Sperberauge

So wenig Sonne wie noch nie

Hanspeter Guggenbühl © bm

Hanspeter Guggenbühl /  Trübes Wetter hält an: In der Nordost- und Nordwestschweiz glänzte die Sonne mit Minus-Rekorden.

«Nach em Räge schint d’Sunne», verspricht ein alter Mundart-Hit. Das dürfen wir hoffen. Doch vor dem Regen, so zeigt die Schweizer Wetterstatistik übers Jahr 2013, machte sich die Sonne rar: Noch nie war das Wetter im östlichen Mittelland und im Raum Basel so trüb wie in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres. Das bestätigen die neusten Resultate von Meteo Schweiz:

  • Die Wetterstationen in Basel, Zürich und St. Gallen registrierten von Januar bis Mai die kürzeste Sonnenschein-Dauer seit Beginn der systematischen Datensammlung im Jahr 1959. In diesen – für die ganze Nordost- und Nordwestschweiz massgebenden Orten – erreichten die Sonnenstunden nur 55 bis 65 Prozent des langjährigen Mittelwertes. In Zürich resultierte sogar die kürzeste Sonnenperiode seit 1884 (diese Messstation war früher in Betrieb als die meisten andern).
  • Im übrigen Mittelland, im Jura sowie in der Zentralschweiz registrierten die meisten Messstationen von Januar bis Mai die tiefste Sonnenscheindauer seit mehr als 30 Jahren.
  • Am kleinsten war das Sonnendefizit – mit 80 bis 90 Prozent des Mittelwertes – in den Alpen und auf der Alpensüdseite.

Winter war lang, Frühling kühl

Die Temperaturen bewegen sich seit Jahresbeginn 2013 ebenfalls unter der langjährigen Norm, erreichten aber keine absoluten Minusrekorde. Der Winter war ungewöhnlich lang, der Frühling kühler als normal. Deutlich unter dem Durchschnitt bewegten sich die Temperaturen in den Monaten Februar, März und Mai, während es im Januar und April in den meisten Orten etwas wärmer war als normal.

»Insgesamt war der Frühling im Jura und Mittelland 1,0 bis 1,8 Grad zu kühl», schreibt Meteo Schweiz. Am Alpennordhang betrug das Wärmedefizit weniger als 1,0, im Walllis weniger als 0,5 Grad, und in Graubünden wurden fast normale Frühlingstemperaturen gemessen.

Niederschläge nahe bei der Norm

Der Eindruck, es regne auch weit mehr als üblich, wird durch die Daten von Meteo Schweiz nur teilweise bestätigt: Im Februar und teilweise auch im Januar und März schneite und regnete es an vielen Orten weniger stark als im langjährigen Mittel. Dieses Niederschlagsdefizit wurde im April und Mai kompensiert und teilweise leicht überkompensiert. Der aktuell starke Regen aber findet seinen Niederschlag erst in der Juni-Statistik.


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Eine Meinung zu

  • am 1.06.2013 um 12:11 Uhr
    Permalink

    Liebe Hanspi
    Es isch halt d Klimaerwärmig wäg em CO2 woonis iiberem absolute Nullpunggt vo minus 273 Grad Kelvin d Wärmi numme so yyne haut und aanedätscht!
    Gäl liebe Hanspi, das isch eppen e soo!
    Paul Bossert

    0

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