Die Blackout-Welle rollt

Kurt Marti © Christian Schnur

Kurt Marti /  In diesem Jahr kommt die Atomausstiegs-Initiative der Grünen vors Volk. Jetzt rollt die Blackout-Welle.

Gestern gab das Schweizer Fernsehen SRF bekannt, dass in diesem Jahr eine Dokumentation «Blackout Schweiz» ausgestrahlt wird, welche die Folgen eines fiktiven, achttägigen Stromausfalls nachzeichnet.

Vorgestern fand in Dübendorf ein Blackout-Kongress einer privaten Sicherheitsfirma statt. Die SRF-Tagesschau und das «Echo der Zeit» von Radio SRF 1 berichteten ausführlich darüber.

Auch die Sendungen «Treffpunkt» und «Ratgeber» von Radio SRF 1 hatten gestern den Strom-Blackout zum Thema. In einem Blackout-Dossier präsentiert SRF gar einen Blackout-Film des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS).

Und bekanntlich hat vor anderthalb Monaten die Schweizer Netzgesellschaft Swissgrid vor einem Strom-Blackout gewarnt.

Die aktuelle Blackout-Welle wirft die brisante Frage auf, ob es sich dabei bloss um eine zufällige Häufung handelt oder ob die Strom- und Atomlobby damit hinter den Kulissen gezielt den PR-Teppich für die bevorstehende Abstimmung zur Initiative «Für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» legt?

Fakt ist jedenfalls, dass VSE-Präsident Kurt Rohrbach bereits im April 2015 anlässlich einer Veranstaltung des Nuklearforums ein Referat zum Thema «Europas verzweifelte Suche nach Rezepten gegen den Blackout: Steilpass oder Offside für die Schweiz?» hielt. Bekanntlich wird das Nuklearforum im Auftrag der Atomlobby von der PR-Agentur Burson Marsteller geführt, die auch Mitglied des VSE ist.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Kurt Marti war früher Geschäftsleiter, Redaktor und Beirat der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES)

Zum Infosperber-Dossier:

Stromleitungd

Die Politik der Stromkonzerne

Elektrizitätsgesellschaften verdienen am Verkaufen von möglichst viel Strom. Es braucht endlich andere Anreize.

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2 Meinungen

  • Avatar
    am 21.01.2016 um 21:38 Uhr
    Permalink

    Die Angst vor einem Stromblackout muss offenbar gerade wieder einmal wachsen, weil eine Abstimmung über den Ausstieg aus der Atomenergie bevorsteht. Anlass genug dafür, die bewährte PR-Agentur auf allen möglichen Kanälen gegen die grüne Initiative arbeiten zu lassen.
    Gertrud Bernoulli

    0

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