Politische Saucen – nein danke!

Christian Müller ©

Christian Müller /  Die geschichtsfremde Namensänderungswelle hat auch die Marketingabteilungen der Globalplayer erreicht.

Als der US-amerikanische Autokonzern Chevrolet vor x Jahren sein neustes Modell «Nova» taufte, musste er feststellen, dass der Wagen in Südamerika nicht so richtig Gefallen fand. Kunststück: «no va» heisst auf Spanisch «geht nicht» oder auch «fährt nicht». Und wer wollte denn schon einen teuren Wagen kaufen, der schon in seinem Namen sagt, dass er nicht fährt?

Heute haben die grossen Konzerne andere «Probleme». «Unilever» mit Steuersitz in Rotterdam und London gehört mit weltweit 170’000 Mitarbeitenden zu den hundert weltgrössten Konzernen. In 190 Ländern stehen «Unilever»-Produkte zum Verkauf. Der Umsatz von «Unilever» beläuft sich auf über 60 Milliarden Dollar, der Jahresgewinn liegt meist bei über 6 Milliarden Dollar, also bei rund 35’000 Dollar pro Mitarbeitendem. Ein Gigant!

Zu «Unilevers» Lebensmittel-Tochterfirmen gehören in Europa unter vielen anderen auch «Knorr» und in der Schweiz «Oswald». Die Marketingstrategie von «Unilever» ist aber, sich besonders lokal und heimatliebend zu geben. So bot etwa «Oswald» in Steinhausen bis am 17. August eine Reihe ihrer Produkte als speziell Heimat-nah an: mit 15% Rabatt.

«Wir bringen Heimat auf den Teller»: Werbung der «Unilever»-Tochterfirma «Oswald» in Steinhausen.

Und auch der 1. August diente zur Propagierung der «Oswald»-Heimat-Liebe:

«Die Schweiz feiert. Oswald auch»: Werbung der «Unilever»-Tochterfirma «Oswald» in Steinhausen.

Politik auch bei «Knorr»

«Unilever»-Tochter «Knorr» in Deutschland wird nun auch noch in einem anderen Sinn politisch. Die «Knorr Zigeuner Sauce» wird aus politischen Gründen umgetauft in «Paprikasauce Ungarische Art». Auf der Website von «Knorr» ist die Zigeuner Sauce bereits nicht mehr einsehbar. Ausgerechnet! Die meisten von uns lieben den Zigeuner Salat, weil er besonders rezent ist. Viele von uns lieben den Zigeuner Gulasch. Das Zigeuner Schnitzel war schon zu Zeiten der k.und k.-Nobilität in Wien als besonderer Leckerbissen beliebt. Lauter reine Komplimente für die Küche der Zigeuner! Auch wenn sie jetzt Sinti und Roma heissen!

Die gegenwärtige weltweite Namensänderungsmanie wird wohl dafür besorgt sein, dass nirgends mehr Johann Strauss‘ «Zigeunerbaron» aufgeführt werden darf. Wir werden sicher bald auch auf den Salami von «Negroni» verzichten und den Wein aus der «Negroamaro-Traube» in die Essigmutter giessen müssen.

Lasst uns mitmachen!

Wenn der globale Gigant «Unilever» jetzt beginnt, seine Produkte sogar namentlich zu verpolitisieren: bitte schön, dann können wir auch unsererseits politisch reagieren – und unsere Gewürze künftig statt beim Globalplayer «Unilever» bei einer kleinen Firma, zum Beispiel bei merlasco.com einkaufen, einer kleinen Firma in Langnau am Albis, wo hundert verschiedene natürliche Gewürze nicht nur von Hand und mit Liebe verpackt und verschickt werden, sondern auch ohne Profitgewinn eines Globalplayers zum Kunden und zur Kundin kommen. Mein privater Tipp für Feinschmecker: die Gewürze von Merlasco sind erst noch besser.


Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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2 Meinungen

  • Avatar
    am 20. Aug 2020 um 11:07 Uhr
    Permalink

    danke infosperber, bei den multinationalen kaufe ich seit vielen jahren trotz kleiner rente nix mehr ein. merlasco ist ein guter tip! für gesundheit und wohlbefinden. let´s go ahead! vamos adelante!

    0
  • Avatar
    am 24. Aug 2020 um 13:50 Uhr
    Permalink

    Peinlich diese Heimatlosen Schätze; Merlasco ist eine sympathische Wahl, Danke.
    Markus Fischer

    0

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