Yacht Messe Show Monaco

Monaco Yacht Show © zvg

Die Mega-Yacht von Jeff Bezos kostete 500’000’000 Dollar

Urs P. Gasche /  In Monaco werden jetzt die teuersten Yachten der Welt verkauft. Milliardäre kaufen schwimmende Paläste und reden übers Klima.

Vom 22. bis 25. September findet in Monaco die weltgrösste Messe der Super- und Megayachten statt.

Die fünfzig teuersten Yachten kosten bis zu 229 Millionen Dollar und werden auch auf einer Webseite ausgeschrieben: The 50 most expensive yachts for sale now.

In der Messe-Ausschreibung heisst es: «Diese unumgängliche Begegnung bietet die einzigartige Gelegenheit, im exklusiven Rahmen des Hafens von Monaco über 120 aussergewöhnliche, 25 bis 100 Meter lange Superyachten und Megayachten zu besichtigen. Die internationale Messe widmet sich voll und ganz dem First-Class-Bootssport für hochrangige Privatkunden und Fachleute des Luxusyachtsektors. In diesen 4 Tagen erleben die Besucher einzigartige Erfahrungen an Bord der prunkvollsten Yachten.»

Am 11. Mai 2021 berichtete der «Stern»: «Jeff Bezos› neue Jacht wird so gross, dass sie eine eigene Begleitjacht braucht.» Laut Bloomberg lässt der reichste Mensch der Welt derzeit in den Niederlanden für geschätzte 500 Millionen Dollar eine der grössten Segelyachten bauen, die jemals in der inoffiziellen Metropole des Bootsbaus für Superreiche angefertigt wurden. Diese Yacht steht in Monaco natürlich nicht zum Verkauf. Hier ein Bericht darüber in der «Superyacht Times»:


«Befriedigung ihres überdimensionierten Egos»

Marc Chesney, Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Zürich, kommentierte die Yachtsucht der Milliardäre in einer Kolumne auf Infosperber am 21. September wie folgt:

Yacht-Messe in Monaco

«Die sozialen Ungleichheiten sind weiter gewachsen. In einer Zeit, in der rund die Hälfte der Weltbevölkerung mit weniger als 5,5 Dollar pro Tag überleben muss, dampfen die Superreichen auf ihren Mega-Jachten im Konvoi von Saint-Tropez nach Saint-Barth, vorbei an der Côte d’Émeraude. Ein voller Tank kann in der Grössenordnung von einer Million US-Dollar liegen, der Gesamtverbrauch 1000 Liter Kraftstoff pro Stunde oder mehr betragen – aber wen kümmert, wie hoch die Kosten und die CO2-Emissionen sind?
Da gleiten sie dahin in ihren schwimmenden Palästen, die Milliardäre mit ihrem Hofstaat und ihren Dienern. Kurs wird auf die Befriedigung ihres überdimensionierten Egos genommen. Nichts ist ihnen zu aufwendig! Sie spielen das Rette-sich-wer-kann-Spiel ihrer Kaste in ihren seetüchtigen Steuerparadiesen – und jene, die es sich leisten können, gerne auch im Weltraum!
Die prächtigen Schiffe enthalten oft Handelsräume, die es ihren Besitzern erlauben, ihre Liquidität im Finanzkasino zu setzen und die Kurse von gewissen Aktien oder Kryptowährungen in die Höhe zu treiben.
Ein Helikopter steht bereit, um ihnen die besten Gerichte und die teuersten Getränke zu bringen oder sie auf einem Flughafen abzusetzen und ihnen so Zugang zu ihrem Privatjet zu gewähren.»

Zur vollständigen Kolumne von Marc Chesney: Rückblick auf einen mörderischen Sommer


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

3719017725_8c14405266

Die Klimapolitik kritisch hinterfragt

Die Menschen beschleunigen die Erwärmung der Erde. Doch kurzfristige Interessen verhindern griffige Massnahmen.

Bildschirmfoto20180909um13_36_58

Reich, arm, ungleich

Grösser werdende soziale Kluften gefährden demokratische Rechtsstaaten.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581

6 Meinungen

  • am 23.09.2021 um 13:19 Uhr
    Permalink

    Hier passt der Ausspruch aus Matthäus 16: «Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewonnen, aber seine Seele einbüßte?» – Das Glücksgefühl dieser Leute basiert letztlich auf dem gleichen flüchtigen Neurotransmitter wie bei den Kindern, die ein neues Spielzeug erhalten. – Wir sollten diese Leute nicht beneiden, denn der Erhalt und Unterhalt dieser Mega-Gadgets sind mit Sorgen und Ärger verbunden. Auch diese Dinge sind nach Matthäus 6 der Erosion von «Motten und Rost» unterworfen.

    0
  • am 23.09.2021 um 20:16 Uhr
    Permalink

    Gigantimus: unglaublich aber wahr. Habe heute auf unserer Herbstwanderung am Blauen einen privaten Palast im Bau gesehen, der in eine solche Richtung protzt. Und auch was beispielsweise Herzog & deMeuron inszenieren, ist derart gigantisch.

    1
  • am 24.09.2021 um 19:49 Uhr
    Permalink

    Wie die Reichen das Geld ausgeben ist Privatsache. Woher sie das Geld haben ist schon von öffentlichem Interesse. Was mich interessieren würde: Wie viele von den Lesern, die sich hier so empören, werden wohl bei der Juso-Initiative Nein stimmen?

    0
  • am 25.09.2021 um 20:31 Uhr
    Permalink

    Wenn es wenigstens Segelyachten wären, mit Elektro(solar)antrieb als Flautenschieber…

    0
  • am 18.10.2021 um 07:55 Uhr
    Permalink

    Ich würde als Superreicher einen gebrauchten amerikanischen Flugzeugträger kaufen und in eine fahrende Kleinstadt für Reiche umbauen. Das gibt es schon im kleineren Format, warum nicht eine Nummer größer. Vom Träger kann man auch bequem in den Weltraum starten um dort seine Orchideen zu züchten bei ausgeglichener Sonneneinstrahlung und perfektem Klima …

    0

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...