgrund des erzkatholischen Stallgeruchs von Putallaz drängt sich die Frage auf, wieso die NEK dermassen einseitig durch christlich-konservative Ethiker besetzt ist. Denn eigentlich ist die NEK eine Expertenkommission, deren Mitglieder primär aufgrund ihres Fachwissens gewählt werden und nicht aufgrund ihrer Weltanschauung und Ideologie.

Christliche Theologen müssen ihre Plätze räumen

Dasselbe Problem stellt sich übrigens auch in der Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH), deren Präsident der evangelische Theologe Georg Pfleiderer ist. Neben Pfleiderer sitzt in der EKAH auch der katholische Theologe Markus Arnold, Studienleiter am religionspädagogischen Institut der Universität Luzern und ehemaliger Präsident der CVP Zürich.

Es gibt keinen Grund, wieso die christlichen Konfessionen derart prominent in den Ethikkommissionen vertreten sind und gleichzeitig die Konfessionslosen beziehungsweise die anderen Konfessionen ausgeschlossen bleiben. Oberstes Kriterium für die Berufung in eine Ethikkommission ist das Fachwissen und nicht die religiöse Gesinnung. Deshalb ist es ein Gebot der Gerechtigkeit und Fairness, dass die christlichen Theologen ihre privilegierten Plätze in den Ethikkommissionen endlich räumen. Für die NEK ist SP-Bundesrat Alain Berset zuständig. Umso mehr erstaunt die neuste Besetzung durch die beiden Theologen Zimmermann und Mathwig.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

«Mensch und Recht» vom September 2013
Institut «Philanthropos für anthropologische Studien»
SRF Sternstunde Philosophie vom 1. Juni 2008
Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin NEK
Theologe Hans Küng plädiert für aktive Sterbehilfe
Sprachlupe: Vom Sterben reden – und von Hilfe dazu
Bischof will «Exit» in Altersheimen verbieten
Mitgliederliste der NEK

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6 Meinungen

Man muss den erzliberalen kath. Theologen Markus Arnold in Schutz nehmen. Er ist sogar verwandtschaftlich verbunden mit dem radikaliberalen Klosteraufheber und Jesuitenhasser Jakob Robert Steiger. Als vor bald zehn Jahren Papst Joh. Paul II. starb, erklärte Arnold als CVP-Präsident ZH, man trauere in der Schweiz über dieses Ableben weniger als in anderen Ländern. Es gibt heute in den theologischen Fakultäten der Deutschschweiz, so weit sie öffentlichrechtlich sind und von Steuergeldern unterhalten, kaum mehr Fundis. Die neue Begeisterung für den Papst, die bald wieder verflogen sein wird, gilt ausschliesslich seinem hochglaubwürdigen sozialen Engagement. Nur würde kein Theologe oder Pfarrer oder Ethikprofessor in der Schweiz für den Lohn eines Erzbischofs von Buenos Aires malochen.

Im Hinblick auf Wallis, wo Kurt Marti Oppositioneller vom Dienst ist, sieht er die Verhältnisse nicht falsch, so wie der in den Details selten falsch informierte Dr. Schlüer (ich meine das nicht ironisch) den Islam so wenig falsch sieht wie Frank A. Meyer. Solche Kritik bleibt wichtig, obwohl ich sie nicht teile, zumindest nicht mit dem in der Sache manchmal mitlaufenden Übereifer, dem Ecrasez l'infâme des klügeren Voltaire, der trotzdem auf dem Sterbebett mit Gott haderte.

Ethikkommissionen wie von Marti geschildert sind der Demokratie ähnlich angepasst wie SVPfreie Migrationskommissionen. Marti und Minelli sollen als Störenfriede, mit denen ich nur z.T. einverstanden bin, weitermachen.
Pirmin Meier, am 27. Januar 2014 um 12:17 Uhr
Grundsätzlich ist eine Auseinandersetzung mit der Zusammensetzung der Ethikkommissionen einem Journalisten erlaubt. Was sich jedoch Kurt Marti an rüder und totalitärer - weil Gesinnung verurteilender - Kritik da erlaubt, ist massiv fehl am Platz. Mit der Polemik, Menschen mit gegenteiliger Meinung jegliche Berechtigung, Ernsthaftigkeit und Fachwissen abzusprechen ("Filz") wurde in der Vergangenheit schon viel Leid und Verwüstung vorbereitet. Ich denke, es fehlt Kurt Marti an einem erheblichen Mass an Ethik und Fachwissen; dafür verfügt er über ein volles Mass an generellem Groll. Das so oft und undifferenziert kritisierte Christentum ist im historischen Vergleich weit liberaler als seine Kritiker und Verfolger. In vielen Gesellschaften hat es die Menschen befreit, nicht nur mental oder geistig (Prinzip der Vergebung), sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich (Gleichwertigkeit, Kunst, Kultur und Bildung). Die christliche Ethik soll nicht am Missbrauch oder pervertierter Umsetzung gemessen werden, sondern am Inhalt und Wirkung historisch in der Breite der Gesellschaft. Christlich ist in vielen Aspekten liberaler als manche sozial gefärbte Ideologie, weil der Nächste ebenso geliebt (und respektiert) werden soll wie ein jeder es für sich selbst aufbringt. Welch eine anspruchsvolle und nachhaltige Ethik, Herr Marti !
Ignaz Heim, am 27. Januar 2014 um 18:47 Uhr
Beim Thema Sterbehilfe gibt es, abgesehen von der Haltung dazu, etliche zu diskutierende Fragen (Frage der Autonomie des Individuums, Frage nach der Schutzpflicht des Staates, Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sterbehilfe und Rationierung im Gesundheitssystem etc.). Der Artikel suggeriert m. E., dass eine sterbehilfekritische (nicht pauschal ablehnende) Haltung etwas völlig Absurdes sei - nichts zuletzt, weil im Artikel sehr ausführlich der höchst missionarische Ludwig Minelli zitiert wird, der natürlich ebensowenig mit kritischer Distanz antworten wird wie wenn man Putallaz gefragt hätte. Zimmermann dagegen ist alles andere als ein «katholisch-konservativer» Vertreter und es ist lächerlich zu behaupten, er vertrete «die Interessen des Vatikans» wie Minelli unermündlich wiederholt (wäre das wahr, würde Zimmermann nicht so oft von Vertretern der kath. Hierarchie kritisiert). Zimmermann ist weder mit Putallaz noch mit Minelli gleicher Meinung und argumentiert nicht derart ideologisch wie die beiden Herren. Zimmermann und Putallaz in den gleichen Topf zu werfen, zeugt von Unkenntnis der Begebenheiten. Das ist gerade ein wenig zu viel pauschaler antikatholischer Abwehrreflex und zu wenig kritische Recherche, wie man es sonst glücklicherweise von Infosperber gewohnt ist.
Benjamin Ruch, am 28. Januar 2014 um 15:11 Uhr
Sterbehilfe, wie sie in der Schweiz zulässig ist, hat eine Vielzahl von Aspekten, welche durchaus kritisch angesehen werden sollten. Die Betrachtungsweise in diesem Artikel lässt aber objektive Distanz vermissen und versucht ziemlich einseitig zu suggerieren, dass die Ansichten von L. A. Minelli das Mass aller Dinge sein sollten (ein Standpunkt, der von der Mehrzahl der Schweizer Bevölkerung kaum geteilt wird). Der Text erscheint mir eher aggressiv und tendenziös als ein sinnvoller Beitrag zu einem mit Recht kontroversen Thema. Eine Ethikkommission, welche sich primär aus Atheisten und Konfessionslosen zusammensetzt, wäre natürlich ebenfalls nicht als «wissenschaftlich» und gesinnungsneutral anzusehen. Sie hätte ihre eigene Ideologie, würde aber die in der Schweiz grundsätzlich vorherrschenden Werte noch weniger repräsentieren als eine von den Kirchen dominierte (falls die NEK dies tatsächlich sein sollte). In jedem Fall deuten schon Ausdrücke wie «christlich dominierter Filz» und ähnliche Formulierungen mehr auf Abbau eigenen Frustes ausgerichtet zu sein als auf eine wissenschaftliche Auseinandersetzung.
Alfred Gutmann, am 28. Januar 2014 um 17:41 Uhr
Das Filzproblem ist weniger christlich als intellektuell, so wie es den medizinhistorischen Filz gibt, der nicht mal in der Lage war, Mörgelis tatsächliche Schwächen zu kritisieren, den Literaturkritikfilz, den Philosophenfilz, den Unterhaltungsfilz usw. Auch die Bergier-Kommission funktionierte auf Filz-Basis. Ein Militärhistoriker wie etwa der topseriöse Jürg Stüssi hatte da nichts zu suchen, und ein absoluter Spitzenmann, Hochschulprofessor, beantwortete meine Frage nach Leonardo Conti, dem ranghöchsten Schweizer Nazi aller Zeiten, mit der Rückfrage: «Wer ist das?» Wenn man im richtigen Filz ist, nicht zuletzt bei so umstrittenen Gebieten wie Ethik, spielt der intellektuelle Rang einschliesslich der intellektuellen Unbestechlichkeit nicht die allererste Rolle. Minelli ist nicht besser als die genannten Ethiker, gewiss nicht neutraler oder gar «wissenschaftlicher", bloss geringfügig mutiger. Ich kann ihm bei allen Meinungsverschiedenheiten meine Achtung nicht vorenthalten. Vor etwa 30 Jahren diskutierte ich an seiner Seite, jedoch als Befürworter des Kirchenföderalismus (Trennung von Kirche und Staat schrittweise von Kanton zu Kanton) eine der wichtigsten, vorläufig noch immer fast chancenlosen Reformen zur Herstellung einer laizistischen Gesellschaft.
Pirmin Meier, am 28. Januar 2014 um 18:25 Uhr
Nachtrag: Couchepin oder gar Berset als vatikanfreundlich einzuschätzen, verkennt den hier geschilderten Ethik-Filz. Es handelt sich um eine ähnliche Situation wie um 1970 an der Universität Zürich. Der 1968-er Rummel veranlasste die damals dem Freisinn und dem Landesring nahe stehenden Leader, das für über hundert Jahre geltende Prinzip der Katholikendiskriminierung zu verabschieden, weil der Schaden von katholischen Professoren wie Peter von Matt und Alois M. Haas, notabene zwei Gelehrte von europäischem Rang, im Vergleich zu mehr linken Professoren, deren Stunde, etwa Jakob Tanner, später schlagen sollte, als geringer eingeschätzt wurde. Kam dazu, dass der einzigartige Schriftsteller von Matt als sogenannt liberaler Katholik gelten kann, während Alois M. Haas, bester Kenner der Mystik und von Meister Eckhart in der Schweiz, dem Professor Hans Urs von Balthasar nahe stand. Unter den von Marti aufgezählten Personen, die ihm alle total nicht passen, spielt Otfrid Höffe in einer intellektuell sehr hohen Liga und Nicolas Buttet hat die Qualität einer zumindest aussergewöhnlichen Persönlichkeit, schwerer zu ersetzen als ein wandelnder Professorentitel. Ich lernte Buttet kennen, als er Eremit war in der Fels-Einsiedelei Notre-Dame-du-Sex oberhalb von Saint-Maurice, was zwar nichts mit einer speziellen Qualifikation für Sexualethik zu tun hätte. Ein Ethiker sollte, wie Bruder Klaus, oder sagen wir wie der ganz andere, leicht vulgäre Minelli, ein «Kerl» oder eine «Kerlin» sein.
Pirmin Meier, am 30. Januar 2014 um 18:54 Uhr

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