Sperberauge

Tagesschau korrigiert Infosperber

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

upg /  Er habe nicht «Schnüffelei» gesagt, sondern «elektronische Überwachung», sagt TS-Chef Urs Leuthard.

«Wir müssen Schnüffelei nicht immer gross bringen» titelte Infosperber. Das Zitat war als zusammengefasste Stellungnahme der Tagesschau gemeint auf die Feststellung, dass die Hauptausgabe der Tagesschau über folgende zwei Neuigkeiten mit keinem Wort informiert hat:

  • Das tägliche Erfassen des US-Geheimdienstes von Standorten mehrerer hundert Millionen Handys.
  • Die gemeinsame Forderung der weltgrössten IT-Konzerne an Präsident Obama, die staatliche Überwachung zu begrenzen.

Tagesschau-Leiter Urs Leuthard hatte Infosperber dazu Folgendes ausrichten lassen:
«Die Meldungen rund um die elektronische Überwachung der Bevölkerung sind seit Monaten ein Thema in den internationalen Medien wie auch in der Tagesschau. Fast täglich werden neue Informationen oder ‹Enthüllungen› bekannt. Es versteht sich von selbst, dass nach all diesen Monaten nicht jede Weiter-Entwicklung (der letztlich gleichen Ursprungs-Geschichte) in der Tagesschau gross abgehandelt werden muss».
Infosperber hat die Stellungnahme der Tagesschau im vollen Wortlaut übernommen, im Titel jedoch wie folgt verkürzt zitiert:
«‹Wir müssen Schnüffelei nicht immer gross bringen›».
Dieses Titel-Zitat sei eine «Frechheit», erklärt Stefan Wyss, «Projektleiter Media Relations CR Radio/CR TV». Urs Leuthard habe so etwas nie gesagt.
Auf Wunsch des Tagesschau-Chefs hat Infosperber diesen Titel nun abgeändert in «Tagesschau nimmt Schnüffelei nicht immer ernst».
Infosperber entschuldigt sich dafür, Urs Leuthard das Wort «Schnüffelei» in den Mund gelegt zu haben, obwohl Leuthard von «elektronischer Überwachung» sprach. Und Leuthard hat nicht gesagt «nicht immer gross bringen», sondern «nicht jede Weiterentwicklung gross abhandeln».

Zum ursprünglichen Beitrag mit dem korrigierten Titel «Tagesschau nimmt Schnüffelei nicht immer ernst» vom 10.12.2013.
Zum Nachzug «In der Tagesschau wieder kein Wort» vom 12.12.2013.


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Keine

Zum Infosperber-Dossier:

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SRF Tagesschau in der Kritik

Die Informationssendung mit den meisten Zuschauenden muss sich von kommerziellen Sendern klar abheben.

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Eine Meinung zu

  • am 13.12.2013 um 15:09 Uhr
    Permalink

    Pingelig – aber das sind wir uns gewohnt vom Staatlichen Zwangsfernsehen. Aber wenn es dann heiss zu und her geht, dann wird zensuriert und die Aufnahmen wahrscheinlich sogar – im selbstauferlegten Staatsinteresse – vernichtet – ich meine damit z.B. die Life-Aufnahmen vom Hotel Central (Balkon 2.Stock) über die Polizeikrawalle anlässlich der Globus Demo 1968 – lol (oder sind die auch 50 Jahre unter Verschluss, wie die Kennedy-Mord-Akten?)

    0

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