Personen von Kamera überwacht

Der Roman beschreibt die allgegenwärtige Überwachung. © stnazkul / Depositphotos

Das amerikanische Virus

Martina Frei /  Ein bekannter Corona-Kritiker stellt in seinem Roman die These in Frage, das Pandemie-Virus stamme aus China.

Manche Bücher gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Wenn Markus Lanz im «ZDF» mit seinen Gästen darüber spricht, wie «Überwachung quasi in Echtzeit gelinge», indem etwa die Firma Palantir in grossem Stil Daten von Bürgern sammle und zusammenführe – dann kommt eine Erinnerung an die Lektüre von «Verschachtelte Wahrheit» hoch. 

Wenn das «British Medical Journal» darüber informiert, dass Bigtech eines der letzten Tabus gebrochen hat und auf sensible Gesundheitsdaten zugreifen darf – auch dann poppt die Erinnerung an «Verschachtelte Wahrheit» auf, obwohl diese Lektüre schon über ein Jahr zurückliegt.  

Und wenn das «ZDF» von «düsteren Forschungsprojekten» schreibt, bei denen Krankheitserreger «genetisch so verändert werden, dass sie ihre tödliche Wirkung nur bei bestimmten ethnischen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft entfalten» – auch dann muss man unwillkürlich an die Lektüre von «Verschachtelte Wahrheit» denken, denn das wurde zuvor schon in diesem Buch geschildert. 

Der Roman zeichnet vor, wie die Welt in rund 30 Jahren aussehen könnte. Die Hauptperson Alyssa reist darin anno 2063 zu einem befreundeten Ehepaar in die «Volksrepublik Deutschland». Die ersten 100 Seiten musste ich mich an den Erzählstil gewöhnen. Dann liess mich das Buch nicht mehr los.

Versuchskohorte «Externe Gebärmutter»

Das Ehepaar ist Teil der Versuchskohorte «externer Uterus». Die Eizellen der Frau werden eingefroren, wenn sie noch jung ist, bei Bedarf aufgetaut und befruchtet. Die Föten wachsen in künstlicher Umgebung heran. In den Worten der Frau: «Keine Schwangerschaftsbeschwerden, keine Kotzerei, keinen geschwollenen Bauch, keine Wehen bei der Geburt, keine Risiken. Alles in allem eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.» 

Tatsächlich wird an solchen Dingen bereits jetzt geforscht. «Bio-Bag» nennen die Wissenschaftler diese künstliche, externe Gebärmutter. «Bei Schafen haben es Forscher bereits geschafft, eine solche künstliche Gebärmutter zu kreieren. Der komplette Reproduktionsprozess könnte auf diese Weise professionalisiert werden», berichteten zwei Autoren 2023, die sich in ihrem Buch mit dem Transhumanismus befassten (Infosperber berichtete). Im Roman «Verschachtelte Wahrheit» werden solche Forschungsvorhaben bereits an Menschen erprobt. 

Implantat im Gehirn

Glaubt man der Fiktion, ist die Welt von morgen voller Annehmlichkeiten – jedoch nur für diejenigen, die sich wohl verhalten. Die Überwachung mit hochauflösenden Kameras, Richtmikrofonen und Bots allerorten erfasst jede Regung der Bürgerinnen und Bürger. Aus Sicht der Regierenden handelt es sich dabei jedoch nicht um Überwachung, sondern um «Sicherheitsvorkehrungen». «Was von aussen wie Überwachung aussieht, [ist] in Wirklichkeit Sicherheit, Liebe, Fürsorge und Betreuung. ‹Betreutes Leben ist das beste Leben!›, so lautet unser Motto!», trichtert die Vorsitzende des Volkskongresses der Bevölkerung ein. Das geschieht über die «Instant Access»-Schnittstellen, die allen Einwohnerinnen und Einwohnern ins Gehirn eingepflanzt sind.

Diese Schnittstellen sorgen dafür, dass offizielle Stellen die Bürgerinnen und Bürger jederzeit mit Durchsagen erreichen können. Das tönt dann während eines Gesprächs zwischen Alyssa und ihrer Freundin unter einem Baum so: 

«Sie benutzen jetzt beide den öffentlichen Raum seit 18,5 Minuten, ohne sich an einer nützlichen Tätigkeit zu beteiligen. Wenn Sie den Raum weiter nutzen wollen, machen Sie sich nützlich. Sonst werden Ihnen Punkte auf Ihrer Gemeinschaftskarte abgezogen. Wenn Sie Punkteabzug vermeiden wollen, verlassen Sie bitte den öffentlichen Raum, oder machen Sie sich nützlich.»

Punkte sammeln und sich vom Roboter bedienen lassen

Zu den Annehmlichkeiten zählen beispielsweise Dienstbots, die einkaufen, putzen, abspülen – und ihre Dienstherren jederzeit an höherer Stelle denunzieren, wenn diesen zum Beispiel ein «Gott sei Dank» entfleucht. Denn solche Redewendungen stehen auf dem Index der «Kommission zur Säuberung der deutschen Sprache von Aberglauben, Fake-News und Hassrede». Wer dort gelistete Worte in den Mund nimmt, muss ebenfalls mit «Punktabzug» rechnen. 

Weniger Punkte auf der Unterhaltskarte, der Reisekarte, der Genusskarte oder der Gemeinschaftskarte bedeuten weniger Annehmlichkeiten im Leben. «Im Zuge der Sinawa-Gesetze» – das ist die Abkürzung für «Sieg der naturwissenschaftlichen Weltanschauung über den Aberglauben» – wurden auch die Kirchen zwangsenteignet. 

Sogar das Brot muss man selbst schneiden

Während sich das Paar in dieses «betreute Leben und Denken» fügt und auf ihren «Platinkarten» Punkte sammelt, emigriert die Hauptperson Alyssa in die als Gegenentwurf zu den «Vereinten Volksrepubliken» gegründete «Freie Alpenrepublik». Diese zählt zur «Vereinigung Analoger Staaten» – die volldigitalisierten Volksrepubliken betrachten sie als ihre «Feinde». 

Die Vorsitzende des Volkskongresses warnt darum die deutsche Bevölkerung: «In den Analogen Ländern müssen Sie Geld dabeihaben, wenn Sie in ein Restaurant wollen. Sie müssen vielleicht sogar Holz hacken, bevor Sie ein Brot bekommen. Sie müssen zu Fuss gehen, wenn Sie etwas benötigen, […] und wenn Sie eine Ferienwohnung gemietet haben, müssen Sie Ihr Brot selber schneiden, Ihre Pasta selber kochen, das Gemüse selber würfeln und sogar Zwiebeln und Knoblauch … igitt.» 

Rückschau auf die Pandemie

«Verschachtelte Wahrheit» ist aber nicht bloss fiktive Vor-, sondern zugleich Rückschau. Aus Sicht des Buchautors Harald Walach lässt sich die Zukunft besser verstehen, wenn man den Kristallisationskeim für die Entwicklung kennt: die Corona-Pandemie. Damals wurden Mobilitäts- und andere Kontrollen in westlichen Ländern erstmals in grossem Stil eingeführt. Walach lässt Alyssa schildern, was ihr Grossvater ihr von der Corona-Pandemie überliefert hat.

Das Buch ist zwar ein Roman, aber «die Informationen in diesem Text, die die Corona-Zeit von 2019 bis Ostern 2023 betreffen, sind, nach allem, was ich weiss, korrekt», schreibt Walach einleitend. Er ist Professor für Forschungsmethodik, hat zwei Doktortitel (in klinischer Psychologie und Wissenschaftsgeschichte) und seit jeher ein Interesse für Themen jenseits des Mainstreams. So erforschte er unter anderem die Wirkung geistigen Heilens, unternahm Studien zur Homöopathie und zur Fernheilung. Während der Corona-Pandemie musste er Fachartikel zurückziehen, weil die Herausgeber Bedenken bekamen, und er verlor seine Stelle an der Medizinischen Universität Posen in Polen sowie an der deutschen Universität Witten-Herdecke. Laut «Wikipedia» verbreitete Walach, der bisher rund 150 wissenschaftliche Fachartikel veröffentlicht hat, «Fehlinformationen zu Impfungen und zu Mund- und Nasenschutz bei Kindern».

Wider den «Mainstream»

Es scheint Walach Spass zu machen, «gegen den Wind zu segeln», wie er einmal in einem Editorial schrieb. Aktuell leitet er den Verein «Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie», in dem bekannte «Corona-Kritiker» des deutschsprachigen Raums vereint sind. «Verschachtelte Wahrheit» bringt viele Befürchtungen der «Querdenker» auf den Punkt und hilft, diese besser zu verstehen.

Während der Pandemie führte Walach laut seinen Angaben 40 Experteninterviews mit Wissenschaftlern, Politikern, Journalisten und weiteren Menschen, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Er sicherte allen Anonymität zu, damit sie frei von der Leber weg sprachen. Begonnen hatte alles mit einer Online-Umfrage, die er an über 1000 Immunologen, Virologen, Infektiologen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickte. 91 Personen antworteten. 

Eine davon habe ihm sehr früh in der Pandemie – unter dem Siegel der Verschwiegenheit – aufgezeigt, welche Details am Sars-CoV-2-Virus darauf hinweisen, dass es im Labor erzeugt worden sei. Mittlerweile ist diese Hypothese im «Mainstream angekommen», wie die Wissenschaftsjournalistin Theres Lüthi letzten Herbst im «Magazin» des «Tages-Anzeigers» festhielt. Sie verwarf diese Hypothese – im Gegensatz zum Virologen Robert Redfield, der als ehemaliger Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC Einblick in geheime Dokumente hatte. Er sagt: Das Corona-Pandemie-Virus stamme aus einem Labor im chinesischen Wuhan und sei dort versehentlich entkommen. Dasselbe sagte jüngst auch der aktuelle Direktor der US-amerikanischen «National Institutes of Health» in einem Interview mit der «New York Times». Das sei «fast sicher».

Walachs noch steilere These

Walach setzt in «Verschachtelte Wahrheit» noch einen drauf. Eine seine Quellen, die er als sehr zuverlässig erachte, habe ihm verraten, dass das Pandemie-Virus zuallererst in den USA aufgetaucht sei. Genauer gesagt, im texanischen Galveston, das im Buch aber «San Antonio» genannt wird. Dort befindet sich ein Hochsicherheitslabor. 

Die Quelle– im Buch ist es ein Arzt – habe schon mitten im Sommer 2019 in seiner Praxis Patienten mit ganz ungewöhnlichen Lungenentzündungen gesehen. Er habe ihnen Blut abgenommen und es eingefroren. Als die Pandemie ausgerufen wurde, habe er das Blut untersucht – und darin Antikörper gegen Sars-CoV-2 gefunden. Das bedeutet, dass die Patienten die Infektion durchgemacht hatten. «Die beiden Patienten aus San Antonio erzählten ihm, dass in ihrer Heimatgemeinde sehr viele solche Symptome hatten wie sie», schreibt Walach in «Verschachtelte Wahrheit».

Er folgert: «In San Antonio muss es im Sommer 2019, vielleicht etwas früher, einen Unfall gegeben haben, bei dem sich Personal oder Anwohner mit diesem Virus infizierten. Vermutlich hatten dieser Unfall und die dazugehörige Forschung etwas mit dem US-Militär zu tun. Schätzungsweise reisten einige der Verantwortlichen aus Fort Derrick [gemeint ist in Wahrheit Fort Detrick – Red.], wo ja die Forschungszentrale der Biowaffenabwehr des US-Militärs war, nach San Antonio, um zu sehen, was los war, und steckten sich an. Eine kleine Recherche tat ihr Übriges: Wir fanden, dass es in diesem Labor im Zweijahresrhythmus bedenkliche Unfälle gegeben hatte. Interessanterweise zeigte sich bei dieser Recherche auch: Dieses Labor war im August 2019 für zwei oder drei Wochen komplett geschlossen, wie es hies ‹wegen Sicherheitsupgrades›.»

Italienische Ärzte berichteten schon 2020 im Fachblatt «Tumori», dass sie bei nachträglichen Analysen von eingelagerten Blutproben bereits im September und Oktober 2019 Antikörper gegen Sars-CoV-2 bei verschiedenen Personen fanden (Infosperber berichtete). Auch aus anderen Ländern, darunter die USA, Brasilien und Frankreich, kamen Berichte von Personen, die angeblich Antikörper gegen das Virus im Blut hatten, noch bevor es erste offiziell bekannte Erkrankungsfälle im Land gab.

Redfield liess das grösste US-Biolabor schliessen

Robert Redfield, der frühere CDC-Direktor, schreibt in seinem kürzlich erschienenen Buch, es habe 2019 «Berichte über einen mysteriösen Ausbruch einer Atemwegserkrankung in der Seniorenwohnanlage Greenspring in Fairfax County, Virginia, [gegeben], die zu 63 Fällen und drei Todesfällen geführt hatte. Greenspring liegt etwa eine Stunde von Fort Detrick entfernt, nahe genug, damit wir der Sache grosse Aufmerksamkeit schenkten.»

Bei einer Inspektion der US-weit «vermutlich grössten und sichersten» Labors in Fort Detrick einige Wochen später seien Redfield zufolge «sechs schwerwiegende Verstösse» festgestellt worden. «Es gab Leckagen und mechanische Probleme mit einer kürzlich installierten chemischen Anlage zur Abwasserdekontamination.» 

Redfield ordnete daraufhin die Schliessung von Fort Detrick im August 2019 an. «Mir war bewusst, was passieren könnte, wenn ein Krankheitserreger aus einem biologischen Labor in die Öffentlichkeit gelangt. Manche kritisierten mich dafür und hielten mein Vorgehen für zu vorsichtig. Ich sah keine andere Wahl. Das durfte unter meiner Aufsicht nicht passieren. Wir hielten die Anlage sieben Monate lang geschlossen

Walach schreibt in seinem Buch: «Weil [das Virus] eben in Kreisen der Militärlabors von San Antonio und Fort Derrick ausgebrochen war, war eine grössere Anzahl von Infizierten bei den Streitkräften zu finden.»

Die Militärweltspiele in Wuhan

Im Oktober 2019 fanden in Wuhan die VII. Sommer-Militärweltspiele statt. Danach berichteten verschiedene grosse Medien, darunter die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ), von diversen erkrankten italienischen und französischen Sportlern, die an diesen Militärweltspielen teilgenommen hatten.

Ein deutscher Oberstleutnant und Sprecher der Streitkräftebasis dementierte kurz darauf jedoch: Rund 30 der 350 deutschen Delegationsmitglieder hätten sich während der Spiele zwar mit Symptomen von Atemwegserkrankungen bei den mitgereisten Bundeswehrärzten gemeldet. «Etwa ein Viertel dieser Personen hätten die Symptome aber bereits bei der Einreise nach China gehabt», schrieb die «FAZ» und schloss: «Die Militärweltspiele in Wuhan können nach Ansicht der deutschen Delegationsleitung als Virenverteiler in der Corona-Pandemie ausgeschlossen werden.»

Ist «Verschachtelte Wahrheit» also doch nur Verschwörungsmythologie? Walach bleibt bei seiner Darstellung.

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Verschachtelte Wahrheit

Harald Walach, «Verschachtelte Wahrheit», Etica Media 2024, ca. 31 Franken


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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10 Meinungen

  • am 12.02.2026 um 11:17 Uhr
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    1.Versuchskohorte «Externe Gebärmutter». – Ich habe nie Zweifel gehabt, daß genau das passieren wird. Welche Folgen das dann hat weiß ich nicht, ahne es aber.
    2.zit.(«…«Sie benutzen jetzt beide den öffentlichen Raum seit 18,5 Minuten, ohne sich an einer nützlichen Tätigkeit zu beteiligen….») – na das könnte ja fast die Blaupause für die CDU-Deutschland sein.
    3.Danke für den Artikel, und den Buchtipp. Ich bin mächtig gespannt.

  • am 12.02.2026 um 11:59 Uhr
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    Bravo Martina Frei. Das mit den Blutsamples ist m.W. erwiesen und war schon Ende 2020 bekannt, aber nie weiter thematisiert. Ich erinnere mich, dass Nathan Rich das in einer Zeitschiene auf Youtube ausführlich aufarbeitete. Auch aus Italien gab es Blutsamples die älter waren als der erste Patient in Wuhan, wenn ich mich recht entsinne.
    Und die These, dass das Virus aus den USA stamme, vertritt auch Prof. Jeffrey Sachs, der die Lancet Kommission leitete und darin eindeutig zum Schluss kam, es handle sich um ein menschgemachtes Virus, das in den USA entwickelt worden war. Ob es in den USA entwich, oder für weitere Tests nach Wuhan gebracht wurde, wo die CDC eine Forschungskollaboration zu Coronaviren unterhielt, lässt Sachs hingegen offen.

  • am 12.02.2026 um 13:44 Uhr
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    Im Artikel geht es um Verschwörungstheorien. Theorien gelten als richtig, bis sie durch Falsifikation widerlegt werden. Das gilt auch für Verschwörungstheorien.

    Interessant ist der Hinweis auf die «Freie Alpenrepublik», die zur «Vereinigung Analoger Staaten» gehören wird. Ob eine künftige Volksinitiative zu so etwas führen könnte?

    • am 13.02.2026 um 12:42 Uhr
      Permalink

      Das ist jetzt aber schon ein bisschen zu sehr (ver)einfach(t). Theorien werden ja nicht nach Belieben formuliert, sondern um etwas zu erklären. Dafür formulieren sie Argumente (deduktive, induktive und abduktive). Realitätsbezogene Theorien treten meist in der Form «der besten möglichen Erklärung» auf. Das heisst, sie versuchen möglichst alle zugänglichen Daten zu integrieren. Neue Daten verstärken dann die Erklärungskraft der Theorie, schwächen sie oder widerlegen sie. Theorien müssen auch gewissen Plausibilitätskriterien genügen (zB Einfachheit, keine abwegigen Prämissen etc.) Verschwörungstheorien verstossen oft dagegen. Sie bauen auf wenig wahrscheinlichen Prämissen auf (zB Wundern, UFOs oder dergleichen). Und sie beleuchten das zu erklärende Problem meist aus einer willkürlichen, speziellen Perspektive. Über ihre Wahrheit oder Falschheit sagt das vorerst noch nichts aus. Eine «Verschwörung» (oder UFOs) ist dann eine komplexere Lösung als ein Einzeltäter oder eine Einzelursache. .

      • am 14.02.2026 um 19:19 Uhr
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        >Christoph Bopp
        zit.(«..beleuchten das zu erklärende Problem meist aus einer willkürlichen, speziellen Perspektive….»). Sie erklären die Handhabung einer Theorie richtig – und stellen eine VERSCHWÖRUNGS-Theorie in dem zitierten Sinn gegenüber. Ich störe mich da an dem Wort «willkürlich» und denke, man sollte eher auf den Unterschied «Theorie» und «Hypothese» abstellen. Eine Theorie ist durchaus schon ein – jedenfalls in einem TEILGEBIET – schlüssige Modellvorstellung. Eine Hypothese ist im wissenschaftlichen Sinn etwas NEUES – eine aus einer anderen Perspektive entwickelte Modellvorstellung, bisher noch durch kein Experiment belegtes Modell. Man konnte lange Zeit die Gravitationswellen so betrachten bis sie dann experimentell nachgewiesen wurden. Und das, was als Verscwörungstheorie abqualififiziert wird, ist meist eben eine Hypothese, aufgestellt aus einer BEWUSSTVON INTERESSIERTER KLIENTEL abqualifizierten Perspektive – die aber deswegen noch lange nicht unreal sein muß.

        • am 15.02.2026 um 09:05 Uhr
          Permalink

          Unterscheiden zwischen Theorie (allgemeiner) und Hypothese (spezieller Beobachtung) kann man durchaus. Wobei das Beispiel der Gravitationswellen nicht gut gewählt ist. Die musste es laut Einsteins Theorie ja geben. Es war einfach nicht sicher, ob es möglich ist, sie zu beobachten, d.h. zu messen. Verschwörungstheorien dagegen sind meist keine Einzelbeobachtungen, die sich leicht (zB Gegenbeispiele) widerlegen liessen, sondern detailreiche komplizierte Theorien, deren Voraussetzungen einfach nicht so wahrscheinlich sind wie die von besser akzeptierten Theorien. Sie zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie durch Zusatzannahmen ( Hypothesen?) mehrfach abgesichert scheinen. Und hier lässt sich eben oft so etwas wie Willkür beobachten.

      • am 15.02.2026 um 07:19 Uhr
        Permalink

        Eine Verschwörung ist, wenn sich zwei oder mehr zum Nachteil eines Dritten verbünden, meist aus politischen Motiven.
        Die Theorie eine Modellvorstellung. Im Zusammenhang mit dem Virus durchaus begründet. Es gab eindeutig zwei oder mehr Personen die sich gegen Dritte verbündet haben. Es gibt auch schlüssige Modellvorstellungen wie das ablief. Geld floss in die Forschung derartiger Viren, Meineide wurden geleistet, … Alles in allem eine erdrückende Beweislast und alles andere als „wenig wahrscheinliche Prämissen“.
        Leider wurde die Bedeutung des Wortes im Zuge der grassierenden Umdeutung ins komplette Gegenteil verkehrt. Genauso wie „Querdenker“. Es ist nicht sehr lange her, da war das Wort positiv besetzt. „Verschwörungstheorie“ hat sachlich betrachtet, wenig mit UFOs zu tun hat ausser der Theorie, dass sich zwei oder mehr Personen verbündet haben um aus politischen Gründen Dinge darüber zu verschweigen (zutreffend oder nicht).

  • am 12.02.2026 um 14:15 Uhr
    Permalink

    In zahlreichen Artikeln zum Ursprung der Corona-Pandemie (v.a. durch Martina Frei) gab es unzählige Indizien, die erdrückend klar für einen Laborunfall gesprochen haben. Interessanterweise erschien heute 12.02.2026 auf srf.ch ein Interview mit Volker Thiel, einem führenden Coronaviren-Forscher & Professor für Virologie an der Uni Bern. Gegenstand des Interviews ist der Dok-Film «Blame» von Christian Frei, in dem sich alles um den Ursprung des Coronavirus dreht. Beide Herren erteilen der Laborthese eine klare Absage bzw. sehen den natürlichen Ursprung als sehr wahrscheinlich an. Herr Thiel erklärt sich jedoch nur oberflächlich: «Die Informationen, die bekannt sind, sind sehr klar. Und vor allem jene Infos, die wissenschaftlich solide aufgearbeitet wurden, sind sehr klar. Von daher ist ein natürlicher Ursprung sehr wahrscheinlich». Gleichzeitig hat er aber keine Hoffnung, dass der Beweis des natürlichen Ursprungs noch gefunden wird…
    Was für ein schöner, aufschlussreicher Widerspruch.

    • am 13.02.2026 um 12:53 Uhr
      Permalink

      Ich sehe den Widerspruch nicht. Die Befürworter des natürlichen Ursprungs argumentieren etwa so, dass die Entwicklungslinie plausibel ist, dass sich also so etwas wie COVID-19 ohne grössere Umwege entwickeln kann. Die Laborbefürworter sagen, dass COVID-19 «zu schön» sei, um natürlich (zufällig) entstanden zu sein. Das Virus muss dann als Zweck von verschiedenen Manipulationen «erklärt» werden. Bessere Argumente sind Hinweise auf Auftreten und Zeitpunkt (in der Nähe von Laboratorien, nach nachgewiesenen Pannen und geschlossenen Instituten und dergleichen). Nachdem das Virus da ist, kann natürlich nicht mehr bewiesen werden, dass es natürlich entstanden ist. Man kann nur die Hinweise auf technische Manipulationen ausschliessen. Die Fledermaus zu finden, die das Ur-Virus noch unverändert trägt, ist wahrscheinlich nicht ganz einfach.

  • am 13.02.2026 um 07:37 Uhr
    Permalink

    Und die „grossen“ Schweizer Medien berichten nur über den Film „Blame“ von Christian Frei (Frau Frei: Sie haben sich nicht mit einem Familienmitglied zum Thema Corona zerstritten? 😉 ) der genau das Gegenteil behauptet. Dabei ist die Beweislage im Grunde wirklich erdrückend, bis hin zu Meineid von Fauci.
    Einerseits wird dann auch als „Beleg“ für einen natürlichen Ursprung angeführt, dass es nahezu sicher sei, wenn auch nicht zu 100%. Im Gegenzug wird zur Laborthese aber argumentiert, dass es keine „smoking gun“, keinen Beleg gäbe, dass Virus sei bereits vor Beginn der Pandemie in Wuhan aktiv gewesen. Wann war denn „der Beginn“?
    Im Interview bei srf wird auch nicht auf den Interessenskonflikt hingewiesen: Der Interviewte befasst sich mit Zoonosen (ich halte die Forschung für wichtig). Einem Thema welches bei Nicht-natürlichem Ursprung natürlich an Bedeutung verliert. In der Forschung ist verfügbares Geld zentral und bestimmt, an was geforscht wird. Danke für den Buchtipp!

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