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Chinesisches Atomkraftwerk im Bau © Idaho Samizdat

China will mindestens 25 neue Atomkraftwerke bauen

upg /  Der Baustopp, der seit der Fukushima-Katastrophe galt, ist aufgehoben. Einige der 14 bestehenden Reaktoren werden nachgebessert.

Die 14 Kernkraftwerke machen gegenwärtig mit ihren etwa elf Gigawatt Leistung 1,2 Prozent der installierten Strom-Gesamtleistung in China aus. Zwölf Atomkraftwerke befinden sich im Bau. Bis 2020 sollen AKWs fünf Prozent der installierten Leistung abdecken. Das berichtet die Zeitung «China Daily», die in Beijing auf englisch erscheint.
Für Uran vom Ausland abhängig
Wie die Schweiz ist auch China von ausländischem Uran abhängig. Aus Usbekistan, Kasachstan, Namibia und Australien importierte China in den letzten Jahren 95 Prozent des Uranium-Bedarfs aus dem Ausland. Um auch in Zukunft genügend Uran-Brennstoff zu haben, werde China die jährlichen Importe von 16’000 Tonnen jährlich auf bald 20’000 Tonnen steigern. Zu diesem Zweck will die «China Guangdong Nuclear Power Group» den Rohstoffkonzern «Kalahari Minerals plc» mit Sitz in London kaufen, der über grosse Uran- Gold- und Kupferreserven in Namibia verfügt. Der Konzern mit einem Börsenwert von rund einer Milliarde Franken, hat die chinesische Offerte angenommen, meldete die britische Webseite «Proactiveinvestors». China plant, die Uran-Produktion in Namibia von 850 Tonnen jährlich auf 2’500 Tonnen zu erhöhen.
Sicherheitsüberprüfungen nach Fukushima
Nach der Katastrophe von Fukushima hatte die chinesische Regierung einen Bau- und Bewillungsstopp verhängt, um die Sicherheit der bestehenden und geplanten AKWs zu überprüfen. Deshalb wurde im Jahr 2011 weder mit dem Bau eines neuen Kernkraftwerks begonnen, noch wurde ein neues bewilligt. Das älteste AKW in China stammt aus dem Jahr 1994.
Der Sicherheitsbericht sei unterdessen zum Schluss gekommen, dass 14 Arten von Sicherheitsmängel behoben werden müssen, berichtet «China Daily», ohne zu präzisieren, um welche Mängel es sich handelt.
«China wird Kernenergie in einer sicheren und effizienten Weise weiter entwickeln, erklärte Premierminister Wen Jibao im März 2012. Die «China Nuclear Energy Association» gab bekannt, China werde jetzt mindestens 25 neue Kernkraftwerke bauen und fünfzig weitere seien in fernerer Zukunft geplant.


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