Sperberauge

Formel 1: Nach Russland auch Saudi-Arabien boykottieren

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

Urs P. Gasche /  Die beliebten Autorennen «bewegen sich zwischen Moral und Millionen», schreibt Elmar Brümmer in der NZZ und der Süddeutschen.

  • Nur einen Tag nach der russischen Invasion der Ukraine wurde der Grand-Prix von Russland aus dem WM-Kalender gestrichen.
    Die finanziellen Folgen für die Formel 1 seien überschaubar.
  • Doch in Saudi-Arabien gehen die Rennen weiter. In einem Land, das in Jemen seit Jahren einen brutalen Krieg führt und dort für eine humanitäre Katastrophe verantwortlich ist. Auch Saudi-Arabien lässt Regierungskritiker verfolgen und töten.
    Ein Rückzug der Formel 1 aus Saudi-Arabien hätte gewaltige finanzielle Einbussen zur Folge.

Diesen Vergleich machte Sportjournalist Elmar Brümmer am 28. März in der NZZ und am 26. März in der Süddeutschen Zeitung.

Die Formel 1 kassiere laut Deutscher Presseagentur für zehn Jahre 900 Millionen US-Dollar Antrittsprämien. Human Rights Watch habe dieses Engagement scharf kritisiert: «Saudi-Arabien hat immer wieder prominente Persönlichkeiten und internationale Grossveranstaltungen genutzt, um von seinen weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen abzulenken.» Mit vier Rennstrecken im Mittleren Osten kassiere die Formal 1 für jedes einzelne Rennen zwischen 50 und 70 Millionen Dollar Startgeld.

Mit ihrer Expansion in die arabischen Länder – wo der Rennsport keine Tradition hat – habe sich die Formel 1 ins «Dilemma zwischen Moral und Millionen manövriert», schreibt Brümmer.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Eine Meinung zu

  • am 1.04.2022 um 15:51 Uhr
    Permalink

    Die Biographie der Menschheit zeigt: Wer sich so nahe wie möglich an die Wahrheit heran tastet, kann schnell getötet werden. Insbesondere dann, wenn er/sie diese Wahrheit in der Öffentlichkeit verbreitet. Noch immer haben die globalen Eliten nicht begriffen, das man erst über globale Lösungen kooperativ verhandeln kann, wenn das oberste Gesetz der Welt der Verzicht auf jede Form von der Gewalt ist, welche jenseits von Notwehr liegt. Diese Hauptursache scheint nur wenige zu kümmern. Solange Gewalttäter/innen voll Macht mit Gold und Geld, Waffenstrotzend, in elitärer Manier ihre Killer um die Welt senden können, und die Medien nicht mal in der Lage sind, Gewalt in zwei Bereiche zu unterteilen, in die Gewalt welche schlimmere Gewalt verhindert, und in die Gewalt welche Gewalt fördert, erscheinen mir viele Diskussionen sinnlos. Die Gewalttäter der destruktiven Sorte werden nicht aufhören. Erst wenn diese alle in einer humanen Verwahrung oder inexistent sind, ändert sich die Welt.

    0

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