Sperberauge

Offener Brief an NZZ-Chef Eric Gujer

Christian Müller © zvg

Christian Müller /  Die drei Brüder Meili spenden Geld und argumentieren für die Erbschaftssteuer. Und sie kritisieren die NZZ.

«Die Erbschaftssteuer ist ein Kind des Liberalismus. Mit ihr wurden bei der Nationalstaatengründung die vererbten Vorrechte der Aristokratie bekämpft und so das Zeitalter der Demokratie eingeläutet. Auch heute setzen sich weltweit liberale Persönlichkeiten für die Erbschaftssteuer ein.»

Diese drei Sätze stammen von den drei Brüdern Daniel, Marcel und Martin Meili. Sie haben dem Chefredaktor der NZZ, Eric Gujer, im Hinblick auf die Abstimmung über die Reform der Erbschaftssteuer am 14. Juni einen Offenen Brief geschrieben.

«Sehr geehrter Herr Gujer, Chefredaktor NZZ
Ihre NZZ rühmt sich seit Jahr und Tag, eine unabhängige Fahnenträgerin des Liberalismus zu sein. Manchmal machen Sie es uns indes schwer, dies zu glauben. So etwa in der Debatte um die Erbschaftssteuer. Hier werden Ihre Leserinnen und Leser fast täglich mit polemischen und tendenziösen Aussagen («inhaltlich ein ausgewachsener Blödsinn», «unsäglich» oder «Kindlifresser») konfrontiert. Kann man von einer intellektuell ambitionierten Redaktion denn nicht erwarten, dass sie sich bei der Besprechung politischer Inhalte ihrer eigenen Wurzeln entsinnt?» ( )

Die drei Brüder Daniel, Marcel und Martin Meili haben beschlossen, die Kampagne für die Einführung der Erbschaftssteuer auf Bundesebene mit einer halben Million Franken zu unterstützen. Das ist umso bemerkenswerter, als alle drei ausdrücklich betonen, Kleinunternehmer zu sein.

Chapeau!

Den vollumfänglichen Brief findet man unter www.machmit-meili-erben.ch/blog/


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5 Meinungen

  • am 14.05.2015 um 13:47 Uhr
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    Die Rückwirkende Inkraftsetzung genügt mir zur Ablehnung. Die Begründung die Erbschaftssteuer sei ein urliberales Projekt ist für mich geradezu pervers. Das ganze Anliegen ist Sozialismus pur, d.h. es entstammt der Philosophie des Neides. Der Staat wird weiter aufgebläht. Die AHV muss grundsätzlich überdacht werden, mit der vorgesehenen Finanzspritze aus der Erbschaftssteuer wird das Problem nicht gelöst.

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  • am 14.05.2015 um 14:24 Uhr
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    Ein Banker sagte mir mal, «es gibt Leute, die haben immer genug Geld, andere immer zuwenig».Im alten Testament finden wir die Idee des Halljahres: kleines Halljahr nach 7 Jahren: das Vermögen wird neu verteilt.„1 In jedem siebten Jahr sollst du die Ackerbrache einhalten. 2 Und so lautet eine Bestimmung für die Brache: Jeder Gläubiger soll den Teil seines Vermögens, den er einem andern unter Personalhaftung als Darlehen gegeben hat, brachliegen lassen. Er soll gegen den andern, falls dieser sein Bruder ist, nicht mit Zwang vorgehen; denn er hat die Brache für den Herrn verkündet.“Deuteronomium 15, 1-2». Grosses Halljahr: nach 7×7 Jahren wird auch der Grundbesitz neu verteilt:» Verkaufte und verpfändete Grundstücke seien ohne Entschädigung aus fremden Händen wieder an den ursprünglichen Besitzer oder seine rechtmäßigen Erben zurückzugeben, und alle Schulden seien ihnen zu erlassen. Quelle: Bibel und Wikipedia
    Eine Erbschaftssteuer mit grosszügigen Freigrenzen für KMUs ist dagegen doch ein Klacks…

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  • am 14.05.2015 um 15:06 Uhr
    Permalink

    Die Erbschaftssteuer soll Sozialismus pur sein? Eine wahrlich bescheuerte Bemerkung. Eine Philosophie des Neids? Wer so etwas schreibt, kann mit dem Begriff Philosophie wohl kaum etwas anfangen.
    Nur so nebenbei: Im Mutterland des Liberalismus, in den USA, gibt es durchaus eine Erbschaftssteuer, und dazu noch eine deutlich h�here, als sie f�r unser Land vorgeschlagen wird.
    Wer ist dagegen? Wem eine fette Erbschaft winkt? Nicht wenige von diesen sehen darin nichts Verwerfliches.
    Grossmehrheitlich sind die Gegner der Erbschaftssteuer diejenigen, die niemals erben werden, die armen Schlucker, die Bildungsfernen, die sehnlichst darauf hoffen, einmal das grosse Los zu ziehen. Das war schon in alten Zeiten so: Die ergebensten Verteidiger ihrer Herren waren die Sklaven, die dankbar die Brosamen ihrer Peiniger aufsammelten, immer darauf hoffend, deren Gunst zu erwerben.
    W�rden all diejenigen, die etwas zur vererben haben oder dereinst erben werden, gegen die Erbschaftsteuer stimmen, w�rde sie immer noch mit �ber 90% J angenommen.

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  • am 14.05.2015 um 18:10 Uhr
    Permalink

    Die Erbschaftssteuer eignet sich für Polemik ausgezeichnet. Es wären aber primär Tatsachen zu berücksichtigen:
    1. Die Initiative schummelt mit den Freibeträgen. Die Initianten behaupten nun, der Freibetrag betrage 4 Millionen, 2 Millionen beim Hinschied des ersten Elternteils und 2 Millionen beim zweiten Elternteil.
    2. Eine Rückwirkung würde anderen Volksbegehren (ja richtig gelesen: Begehren) Tür und Tor öffnen und dann wäre es vorbei mit der Rechtssicherheit.
    3. Die Initiative bedeutet Klassenkampf pur.
    4. Es handelt sich um eine neue zusätzliche Steuer, der Staat wird immer grösser, immer begehrlicher. Wenn wir so weitermachen, werden wir einst griechische Verhältnisse haben!
    5. Nur sehr wenige Staaten kennen wie die Schweiz eine Vermögenssteuer .
    Wenn die Erbschaftssteuer anstelle einer Vermögenssteuer getreten wäre, hätte die Vorlage eine Chance gehabt, auch bei jenen welche nie ein grosses Vermögen erben werden.

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