GaborHirsch

Gábor Hirsch: Ein unermüdlicher Kämpfer gegen Rassismus und Antisemitismus. © tt

Holocaust-Überlebender Gábor Hirsch mit 90 Jahren verstorben

Tobias Tscherrig /  Als 14-Jähriger überlebte Gábor Hirsch das KZ Auschwitz-Birkenau. Später kämpfte er unermüdlich gegen Rassismus und Antisemitismus.

Am 20. August ist Gábor Hirsch für immer eingeschlafen. Aber seine bewegende und traurige Lebensgeschichte bleibt unvergessen: Sie steht stellvertretend für all die Opfer des Holocausts, ist eindrückliches Mahnmal gegen das Vergessen und hält die Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten wach.

Mit 14 Jahren wurde Gábor Hirsch ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nackt stand er an der Tür zur Gaskammer. Er überlebte nur dank Zufällen und Glück. Jahre nach seiner Zeit im Konzentrationslager, nachdem er das Erlebte verarbeitet hatte, gründete Hirsch die «Kontaktstelle für Überlebende des Holocausts». Er warnte unermüdlich vor Rassismus und Antisemitismus, unterstützte mit seiner Arbeit bedürftige Holocaust-Überlebende und setzte sich für die nachhaltige Förderung von Bildung über den Nationalsozialismus und den Holocaust ein.

Im Jahr 2018 sprach Gábor Hirsch mit Infosperber über seine sorglose Kindheit unter Feinden, über seine Zeit im Judenhaus und im Ghetto und über die Deportation im Viehwaggon. Er umriss seine Gefangenschaft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, sprach von Gräueltaten und unsäglichem Leid, erinnerte sich an die Befreiung durch die Rote Armee – und wie das Leben danach weiterging.

Gábor Hirsch beliess es aber nicht bei einer chronologischen Erzählung des Erlebten. Der KZ-Häftling mit der Nummer B-14781 gewährte tiefe Einblicke in sein Inneres und sprach eindringliche Warnungen aus: «Ich glaube nicht, dass die Menschen aus dem Holocaust gelernt haben. Die Menschen sind Egoisten, sie versuchen durch Ausgrenzung von Anderen, ihr eigenes Schicksal zu verbessern. Verfolgung, Ausgrenzung und Tod sind noch immer an der Tagesordnung».

Anlässlich seines Todes veröffentlicht Infosperber noch einmal seine bewegende Lebensgeschichte, die unter dem Titel «In der Todesmaschinerie der Nationalsozialisten» am 27. Januar 2018 erschienen ist. Denn Hirsch hat sein Leben in den Dienst der Aufklärung gestellt. Ein Leben gegen das Vergessen. Ein Leben in Erinnerung an die Millionen Opfer der Nationalsozialisten.
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In der Todesmaschinerie der Nationalsozialisten
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