Sperberauge

«Für die, die in den Krieg, in die Schlacht ziehen müssen»

Lupe © Depositphotos

upg. /  Verteidigungsausschuss-Vorsitzende Strack-Zimmermann will einen Verteidigungsminister, der sich für die Front interessiert.

Strack-Zimmermann
Strack-Zimmermann in den ARD-«Tagesthemen» vom 16. Januar 2023

Wörtlich erklärte die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann in den ARD-Tagesthemen vom 16. Januar:


«Es tobt ein Krieg in der Ukraine. Russland bombardiert jeden Tag die Ukraine. Deshalb muss das [der neue Verteidigungsminister] ganz rasch geklärt werden […] Wer ist in der Lage, dieses Amt zu führen? Da gibt es bestimmte Voraussetzungen. […] Und das ist das Wichtigste: Sie [der künftige Verteidigungsminister] muss eine Persönlichkeit sein, die ein Herz für Soldatinnen und Soldaten hat und deren Brille trägt, das heisst Entscheide trifft für die Personen, die am langen Ende für uns in den Krieg, in die Schlacht ziehen müssen, um unsere Freiheit zu verteidigen und das mit ihrem Leben.»

Diese Stellungnahme sei hier dokumentiert, weil sie zu kontroversen Reaktionen führt.


Der neue Verteidigungsminister

Boris Pistorius
Boris Pistorius nach seiner Ernennung zum neuen Verteidigungsminister.

Ein Tag nach der Stellungnahme von Strack-Zimmermann ernannte Bundeskanzler Olaf Scholz am 17. Januar Boris Pistorius zum neuen Verteidigungsminister. Scholz gab sich sicher, dass Niedersachsens bisheriger Innenminister Pistorius «mit seiner Kompetenz, seiner Durchsetzungsfähigkeit und seinem grossen Herz genau die richtige Person» ist, um die Bundeswehr «durch diese Zeitenwende zu führen». Zudem beschäftige er sich seit Jahren mit Sicherheitspolitik, so Scholz.


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Keine
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15 Meinungen

  • Portrait_Josef_Hunkeler
    am 17.01.2023 um 20:37 Uhr
    Permalink

    Der Kriegsenthusianismus in der EU wird definitiv unerträglich. Die EU-Kommission hat jede Bodenhaftung verloren.

    «Wir werden dir Ukraine bis zum letzten Ukraine-Soldaten verteidigen.» Kann ein vernünftiger Weltbürger eine solche Prämisse akzeptieren !

    3
    • am 18.01.2023 um 13:00 Uhr
      Permalink

      Ganz schön blöd für Frau Strack-Zimmermann, dass in der deutschen Regierung für die FDP kein Verteidigungsministerium vorgesehen ist…
      Wahrscheinlich hat sie keine Kinder, die für die Kriegsgeilheit ihrer Mutter in den Krieg ziehen müssten. Denn es zeichnet sich ab, wenn der letzte Ukrainer sich für den «Wertewesten» geopfert hat, unsere Soldaten selbst dran sind. Nach den Waffen liefern wir dann auch das Bedienungspersonal dazu. Da ist es doch tröstlich, wenn der Verteidigungsminister ein Herz für seine Soldaten hat ….

      1
  • am 18.01.2023 um 11:04 Uhr
    Permalink

    Solchen Bellizismus empfinde ich nur noch als unmenschlich, herz- und seelenlos, unverantwortlich … mir fehlen geeignete Worte.

    Die aktuelle Situation offenbart ein völliges Versagen der politischen Klasse Deutschlands (mit historischer und aktueller Verantwortung), der EU, des gesamten Westens, natürlich auch des Kreml. Es ist gerade Aufgabe der Politik, solche unmenschlichen Brutalitäten, wie sie sich um die Ukraine (aber auch anderswo auf unserer Erde) abspielen, im internationalen Interessenaustausch zu verhindern. Diese Möglichkeit war definitiv gegeben.

    Gerade Frau Strack-Zimmermann ist ja einer der lautesten Schreier nach immer mehr und schwereren Waffen, welche den Krieg und die damit unweigerlich verbundene Brutalität verlängern, eskalieren und das Risiko erhöhen, dass noch weitere Länder in die militärische Schlacht oder den atomaren Tod hineingezogen werden.

    Wie kann sie da von «Herz für Soldatinnen und Soldaten» sprechen, die sie in den Tod schicken will?

    1
  • am 18.01.2023 um 11:28 Uhr
    Permalink

    In den Leitmedien – vor allem auch in den Nachrichten-Formaten von ARD und ZDF – kommen in Sachen «Waffenlieferungen an die Ukraine?» im Wesentlichen nur die Befürworter zu Wort (so auch am 16.1.2023 in den Tagesthemen): z.B. Röttgen, Hofreiter, Strack-Zimmermann, Baerbock und Merz.
    Profilierte bzw. kompetente Kritiker werden nahezu todgeschwiegen: z.B. Erich Vad (Ex-Brigadegeneral), Antje Vollmer (Grüne), von Dohnanyi (SPD), Sarah Wagenknecht (Linke) und Sevim Dagdelen (Linke).
    Und somit kommen auch folgende Aspekte in den Leitmedien undiskutiert: 1. Die Verantwortung des «Westens» für diesem Krieg; nämlich die Nato-Osterweiterung; 2. das daraus resultierende Sicherheitsbedürfnis Russlands; 3. die früheren Angriffskriege des «Wertewestens» ; 4. die Unterdrückung der russischen Kultur und Sprache durch die ukrainische Regierung – nach dem von der USA finanzierten «Maidan-Aufstand»; 5. die Ignoranz der westlichen Hardliner, dass Russland nicht besiegt werden kann, ohne einen Atomkrieg auszulösen!

    1
  • am 18.01.2023 um 11:31 Uhr
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    Deutschland verteidigt sich am besten, wenn Kanzler Scholz endlich die USA an den Verhandlungstisch mit Russland bringt. Mit Waffen wurde noch nie ein Krieg gewonnen, nur unsägliches Leid und Todesopfer wurden produziert. Wann lernt man endlich aus der Geschichte? Die 14 Panzer aus Grossbritannien und evtl. etwa gleich viele aus Dentschland werden den Krieg nicht entscheiden, die Leidtragenden sind die ukrainische Zivilbevölkerung und die Krieger auf beiden Seiten.
    Und der neue Verteidigungsminister Pistorius steht bereits auf verlorenem Posten, er hat zwar ein Budget von 100 Mrd., kann dieses aber gar nicht umsetzen, weil die deutsche Armee mit ihren Beständen und ihrer Ausrüstung Deutschland gar nicht verteidigen kann. Darum braucht Deutschland gar keinen Verteidigungsminister, die USA verteidigen Deutschland….

    3
    • am 20.01.2023 um 14:34 Uhr
      Permalink

      @Beda Düggelin «die USA verteidigen Deutschland….» Ich bin gegenteiliger Überzeugung. Historisch und geopolitisch.

      0
  • NikRamseyer011
    am 18.01.2023 um 12:43 Uhr
    Permalink

    Die nach fast 80 Jahren reltiver Ruhe nun wieder über den Rhein zu uns herüber dröhnende Kriegsrhetorik aus Deutschland ist unerträglich. Dass sich die liberale Rüstungs-Lobbyistin Strack-Zimmermann auf allen Kanälen als Kriegstreiberin betätigt, ist schon übel genug. Geradezu erschreckend erscheint indes das rasante Verkommen der Deutschen Grünen von einer ernsthaften Friedens- zu einer opportunistischen Kriegspartei: Da schwadronieren militärisch ahnungslose Leute wie Aussenministerin Bärbock oder MDB Hofreiter über dringend nötige Lieferung schweren Kriegsgeräts aus deutschen Beständen an die Ukraine unbedarft daher. Das sind Leute, die noch nie mit einer Truppe irgendwo «im Feld» standen – geschweige denn an der Front.

    3
  • am 18.01.2023 um 13:28 Uhr
    Permalink

    vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass große Teile der Politik und der Medien von einem eher friedlichen Zusammenleben in Europa zu einer grenzenlosen Kriegsretorik wechseln.
    Das lässt sich für mich auch nicht durch den russischen Angriff auf die Ukraine erklären, da in der nahen Vergangenheit weit größere Konflikte durch andere Staaten, mit zumindet genau so brutalen Auswirkungen gelaufen sind und noch laufen, ohne dass die jetzt so Empörten eine entsprechende Reaktion gezeigt hätten.
    Deutlicher kann man die Doppelmoral des sogenannten Wertewesten nicht nachweisen.

    2
  • am 18.01.2023 um 16:40 Uhr
    Permalink

    Diese Kriegstreiberei wird langsam mehr als nur gefährlich.
    Mittlerweile scheinen die vor allem, deutschen Politiker abgehoben und weltfremd zu regieren.
    Man könnte es mit der Angst zu tun bekommen, denn hier steht mehr als ein Auslandseinsatz in fremden Welten an. Als Soldat in den 80igern, vor allem in der ABC-Abwehr, weiss ich noch um die Angst der Kameraden in der Frage – Was ist von meiner Familie danach übrig?
    Als Einsatzsoldat Ende der 90iger bis in die Mitte des ersten Jahrzehnts weiss ich das diese Angst nicht mehr vorhanden war, wir waren weit genug weg. Das kann man nicht automatisch auf heimatlichen Boden übertragen. Schon garnicht wo jetzt auch atomar bestückte Waffen zum Einsatz kommen könnten und wohl auch würden.
    Man kann nur hoffen das die merken, dass der Kopf nicht nur zum Haarekämmen taugt.

    1
  • am 18.01.2023 um 22:52 Uhr
    Permalink

    Das grösste Problem bei Waffenlieferungen ist, dass man nie genau weiss, wem diese später in die Hände fallen. Besonders bei den tragbaren Schusswaffen, die an die Ukraine geliefert wurden, hat man bereits feststellen müssen, dass etliche wieder in andere Länder auftauchten, meist in den Händen von Kriminellen.
    Wenn man sich Bilder aus Afghanistan, Irak, Lybien, Syrien, nur um ein paar Länder zu nennen, anschaut, sieht man wie auch schwere Ausrüstung in die falschen Hände kommen kann und was sie dan anrichtet. Die Bilder der Taliban, welche mit US-Waffen nach Kabul einmarschierten sollten noch allen in Errinnerung sein!
    Das die halbe Welt ihre Waffenarsenale leerräumt und das ganze Material in der Ukraine landet, wird definitiv keinen Fieden und keine Erleichterung für die Bevölkerung bringen, aber diese Waffen werden noch jahrelang in aller Herren Länder totbringend eingesetzt werden.

    2
  • am 18.01.2023 um 23:43 Uhr
    Permalink

    Milliarden für die Ukraine, aber ein grosse Teuerung und die Bäcker haben kein Geld für den Strom ihrer Backöfen. Die deutsche Politik scheint System zu haben: Wer bei der Gassenküche anstehen muss, kommt nicht auf die Idee, gegen irre Politiker zu demonstrieren.

    1
  • am 19.01.2023 um 01:29 Uhr
    Permalink

    Ich bin mit allen Kommentaren vollständig einverstanden. Europa, besonders Deutschland und Frankreich steigern sich, unter Druck der USA, Zelenskys, der Nato (Stoltenberg), der EU in unglaubliche Angstszenarien hinein, die sich kaum realisieren würden, wenn man mit der Steigerung der Waffenlieferungen aufhören würde. Aber die Angst zieht bekanntlich das Unheil an… Auch die bisher neutrale Schweiz, die zwar bereits einen Wirtschaftskrieg (Sanktionen) gegen Russland führt, steht unter Druck der EU und Stoltenbergs, weil sie es nicht erlaubt, dass Schweizer Waffen in ein Kriegsland weiter geliefert wird. Entsetzt stelle ich fest, dass es bereits Interpellationen im Nationalrat gibt, die dieses Waffengesetz ändern möchten. Gibt es eigentlich noch vernünftig denkende, analytische und starke Politiker, die zu ihrer Souveränität stehen können?

    1
  • am 20.01.2023 um 10:26 Uhr
    Permalink

    Wem nützt dieser Krieg, der immer weiter eskaliert? Der ukrainischen Bevölkerung sicher nicht. Erinnern Sie sich? Ganz kurz nach Kriegsbeginn zeigte sich ein besonnener ukrainischer Präsident zu Verhandlungen bereit und erwog öffentlich die Neutralisierung der Ukraine. Aber schon in den folgenden Tagen wurde klar, dass er damit die ihm von der USA gesteckten Entscheidungsgrenzen überschritten hatte. Seither verhält er sich wie ein braver Schüler an der Leine seines Herrn, lässt sich als Held feiern und wie einen Bruder umarmen von den europäischen US-Vasallen und Staatsoberhäuptern, die ihrerseits nichts zu ahnen scheinen von der Kriegsgefahr, der sie mit ihrer unverantwortlichen Politik die Völker ganz Europas aussetzen. Wer hat ausser den mächtigen Rüstungskonzernen und der damit verbandelten oder «gekauften» Politiker ein Interesse an einer zerstörten Ukraine und letztlich eines zerstörten Europas?

    0
    • am 20.01.2023 um 22:40 Uhr
      Permalink

      In Berlin glaubt man scheinbar, Russland besiegen zu können. Naja…
      Profitieren tun erstmal die USA.die haben die Energierohstoffe als überlebenswichtig deklariert und haben den Import aus Russland verdoppelt. Uns verkaufen sie jetzt ihr überschüssiges LMG Gas und wir bezahlen den höheren Preis, inkl.der Umweltsauerei.
      Europa begibt sich an den Rand einer atomaren Katastrophe, überm Atlantik wird vorraussichtlich nichts passieren. Die Rüstungswirtschaft, europaweit mit beteiligung amerikanische Geldgeber infiltriert, profitiert wie nie. Alte Waffen verkauft auf Kredit ohne Sicherheit, neue Waffenaufgrund der Bedrohung aus dem Osten nachbestellt.
      Das witzigste an der ganzen Nummer, es gibt ein Staatsoberhaupt in Europa dem die Kleiderordnung schnurz ist und er muss nicht betteln, verhandeln oder sonst irgendetwas, er braucht nur zu fordern und alles hüpft und springt.
      In meinem nächsten Leben werde ich auch Komiker…

      0
  • am 20.01.2023 um 15:59 Uhr
    Permalink

    Wir vom Nürtingen Institut Wissenschaft Weiterdenken (IWW) können Fakes News und Trug-Schlüsse mit unser neuen Quintessenz -Methode entlarven, d.h. mit den Denk-Werkzeugen der Aristotelischen Metaphysik, als Zauberwort! Es muss eine Denk-Wende eingeläutet werden! Dazu benutzen wir die Logik, als Lehre von der Wahrheit :
    a) Viele von uns glauben aufgrund der Medien, Frieden mit Waffen zu schaffen.
    b) Kriegswaffen sind aber zum Töten von Menschen (bisher 100 000 ukrainische Soldaten) und Zerstörung ihrer Häuser da,
    Das Gegenteil von Frieden!
    c) Also können wir nur ohne Waffen Frieden schaffen!
    Nach dem US- Gelehrten Chomski steht uns ein gefährliches Neusprech, eine Wortverdrehung bevor, wie in G. Orwellscher Dystopie, dann wäre: Frieden =Krieg, Freiheit = Sklaverei?
    http://www.wissenschaftweiterdenken.com

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