Sperberauge

NZZ mit Unstatistik des Monats

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Red. /  Die NZZ stellt die Personalzunahme in der öffentlichen Verwaltung sowie in den Bereichen Erziehung und Unterricht übertrieben dar.


Die NZZ informierte am 18. November 2016, dass die öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz ihr Personal seit 1991 um 33 Prozent auf 160’000 Stellen erhöht hätten (in Vollzeitstellen umgerechnet). Im Bildungsbereich (Unterricht und Erziehung) hätten die Stellen um 35 Prozent auf 210’000 zugenommen. Im Gesundheits- und Sozialwesen sogar um fast 200 Prozent auf 470’000 Vollzeitstellen.

Indexierte Entwicklung der Anzahl Beschäftigten einiger Branchen (Index 100 = 2015). Grosse Auflösung der NZZ-Grafik hier.

NZZ-Redaktor Daniel Gerny stützte sich auf Zahlen des Bundesamts für Statistik, unterliess es jedoch, diese Zahlen ins Verhältnis zur starken Bevölkerungszunahme zu setzen.
Es ist klar, dass ein bevölkerungsreiches Land wie Deutschland in der Verwaltung und in den Schulen wie in allen Bereichen mehr Stellen braucht als die kleine Schweiz. Auch in der Schweiz braucht es mehr solcher Stellen als früher, weil die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner stark zugenommen hat.
Präzis hat die Bevölkerung zwischen 1991 und 2015 um 22 Prozent zugenommen. Etwa im gleichen Verhältnis hat die Gesamtzahl der Arbeitsplätze zugenommen.
Keine Rolle spielt die Bevölkerungszahl beim prozentualen Anteil der Beschäftigten, die beim Staat und in «staatsnahen» Betrieben arbeiten. Dieser Anteil habe sich von 19 auf 25 Prozent erhöht, schreibt die NZZ. Der Staat habe «nicht abgespeckt, sondern zugelegt», folgert die NZZ. Allerdings rechnet Daniel Gerny im Gesundheitswesen, wo der Personalanstieg am höchsten war, viele private Betriebe sowie Selbständigerwerbende grosszügig zum «Staat».


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