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Patrick Jerg: Das Spiel © zvg

Das Spiel: Mit Ordnung durch die Wildnis

Patrick Jerg /  Tiere in der Wildnis ansiedeln - das Legespiel "Cascadia" sorgt für Ordnung und ein gutes Gefühl bei allen Beteiligten.

Kaskadien nennt sich eine Region im Pazifischen Nordwesten Nordamerikas. Die Natur nimmt dort zwischen Pazifik und Rocky Mountains einen hohen Stellenwert ein und hat die Macher von «Cascadia» zu ihrem Werk inspiriert. Die wunderschöne Gegend und die Tiervielfalt rücken daher auch ins Zentrum des Legespiels.

«Cascadia» ist eines dieser Spiele, das über eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne den Weg zu einem Verlag gefunden hat. Kosmos hat den Titel im deutschsprachigen Raum veröffentlicht und ist damit sehr vielversprechend in den Frühling gestartet.


Von Synes Ernst «Der Spieler» zu Patrick Jerg «Das Spiel»

Zehn Jahre lang hat Synes Ernst alle vierzehn Tage auf Infosperber ein Spiel vorgestellt und eine treue Leserschaft gewonnen. Er hat Anfang März seine Tätigkeit aus persönlichen Gründen beendet und übergibt jetzt den Stab an Patrick Jerg, der die Serie unter dem Titel «Das Spiel» ebenfalls an jedem zweiten Samstag fortsetzt.

Portrait Synes Ernst

Synes Ernst war viele Jahre Mitglied der deutschen Jury «Spiel des Jahres» und hat auf Infosperber über dreihundert Spiele vorgestellt. Die Stiftung SSUI und die Redaktion Infosperber sprechen ihm für diese unbezahlte Arbeit ihren grossem Dank aus. Alle seine Beiträge findet man im Ordner «Der Spieler: Alle Beiträge». Demnächst startet Ernst mit einem eigenen Blog zum Thema Spiele und Spielen. 

Portrait Patrick Jerg quadr

Patrick Jerg führt seit zwölf Jahren mit brettspielblog.ch die grösste Schweizer Webseite, die sich mit Brett- und Kartenspielen befasst, und veröffentlicht dort wöchentlich neue Spielkritiken. Hauptberuflich unterrichtet Jerg seit über 25 Jahren auf der Unterstufe und sucht im Unterricht immer wieder einen spielerischen Ansatz. Wir freuen uns, dass Jerg ab heute alle vierzehn Tag auf Infosperber ein Spiel vorstellt.

Stiftung und Redaktion Infosperber

Einfachheit trotz Varianz

Das Spiel mit den Tieren und den Landschaften zieht die Spieler sofort in ihren Bann. Diese Anziehungskraft verdankt «Cascadia» vor allem zwei Komponenten. Erstens machen es die einfachen Spielregeln zu einem perfekten Familienspiel, das Generationen am Spieltisch vereint. Zweitens bietet «Cascadia» durch unterschiedliche Wertungskarten und zahlreiche Herausforderung eine angenehme Varianz, die zu einer nächsten Partie locken.

Spielerisch bewegt man sich auf zwei Ebenen, die man bedienen muss. Die Tiere stellen ihre Ansprüche an ihr Siedlungsgebiet. So möchte der Bär gerne zu zweit unterwegs sein, der Lachs in langen Linien durchs Revier schwimmen und der Bussard alleine seine Kreise ziehen. All die Bedürfnisse von Bär, Hirsch, Fuchs, Lachs und Bussard unter einen Hut zu bringen, ist gar nicht so einfach. Daneben soll die Landschaft möglichst einheitlich erscheinen und die fünf unterschiedlichen Gebiete zu grossen Regionen zusammenfügen.

Landschaftliche Puzzleaufgabe

Runde für Runde schnappt sich jeder Spieler eine Kombination aus Landschaftsplättchen und Tiermarker aus der offenen Auslage und legt sie in die eigene Landschaft an. Während Landschaftsplättchen seitlich angehängt werden müssen, finden die Tiere auf einem freien Plättchen ihren neuen Wohnraum. Nicht jedes Plättchen beheimatet jedes Tier, mit einer klugen Wahl vergrössert man die eigene Landschaft und die tierische Vielfalt stetig zu einem kleinen Nationalpark.

Siedelt man ein Tier auf ein Plättchen, das nur ein Tier zulässt, holt man sich einen Tannzapfen. Er lässt sich als Joker einsetzen, mit dem man in einem nächsten Spielzug die Kombination aus Landschaft und Tier frei wählt oder die Tierplättchen in der Auslage ersetzt.

Am Ende gewinnt die Natur

Nach 20 Spielrunden liegt die eigene Landschaft auf dem Spieltisch, nach bestem Wissen und Gewissen kombiniert, den Ansprüchen der Tiere gerecht. Die Abrechnung erfolgt nach Punkten für die Wertungskarten der Tiere und die landschaftliche Geschlossenheit, auch im Vergleich mit den Mitspielern. Meist enden die Partien ziemlich knapp, jeder erzielt im einen oder anderen Bereich seinen persönlichen Erfolg. Ein wenig Schmunzeln darf man bei der Aufgabenstellung von «Cascadia» durchaus. Hier wird die Wildnis in ein möglichst ordentliches Raster gepresst und kombiniert. Spielerisch bereitet diese Aufgabe Freude. Man puzzelt sich in einer Wohlfühl-Atmosphäre durch das Spiel, im Namen der Natur.

Das Regelheft präsentiert zusätzliche Informationen zu allen Tieren und den einzelnen Gebieten, die für Kaskadien so wichtig sind. Spätestens an dieser Stelle merkt man, wie viel Herzblut die Macher in ihr Werk gesteckt haben.

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Cascada
Cascadia – im Herzen der Natur

Cascadia | Legespiel von Randy Flynn | Illustration: Beth Sobel | Für 1 – 4 Personen | Ab 10 Jahren | 30 – 60 Minuten | Verlag: Kosmos | 37.90 CHF / 41.99 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit über 10 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Portrait Patrick Jerg 2

Das Spiel: Alle Beiträge

Spielen macht Spass. Und man lernt so vieles. Ohne Zwang. Einfach so.

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