Schiffswrack auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees © gk

Schiffswrack auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees

Die Männer zerstören mit ihrer Wachstums-Wirtschaft unsere Erde

Niklaus Ramseyer / 15. Jun 2019 - Einzelne können viel für die Umwelt tun. An der ruinösen Wachstums- und Verschleisswirtschaft der Mächtigen ändert dies wenig.

«Schneller, weiter, höher!» So stand es gross auf einer Postkarte, die schon in Umlauf war, als der berühmte Club of Rome 1972 sein wegweisendes Werk «Grenzen des Wachstums» publizierte. Unten dran dann die Frage: «Aber wohin?» Schon fast ein halbes Jahrhundert früher hatten die Philosophen Ernst Bloch und Herbert Marcuse analytisch vertieft zu Kritik und Differenzierung am Begriff «Fortschritt» aufgerufen. Jahrzehnte alt ist auch der Spruch als Aufkleber: «Wir gehen mit dieser Welt um, wie wenn wir noch eine zweite im Kofferraum hätten.»

Das Klima ist nur die «Spitze des Eisbergs»

«Wie wenn wir noch drei weitere Erden im Kofferraum hätten.» So müsste es wohl nach neusten Erkenntnissen heute heissen. Nur dumpfe Ignoranten (vom weltweit verheerend wütenden Trump bis zum lokal polternden Blocher) streiten dies weiterhin ab. Gegen vielfältiges, besseres Wissen: Fest steht etwa, dass bei uns die Gletscher bis Ende dieses Jahrhunderts definitiv verschwunden sein werden.

Aber die Klimaerwärmung ist nur eine Folge der totalitären menschlichen Wachstums-Wirtschaft. Der Energieverbrauch weltweit sei dermassen jenseits jeglicher Klimaneutralität, dass «langfristig nur drei Erden diesen decken könnten». So warnte der ETH-Klimaforscher Reto Knutti auf Radio SRF1.

Längst steht fest: Nachhaltig berechnet reichen die Ressourcen jedes Jahr nur noch bis Mitte August. Das letzte Drittel des Jahres lebt die Menschheit von den Vorräten der Welt – und plündert so «ihre» Erde sehenden Auges aus.

Verschleisswirtschaft gaukelt heile Welt vor

Was tun? «Verzichten!» So lautet nun die Antwort auf diese Frage allüberall wieder. Vorab auf Flugreisen natürlich. Dass klimastsreikende MittelschülerInnen nicht mehr auf ihre Maturareise fliegen wollen, ist das Mindeste an Konsequenz aus ihren fundierten Forderungen. Dazu haben sie nicht lange rechnen müssen. Die entsprechenden Informationen sind breit vorhanden.

Das ist leider nicht überall so. Ganz im Gegenteil: Auf Produkteverpackungen wird oft den Konsumenten eine heile Welt vorgegaukelt. Braune Hühner in grüner Matte auf der Eierpackung etwa. Aber das Huhn, das die Eier darin gelegt hat, sah sein Leben lang nie auch nur einen Grashalm. Ein Pschiss! Denn bevor «wir alle» moralisch in die Pflicht (zum Verzicht) genommen werden, sollte man uns korrekt (mit Bild und Text wie auf Zigarettenpackungen ) informieren über den Schaden und das Leiden, das unser Konsum an Menschen, Tieren und Umwelt anrichtet.

«Reparieren statt investieren» würde Profit-Wirtschaft rasch ruinieren

Die Aufrufe zum Verzicht können ohnehin nicht ernst gemeint sein: Würden «wir alle» nämlich plötzlich das Prinzip «reparieren statt investieren» anwenden oder dem Leitspruch unserer «Weltkriegs»-(Gross)-Eltern folgen: «Kaufe nicht, was Du gebrauchen kannst, kaufe, was Du nicht entbehren kannst!» – ganze Wirtschaftszweige wären innerhalb eines Jahres bankrott.

Dabei könnten wir KonsumentInnen das problemlos. Drei Jahre etwa ohne neue Kleider und Schuhe. Tausende von Schuh- und Kleiderläden müssten dicht machen. Doch auch die Ärmsten unter uns kämen noch nicht in derart verflickten Hosenbeinen oder verschnurpften Pullovern und Hemden daher, wie wir sie etwa historisch auf Anker-Bildchen sehen. Oder aktuell in Reportagen aus Elendsgegenden weltweit.

Ohne auf diese systemische Problematik hinzuweisen, hat kürzlich das Magazin (Nr. 13) des Tages-Anzeigers eine Zusammenstellung der Umweltbelastungen individueller Konsumgewohnheiten publiziert. Kostproben:
– Ein Pferd (früher Nutztier bei Bauern und Kavalleristen, heute Freizeit- und Ziertier für Frauen zwischen 14 und 30 Jahren) etwa schadet pro Jahr gleichviel, wie wenn dessen Halterin mit ihrem Renault Clio 24 000 Kilometer weit herumfahren würde (was sie oft auch noch tut).
– Ganz schlimm: Ein Café crème schadet wie ein Kilometer Fahrt mit dem Range Rover (zum Beizli ...).

Das ist sehr interessant. Verzichte auf Ziertiere oder Flugreisen bleiben jedoch bloss nette Gesten zur Beruhigung des individuellen Gewissens.

Der Mann ist das Problem

Um schon nur in der Tendenz grundlegend etwas zu ändern, bräuchte es rasche Entscheide jener (meist privilegierten) globalisierten Minderheit (Expats), welche in Politik und Wirtschaft die Macht inne hat. Es sind in der erdrückenden Mehrheit Männer.

Wären mehrheitlich Frauen an den entscheidenden Stellen, gäbe es viel mehr Hoffnung auf die dringend nötige Wende. Von Männern kaum. Im Gegenteil: Nur noch mehr Freihandelsverträge, noch mehr Privatisierungen (bis zum Trinkwasser), und vor allem immer weiter laufendes Wachstum. Auch da zeigt sich die Bedeutung des Frauenstreiktags vom 14. Juni.

In der Tagesschau vom 28. Mai wurden einmal mehr die «überraschend erfreulich positiven Wachstumszahlen» der Schweizer Wirtschaft für das erste halbe Jahr 2019 unkritisch abgefeiert. Kein Wort dazu, dass dieses Wachstum dank der Nettozuwanderung von mehreren 10 000 Personen pro Jahr weitgehend «importiert» ist. Und den einzelnen Werktätigen bringt das «sakrosankte» Wachstum wenig. Zum 1. Mai berichtete die BZ so darüber: «Zwei verlorene Jahre für die Arbeitnehmer». Wäre beizufügen: Gleichzeitig aber massive Gewinne für grosse Kapitaleigner.

Wer auf all das hinweist, der wird von den gouvernementalen und medialen Propagandisten des Systems sofort mit dem Totschlag-Argument «Populismus» abgekanzelt. So etwa durch den WTO- und World Trade Institute (WTI)-Vertreter Thomas Cottier neulich im Radio SRF1: Er freute sich darüber, dass seine WTO nun die Zölle von 40 auf bloss noch 4 Prozent habe abbauen können. Immer mehr Entwicklungsländer könnten damit ihre Landwirtschaftsprodukte auch zu uns exportieren.

Verheerende Folgen des Welthandels-Wahnsinns

So zu reden ist gleichermassen zynisch und arrogant: Dass es nicht diese «Entwicklungsländer» sind (und schon gar nicht die in ihnen lebenden Werktätigen), die da exportieren, sondern weltweit operierende Konzerne, steht längst fest. Einheimische Bauern werden durch diese neuen WTO-Kolonialisten nicht selten brutal von ihrem Land vertrieben.

Auch in Europa zeitigt der Welthandel verheerende Folgen: Kleinere französische Milchbauern (mit weniger als 100 Kühen!) müssen ihre Betriebe aufgeben – weil sie nicht mehr «rentieren». Dafür schippert und karrt der «hemmungslose» Handel unter dem Schutz der WTO Milch Tausende von Kilometern weit aus Neuseeland bis nach Paris heran. In den Schweizer Wäldern wachsen jedes Jahr 10 Millionen Festmeter Holz nach. Doch die Hälfte dieses hochwertigen Werk-, Brenn- und Baustoffs vermodert ungenutzt. Derweil wird Holz von weither importiert. Nur: Wollten wir mit längst dringend nötigen Gesetzen ein nachhaltiges Programm zur bevorzugten inländischen Holznutzung auflegen, WTO- und EU-Gerichte würden es sofort verbieten.

«Inländervorrang für alles» wäre Gebot der Stunde

Tendenziell müssten wir mit einem «Inländervorrang» für fast alles (für Beschäftigte, für Baustoffe, für Lebensmittel) langsam die Weichen neu stellen hin zu einer möglichst transport- und verkehrsarmen Wirtschaft «aus der Region für die Region». Kluge Linke und Grüne fordern längst einen «intelligenten und solidarischen Protektionismus».

Sturer Wachstumsglaube in Machtzentralen

Umsonst: In den entscheidenden Machtzentralen herrscht weltweit weiterhin dumpfe Uneinsichtigkeit vor. In Afrika sei es «nötig, in Häfen, Strassen und Flughäfen zu investieren», verkündete etwa die Chefökonomin der Weltbank Penny Goldberg in der NZZ am Sonntag am 5. Mai. Das wird die Luftfahrtindustrie gerne hören. Ihre Auftragsbücher sind voll. Bis 2037 sollen weltweit fast 40 000 neue Flugzeuge aus den Montagehallen rollen und in Betrieb genommen werden. Dannzumal dürften dann insgesamt 48 000 Zivilflieger rund um die Welt düsen. Als einer der schlimmsten Klima- und Umweltbelaster zahlt die Luftfahrt dabei auf dem Kerosin-Treibstoff, den die Flieger verbrennen, seit 1944 und bis heute null Steuern.

Doch die Weltbank fordert unverdrossen mehr Flughäfen in Afrika, statt weniger Flugzeuge am Himmel. «Privatisierung, Deregulierung und freier Handel», diese «Dreifaltigkeit der ökonomischen Entwicklung» (sic! der Verf.) garantierten «in Teilen der Welt» immer noch Wachstum, verkündet Goldberg. Und: «Einer der Gründe, warum wir Freihandel unterstützen, ist, dass man mit Handel mangelhafte Institutionen umgehen kann.»

1822 Milliarden für Militär, Krieg und Zerstörung

Das gilt insbesondere für den «freien Handel» mit Waffen und Rüstungsgütern weltweit. Da wird ziemlich systematisch «umgangen». Insgesamt 1822 Milliarden Dollars an Steuergeldern haben die Regierungen dieser Welt 2018 für Zerstörungsgerät (Waffen und Rüstungsgüter) ausgegeben. Der Blick titelte dazu treffend: «Planet der Waffen». Der Redaktor hätte das «W» in Klammern setzen können – damit jedoch wohl die meist friedfertigen Affen beleidigt.

Konkret erreicht beim «ach so gefährlichen Russen» das Militärbudget gut 70 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die weltweit permanent Kriege führende Militärmacht USA lässt sich dies jetzt 650 Milliarden im Jahr kosten. «Ihre» Nato insgesamt 1000 Milliarden. Das in westlichen Mainstream-Medien permanent als «bedrohlich» dargestellte China kommt gerademal auf 250 Milliarden.

Jedes Jahr ein ganzes deutsches Volk zusätzlich

Unsummen für Militär und Krieg also. Währen Milliarden von Menschen kaum genug zum Leben haben. Und es werden immer mehr: Anfang dieses Jahres lebten auf der Erde 7,6 Milliarden Menschen. Fast doppelt so viele, wie noch vor 40 Jahren. Und jeden Tag kommen netto 230 000 dazu – mehr als 80 Millionen pro Jahr – oder die ganze Bevölkerung Deutschlands zusätzlich. Bis Ende dieses Jahrhunderts dürfte sich die Zahl der Weltbevölkerung auf rund 15 Milliarden erneut verdoppeln.

Diese Entwicklung ist eine der Grundlagen für das ruinöse Wirtschaftswachstum. Und dieses Wachstum nützt der überwiegenden Mehrheit nichts. Schon nur in Indien sind nach UNO-Angaben 40 Millionen Kinder unterernährt. Weltweit verhungert alle fünf Sekunden ein Kind (oder also fast 20'000 pro Tag). In Deutschland sind 7 Millionen RentnerInnen am Verarmen. Kurz und ungut: Der Menschheit, die inzwischen alles und jedes auf «ihrem» Planeten gnadenlos ausbeutet, geht es dennoch mehrheitlich eher schlecht.

«Ein gutes Leben» – für wie viele Menschen?

In seiner Schrift «The Principel of Humanity» hat der Kanadisch-Britische Philosoph Ted Hondrich schon 1990 auf diesen Missstand hingewiesen – und sechs Voraussetzungen für «ein gutes Leben» genannt:

– Würdige Lebenslänge (also nicht zur Unzeit sterben zu müssen)
– Körperliches Wohlbefinden
– Freiheit und Kraft genug, in verschiedenen Situationen sein Leben selber zu bestimmen
– Respekt und Selbstrespekt
– Gute soziale Beziehungen
– Guter Zugang zu Kultur

Dass immer mehr Menschen auf der Welt oft schlecht leben – und gleichzeitig die Lebensgrundlagen weltweit umso schneller zerstören, je besser sie leben: Das hat die UNO längst als unhaltbaren Zustand erkannt. Sie ruft jedes Jahr am Weltbevölkerungstag, dem 11. Juli, zu Gegenmassnahmen auf. Zu mehr Selbstbestimmung der Frauen vor allem – und zu besserem Zugang zu Geburtenkontroll-Mitteln für alle.

Mit wenig Erfolg. Die Frage schon nur zu stellen, wieviele Menschen denn langfristig auf der Erde gleichermassen gut und nachhaltig leben könnten, wird immer noch tabuisiert. Die ideologischen Grundlagen zum Endloswachstum und zur Weltzerstörung liegen halt (religiös überhöht) gleichermassen im Christentum («Macht Euch die Erde untertan, seid fruchtbar und vermehret Euch!»), im Marxismus (totale Entwicklung der Produktions- und Transportmittel), wie auch im Kapitalismus erst recht.

Wirtschaft braucht Mensch – statt umgekehrt

Der Kapitalismus presst heute die Mehrheit der Menschheit in eine traurige Existenz: Sie sollen dort möglichst billig (der Lohn ist ja ein «Kostenfaktor»!) leben, wo die Profitwirtschaft sie gerade «braucht». Werden sie nicht mehr gebraucht, können sie «in aller Freiheit» wieder abfahren. Da herrscht eine verquere Situation: Viele Menschen müssen irgendwo entwurzelt karg leben, um zu wirtschaften, statt dass sie dort, wo sie geboren wurden, nachhaltig wirtschaften können, um gut zu leben. Dass die «Arbeitskräfte» im deregulierten und personenfreizügigen Markt dem Kapital hinterher reisen sollen, dahin, wo der Kapitalist gerade zu investieren gedenkt, gehört zu dieser üblen Realität. Mit «gutem Leben» hat es wenig zu tun.

Grünes Gerede von einer «10-Millonen-Schweiz»

Doch auch linke und grüne Politiker (wie etwa der SP-Mann Peter Bodenmann) singen weiterhin unverdrossen das garstig-ruinöse Lied von Marktfreiheit und Wirtschaftswachstum. Das zeigte sich drastisch während den Debatten um die im Jahr 2014 vom Volk klar abgelehnte Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen». Da wurden deren Anhänger ohne viel inhaltliche Argumentation als «Ökofaschisten» angeprangert. Und selbst grüne Politiker fabulierten: «Eine 10-Millionen-Schweiz» sei durchaus «machbar». Dies wiewohl wir hier jetzt schon und bis Ende Jahr wieder von den Ressource-Vorräten der Erde leben.

4 Millionen in der Schweiz – 4 Milliarden in der Welt

Aus nachhaltig-grüner Optik müsste vielmehr die Frage nach der nachhaltig haltbaren Zahl von «gut lebenden» Menschen dringend gestellt werden – global und lokal in der Schweiz. Es müssten möglichst umweltverträgliche und menschenfreundliche Konzepte zur Umkehr weg vom Wachstum entwickelt werden. Die inzwischen weitgehend aufgegebene chinesische «Einkind-Politik» wäre etwa zu überprüfen.

Sicher ist, dass es so nicht mehr lange weiter geht: Immer mehr Menschen zerstören mit immer mehr Produkten ihre natürlichen Lebensgrundlagen immer schneller. Nachhaltig tragbar wären angesichts dieser Fakten wohl die Zahl von 4 Milliarden Menschen weltweit – und lokal 4 Millionen in der Schweiz. Und theoretisch gibt es Hoffnung: Fachleute haben errechnet, dass mit den 1822 Militär-Milliarden jährlich der gesamte Fossilverbrauch innert 20 Jahren (bis 2040) durch nachhaltige Stromproduktion ersetzt werden könnte. Theoretisch – aber es wäre dringend.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Hoffnung auch lokal im Kleinen: Der Aralsee in Kasachstan (siehe Bild ganz oben), der seit 1975 durch unsinniges menschliches Wirtschaften vertrocknet war, gewinnt nach Korrekturmassnahmen mit künstlichen Dämmen jetzt wieder an Wasser. Erste Menschen sind dort in die lange verlassenen Fischerdörfer zurückgekehrt. Das zeigt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch die vor 50 Jahren in Rom errechneten «Grenzen des Wachstums» sind längst überschritten. So wie es jetzt aussieht, läuft alles – rentabel für wenige und immer ungemütlicher für fast alle anderen – «schneller, weiter, höher – aber wohin? In den Ruin!»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Es gibt keine Interessenkollisionen.

Weiterführende Informationen

Dossier: Führt Wachstum zu Glück oder Crash

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19 Meinungen

Ohne jetzt auf die Gesamt-Thematik näher einzugehen, möchte ich kurz etwas zum Aufmacher «Aralsee» berichten. Dort wurde ab den 1930er Jahren, von der damaligen Sowjetunion zunehmend speisende Zuflüsse Amu-Darja und Syr-Darja abgeleitet, um in Mittelasien eigene riesige Baumwollgewinnungen in der Steppe zu ermöglichen. Doch speziell zum Aralsee, gibt es in jüngerer Zeit wieder etwas Besserungshoffnung, wie auch der Autor hier am Ende schreibt. Wen das konkreter interessiert, der kann dazu auch mehr lesen. Siehe u.a. :

https://www.deutschlandfunk.de/aralsee-in-kasachstan-frueher-ein-gewaltiges-meer.1242.de.html?dram:article_id=428811

Andere geplante Riesen-Bewässerungsprojekte, etwa in Zentralafrika und Kongo, werden nicht umgesetzt, aus finanziellen, aber auch «ökologischen» Gründen.
Werner Eisenkopf, am 15. Juni 2019 um 12:19 Uhr
Ich weiß jetzt nicht, weshalb mir dazu Merkels Lieblingsmantra «Konkurrenzfähigkeit» einfällt.
Ulrich Engelke, am 15. Juni 2019 um 12:45 Uhr
Guten Tag, warum die Umweltzerstörung einzig eine Sache der Männer sei, erschliesst sich mir nicht aus dem Artikel.
Guido Besmer, am 15. Juni 2019 um 13:27 Uhr
Lieber Herr Ramseyer. Ich bin 84 und habe soeben, umzugsbedingt, «am Schuttablageplatz der Zeit», meine ganze Lebensgeschichte rekonstruiert. Können Sie sich vorstellen, wie oft ich in meinem Leben Ihre Philippika schon gelesen habe. Von Konrad Lorenz über den Club of Rome über Jean Ziegler bis Harald Lesch, etc., alles intus! In meinem zweiten Semester an der Ingenieurschule, 1956, habe ich einen Vortrag halten müssen, Titel: «Verantwortung von Technik und Technologie». Der Germanium-Transistor war noch nicht erfunden, aber ich ahnte schon damals das voraus, was Sie heute sagen.
Aber jetzt ist Schluss mit der Analyse. Es besteht Hoffnung, viele Junge haben nun begriffen, dass wir jetzt handeln müssen. Wir müssen diesen «Männern» in den Arm fallen und deren Frevel unterbrechen. Dass diese «Männer» selbst zu Einsicht und Vernunft kommen ist völlig hoffnungslos! Sie haben die Jungen über die Beresina gejagt, dann in den ersten und zweiten Weltkrieg und dann auf den langen Marsch mit Mao und noch nach Vietnam, Kora und in den Irak. Aber jetzt ist Schluss mit Gehorsam! Die Jungen werden nicht mehr marschieren und auch keine 1822 Milliarden mehr für Rüstungsgüter ausgeben.
Jetzt kommt der Stopp des Marsches in den Ruin. Dies ist die letzte Hoffnung. Schreiben Sie keine weitere Analyse, wagen Sie einen Handlungsvorschlag darüber, wie der Einzelne handeln muss, um diese «Männer» zu entmachten, bevor sie mit uns untergehen.
Walter Schenk, am 15. Juni 2019 um 15:08 Uhr
Bis zu diesem Satz «Wären mehrheitlich Frauen an den entscheidenden Stellen, gäbe es viel mehr Hoffnung auf die dringend nötige Wende.» habe ich mit zeitweiligem Stirnrunzeln gelesen, dann musste ich so lachen, dass ich mich mir den Rest ihres Essays schenkte. Seien sie mir nicht böse Herr Ramseyer, aber sie glauben doch selber nicht an diese Aussage. Wir haben in Politik und Wirtschaft genügend Beweise, dass Frauen in Schlüssel- und Führungspositionen nicht besser aber auch nicht schlechter funktionieren. Hegemonie, Machtbesessenheit, Gier, Zynismus, Arroganz, Eigennutz etc sind weder typisch männlich noch typisch weiblich; sie sind menschlich.
Also lassen wir das mit, die Welt wäre besser wenn sie von Frauen geführt würde.
Was weiter auffällt ist immer das primär genannte Argument Fliegerei. Statistisch macht die Fliegerei 2.7% der Umweltbelastung aus. Warum schreiben sie nichts vom Fleischkonsum? Etwas was jeder sofort reduzieren wenn nicht aufgeben könnte - ohne Einbusse seiner Lebensqualität. Für Soja werden Regenwälder abgeholzt. Soja wird mit Pötten um die Welt geschippert um Tiere zu füttern um diese anschliessend zu «futtern». Haben wir von den «fff"-Jünger (m,w,d) und ihrer Klimaheiligen Greta je etwas davon gehört? Vielleicht sitzen sie eben zu Hause und lassen sich von ihren Müttern einen Braten servieren oder schmatzen einen Big Mac. Jeder Schweizer isst pro Jahr 52 Kilo Fleisch; d.h. 1 Kilo/Woche. Weniger wäre mehr - der Gesundheit und dem Tierwohl zu liebe.
Hans Rudolf Knecht, am 15. Juni 2019 um 17:02 Uhr
Schon Hans A. Pestalozzi rechnete einmal nach: «»Wir sind für Wachstum«, war der Titel einer Inseraten-Kampagne der Schweizer Banken. »Das Wachstum der Wirtschaft muss angekurbelt werden«, so das Rezept der Manager. Verdrängt man denn die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte? Warum ist man nicht fähig, einige ganz einfache Rechnungen zu machen? 2% Wachstum bedeutet Verdoppelung in 35 Jahren. Eine Verdoppelung muss man sich ganz konkret vor Augen führen. Dies heisst: In 35 Jahren von allem, was wir heute in der westlichen Industriewelt an materiellen Gütern und Dienstleistungen haben, doppelt so viel! Doppelt soviel Strassen Doppelt soviel Autos Doppelt soviel Häuser Doppelt soviel Ferienreisen Doppelt soviel Medikamente Doppelt soviel Bier Doppelt soviel Koteletten usw. Jeder nur einigermassen vernünftige Mensch sieht sofort ein, dass ein solches Rezept heller Wahnsinn ist. Aber die Herren wollen ja nicht 2 % Wachstum, sondern 6 %, um ihre Probleme lösen zu können» Warum braucht es überhaupt dem Bevölkerungswachstum gegenüber überproportionales Wachstum ? Wegen Zinsen, Dividenden, Börsengewinne usw. sprich nackten Zahlen. Statt dass man die Ressourcen als Masstab nimmt geht es immer nur um abstrakte Zahlen und viele Politiker und Ökonomen leben geistig beim Geld immer noch im Goldstandard, sie betrachten es als knapp. Einziges Kriterium bei der Geldmenge sollte aber die Umwelt- und die Ressourcen sein, Wachstum ade!
Edgar Huber, am 15. Juni 2019 um 18:54 Uhr
Ohne esoterisch zu sein (Ying und Yang) glaube ich daran, dass Männer eine zerstörerische Grundausrichtung haben und Frauen eine erhaltende. Ein Blick in unsere Berufswelt zeigt das. Ich erwarte, dass vor allem Grosskonzerne dafür abgestraft werden, wenn sie in aller Welt Trinkwasser klauen oder vergiften, Ökosysteme zerstören und indigenen Völkern die Lebensgrundlagen vernichten. Im Wort «Wirtschaft» steckt das Wort «Wirt». Die Wirtschaft soll jene bewirten, die für sie schaffen. Aber Kapitalismus und Neokapitalismus kennen nur einen Lehrsatz: Ausbeutung, Gewinnmaximierung, Wachstum. Immer wieder wird uns vorgebetet, dass die Wirtschaft zu unserem Wohle funktionieren müsse. Es gibt aber zwei Wirtschaftssysteme: die Realwirtschaft und die Finanzwirtschaft. Die Realwirtschaft dient dem Wohle der Finanzwirtschaft. Über 80 Prozent der Gewinne aus der Realwirtschaft werden in die Finanzwirtschaft abgezweigt. Dort beginnen sie dann ihr eigenes Spiel zu Lasten der Realwirtschaft und der Lohnempfänger. Abbau von Sozialleistungen und Löhnen, höhere Mieten und Abgaben, physischer und psychischer Druck auf die Arbeitnehmenden und der reihenweise Untergang von KMU sind die Folgen. Es wächst aber eine neue, junge Generation von Wirtschafts-Wissenschaftern heran, die vielleicht entdecken, dass jede Form von Ausbeutung in eine Sackgasse führen wird. Sie werden vielleicht neue Wege für die Wirtschaft finden, die allen Nutzen bringen und sozial verträglich sind. Mein Credo ist : WACHSDUMM!
Felix von Wartburg, am 16. Juni 2019 um 02:37 Uhr
Kurzer Nachtrag: Konrad Lorenz hat schon vor 40 Jahren in «Die 10 Todsünden der zivilisierten Menschheit» die Überbevölkerung an die erste Stelle gestellt. Es darf zu keinen 10 Millionen in der Schweiz kommen und schon gar nicht zu 10 Milliarden auf dem Planeten! Gemäss WHO gibt es immer noch 50 Millionen Kinder/ Jahr, zu deren Zeugung keine Frau Ja gesagt hat. Aber eben, jetzt zur Tat, wir wissen längst was wir tun sollten, aber wir tun es nicht! Der Planet wird sich zu helfen wissen und die arroganten Frevler beseitigen! Er hat seine Chance verpasst.
Walter Schenk, am 16. Juni 2019 um 10:49 Uhr
Statistisch gesehen stimmt es natürlich, dass es vorwiegend Männer sind, die mit ihrer Wachstumsideologie die Welt ruinieren. Allerdings zeigt das Beispiel der Weltbank-Chefökonomin Penny Goldberg, dass Frauen, welche unter den herrschenden Bedingungen in Chefetagen vorstossen, auch nicht anders denken und handeln. Nur einfach die gängigen Selektionskriterien um den Faktor des weiblichen Geschlechts zu ergänzen bringt uns kaum weiter.

@ Edgar Huber: So richtig eindrücklich wird es, wenn man sich auch längere Fristen anschaut. 2% Wachstum bedeutet Verdoppelung nach 35 Jahren, Faktor vier nach 70 Jahren, Faktor acht nach 105 Jahren, und so weiter. Wobei dann beim Weiterrechnen wirklich jeder merken müsste, dass ein solcher Verlauf in der Realität nicht möglich ist...
Daniel Heierli, am 16. Juni 2019 um 14:55 Uhr
Lieber Herr Ramseyer, die romantische Hoffnung, dass eine bessere Frauenvertretung die Politik ökologischer machen werde bestand schon in den Achtzigerjahren, und ich habe sie damals auch geteilt. Inzwischen bin ich nicht mehr so sicher. Dass zum Beispiel die Diskussion über die Bevölkerungsfrage bei den Grünen seit 2009 aktiv unterdrückt wurde ist u.a. massgeblich weiblichen Führungsfiguren zu verdanken, die teils jetzt noch am Ruder sind und die damit gezeigt haben, dass sie gar nichts begriffen haben, ist doch die jetzige und die zu erwartende Weltbevölkerung mit dem Erhalt der Lebensgrundlagen nicht in Einklang zu bringen, wenn man einen auch nur bescheidenen Wohlstand für alle anstrebt. Mit freundlichen Grüssen Lukas Fierz
Lukas Fierz, am 17. Juni 2019 um 13:47 Uhr
Bäume wachsen nicht in den Himmel ... und die «Wachstum"-Debatte sollte den Boden der Realität nicht verlassen.

BIP-Wachstum ist NICHT gleich Wachstum an fossilem Energieverbrauch. Das BIP wuchs massiv stärker als letzteres. U.a. weil Dienstleistungen (Rückenmassage, die Entlöhnung von Pflegeleistung, Kinderbetreuung usw.) erhöht zwar das BIP, aber wenig bis gar nicht den fossilen Energieverbrauch. Daher, bitte: Nicht noch mehr zur Verwirrung beitragen, wendet sich doch sonst auch noch der Letzte angewidert von der Debatte ab. Zurecht.

Zur - mehr als leidigen - «Überbevölkerungsdebatte»:

Die Prioritätensetzung der «Besorgten» ("so viele Menschen durchfüttern") sieht etwa so aus: Zuerst 1 Milliarde Rinder, 700 Mio. Schweine, 800 Mio. Schafe und ca. 20 Milliarden Hühner füttern ... und, falls noch was übrig, dann noch Menschen.

Für 20 Milliarden Menschen würde das GETREIDE reichen, mit dem wir «lieber» Tiere mästen (und abschlachten)! [1 Fleisch-Kalorie erfordert ca. 4 (Huhn) bis 12 (Rind) Getreide-Kalorien.]

Bei anderen Ressourcen dasselbe: Für uns locker der 20fache Verbrauch (grösseres Auto, neue Möbel, Smartphone, Kleider, Flugreisen usw.) ... und dann den Finger auf die Verarmten zeigen.

Wahrlich, wir wissen Prioritäten zu setzen ... Das Resultat ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wir gut, kein Änderungsbedarf. Der Andere/Ausländer schlecht, muss sich bessern.

Wenn sich da die Prioritätensetzung nicht nach dem gewünschten Resultat gerichtet hat ...
Stephan Kühne, am 17. Juni 2019 um 23:01 Uhr
„Wachstum“ ist zu einem religiösen Begriff geworden. Tatsächlich hat Wachstum positive und auch negative Seiten. Wenn die Bevölkerung der Stadt Zürich innert Kürze um sage und schreibe 20% (!) wachsen soll, wird einem das zwar wie ein Evangelium gepredigt, aber ohne auf die sozialen und ökologischen Folgeschäden hinzuweisen. Denn Wachstum ist derzeit hipp. Wer das nicht hipp findet ist ‚populistisch‘ und wirtschaftsfeindlich.

Man soll sich im Alltag ökologie- und sozialverträglich verhalten. Das tun einige von Natur aus und andere nicht. Man soll sich selber immer wieder fragen, wo man da steht. Sozusagen tägliche ökologische Gewissensprüfung.

Es wird hüben und drüben in Rüstung investiert, was Krieg und Zerstörung nach sich zieht, sozial und ökologisch. Egal: es heizt das Wachstum der Rüstungsindustrie an, und es schaffe Arbeitsplätze, sagen sie!
Das Abholzen der Urwälder ist eine ökologische Todsünde, dagegen man selber nicht viel tun kann, und worüber in der hippen Klimadebatte nicht geredet wird.
Ruth Obrist, am 18. Juni 2019 um 23:36 Uhr
@Stephan Kühne

Theoretisch stimmt Ihr Argument: Mehr Wirtschafswachstum bedeutet nicht zwingend mehr Ressourcenverbrauch. (Und dieses Wissen ist die Grundlage für einen Pfad der nachhaltigen Entwicklung.)

Aber niemand darf sich Illusionen hingeben: Die Möglichkeit einer absoluten Entkopplung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum hat nichts mit der Realität zu tun. Wenn überhaupt, so erreichen wir in der Gegenwart und absehbaren Zukunft nur eine relative Entkopplung (= BIP-Wachstum > Ressourcenverbrauchs-Wachstum = sinkende Ressourcen-Intensität der Wirtschaftsleistung).

Das reicht bei Weitem nicht, das dürfte jedem vernünftigen Menschen klar sein.
Michael Schwyzer, am 20. Juni 2019 um 20:06 Uhr
Leider übersieht der Autor, dass es gerade die «bösen» Unternehmen sind, welche sich fortschrittlich verhalten und Ressourcen schonen. Bekanntlich geht zum Beispiel der Verbrauch an Wasser und Energie drastisch zurück. Ebenso der CO2-Ausstoss.
Warum ist das so? Weil sich Sparsamkeit lohnt. Die Firmen sind gezwungen, effizient zu arbeiten, wollen sie längerfristig überleben.
Jost Wirz, am 22. Juni 2019 um 15:51 Uhr
@Wirz. Es lohnt sich für Unternehmen eben noch viel zu wenig. Investitionen, um mit möglichst wenig Energie und Rohstoffen zu produzieren, werden nur im Masse gemacht, wie die Preise von Energie und Rohstoffen steigen. Diese Preise decken die Kosten der Umweltbelastung bei weitem nicht und der Raubbau am Kapital der endlichen Rohstoffe ist immer noch kostenlos. Die Kosten der Umweltbelastung und der Folgen für die Gesundheit können Unternehmen immer noch zu einem grossen Teil sozialisieren. Gegen diese Art von Sozialismus wehren sich weder Unternehmen noch Wirtschaftsverbände.
Urs P. Gasche, am 22. Juni 2019 um 18:38 Uhr
Ich denke auch, dass Frauen es besser machen würden, aber nur marginal, denn die Wachstumsproblematik entsteht nicht hauptsächlich wegen menschlicher Eigenschaften, sondern ist ein inhärenter Bestandteil unseres Wirtschaft- und Finanzsystems.

Die «Wertkritik» erklärt, weshalb das so ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Wertkritik
Theo Schmidt, am 26. Juni 2019 um 10:45 Uhr
Es geht nicht um Männlein und Weiblein. Es geht um Vorteile und zwar um möglichst viel. Da ist jeder gleich gierig. Und Herr Ramseyer, Sie müssen sich mal entscheiden: Ist es die SVP, die eine 10 Millionenschweiz fordert, oder sind es die Grünen und Linken? Wohl eher letztere: Insofern können Sie sich ihren Mantra-ähnlichen, in jedem ihrer Artikel vorkommenden Schwenker zu den „verblendeten Phantasten und dumpfen Ignoranten (wie etwa die Weltwoche-Redakteure oder den polternden Blocher)“ sparen.

Beispiele: Kaum war die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch gewählt, schrie sie als Erste, Zürich brauche Wachstum. Auch die Grünen Chefin Regula Rutz fordert seit langem eine 10 Millionen Schweiz. Das bringe Fachleute ins Land, obwohl jeder weiss, dass die meisten ungelernt sind, die kommen. Und es weiss auch jeder, dass Fachleute wegen der hohen Löhne kommen und nicht wegen der Personenfreizügigkeit. Wer weltweit im Durchschnitt die höchsten Löhne bezahlt, braucht keine Personenfreizügigkeit. Das ist das grösste und teuerste Märchen, das jemals von Sozis, Grünen und Wirtschaft in Umlauf gesetzt wurde. Die Fachkräfte kommen sogar zu den GAV-Mindestlöhnen zu uns.

Ebenso ignorieren Grüne und SP, dass eine Million Zuwanderer, die in den letzten 13 Jahren in die Schweiz gekommen sind, 59 Milliarden Wasser jährlich verbrauchen, das jetzt den Bauern fehlt. Wenn Grüne und Sozis ehrlich wären, müssten sie sich dafür einsetzen, dass die Zuwanderung gestoppt wird.
Inge Hess, am 27. Juni 2019 um 13:42 Uhr
Den Wachstumszwang kennen wir seit ungefähr vierhundert Jahren. In der zwei Millionen Jahre alten Menschheitsgeschichte ist das praktisch nichts. Wieso aber haben wir ausgerechnet in diesen vierhundert Jahren diesen Wachstumszwang und nicht schon vorher? Manche denken an das Öl andere an die technologische Entwicklung. Zweifelsohne sind beide eine Stütze und eine notwendige Bedingung für das Wachstum, aber eben nicht die eigentliche Motivation dazu.
Die Bank of England gab als erste Bank Geld gegen Zinsen raus. Dies Bedeutet, zu einem späteren Zeitpunkt muss in der Summe mehr Geld zurückbezahlt werden, als genommen wurde. Dies geht logischerweise nur, wenn mehr Geld in Umlauf kommt. Aber auch für dieses Geld muss zu einem späteren Zeitpunkt mehr zurück bezahlt werden als ursprünglich bezogen wurde, was wiederum nur geht, wenn mehr Geld in Umlauf kommt... und ewig so weiter. Die Geldmenge muss! stetig steigen oder die Schulden können nicht mehr bedient werden und alles crasht.

Jetzt die Fragen:
- Was passiert, wenn die Geldmenge stetig steigt, nicht aber die Wirtschaftsleistung?
- Was passiert, wenn wir durch das Geldwachstum gaaanz viel Geld im Umlauf haben aber kaum Güter die damit gekauft werden können? Welchen Wert hat dann Geld noch?
- Wie soll die Wirtschaft ohne Bevölkerungswachstum (Arbeiter) wachsen? Die Technologie hilft hier zu einem grossen Teil, klar. Aber dann stellt sich die Frage:
- Wer kauft die immer mehr werdenden Güter, Immobilien,...?

Geld gegen Zins!!
Stöckli Marc, am 28. Juni 2019 um 09:48 Uhr
Was zu tun wäre findet sich auf wenigen Seiten hier im Essay «Das Gespenst der Fakten»:
https://nordborg.ch/2019/05/29/das-gespenst-der-fakten/

und eine längere Analyse hier:
http://www.edition8.ch/buch/sackgasse-wirtschaft/
Theo Schmidt, am 29. Juni 2019 um 14:19 Uhr

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