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Live Video ist Facebooks neuestes Feature. Die Verbreitung lässt sich das Unternehmen etwas kosten. © YouTube

Facebook bezahlt für Live-Videos Millionen

Daniela Gschweng /  CNN, BuzzFeed und Co. werden gut bezahlt, wenn sie Live-Videos auf Facebook posten.

Twitter hat Periscope und die neue App Snapchat hat es auch: Live-Video-Streaming. Seit einigen Monaten bietet auch Facebook seinen Nutzern die Möglichkeit, Videos in Echtzeit zu teilen. Ein Feature, das die Konkurrenz in Schach halten und mehr Kunden auf die Plattform locken soll. Facebook Live wird nach und nach für alle Länder freigeschaltet.

Die Verbreitung von Facebook Live lässt sich Facebook einiges kosten: Mehr als 50 Millionen Dollar bezahlt das Unternehmen reichweitenstarken Teilnehmern, die das Feature nutzen. Etwa 140 Verträge hat Facebook dazu abgeschlossen, unter anderen mit News-Outlets wie CNN, der «New York Times», BuzzFeed sowie einigen prominenten Einzelpersonen und Organisationen.

Eine Auswahl der Unternehmen und Einzelpersonen, die von Facebook dafür bezahlt werden, Live-Videos zu verwenden (Vertragsumfang in Millionen Dollar)

Dass Facebook Nachrichtenkanäle dafür bezahlt, auf der eigenen Seite Live-Videos einzustellen, liess Facebook vor zwei Monaten wissen. Das sei nur fair, bemerkt das Wirtschaftsmagazin «Fortune». Schliesslich entgingen den News-Organisationen Werbeeinnahmen, wenn sie Live-Videos auf Facebook publizierten statt auf der eigenen Seite. Nun machte das «Wall Street Journal» (WSJ) bekannt, wie viel Geld dabei fliesst.

Je drei Millionen Dollar für CNN und die «New York Times»
Nach einem Dokument, dass dem «Wall Streeet Journal» vorliegt, sind die bestbezahlten Kanäle die «New York Times» und das Portal «BuzzFeed», die für ihr Engagement über ein Jahr um die 3 Millionen Dollar bekommen. Aber auch Einzelpersonen wie Michael Phelps, das Metropolitan Museum in New York und der FC Barcelona finden sich in der Liste.

Die bisher erfolgreichsten Live-Videos waren eine Übertragung, bei der BuzzFeed-Angestellte eine Wassermelone mit Gummibändern umwickelten, bis sie platzte und ein Video der Facebook-Nutzerin Candace Payne, in dem sie sich über eine Chewbacca-Maske amüsiert.


Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts des Wall Street Journals und anderer US-Quellen erstellt.


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2 Meinungen

  • am 26.06.2016 um 10:42 Uhr
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    Ist für die Autorin Facebook eine rein angelsächsische Veranstaltung bzw. ist ihr nicht bekannt, dass der Dienst Live auch in deutschsprachigen Gefilden angeboten wird? Oder wie muss man sich erklären, dass sie sich darüber ausschweigt, dass auch die Springer-Presse – namentlich BILD und die Welt – Geld für Live-Videos erhalten? SPON berichtete: http://goo.gl/iK9P0z

    0
  • am 26.06.2016 um 10:54 Uhr
    Permalink

    V. Putin brachte vor einiger Zeit den Vorschlag das Internet im Rahmen der UNO, ITU und nationaler Parlamente, also als öffentlich rechtliches System zu regulieren. So ist wenigstens ein gewisses Mass an Öffentlichkeit, Transparenz und Recht der Mitwirkung und Mitsprache gewährleistet.

    Die Schlagzeilen in hiesigen Propaganda Systemen war » Putin will das Internet staatlich regulieren !!» als typischer Schrei der Anklage, Hysterie und Entrüstung das der Staat etwas fpr die Gesellschaft anstatt das Kapital tun könnte. Ein ebenso typisches Horrorszenario besorgter Bürger beharrte deshalb weiter auf einem liberalen freibeitlich sich äh selbst regulierendes System.

    Auf der anderen Seite steht ein für neoliberale Ausbeuter typisches Prinzip rein privater Regulierung (Demokratie raus, Kapital rein d.h. anstatt 1 Kopf – 1 Stimme, 1$ – 1 Stimme) der also am meisten bezahlt erhält am meisten Leistung was typisch die 99% mit herunter gelassenen Hosen dastehen lässt. Nun ist es so das einige Konzerne mit Videodaten handeln möchten und diese Datenpackete müssen mit höchster Priorität durch die Netzinfrastruktur, bis zum Verbraucher (nicht demokratisch legitimierter Bürger) und da steht die bis heute gültige Netzneutralität im Weg.

    Was es dann noch braucht sind staatliche Lizenzen um als Bürger überhaupt eine eigene Internetpräsenz betreiben zu dürfen. Webhoster massen sich schon heute in ihren AGB an politische Webseiten zu schliessen. Ein Recht zur Publikation gibt es also nicht.

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