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Die Schweierische Nationalbank investiert noch immer in schwere Klima-Sünder-Industrien © MMC

Keine Investitionen mehr in fossile Unternehmen!

Christian Müller /  Ein Offener Brief an das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank macht Druck auf deren Investitionspolitik.

Zu einer ehrlichen Klima-Politik gehört nicht nur der staatliche Druck auf die Industrie, weniger CO2 in die Luft abzugeben. Es gehört auch dazu, dass die Schweizerische Nationalbank aufhört, Aktien von Klima-Sündern zu kaufen und zu horten.

«Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt auf, dass die Schweizerische Nationalbank SNB 10 Prozent ihres US-Aktienportfolios in börsenkotierte Unternehmen der fossilen Industrie investiert. Wird der durch diese Unternehmen verursachte CO2-Ausstoss anteilmässig diesen US-Aktien zugeordnet, dann verantwortet die SNB ähnlich viel Treibhausgase wie die gesamten jährlichen Emissionen der Schweiz.

Mit ihren Investitionen finanziert die SNB die Exploration, Erschliessung und Förderung neuer Vorkommen von Kohle, Erdöl- und Erdgas. Dies führt zu noch mehr CO2-Ausstoss.

Die gegenwärtige Anlagepolitik der Nationalbank ist nicht kompatibel mit dem Pariser Klima-Abkommen von 2015. Sie widerspricht dem Ziel, die Finanzströme so umzulenken, dass die Begrenzung der Erwärmung auf weit unter 2°C erreicht wird.

Die Nationalbank muss ihre Aktivitäten im Gesamtinteresse des Landes betreiben. Doch der Bericht der Schweizer Klimaforscher von 2016 weist nach, dass unser Land im Vergleich zum globalen Mittel doppelt so stark von der Erwärmung betroffen ist. Dies hat einschneidende Folgen für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit. Die Anlagen der Nationalbank in fossile Unternehmen widersprechen dem Gesamtinteresse der Schweiz.

Bundesrätin Doris Leuthard hat im September 2016 die Investoren aufgefordert, sich des CO2 bewusst zu werden und zu ermitteln, wieviel davon ihre Anlagen verursachen . Dank der erwähnten Studie sind die CO2-Emissionen des Nationalbank-Aktienportfolios in den USA ermittelt worden. Sie sind eine Bedrohung für das globale Klima und für unser Land. Sie stehen zudem im Widerspruch zu den Anlagerichtlinien der Nationalbank, die Investitionen in Unternehmen ausschliessen, welche systematisch gravierende Umweltschäden verursachen . Die Anlagen in die fossilen Unternehmen mit den grössten Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas sowie die Schiefergas-Förderer und andere stark in Kohle exponierte Unternehmen verursachen sowohl global als auch in der Schweiz systematisch gravierende Schäden.

Wie die erwähnte Studie nahelegt, ist die Ermittlung der CO2-Emissionen des Portfolios kostengünstig und einfach machbar. Die Festsetzung eines Ausstiegsszenarios mit dem Ziel des vollständigen Ausschlusses dieser fossilen Unternehmen und deren Ersatz mit besser klimaverträglichen Anlagen ist mit geringem Aufwand verbunden.»

Dies schreibt eine seit längerem aktive politische Gruppierung, die sich Klima Allianz nennt. Sie sucht jetzt Gleichgesinnte, die bereit sind, einen Offenen Brief an die SNB mitzuunterschreiben. Hier geht es zum Offenen Brief.

Ein sinnvolles Ziel und eine demokratisch legitime Methode, das Ziel zu erreichen. Ob sich die SNB in ihrer Anlagepolitik von so einem Offenen Brief beeinflussen lässt, hängt wohl nicht zuletzt von der Anzahl der Mitunterzeichner und Mitunterzeichnerinnen ab. Je mehr Leute unterschreiben, umso höher wird das «politische Gewicht» des Vorstosses.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

Zum Infosperber-Dossier:

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Die Klimapolitik kritisch hinterfragt

Die Menschen beschleunigen die Erwärmung der Erde. Doch kurzfristige Interessen verhindern griffige Massnahmen.

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3 Meinungen

  • am 13.04.2017 um 11:41 Uhr
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    Es stellt sich mir die Frage ob dies nicht eine clevere Aktion der Atom-Lobby ist oder die Klima-Allianz hier zumindest von der Atomlobby instrumentalisiert wird.
    Ob das eine ehrliche Klimapolitik ist ?

    0
  • am 14.04.2017 um 22:40 Uhr
    Permalink

    Alle was mit Geld in Zusammenhang steht, scheint in der Schweiz heilig zu sein, «unberührbar». Auf jeden Fall darf das Bundesgericht sich wohl um Lappalien kümmern, aber nicht um Investitionen der Nationalbank, der Banken und der Pensionskassen, sei es nun um Investitionen in die fossile Industrie oder in die Rüstungsindustrie. Der offene Brief der Klima Allianz, an die Nationalbank, macht immerhin jetzt ein wenig Druck auf Investitionen in die klimaschädliche fossile Industrie zu verzichten.

    Noch mehr Druck müsste ausgeübt werden auf Pensionskassen die heute rund acht Milliarden Schweizerfranken in die Rüstungsindustrie investiert haben, und auf die Grossbanken die sieben Milliarden in der Todesindustrie angelegt haben und die Schweizerische Nationalbank die eine weitere Milliarde im Geschäft mit dem Krieg platziert hat. Genaue Zahlen sind natürlich geheim. Die Vermögensverwalter dieser Institutionen investieren sogar in Firmen die geächtete Waffen herstellen, wie Streubomben, Antipersonenminen und Atombomben.

    Meine Pensionskasse, der SBB AG, investiert auch in laut den Schweizer Gesetzen geächteten Waffen in „Verbotenes Kriegsmaterial“. Die Kasse schrieb mir: «Die Politik hält auch fest, dass die erwartete Rendite des Anlageportfolios durch entsprechende Einschränkungen nicht geschmälert werden darf, da das finanzielle Ziel gute und nachhaltige Renditen zu erwirtschaften, vorgängig ist. » «Zurzeit ist die Pensionskasse SBB in die von Ihnen genannten Firmen investiert. »

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