Medienkonsum_gross

Die Interpretationshoheit ist bei der Leserschaft: Mann liest am Strand. © cc-by-sa Marie-Christine Schindler

Heute entscheidet das Publikum über den Journalismus (1/2)

Pascal Sigg /  In der Schweiz läuft eine Auseinandersetzung über den Journalismus. Das Problem: Die Leserschaft hat die Macht übernommen.

Was muss Journalismus sein? Analyse zur Journalismus-Debatte in zwei Teilen

Der folgende Artikel ist der erste Teil einer Analyse zur aktuellen Mediendebatte. Vor dem Hintergrund der Abstimmung übers Mediengesetz vom 13. Februar 2022 diskutiert die Schweiz intensiv Rolle und Wert des Journalismus. Die beiden Artikel setzen sich ergänzend mit der selten diskutierten Frage nach der Identität des Journalismus auseinander. Was muss Journalismus sein? Und wer bestimmt darüber?

Teil 1 orientiert sich an der Frage: Was ist das Problem?

Teil 2 antwortet auf die Frage: Wie steht es um Lösungen?

Noch am letzten Abstimmungssonntag stand der Titel «Die Grenzen der direkten Demokratie» über einem Artikel der Website «Die Ostschweiz», welche ein paar Werber und PR-Unternehmer gemäss eigenen Angaben aus finanziellen Gründen und zur Erhaltung der Medienvielfalt unterhalten. Im Artikel äussert der Autor Stefan Millius fundamental Zweifel an unserem polit-medialen System, in welchem die Bürger manipuliert und kritische Stimmen konsequent gesperrt, gelöscht, zensiert würden: «Ein scheinbar demokratisches Resultat führt uns vor Augen, dass Demokratie eine Illusion ist. Spätestens, wenn Regierende und Medienschaffende Seite an Seite arbeiten, haben wir keine Chance mehr auf einen informierten Willensentscheid.» Millius liefert keinen einzigen konkreten Beleg für seine zahlreichen massiven Vorwürfe, die in eine mächtige Opfererzählung münden.

Mit dem Artikel beweist Millius gleich selbst, dass es keine Zensur gibt. Viel wichtiger ist aber, dass Millius eine gefährliche antidemokratische Theorie als legitimen Standpunkt verkauft. Dabei dient ihm das Image seiner Website als Lokaljournalismusprojekt. Tatsächlich ist sie hautpsächlich ein Werbe- und PR-Vehikel für lokale Unternehmen und publiziert Polizeimeldungen und Mitteilungen der kantonalen Staatskanzleien. Seine Aufmerksamkeit erzielt es mit – zurückhaltend ausgedrückt – provokativen Meinungsbeiträgen. Da wird die Impfkampagne des Bundes schnell mal mit Völkermord verglichen, da heisst es, Alain Berset sei ein schwerkranker Psychopath, da ruft einer zum Bürgerkrieg auf (Tages-Anzeiger, hinter Paywall). Und die Trägerschaft des Unternehmens ist zu grossen Teilen unbekannt. Ist das Journalismus? Und wenn ja, wie viel?

Presserat gegen Parajournalismus

Vor dem Hintergrund der Medienkrise publizierte die Eidgenössische Medienkommission (EMEK) 2017 ein Positionspapier zur Zukunft der Medien- und Kommunikationsordnung in der Schweiz. Darin skizzierte sie für den Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren drei mögliche Zukunftsszenarien. Eines davon nennt sie «Substitution» und umschreibt es als «Entwicklung, bei der alternative, d.h. para- oder nicht-journalistische Angebote adäquat publizistische Leistungen zum einen ergänzen, zum anderen ersetzen. Adäquat bedeutet, dass sie dem Bedürfnis der Nutzerinnen und Nutzer nach Informiertheit, Teilhabe und Beobachtung in spezifischen sozialen Gruppen ausreichend entsprechen.»

Interessanterweise bewertet die EMEK das Szenario nicht nur negativ. «Wenn demokratiepolitisch relevante und unabhängige, also den Interessen der Gesellschaft verpflichtete publizistische Medienleistungen» ungehindert verfügbar bleiben, erachtet eine Mehrheit der Kommission dieses Szenario gar als wünschenswert. Zentral am Szenario ist aber nicht zuerst, dass demokratiepolitisch wichtige Informationen durch Pseudofakten ausgetauscht werden. Viel wichtiger ist: Ob ein Angebot journalistischen Grundsätzen entspricht, hängt nicht mehr vom konkreten Inhalt ab, sondern vom Publikum. Bereits vier Jahre nach der Publikation des EMEK-Papiers kann man deshalb getrost sagen: Welcome to the future!

Eine der EMEK-Empfehlungen zur journalistischen Selbstbehauptung sieht vor, den Presserat zu stärken. Abgesehen von der Justiz, welche die Rahmenbedingungen vorgibt, ist er die einzige Instanz, welche die konkreten journalistischen Grundregeln definiert. Gegen Verletzungen dieser Regeln können Leserinnen und Leser Beschwerde einreichen. Das Gremium beurteilt diese in Form von Stellungnahmen und weist sie ab oder spricht Rügen aus.

Die Grundidee: Mit dem Presserat übt der Schweizer Journalismus Selbstkritik, um gegenüber der Leserschaft glaubwürdig zu bleiben – und eine jederzeit mögliche Regulierung durch die Politik zu verhindern. Präsident Dominique von Burg beschrieb das Selbstverständnis des Presserates vor wenigen Monaten so: «Für ihn ist es wichtig, der Öffentlichkeit zu erklären, warum journalistische Informationen ihr Vertrauen verdienen. Und die Medien daran zu erinnern, dass die wichtige gesellschaftliche Rolle, die sie für sich beanspruchen – das unabhängige Streben nach Wahrheit – mit der Einhaltung anspruchsvoller Berufsregeln einhergehen muss.»

Diese niederschwellige Selbstregulation soll im Rahmen des Medienförderungspaketes ganz, ganz vorsichtig gestärkt werden. Zum einen sieht die Vorlage vor, dass Publikationen, die Förderbeiträge beanspruchen möchten, «erklären», nach in der Branche anerkannten Regeln für die journalistische Praxis zu arbeiten. Zum anderen soll die beabsichtigte Stärkung des Presserats via Finanzspritze erfolgen – eine existenzielle Notwendigkeit. Erst letztes Jahr wies der Stiftungsratspräsident und ehemalige NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann darauf hin, dass der Rat mit einem strukturellen Defizit operiert und «ein über die Jahre stetig gewachsenen Pendenzenberg unerledigter Fälle» existiert. Dies hat wohl auch damit zu tun, dass die Anzahl der zu behandelten Beschwerden in den letzten Jahren stetig gestiegen ist: 2020 waren es 180 Beschwerden – eine Zunahme von 50%.

Das Publikum ist König – nicht der Inhalt

Doch die Hauptprobleme des Presserats können nicht mit Erklärungen oder Geld gelöst werden. Zum einen findet er sogar bei den Publikationen, zu deren Glaubwürdigkeit er beiträgt, schlicht zu wenig Beachtung – und dies wäre seine einzige Währung. Bereits eine 2007 erschienene Studie der ZHAW (ich arbeitete als Student daran mit) kam zum Schluss, dass die Stellungnahmen des Presserats von den Medien kaum diskutiert und selten publiziert werden. So wurde er in der Vergangenheit auch schon als «Verlegenheitsausschuss» oder «zahnloser Tiger» bezeichnet. Tatsache ist: Medien haben bloss eine moralische Verpflichtung, Stellungnahmen, welche sogar sie selber betreffen, auch zu publizieren. Letztes Jahr schaffte es beispielsweise auch die Aargauer Zeitung nicht, dem nachzukommen, obschon Patrik Müller, Chefredaktor der Zentralredaktion von CH Media, im Vorstand der Konferenz der Chefredaktoren sitzt.

Brancheninterne Unzulänglichkeiten sind das eine. Hinzu kommt: Seit 2007 hat sich die Anzahl der Medienangebote vervielvältigt und mit ihnen die Aufmerksamkeit des Publikums weiter aufgebrochen. Es ist noch viel schwieriger geworden, sich über all die Kanäle Gehör zu verschaffen. Von der Arbeit des Presserat erfährt man fast nur, wenn man sich dafür interessiert. Wieder: Letztendlich entscheidet die Leserschaft – und nicht zuerst der Inhalt des Medienangebots.

Die medientechnologischen Veränderungen des letzten Jahrhunderts haben die öffentliche Debatte eben – schleichend – viel grundlegender verändert als die meisten Journalistinnen und Journalisten und sogar viele Medienwissenschaftler verstehen. Im elektronischen Medienzeitalter zählt nicht mehr zuerst die lineare, logische Argumentation. Marshall McLuhan wies bereits vor über 50 Jahren darauf hin, dass elektronische Medien wie damals Radio und TV als Erweiterung des zentralen Nervensystems zu verstehen sind.

Dies hat zur Folge, dass wir auf medial übermittelte Botschaften primär emotional reagieren. Weil elektronische Medien – ganz besonders Bilder – vermeintliche Unmittelbarkeit herstellen, fehlt uns die Zeit zur kritischen Verarbeitung ihrer Bedeutungen.

Trotzdem erlangt das Publikum die Hoheit über diese Botschaften. Ganz einfach, weil es das letzte Wort hat. Es kann journalistische Recherchen aus dem Kontext zerren, sie sofort als lückenhaft oder parteiisch kritisieren; oder anerkennend loben und sich in der jeweiligen Interpretation sogleich bestärken. Dies erfährt aktuell auch Infosperber im Rahmen der Corona-Berichterstattung. Das, was heute vielfach post-faktisches Zeitalter genannt wird, ist nicht zuerst eine politische Zeitdiagnose. Es ist schlichtweg die Konsequenz unseres medientechnologischen Umfelds.

Weil sich jeder journalistische Beitrag unausweichlich sofortiger politischer und moralischer Kritik stellen muss, ist journalistische Arbeit heute viel stärker ein moralischer und politischer Akt. Journalismus kann nicht mehr einfach als blosses Verbreiten «wahrer» Information oder «richtiger» Fakten bezeichnet werden. Jede Information, jeder Fakt, ist mit bestimmtem Fokus ausgewählt und bestimmten Methoden erarbeitet. Zudem: Auch LeserInnen und PolitikerInnen behaupten heute permantent, faktenbasiert zu argumentieren, wenn sie irgendwas irgendwo posten. So gesehen sind wir heute alle JournalistInnen.

Das sagt sogar der Presserat selbst. Er fühlt sich seit 2019 nämlich für jede Publikation zuständig, die «aus einer Tätigkeit resultiert, welche aus unabhängiger Warte Material sammelt, auswählt, formatiert, interpretiert oder kommentiert.» So musste er letztes Jahr auch die hauptsächlich ehrenamtlich betriebene Website seniorweb.ch rügen, weil sie eine Theaterrezension fast wortgleich von einem Blog übernommen hatte. Der fehlbare Autor zeigte sich zwar einsichtig und reuig, doch die Rüge publizierte Seniorweb nicht auf der eigenen Seite. Auch sonst veröffentlichte gemäss der Schweizer Mediendatenbank SMD niemand die Stellungnahme des Presserats.

Eine Instanz wie der Presserat ist zwar wichtiger denn je. Seine Methode der Nachkontrolle ist jedoch – ganz besonders in Kombination mit der schwachen Beachtung der Stellungnahmen – veraltet. Es spielt vielfach nur eine untergeordnete Rolle, wie das Gremium einen bereits erschienenen Artikel taxiert. Die Leserinnen und Leser haben ihre eigene Nachkontrollen bereits gemacht.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Pascal Sigg ist Mitglied der Gewerkschaft Syndicom. Und Infosperber ist Gründungsmitglied des Verbands «Medien mit Zukunft».
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

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Medien unter Druck

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30 Meinungen

  • am 15.12.2021 um 15:08 Uhr
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    Manipulation der Massen gab’s immer, damals meistens durch die Sprache, dann waren Bü-cher, Zeitungen, Radio und Fernsehen. Heute sind vor allem die Medien und die Socials, die al-lerlei von Nachrichten verbreiten und, wie immer, die Masse schenkt denen Glauben. Dies ist umso tragischer, weil bis vor Jahren es beinahe unmöglich war, Nachrichten zu kontrollieren, heute gibt es hingegen dank Internet unzählige Möglichkeiten. Aber ein Punkt lässt sich nicht wegdenken: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, wie Bertolt Brecht sagte! Des-halb reden, handeln und schreiben wir emotional, auch die seriösesten Medien!
    Giovanni Coda, +41 79 370 4000

    0
  • am 15.12.2021 um 16:01 Uhr
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    Gewisse Bedenken gegenüber Publikationen wie «Die Ostschweiz» kann man schon nachvollziehen. Wenn man aber die zum Teil nahe an der Volksverdummung operierenden Ergüsse vom Blick- und Tamedia-Verlag oder des SRF betrachtet, scheint es jedoch kaum schlimmer werden zu können. (Wobei Volksverdummung z.T. noch eine diplomatische Umschreibung ist.)

    0
    • am 15.12.2021 um 17:08 Uhr
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      Könnten Sie konkrete Beispiele aufführen, mit denen Sie ihren Vorwurf belegen? Es wäre interessant anzuschauen, inwiefern Gemeinsamkeiten existieren. Sonst muss ich ihren Kommentar leider löschen. Wir können schnell dahergeschriebene schwere Pauschalvorwürfe ohne entsprechende Belege leider nicht veröffentlichen.

      6
    • am 16.12.2021 um 05:25 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Sigg,

      und wie wäre es, wenn Sie erst mal ihre Titel-These – «Heute entscheidet das Publikum über den Journalismus» – belegen würden?

      Patrick Jud spricht mir aus der Seele!

      Falls Sie ein Beispiel für die «Volksverdummung» brauchen, dann lesen Sie nach, was TaMedia und andere grosse Medien-Konzerne zum Fall Skripal geschrieben haben.

      Grüsse in den Elfenbeinturm

      0
    • am 16.12.2021 um 07:41 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Meier
      Obschon ich in meinem Artikel zahlreiche Belege für die These geliefert habe, verlangen Sie von mir, dies hier nochmals zu tun. Wenn ich mir die Zeit nicht nehme und ihren Kommentar stehen lasse, sieht es so aus, als würde es sich dabei um eine berechtigte Meinung halten. Wenn ich ihn lösche, werfen Sie mir vor, dass ich Sie zensiere. Sie bestimmen also wo’s lang geht und haben immer das letzte Wort. Ich kann nur reagieren. Dies bedeutet auch: Ich müsste mich mit dem Begriff Volksverdummung auseinandersetzen, obschon ich diesen nie gebraucht habe. Oder mich mit der Berichterstattung des Falls Skripal, ohne dass ich darüber ein Wort verloren hätte. Weshalb soll bitte ich das tun? Mal im Ernst: Finden Sie wirklich richtig, was Sie tun? Schätzen Sie es, wenn sich jemand ihnen gegenüber so verhält und nicht darauf eingeht, was Sie sagen? Ihnen gar vorwirft gar nicht zu sagen, was Sie sagen, sondern einfach mit irgendwas anderem kommt, ohne dies zu belegen?
      Grüsse in die freie Wildbahn

      1
    • am 16.12.2021 um 12:08 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Sigg

      Zuerst etwas möchte ich festhalten, dass *ich* Ihnen nicht vorgeworfen habe zu löschen oder zu zensieren. Sie unterstellen mir etwas, was ich nicht getan habe. Ich glaube das nennt man «Strohmann-Argument».

      Ich habe ihren Artikel mehrmals gelesen, und ich habe ernsthaft versucht zu verstehen, wie Sie ihre eingängige These zu belegen versuchen. Es ist mir nicht geglückt. Das kann natürlich an meiner Auffassungsgabe liegen.

      Und ich gebe es zu, ich halte die Titel-These für grundfalsch, und ich war drauf und dran Beispiele von diversen Themen, und wie darüber in den Medien berichtet wurde, aufzuzählen, von denen ich überzeugt war, dass Sie ihre These widerlegen würden.

      Dann sah ich den Kommentar von Patrick Jud und ihre recht scharfe Erwiderung darauf. Worauf ich mich entschloss *darauf* zu antworten.

      Der Journalismus hat sich gewandelt. Einige News-Portale wie der IS laden die Leser ein zu kommentieren. Wenn Sie provokativ schreiben, dann müssen Sie damit rechnen, dass Sie kritisiert werden.

      Und am Anfang steht immer der Artikel.
      Das Thema, der Ton und eine eventuelle Wertung bzw. Haltung zum Thema wird vom Autor, von dessem Vorgesetzten, vom Besitzer oder von Sponsoren der Zeitung vorgegeben – nicht vom Leser! Wäre es anders, dann hätten wir einen anderen Journalismus, und die Medien-Konsumenten würden nicht von den Etablierten zu den Alternativen abwandern.

      Also wer bestimmt nun wo’s langgeht, und wer kann nur reagieren?

      0
    • am 16.12.2021 um 13:21 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Meier
      Wenn Sie die Hauptaussage des Artikels – dass heute die Leserschaft entscheidet, was Journalismus ist – nicht verstanden haben, tut mir das leid. Das war in dem Fall mein Versagen. Es ist auch ein eher abstraktes Nischenthema, für das sich wohl vor allem JournalistInnen selbst interessieren.
      Schöne Grüsse,
      Pascal Sigg

      0
    • am 17.12.2021 um 05:16 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Sigg

      Ich möchte unsere Diskussion (betreffend Teil 1) doch noch mit einer (hoffentlich) versöhnlichen Bemerkung beenden.

      Unsere Auseinandersetzung hat dazu geführt, dass ich versucht habe, mich in die Rolle eines «echten» bzw. professionellen Journalisten hineinzuversetzen. Aus dieser Perspektive habe ich zumindest angefangen zu verstehen, was ihr Punkt ist.

      Ich vermute, dass ihr Artikel bei Journalisten eine andere Resonanz erzeugt als bei Nicht-Journalisten bzw. normalen Lesern. Und ich vermute weiter, dass die meisten Kommentierenden hier normale Leser waren.

      Und ja, aus Sicht eines Lesers ist das schon eher ein Nischenthema, über das nachzudenken sich aber auch für einen Leser lohnt. Ich wage zu behaupten, dass Sie mir ein Stück weit geholfen haben, Journalisten besser zu verstehen, und dafür bedanke ich mich.

      Übrigens habe ich mit Interesse den zweiten Teil gelesen. Ob ich mich dazu äussern werde, das habe ich noch nicht entschieden.

      In diesem Sinne – Grüsse an den Ort, wo Sie gerne schreiben

      0
    • am 17.12.2021 um 09:10 Uhr
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      Das freut mich, danke für ihre Offenheit.

      0
    • am 16.12.2021 um 15:05 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Sigg,
      Ihre formalen Bedenken in Ehre, aber als Leserbrief Schreiber muss ich mich ja immerhin meinem eigenen Gewissen stellen, das eben schon etwas anders urteilen darf, als jemand dem dauernd der Presserat über die Schulter schaut. In nur sehr kurzer Zeit, mit 1500 Zeichen, ohne Lektorat und oft überbordenden Gefühlen zu gewissen Themen, liegt es in der Natur der Dinge, dass man halt nicht immer eine all zu feine Klinge führt. Aber kämen meine Leserbriefe genauso gefinkelt und austariert daher wie Ihre Artikel, wäre das Publikum bestimmt gelangweilt. Es braucht eben beides!
      Natürlich könnte ich Ihnen dutzende Artikel aus erwähnten Medien präsentieren, die so was von hahnebüchen, sachlich falsch, tendenziös oder schlicht aus der untersten Schublade sind. Aber sie verstehen, dass 1500 Zeichen erstens wenig ist und zweitens ist hier auch nicht der richtige Platz, um diese Art von Pressekritik zu üben.

      0
    • am 16.12.2021 um 15:11 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Jud, ich verstehe leider nicht. Meine Bedenken sind rein inhaltlicher Art. Kommentarspalten sollen tatsächlich Orte der unbelegten Pauschalunterstellungen sein dürfen? Gegen diese Ansicht hilft wohl leider nur die territoriale Rückeroberung durch die Redaktion mittels Löschen. Schade, ich hatte mir mehr erhofft.

      2
    • am 17.12.2021 um 20:21 Uhr
      Permalink

      Na gut, wenn Sie darauf bestehen, ein Beispiel, das gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt.
      «https://www.blick.ch/schweiz/corona-intensivpatient-kaempft-im-berner-spital-um-sein-leben-ich-bin-selber-schuld-id17077519.html»
      – Unterste Schublade: Wie kann man verzweifelt Menschen, die um ihr Leben kämpfen auf diese voyeuristische Art uns Weise so vors Publikum zerren? Wie wiederlich!
      – Tendenziös: «…Umso frustrierter ist sie (die Pflegerin), dass Corona-Skeptiker nicht glauben wollen, wie voll die Intensivstationen sind, wie sehr Ärzte und Pflegekräfte am Limit sind…» Was sind Corona-Skeptiker? Und ist die Situation ncht eher einem Versagen der Gesundheits-Politik geschuldet ist?
      – Hahnebüchen: «..waren die Intensivstationen in der Schweiz seit Ausbruch der Pandemie noch nie so stark belegt wie jetzt…» Ja klar, wenn man fast die Hälfte der Intensivbetten abbaut!
      – Sachlich falsch: «Die Intensivstationen sind voll» Stimmt einfach nicht!

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    • am 17.12.2021 um 21:55 Uhr
      Permalink

      Danke, das hilft mir weiter. Hatte gehofft, Sie würden nicht mit einem Corona-Artikel kommen, aber seis drum 🙂

      Ihre Bedenken beschränken sich ja hauptsächlich auf die Interpretation eines nicht bestrittenen Geschehens. Das ist schon mal etwas anderes als der massive Vorwurf der koordinierten Manipulation von Staat und Medien ohne Belege in der Ostschweiz. Hier geht es ja genau um die Belege: da liegen Menschen die fast sterben und sie sagen das auch noch selber.
      Trotzdem zu ihren vier Kritikpunkten.
      1. Voyeurismus: Nun, wir dürfen davon ausgehen, dass er sich dazu ausdrücklich bereit erklärte. Denn wir dürfen davon ausgehen, dass sich die Rundschau an die berufsethischen Regeln hält.
      2. Nun, wenn die Leute da landen, weil sie sich nicht geimpft haben und damit einen schweren Verlauf riskierten, wären es präziserweise Impfskeptiker. Aber es sind schon sie und nicht zuerst die Politiker, welche die Situation versursacht haben, nicht? Die Impfung war ja gratis.
      3.Einverstanden, aber es geht ja nicht darum, weshalb das so ist. Wenn Sie Intensivpflege brauchen ist ihnen egal, weshalb die Belegung wie hoch ist. Sie wollen einfach gepflegt werden.
      4. Einverstanden. Der Artikel widerspricht sich hier aber ja auch selber indem er weiter unten effektive Belegung nennnt. Deshalb ist dies als dramatisierende Überzeichnung im Lead zu verstehen, die in erster Linie dazu verleiten soll, den Artikel zu lesen. Ich mag das auch gar nicht und finde es unnötig.
      Ich finde den Artikel alles in allem schon sehr harmlos.

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    • am 18.12.2021 um 09:47 Uhr
      Permalink

      Es ehrt Sie sehr, wie Sie einer Kanaille wie mir Zeit und Mühe zum antworten opfern. Aber ich komme da aus einer anderen Welt, die Sie vielleicht nicht kennen.
      Ich ticke nicht wie sogenannte Analysten. Ich lese und sammle immer Informationen wie andere auch, aber ich gehe hauptsächlich nach Bauchgefühl, stoße gegen Dinge, hinterfrage sie und prüfe so nach, was wirklich wahr sein könnte. Dies kann dazu führen, dass ich mich etwas anders ausdrücke. Aber das darf man doch? Ich beobachte und ich warte, bis ich die Gelegenheit habe zuzuschlagen wenn sich eine Lücke in der Erzählmatrix zeigt. Dann ergreife ich die Gelegenheit, so viel Wahrheit wie möglich hinein zu stopfen, und bis dahin sehe ich zu und warte. Die Katze, die am Mauseloch sitzt, sieht auch nicht so aus, als würde sie etwas tun, aber sie ist konzentriert und fängt schlussendlich Mäuse.

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    • am 20.12.2021 um 10:13 Uhr
      Permalink

      Vielen Dank für ihre Ehrlichkeit, Herr Jud. Bleiben Sie gesund und wachsam. Das Internet macht mit dem Bauchgefühl, was es will.

      0
  • am 15.12.2021 um 16:44 Uhr
    Permalink

    Nachdem Infosperber am 24.11.21 die «Die Ostschweiz» in ihrem Ranking schlicht ignoriert und unterschlagen hat, war ein (IMHO berechtigter) Konter von Millius zu erwarten. Der kam auch. Und nun? Folgt nun Schlag auf Schlag, Gegenschlag auf Gegenschlag?
    So kindische Reaktionen braucht niemand. Ich hoffe Millius kann sich morgen zurückhalten.

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    • am 15.12.2021 um 17:02 Uhr
      Permalink

      Ich darf Sie beruhigen. Die Ostschweiz eignete sich einfach sehr gut als Beispiel für politischen Parajournalismus, der sich hauptsächlich am Effekt orientiert und dabei journalistische Grundsätze ignoriert. Diese Kritik muss man sich nun wirklich gefallen lassen. Habe ich denn etwas geschrieben, was nicht stimmt oder etwas wichtiges vergessen? In diesem Fall wäre ich gerne bereit, zu korrigieren resp. zu ergänzen.

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  • am 15.12.2021 um 23:09 Uhr
    Permalink

    Als Problemanalyse kann man diesen Artikel nun wirklich nicht bezeichnen.
    Er ist ein Sammelsurium von Prämissen und Behauptungen ohne Beweis oder Referenzen.
    Dafür Gendergerecht – wo Fakten fehlen, soll wenigstens die Form stimmen.
    Zu den erwänten Medien:
    Ich lese TA-Media längst nicht mehr, es ist vergeudete Zeit, dieses links/grüne Gesülze geht mir als Arbeiter und Steuerzahler schwer auf den Keks.
    Und SRF ist ein Medium, welches mittlerweile ziemlich unverschämt dem linken Framing folgt; selten bis nie hakt das SRF bei links/grünen Träumereien nach, sondern lässt selbst wildeste und physikfremde Behauptungen einfach passieren.
    Guter, objektiver und kritischer Journalismus geht anders.
    Auch Berichte zu Corona und zur Impfkampagne: Kein Nachhaken, reinste Regierungs-Propaanda – als ob wir im Krieg wären und jedes Wort dem Feind nützt ….
    Insgeamt stelleich fest, dass die Medienkompetenz bei den Medien längst zu Boden gegangen ist: Journalisten gerieren sich als Vols-Erzieher, und Kraft ihrer Reichweite denken sie, ihre Sicht sei die einzig Richtige.
    Nicht selten aber stelle ich fest, dass der Gehalt der Kommentare qualitatif und deutlich höher ist als der auslösende Artikel.
    Infosperber ist da eine Ausnahme. Meistens.

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    • am 16.12.2021 um 08:37 Uhr
      Permalink

      Herr Brunner, ist ihnen bewusst, dass Sie selber tun, was Sie mir vorwerfen? Sie liefern keine Beweise dafür, dass ich keine Beweise oder Referenzen liefern soll. Weshalb tun Sie das?

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    • am 17.12.2021 um 22:01 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Sigg,
      in einer gewissen Weise sahen Sie bei meinen Kommentar in den Spiegel.
      Ja genauso wie Sie keine wirklich harten Fakten für Ihre These vorbrachten (sofern das bei diesem Thema überhaupt möglich ist), habe ich das ebenso nicht getan – wobei ich immerhin als Argument das Limit von Kommentaren als Argument anführen darf.
      Ich möchte aber unseren Fokus auf etwas anderes richten: warum denken Sie denn, dass Journalisten eher befähigt sind, die Welt zu sehen, zu verstehen und zu erklären?
      Der nachfolgende Kommentar von Herrn Chuen Gerber weist auf den – meiner Meinung nach – wichtigsten Punkt hin:
      «Nach meiner Erfahrung muss die Leserschaft vieles ohnmächtig hinnehmen, «.
      Ja, so ist es, das meinte ich mit meinen Einlassungen z.B. zum SRF.
      Die sogenannt sozialen Medien haben hier dem ohnmächtigen Leser eine Möglichkeit gegeben, sich Gehör zu verschaffen, und manchmal ist dabei die Reichweite eines Lesers grösser als die Reichweite eines klassischen Journalisten.
      Das führt zu Ressentiments bei den Journalisten, haben sie doch immerhin das Metier erlernt – was allerdings nicht heisst, dass sie es dann auch beherrschen.
      Und nun kann jeder dahergelaufene Mensch etwas schreiben und erreicht vielleicht sogar mehr Leute als der Journalist !
      Viele Journalisten nehmen an, nur sie würden die Welt verstehen, und das ist die Hybris der Journalisten.
      Der Unterschied zwischen Leser und Journalist ist aber meistens lediglich das Anstellungsverhältnis …

      0
    • am 17.12.2021 um 22:17 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Brunner
      Tut mir leid, ich verstehe beim besten Willen nicht, was Sie mir damit sagen wollen – Sie schreiben ja plötzlich fast dasselbe wie ich. Stimmen Sie mir jetzt zu oder nicht? Ich habe ja nirgendwo von Ressentiments oder dergleichen geschrieben. Ich habe auch nie behauptet, Journalisten seien eher befähigt die Welt zu verstehen oder erklären. Diese Vorstellung mag es geben, ich teile sie aber nicht und habe auch nie davon geschrieben. Ich habe gesagt: Die Macht der Leserschaft ist ein Problem für den Journalismus, weil nun nicht mehr einfach klar ist, dass einzig Journalismus ist, was in der Zeitung steht oder in der Tagesschau kommt. Ich weiss, das Thema ist abstrakt. Und es tut mir leid, wenn ich mich zu wenig klar ausgedrückt habe.

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    • am 21.12.2021 um 19:42 Uhr
      Permalink

      Herr Pascal Sigg, Ihre Behauptung «Die Macht der Leserschaft», ich sehe praktisch das Gegenteil, Beispiel: Wenn ich Informationen benötige aus der Region, in der ich lebe, es hier aber im weiten Umkreis nur EIN Medienunternehmen (Monopol) gibt, dann MUSS ich deren Zeitung kaufen. Dass dieses Privathaus 1.) so gesehen das Monopol besitzt und 2. Subventionen kassiert (ich als Steuerzahler dazu gezwungen werde), würde eine besonders hohe Verantwortung für Service Public bedeuten für meinen Gerechtigkeitssinn. Stattdessen sehe ich mich verblüffender Willkür ausgesetzt, meine Kommentare dort Online werden seit dem Tage X systematisch nicht oder verstümmelt veröffentlicht (ungefähr zur gleichen Zeit wurde die Kommentarfunktion für alle SDA-Artikel deaktiviert, nachdem sie jahrelang offen war). Koinzidenz, Willkür von ganz oben? Nun, ich könnte chronologisch alles auflisten, zum Presserat oder vielleicht bis Bundesgericht gehen (hahaha, schluchz), aber warum soll ich als Bürger diesen Aufwand treiben müssen (Recherchieren und Kommentieren ist anstrengend genug)? Warum hat Willkür (falls man denn doch den Aufwand der «Beweisführung» sich aufbürden würde) keine Strafe oder zumindest hohe Geldstrafe für den Verursacher zur Folge, so dass der Aufwand des armen Opfers wenigstens finanziell gedeckt wäre? Eben. Tja. Ähem. Deswegen mutmasslich macht der «Souverän» die Faust im Sack, kauft die Blätter nolensvolens bzw. contrecoeur halt doch. Kein schöner Zustand in diesem Land, finde ich.

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    • am 19.12.2021 um 17:01 Uhr
      Permalink

      Verzeihen Sie, aber links/grünes Gesülze in den TA-Medien? Sind Sie da so sicher, dass die finanziell doch ziemlich gut gepolsterten Medienunternehmer den von ihnen auserwählten Chefredakteuren freimütig empfehlen links/grüne Journalisten einzustellen?

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  • am 15.12.2021 um 23:33 Uhr
    Permalink

    Sie schreiben: «In der Schweiz läuft eine Auseinandersetzung über den Journalismus. Das Problem: Die Leserschaft hat die Macht übernommen.»

    Wenn das wirklich so wäre: warum ist bei Infosperber die Kommentarfunktion bei Corona-Themen ausgeschaltet? Wenn die Leserschaft wirklich die Macht übernommen hätte (Wie Sie schreiben: ein PROBLEM ) würde es interessantere Dialoge geben in den Kommentarspalten und auch aufrichtigere Information über die Hintergründe der Plandemie.

    Nach meiner Erfahrung muss die Leserschaft vieles ohnmächtig hinnehmen, auch, und dies besonders schmerzhaft, bei eigentlich der Aufklärung verpflichteten Medien wie dem Infosperber.

    Herr Gasche hat ja meinen Account gesperrt und das Passwort geändert, weil ich in den Kommentaren ihm nicht genehme Dinge äusserte. Glauben Sie WIRKLICH an die Macht der Leserschaft?

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    • am 16.12.2021 um 09:59 Uhr
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      Ich schreibe nicht, dass sich die Macht der Leserschaft einzig auf die Kommentare beschränkt. Weshalb greifen Sie nur einen Teilaspekt raus, um den ganzen Text anzugreifen?

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    • am 16.12.2021 um 16:31 Uhr
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      Sie fragen mich, warum ich nur diesen Teilaspekt auswähle? Weil Kommentare die einzige Wirkstätte sind wo ich als Leserschaft aktiv einwirken kann. Andere Möglichkeiten habe ich noch nicht entdeckt. Tatsächlich ist es ja so, dass die Bill und Melinda Gates Stiftung nahmhafte Medien mit grossen Geldbeträgen unterstützt und auch der Staat seit Beginn der Plandemie grosszügig Geld an Mainstream-Medien verteilt… Sie scheinen nicht der einzige zu sein, der die Macht der Leserschaft beklagt!

      Trotzdem danke Herr Sigg für Ihre sehr freundlichen und engagierten Antworten für die kommentierende Leserschaft. Das verdient Lob und Anerkennung!

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  • am 16.12.2021 um 20:32 Uhr
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    Die Diskussion beschränkt sich, wie auch in Deutschland auf Marginalien. Wie wäre es die Aufgaben des Lournalismus genauer zu betrachten. Journalismus wird als die 4. Gewalt betrachtet: Und genau hier liegt die Krux. Der gemeine Leser liest, hinterfragt nicht, oder selten, der Druck durch die sogenannten «Konzern-Medien» auf die einzelnen Journalisten ist seit geraumer Zeit, auch zu betrachten in «der immer mehr freien Journaisten und auch Photo-Journalisten», kaum noch die Butter auf dem Brot haben und sich dem Druck durch fragwürdige Chefredakteure beugen (müssen). Wer diese Entwickung nicht erkannt hat sollte sich selbst zu Grabe tragen lassen! MfG

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    • am 17.12.2021 um 10:15 Uhr
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      Ich stimme absolut zu. Mir war einfach mal wichtig, die Selbstkontrolle in den Vordergrund zu rücken. Ist nur ein Teilaspekt der Mediendebatte, aber gehört ebenfalls dazu, wenn man diskutiert, wie Journalismus seine Aufgabe besser machen kann. Aktuell verpflichtet sich der Journalismus nicht selbst, 4. Gewalt zu sein. Es ist eine Erwartung gewisser Teile der Leserschaft und einzelne Publikationen versuchen diese zu erfüllen. Journalismus an sich aber nicht. Und wenn wir Joseph Vogls «kurzer Theorie der Gegenwart» zustimmen, dürfen wir auch die Macht der Monetative nicht vergessen, die der Journalismus auch noch im Auge behalten sollte.

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  • am 18.12.2021 um 13:50 Uhr
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    Sie schreiben: «Deshalb ist dies als dramatisierende Überzeichnung im Lead zu verstehen, die in erster Linie dazu verleiten soll, den Artikel zu lesen. Ich mag das auch gar nicht und finde es unnötig.
    Ich finde den Artikel alles in allem schon sehr harmlos.»

    Nun, Sie haben Journalismus und (Organisations)Kommunikation studiert und sollten gelernt haben, wie die Technik heisst, die sie verharmlosend als «dramatisierende Übertreibung im Lead» verstanden haben möchten: Framing.

    Nach meiner Meinung alles andere als harmlos!

    Wikipedia schreibt: «In der Kommunikationswissenschaft herrscht immer noch große Unklarheit, wie sich etwa Agenda Setting und Framing-Theorie zueinander verhalten. Während die einen der Ansicht sind, es gebe keine Unterschiede,[12] halten andere Framing für eine Erweiterungsform von Agenda Setting»

    Nun, die wenigen Menschen die Kommentare schreiben sind wahrscheinlich auch diejenigen die Kommentare lesen. Die meisten Menschen werden von Ihrem Artikel nur den Lead erinnern und das ist tragisch, denn dieses kunstvoll eingeführte Pseudoproblem wirkt wie Wasser auf die Mühlen einer undemokratischen Agenda. Ihr Hinweis auf die Macht der Monetative zeigt dass Problembewusstsein vorhanden ist.

    Das grösste Problem der heutigen Demokratie ist doch sicher nicht die «Macht der Leserschaft», sondern die Macht der globalen Elite, der Konzerne und der von ihnen kontrollierten Medien.

    Oder?

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  • am 19.12.2021 um 16:55 Uhr
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    20-Minuten von letzten Freitag: „Satanismus-Panik …“, „Maurice will MMA-Champ werden“, „Schnelltests aufgebraucht …“, „Mit 250 km/h vorbei an der Pyramide“, „Impfwillige misstrauen Moderna …“. Das sind nur die Titel der 3 ersten Seiten der meistgelesenen Zeitung der Schweiz. Was bitte entspricht hier dem Gebot, publizistischer Leistungen die „dem Bedürfnis der Nutzerinnen und Nutzer nach Informiertheit, Teilhabe und Beobachtung entsprechen“? Oder dem, „demokratiepolitisch relevante und unabhängige, also den Interessen der Gesellschaft verpflichtete publizistische Medienleistungen“ zu erbringen?

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