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Patrick Jerg: Das Spiel © zvg

Das Spiel: Ein Kaninchen aus dem Hut zaubern

Patrick Jerg /  Wenn vor dem Zaubern alles schiefgeht und die Kaninchen sich verstecken, dann ist tatsächlich Zauberei gefragt bei «Magic Rabbit».

Man stelle sich vor: Die Vorstellung beginnt in fünf Minuten und die Kaninchen machen sich selbstständig. Nun muss der Zauberer die ganze Angelegenheit nicht nur unter einen Hut, sondern gleich unter neun Hüte bringen. «Magic Rabbit» gehört zu den Echtzeitspielen. Das bedeutet, dass die Spieler exakt so viel Zeit besitzen, um die Kaninchen einzufangen. Noch 3 Minuten bis zur Vorstellung!

Aus der magischen Spieleschachtel zaubert man neun Kaninchenplättchen verdeckt auf den Tisch und legt je ein Zylinderplättchen offen auf jedes Kaninchen. Auch wenn der Zauberer ein wenig chaotisch scheint, so hat er wenigstens seine Utensilien durchnummeriert. Jeder Zylinder und jedes Kaninchen besitzt eine Zahl. Das Spielziel in den nächsten Minuten: Wenn sich der Vorhang öffnet, muss alles schön der Reihe nach von links nach rechts auf seinem Platz liegen: Kaninchen 1 unter Hut 1, Kaninchen 2 unter Hut 2, usw. Noch 2 Minuten bis zur Vorstellung!

Von schnellen Drehungen und spontanen Wendungen

Die Spieler dürfen bei «Magic Rabbit» nicht kommunizieren, denn jetzt ist Handeln gefragt. Um die Ordnung wieder herzustellen, heben die Zauberlehrlinge der Reihe nach einen Stapel mit Zylinder und Kaninchen an, merken sich geheim die Zahl des verdeckten Kaninchens und tauschen danach entweder zwei Hüte oder zwei ganze Stapel miteinander. Zum grossen Unglück sind noch drei Tauben weggeflogen. Stapel, auf denen eine Taube sitzt, können nicht verschoben werden. Am Ende jeder Aktion darf man allerdings eine Taube versetzen. Das Spiel artet zu einer tierischen Sache aus. Noch 1 Minute bis zur Vorstellung!

Nach vielen Drehungen, strengen Blicken und hektischen Hutwechseln beruhigt sich die Situation urplötzlich. Die Zauberer sind wieder in ihrem inneren Gleichgewicht, zufrieden mit sich und der Welt und schreiten zur Auflösung. Die Sache ist erledigt. Der Vorhang öffnet sich!

Der Anfang vom magischen Ende

Liegen alle Kaninchen und Hüte jetzt richtig, steht einer erfolgreichen Vorstellung nichts im Weg. Ist die Nummerierung falsch, startet man wieder von vorn. Ein erster Erfolg erfreut die angehenden Zauberer, da entdeckt man weitere Briefumschläge in der Spieleschachtel. Zusätzliche Herausforderungen stehen bereit. Es taucht das böse Kätzchen des Zauberers auf oder die eigene Hypnose wirkt sich fatal aus. An Missgeschicken mangelt es bei «Magic Rabbit» nicht.

Das kooperative Merkspiel in Echtzeit macht eine Menge Spass. Man wendet die Stapel, sortiert und hofft, dass die Mitspieler nicht ins magische Handwerk pfuschen. Mit ganz wenigen Spielregeln schafft das Spiel eine zauberhafte Atmosphäre. Es spielt sich kurz, sehr intensiv und fördert den Ehrgeiz. In den Spielgruppen ist immer eine schöne Lernkurve erkennbar. Das lässt für die nächste Vorstellung hoffen.

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Magic Rabbit 1
Magic Rabbit

Magic Rabbit | Echtzeitspiel von Julie Dutois, Romaric Galonnier, Ludovic Simonet, Cécile Ziégler | Illustration: Jonathan Aucomte | Für 1 – 4 Personen | Ab 8 Jahren | 2,5 Minuten | Verlag: Funbot | 19.90 Fr. / 16 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit über 10 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Portrait Patrick Jerg 2

Das Spiel: Alle Beiträge

Spielen macht Spass. Und man lernt so vieles. Ohne Zwang. Einfach so.

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