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Ursula Beiler vor dem Hauptbahnhof Graz © KK

Am Bahnhof grüsst die Göttin

Barbara Marti /  Nun steht das Schild vor einem Bahnhof. Der weiblich formulierte Gruss hatte an einer Autobahn für lange Kontroversen gesorgt.

«Grüss Göttin» steht seit Anfang April auf einem grossen Schild auf dem Europaplatz vor dem Hauptbahnhof von Graz in Österreich. Bis zum 31. Mai begrüsst der Kunstverein Lost Space damit Zugsreisende. Die Tiroler Künstlerin Ursula Beiler will mit der rosaroten Tafel «patriarchale Strukturen» hinterfragen und zum Nachdenken über die meist männlichen Sprachformen anregen. Sprache präge unsere Sichtweise der Welt und spiegle die Gesellschaft wieder, heisst es auf ihrer Webseite. Sprache werde stark durch männliche Formen dominiert. Die Worte «Grüss Göttin» öffneten den Horizont für den häufig fehlenden zweiten Teil der stets männlich beschriebenen Gottheit.


Ursula Beiler will zum Nachdenken über die männlichen Sprachformen anregen

Konservativer Protest
Mit der Grussformel «Grüss Göttin» erhitzte Ursule Beiler zuvor jahrelang die Gemüter im Bundesland Tirol. Dort stand entlang der Inntalautobahn bei Kufstein seit 2009 ein riesiges Schild mit dieser Grussformel. Diese Tafel blieb fast sieben Jahre lang stehen, trotz Protesten, insbesondere der rechtskonservativen FPÖ, die sich seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln als Verfechterin der Frauenrechte darstellt. Das Schild wurde mehrmals verunstaltet und musste deshalb auch mehrmals restauriert werden.

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Barbara Marti ist Redaktorin und Herausgeberin der Online-Zeitung «FrauenSicht».

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