Religionsheft attackiert Infosperber

Kurt Marti /  Infosperber nimmt Stellung zur Kritik der evangelikalen Zeitschrift «Idea» zu einem kürzlich erschienenen Artikel.

«Sperber auf einem Auge blind», «Cancel Culture», «Intoleranz darf nicht Schule machen», «dürftig», «ungenau, mit wenig Kenntnis» und «Worthülsen». Mit diesen Worten geisselt die evangelikale Zeitschrift «Idea» (bis Januar: «Idea Spektrum) in ihrer neusten Ausgabe den Infosperber-Artikel «Leuenbergers Bekenntnisse im Magazin der Bibel-Fundamentalisten» vom 9. Februar 2021.

Idea-Chefredaktor Rolf Höneisen versucht seine Kritik am Infosperber-Artikel unter anderem mit folgenden Beispielen zu begründen (siehe dazu: Idea, Nr. 7/2021, Seite 7; mit Bezahlschranke):

  • Laut Höneisen hat Infosperber geschrieben, hinter der Zeitschrift «Idea» stehe die «Schweizerische Evangelische Allianz» (SEA). Richtig sei: «Idea wird von einer eigenständigen AG herausgegeben, nicht von der SEA.»

Richtig ist: Infosperber hat tatsächlich geschrieben, dass hinter der Zeitschrift «Idea Spektrum» die «Schweizerische Evangelische Allianz» (SEA) steht, weil es so wortwörtlich auf der «Idea»-Internetseite vermerkt ist. Unter dem Stichwort «Ideelle Trägerschaft» werden zwar noch weitere Organisationen genannt. Doch die SEA nimmt eine Sonderrolle ein, weil «Idea» laut eigenen Angaben über «das Geschehen im Zusammenhang mit Christinnen und Christen berichtet, «die sich auf der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz (…) bewegen». «Idea»-Chefredaktor Höneisen versucht also paradoxerweise Angaben richtigzustellen, die man auf der Internetseite von «Idea» nachlesen kann. Zudem hat Infosperber nirgends geschrieben, «Idea» werde von der SEA herausgegeben, sondern korrekt von der «Idea Informations AG».

  • Laut Höneisen hat Infosperber geschrieben, die SEA sei Teil eines weltweiten Netzwerkes, das beispielsweise in den USA massgeblich zur Wahl von Donald Trump vor vier Jahren beigetragen habe. Richtig sei: «Vertreter der SEA haben sich sehr kritisch gegenüber Trump ausgesprochen.»

Richtig ist: Auch wenn sich Vertreter der «Schweizerischen Evangelischen Allianz» (SEA) kritisch gegenüber Trump ausgesprochen haben, ist die SEA trotzdem Mitglied der «Weltweiten Evangelischen Allianz» (WEA), zu deren Mitglieder auch die US-amerikanische «National Association of Evangelicals» (NAE) gehört, die massgeblich zur Wahl von Donald Trump vor vier Jahren beigetragen hat. Die Mehrheit der weissen Evangelikalen stand und steht tatsächlich hinter Trump. Das kann man auch auf der Internetseite von «Idea» nachlesen, wie folgende Artikel zeigen: 82 Prozent der weißen Evangelikalen wollen Trump wählen (3. Juli 2020) oder Einfluss der Evangelikalen ist überproportional gross (26. August 2020).

  • Höneisen behauptet weiter: «Er (Marti, Anm. d. Red.) schiesst auf Journalist Vonlanthen. Dass dieser zum Gebet gegen Corona aufgerufen hat, genügt Kollege Marti, ihn zu diskreditieren. Wer nicht in Martis Schema passt, wird abgekanzelt und ausgegrenzt. Missliebige Aussagen sollen ausradiert werden. Solche ‘Cancel Culture’ (Löschkultur) verhindert die freie Debatte.»

Richtig ist: Infosperber «genügt» nicht nur ein einziger Punkt, wie Höneisen behauptet, sondern insgesamt vier. Denn Infosperber hat von Andrea Vonlanthen nicht nur geschrieben, dass er unter dem Motto «Not lehrt beten» zum Gebet gegen Corona aufgerufen hat, sondern auch, dass er erstens Mitglied des Verwaltungsrats der «Idea Informations AG» ist, die «Idea Spektrum» herausgibt, zweitens für die SVP 20 Jahre im Thurgauer Parlament sass und drittens vor der Abstimmung zur Anti-Rassismus-Strafnorm in einem Leserbrief in der Thurgauer Zeitung wegen «militanten Homosexuellen» die Meinungsfreiheit in Gefahr sah. Die letzten drei Punkte blendet Höneisen aus. Ist das die «Löschkultur», vor der Höneisen warnt?


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

Zum Infosperber-Dossier:

FRANCE-GAY-MARRIAGE-DEMO

Toleranz gegenüber Fundamentalisten?

Forderungen nach präventiver Überwachung der Bürger, nach Verboten von Waffen oder der Burka stehen im Raum.

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Eine Meinung zu

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    am 26.02.2021 um 01:15 Uhr
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    Keine Regierung eines Landes, kein Politiker und kein Medienerzeugnis klärt auf und macht darauf aufmerksam, dass wir ab unschuldigem Baby-Alter, wie im Spielcasino, willkürlich und unfreiwillig auf eine Religion gesetzt und dementsprechend indoktriniert werden.
    Basis und Grundlage dafür bildet primär der zufällige Geburtsort. Genauso zufällig, wie die Namensgebung. Von den wohlmeinenden und lieben Eltern getauft (und beschnitten): auf: Türkei=Islam, Indien=Hindu, Birma=Buddhismus, usw. (auch noch Staatsreligion).
    Auf der ganzen Welt werden – ohne jeden Widerspruch – die unterschiedlichsten und unglaublichsten «Religionsgeschichten» von ihren Göttern erzählt, die man angeblich
    zu ehren, zu respektieren und zu tolerieren hat, man nennt es: «Unheilige Allianzen».
    Jede Religion reklamiert, dass sie die göttliche Wahrheit habe (seien auserwähltes Volk).Alles willkürliche Vorgaben, für die überhaupt keine nachvollziehbaren Fakten vorliegen; eben, wie der Name schon sagt: reiner «Glaube»! Dies einschliesslich der Auswirkung, wie unsere Sexualität (aus)-gelebt (werden darf) und welchen Stellenwert dem weiblichen Geschlecht, in unserer Gesellschaft eingeräumt wird (Im Islam: mit 17 Jungfrauen?).Alles fragwürdige Disziplinierungs-Konstrukte der vorherrschenden Landes-Eliten. Bezüglich der Christenheit, z.B., liegen von Jesus selber überhaupt keine Schriftstücke vor, nur Historien, die erst Generationen später niedergeschrieben worden waren, in den unterschiedlichsten Fassungen

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