Sperberauge

Poroschenko einmal mehr entlarvt

Christian Müller © zvg

Christian Müller /  Für Kenner der Ukraine ist es keine Überraschung: Poroschenko bereichert sich selbst, zulasten des Staates.

Am 21. Februar 2014 haben die auf dem Maidan in Kiew protestierenden Aktivisten eine von den Aussenministern Deutschlands, Frankreichs und Polens vermittelte Vereinbarung zur Beendigung der Krise in den Wind geschlagen und abgelehnt. Präsident Janukowitsch flüchtete, es kamen US- und EU-getreue Leute an die Spitze des Staates. Seither haben die westlichen Medien unaufhaltsam und grobfahrlässig ein Schwarz/Weiss-Bild des Ukraine-Konflikts gezeichnet: Schuld an dem Bürgerkrieg in der Ostukraine ist allein Putin, die ukrainische Regierung aber tut ihr Bestes, um das Grundübel der Ukraine, die Korruption und die kriminelle Selbstbereicherung der Oligarchen, zu beseitigen und «europäische» Verhältnisse zu schaffen.

Infosperber hat immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Schwarz/Weiss-Bild falsch ist und dass es total blauäugig ist, der neuen ukrainischen Führung zu vertrauen. Oft genug haben die in dieser Thematik vor «Kiew» warnenden Autoren, darunter der hier Schreibende, im eigenen, auch privaten Umfeld harte Kritik einstecken müssen. Wer es wagte, die ukrainische Führung zu kritisieren, war schnell einmal ein «Troll» Putins.

Vielleicht lassen die sogenannten «Panama Papers» dem Westen nun doch die Augen aufgehen: Poroschenko hat sein Wahlversprechen, seine Firmen zu verkaufen und sich ausschliesslich um das Wohl der Ukraine und der Ukrainer zu kümmern, nie eingehalten. Im Gegenteil: Der Milliardär hat trotz Bürgerkrieg mehr an seinen eigenen Profit gedacht und seine Firmen auf Off-Shore-Plätze verschoben.

Die USA wird das allerdings kaum kümmern, sie sind, wenn es ihnen nützt, den freundschaftlichen Umgang mit kriminellen Potentaten gewohnt. Aber wenigstens der EU sollte endlich ein Licht aufgehen.

Im Echo der Zeit vom Montag, 4. April 2016, sind die vorläufigen Erkenntnisse betreffend Staatspräsident Petro Poroschenko kurz zusammengefasst.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

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Der Umgang mit Putins Russland

Russland zwischen Europa, USA und China. Berechtigte Kritik und viele Vorurteile.

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Eine Meinung zu

  • am 7.04.2016 um 21:27 Uhr
    Permalink

    Am 16.April vor einem Jahr liess die faschistische Junta in Kiew den Maidan-Kritiker und Schriftsteller Oles Busina am hellerlichten Tag vor seinem Wohnhaus in Kiew ermorden. Die vermutlichen Mörder (nicht die Auftraggeber!) wurden verhaftet und sind aber wieder auf freiem Fuchs.
    Demokratie auf ukrainisch!!!

    0

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