Wie der buddhistische Mob in Myanmar wütet

Red. /  Der britischen BBC ist ein Polizeivideo zugespielt worden, das zeigt, wie gewalttätige Buddhisten in Burma gegen Moslems vorgehen.

Das Video wurde laut BBC im letzten Monat in der mittelburmesischen Stadt Meiktila aufgenommen, wo mindestens 43 Menschen getötet worden seien. Mit Knüppeln, Schaufeln, Messern, Hämmern und Schwertern macht der Mob Jagd auf Moslems. (Infosperber: Warum Aung San Suu Kyi zur Realpolitikerin wurde) In der wütenden Menge sind deutlich buddhistische Mönche zu sehen. Die Polizei greift nicht ein, sie schaut vielmehr dem gewälttätigen Treiben zu.

Das Video bestätigt, was die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem am Montag veröffentlichten Bericht schildert. Sie wirft darin der burmesischen Regierung Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die muslimische Minderheit der Rohingya, die im westlichen Gliedstaat Arakan lebt, sei «ethnischen Säuberungen» ausgesetzt. Seit Juni 2012 seien mehr als 125’000 Muslime aus ihren angestammten Gebieten vertrieben worden und über 200 von ihnen ums Leben gekommen.

Am Tag der Veröffentlichung des HRW-Berichts und des BBC-Videos hob die EU ihre Sanktionen gegen Burma offiziell auf. Lediglich das Waffenembargo soll weiterhin in Kraft bleiben. Die Aufhebung ist eine Reaktion der EU auf die Reformen in Burma. Auch die Schweiz hat ihre Beziehungen zu Myanmar neu geordnet. Aussenminister Didier Burkhalter eröffnete im November 2012 eine Botschaft. Die Schweiz will ausserdem ihr Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung aufstocken. «Diese politische Geste und die Massnahmen ermöglichen einen neuen Elan in den bilateralen Beziehungen mit diesem wichtigen asiatischen Land», teilte das EDA mit.

Am vergangen Sonntag durfte Staatssekretär Yves Rossier auf SRF in einem Beitrag der Tagesschau-Hauptausgabe von den Chancen in Burma und seinem wirtschaftlichen Potenzial schwärmen: «Es ist ganz klar ein Land, das (…) schliesslich sehr viel Prosperität bieten kann für alle seine Einwohner und auch für die umliegenden Länder.» Ethnische Konflikte habe es schon immer gegeben und gebe es immer noch, sie müssten angegangen werden, «und die Regierung geht sie an». Dafür brauche sie Unterstützung. Schöne Bilder, hoffnungsvolle Worte.

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