Man sollte tatsächlich genauer hinschauen! (Bild aus der Website der State Street Corporation) © SSC

Man sollte tatsächlich genauer hinschauen! (Bild aus der Website der State Street Corporation)

Die neuen Herren der Weltwirtschaft

Jens Berger / 06. Dez 2017 - Die Vermögensverwaltungs-Multis – die Asset Management Corporations – übernehmen mehr und mehr die Macht. Und niemand wehrt sich.

Red. Viele wissen, wer die Credit Suisse und die UBS, wer JPMorgan Chase oder auch BlackRock sind. Aber nur die Wenigsten werden mit Namen wie State Street, Vanguard, Capital Group, Harris Associates, Natixis, Wellington, Fidelity, Dodge&Cox oder Amundi etwas anfangen können. Dabei sind diese Unternehmen im Bereich «Vermögensverwaltung» die neuen Herren der Weltwirtschaft. Es gibt kaum grosse Aktiengesellschaften in den westlichen Ländern, bei denen keines dieser Unternehmen grösster Einzelaktionär ist. Und in der Summe beherrschen diese «institutionellen Investoren» die Wall Street, die City of London und auch den Frankfurter Finanzdistrikt. Doch nicht nur die Namen der neuen Herren sind weitgehend unbekannt, auch ihr Treiben findet abseits der Öffentlichkeit statt, da die grossen Medien einen grossen Bogen um dieses Thema machen und die Politik sich ebenfalls versteckt. Doch der Siegeszug der neuen Herren wirft Fragen auf, wohin unser neoliberales System uns noch führen wird. Infosperber übernimmt zu dieser Thematik einen Artikel der deutschen Informationsplattform NachDenkSeiten.

Vermögen und Besitz bedeuten immer auch Macht. Besonders klar wird dieser Zusammenhang, wenn es um die Besitzverhältnisse von grossen Unternehmen geht. Früher waren die operative Geschäftsführung und die Besitzverhältnisse meist in ein und derselben Hand. Doch die Krupps, die Brunels oder die Carnegies gibt es in dieser Form nicht mehr. Mit SAP gibt es nur ein einziges Unternehmen im deutschen Aktien-Index Dax, bei dem die Unternehmensgründer überhaupt noch etwas zu sagen haben, und selbst die Erben samt ihrer Clans haben nur noch in wenigen grossen Unternehmen wie BMW, Beiersdorf oder Henkel das Sagen. Bei den meisten grossen Aktiengesellschaften haben sogenannte institutionelle Investoren das Sagen und dabei handelt es sich in fast allen Fällen um grosse Finanzunternehmen, die in der Regel das Vermögen von Kunden verwalten und selbst über keine nennenswerten Vermögen verfügen. Selbst «Gründerunternehmen» wie z.B. Facebook wandern meist spätestens dann in den Besitz der Finanzunternehmen, wenn sie an die Börse gehen. So besitzt Mark Zuckerberg auch «nur» 28% an Facebook, während der Rest fast ausschliesslich im Besitz von Finanzunternehmen ist – Vanguard, BlackRock, Fidelity und State Street besitzen zusammen mehr Anteile an Facebook als der Unternehmensgründer.

Es kommt aber nur selten vor, dass eine dieser Vermögensverwaltungen, die sich selbst lieber Investment Management oder Asset Management Firmen nennen, mehr als 10% an einem einzigen Unternehmen hält. Aber das spielt keine grosse Rolle, da diese Firmen in der Summe dieselben Strategien verfolgen und gemeinsam als Besitzer der Unternehmen der operativen Geschäftsführung Anweisungen erteilen. Bei 25 der 30 Dax-Unternehmen halten diese institutionellen Investoren mehr als 50% der Anteile und bestimmen direkt die Unternehmenspolitik. Und dies trifft ungefähr im gleichen Verhältnis auf amerikanische, britische, französische und nahezu alle Aktiengesellschaften der westlichen Welt zu. Die einzigen nennenswerten Ausnahmen bilden Russland und China, die beide einen protektionistischen Schutzschirm über ihre Wirtschaft aufgespannt haben.

Die Macht ist in der Hand der Besitzer

Was bedeutet diese Macht konkret? Zu allererst schränkt sie den Handlungsrahmen des angestellten Managements massiv ein. Der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser ist bei der Siemens AG zwar ein wichtiger Mann – er ist und bleibt aber auch nur ein kaufmännischer Angestellter, der vom Aufsichtsrat des Unternehmens bestellt wird , der wiederum auf der Hauptversammlung von den Aktionären berufen wird. Würde ein Joe Kaeser nun den Interessen der Grossaktionäre zuwider handeln, wäre er die längste Zeit seines Lebens Vorstand eines grossen Unternehmens gewesen. Gleiches gilt für sämtliche Vorstände der grossen Unternehmen. Die teils fürstliche Bezahlung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir hier von Angestellten sprechen, deren Handlungsspielraum vorgegeben ist – und zwar von den Besitzern der Unternehmen, und dies sind eben meist genau diese institutionellen Investoren, von denen hier die Rede ist.

Die Bedeutung der Verschiebung der Besitzverhältnisse hin zu einigen wenigen, meist in den USA ansässigen Vermögensverwaltungsfirmen ist in Gänze anscheinend noch nicht bis zur Öffentlichkeit durchgedrungen. Um dies zu verdeutlichen, fangen wir mit einem Gegenbeispiel an. Der Henkel-Konzern ist zu 61% im Besitz der Erbendynastie des Unternehmensgründers Fritz Henkel. Für die Familie nimmt Henkels Ur-Ur-Enkelin Simone Bagel-Trah die Funktion der Aufsichtsratsvorsitzenden wahr. Nomineller Chef des Unternehmens ist jedoch der Manager Hans Van Bylen, der die Henkel AG als Vorstandsvorsitzender führt. Van Bylen ist jedoch «nur» Angestellter, der seine Unternehmenspolitik mit Frau Bagel-Trah abstimmen muss. Diese traditionelle Struktur gestattet einen grossen unternehmerischen Spielraum. Henkel müsste beispielsweise kein Werk in Deutschland schliessen, nur weil die Energie- oder Lohnkosten oder auch die Umweltrichtlinien in einem anderen Land günstiger für das Unternehmen sind. Wenn Frau Bagel-Trah im Namen des Clans sagt, wir wollen die Werke – aus welchem Grund auch immer – erhalten, so ist Herr Van Bylen an diese Weisung gebunden.

Die Bayer AG als Beispiel

Ganz anders sieht es bei einem Konzern aus, der im Besitz der Vermögensverwaltungsfirmen ist. Nehmen wir die Bayer AG als Beispiel. Ob die Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto eine so kluge unternehmensstrategische Idee ist, hat Vorstand Werner Baumann nicht zu entscheiden, auch wenn es die Finanzpresse meist so darstellt. Baumann ist Angestellter. Der Bayer-Konzern gehört heute zu 93% institutionellen Investoren. Grösster Einzelaktionär ist BlackRock mit 7,12%, dahinter kommen die Capital Group, die zwei Schweizer Vermögensverwalter UBS und Credit Suisse, die Société Générale aus Frankreich und Morgan Stanley aus den USA. Diese Firmen haben Werner Wenning zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Bayer AG bestimmt, wo er auf ihre Anweisung hin die Leitplanken für die Unternehmenspolitik setzt. Ob die Bayer AG für stolze 66 Milliarden Euro Monsanto übernimmt, entscheiden aber nicht der Vorstand Baumann und auch nicht der Aufsichtsrat Wenning, sondern die grossen Anteilseigner; allen voran BlackRock, die im konkreten Fall besonderes Interesse haben, da sie mit 5,6% auch grösster Einzelaktionär von Monsanto sind.

Mehrheitsentscheide – aber keine demokratischen Entscheide

Mit Demokratie, Shareholder oder auch Stakeholder Value hat dieser Prozess nichts zu tun. Vor allem wir, als Öffentlichkeit, sollten lieber gar nicht erst so tun, als hätten wir da ein Mitspracherecht. Das haben wir nämlich nicht und ob wir nun Finanzfirmen wie BlackRock, Vanguard oder State Street gut oder schlecht finden oder ob wir ihnen vertrauen oder misstrauen, spielt für diese Unternehmen überhaupt keine Rolle. Es ist noch nicht einmal bekannt, nach welchen Kriterien BlackRock und Co. Entscheidungen treffen. BlackRocks Strategien werden beispielsweise nicht von grauhaarigen Herren in gemütlichen Clubsesseln bei einer Zigarre und einem guten Glas Single Malt getroffen, sondern von einem Computer namens Aladdin. Wobei der Begriff Computer hier doch sehr verniedlichend ist; Aladdin ist ein Cluster aus 6000 Hochleistungsrechnern, der als grösste «Risikobewertungsmaschine» der Welt gilt und die Anlagen von 30'000 Portfolios, darunter 170 Pensionsfonds, mit einem Gesamtvolumen von 15 Billionen Euro verwaltet – das sind 10% der weltweiten Vermögenswerte. Oder um es anders zu sagen: Aladdin ist der Superlativ im Finanzwesen schlechthin.

Wer füttert Aladdin, wer programmiert die Algorithmen, die die Welt beherrschen? Nicht nur die besten Informatiker, Mathematiker oder Ingenieure, sondern auch und vor allem die besten Biologen, Chemiker und sogar die besten Mediziner, die jedes Jahr eine der weltberühmten Ivy-League-Universitäten verlassen, bekommen heutzutage erst mal fürstlich dotierte Angebote aus der Finanzbranche, um die Algorithmen zu perfektionieren. Wer bei BlackRock und Co. an Cowboys mit breiten Hosenträgern á la Gordon Gekko (gespielt von Michael Douglas in Wall Street) denkt, ist schief gewickelt. Die fleissigen und genialen Bienen im globalen Finanzsystem tragen Flip Flops und Shorts und haben mit Betriebswirtschaftslehre oder Jurisprudenz so viel zu tun wie BlackRock mit der Heilsarmee. Gesellschaftlich liegt das Problem der Algorithmen vor allem darin begründet, dass sie komplett intransparent sind und selbst die Politik nicht einmal ahnt, wie die Herren der Weltwirtschaft auf Regulierungen oder Gesetze reagieren werden. Klar ist, dass mittel- bis langfristig die Rendite das oberste Ziel der Algorithmen ist; aber wie Aladdin dies erreichen will, steht für uns Normalsterbliche in den Sternen.

Der Mensch hinter der Firma ist verschwunden

Ein Alfred Krupp hatte noch Kontakt zu seinen Arbeitern. Ein Hugo Stinnes hatte seinen eigenen Masterplan, um sein Stahlimperium aufzubauen. Und selbst die zeitgenössischen Clans der Schaefflers, Porsches, Piechs oder Quandts und Klattens haben wenigstens ein Gesicht und eine Telefonnummer, unter der man sie erreichen kann. Vor allem im Mittelstand sind sehr viele Unternehmerfamilien ohnehin eher an einer langfristigen Entwicklung interessiert, die sich in einem positiven gesellschaftlichen Rahmen abspielt. Die Rendite ist zwar auch wichtig, wird aber nicht als Zielwert definiert. Dass Aladdin weiss, was gut für die Gesellschaft ist und ob sein Algorithmus mit Parametern wie Glück, Umwelt, Freiheit, Gleichheit, Angst und Zukunft überhaupt etwas anfangen kann, darf getrost bezweifelt werden. Ohne pathetisch werden zu wollen: Dass die Macht über die grossen Konzerne der Welt heute von intransparenten Vermögensverwaltungen ausgeübt wird, deren Schnittstelle zum Menschen aus noch intransparenteren Algorithmen besteht, ist zutiefst verunsichernd. Und wir reden hier ja nicht «nur» über Klebstoff- und Chemikalienhersteller, sondern auch über Apple, Google, Microsoft, Facebook und Co, die allesamt in der Hand institutioneller Anleger sind. Alleine BlackRock ist bei Apple, Microsoft, Chevron, Shell, General Electrics, Nestlé und Exxon Mobil grösster Aktionär.

Wenn Besitz gleich Macht ist; wem gehört eigentlich BlackRock? Wer sich diese Frage stellt, endet schnell in einem System der Überkreuzbeteiligungen und Querverbindungen, die einen schlicht in den Wahnsinn treiben. BlackRock gehört nahezu komplett – institutionellen Investoren, darunter an oberster Stelle PNC, Barclays, Wellington, Vanguard, State Street usw. usf.. Und wem gehören diese Unternehmen? Raten sie mal. Die Antwort überrascht jetzt nicht mehr: Die hier genannten institutionellen Investoren gehören allesamt institutionellen Investoren. Wir haben es mit einem selbsttragenden und selbsterhaltenden System zu tun, in dem die Verwalter des Vermögens dem Vermögen selbst gehören.

Ab 50 Millionen sind Sie dabei

Und wer oder was ist dieses Vermögen? Ganz oben auf der Kundenliste von BlackRock stehen die Öl- und Devisenfonds von erdölproduzierenden Staaten und Staaten mit chronischen Devisenüberschüssen wie China. Gleich dahinter kommen die grossen Pensionsfonds und Versicherer. Alleine die 300 grössten Pensionsfonds der Welt verwalten rund 13 Billionen Euro – Geld, das sie ihrerseits Vermögensverwaltern wie BlackRock, Vanguard oder State Street anvertrauen und dabei die Macht, die mit dem Vermögen verbunden ist, an die Vermögensverwalter übertragen.

Jährlich fliessen weitere 3,6 Billionen Euro als Beiträge in Sach- und Lebensversicherungen. Lebensversicherungen und auch private Krankenversicherungen sowie fast alle Altersvorsorgeprodukte funktionieren nach dem Prinzip, dass die Beiträge auf den Kapitalmärkten angelegt werden und später die verzinste Rendite die Leistungen erbringt. Abgesehen davon, dass dies langfristig nicht funktionieren kann, hat diese Privatisierung der Daseinsvorsorge natürlich dazu geführt, dass die Summe der verwalteten Vermögen immer weiter stieg. Ein Produkt dieser Entwicklung ist BlackRock. Natürlich können Sie auch als Privatkunde ein Teil des BlackRock-Reichs werden. Jedoch sollten sie schon schlappe 50 Millionen Euro mitbringen – das ist die Mindestanlagesumme bei BlackRock.

... die Interessen des (anonymen) Grosskapitals

Wurden wir früher und werden wir auch heute noch von Tycoon, Oligarchen und Magnaten regiert, die aufgrund ihres Vermögens über Macht verfügten, so droht uns schon bald die Macht der Algorithmen, die sich auf Unsummen von «Vermögen» gründet, das vornehmlich aus der Privatisierung der Daseinsvorsorge und staatlichen Reserven stammt. Dann werden «die Märkte» als Sammelbegriff für die Interessen des Grosskapitals Realität; dann gibt es keinen Ansprechpartner mehr, an den man sich in Sachen Mitarbeiterinteressen, Umweltschutz oder gesellschaftlicher Verantwortung wenden kann. Denn Computer-Cluster à la Aladdin sprechen weder mit Hans Mustermann noch mit Angela Merkel. Und dieser Dystopie – sprich: diesem Horror-Szenario – kommen wir von Tag zu Tag näher und merken es noch nicht einmal, da dieses Thema interessanterweise im gesellschaftlichen Diskurs keine Rolle spielt. Dabei gäbe es sehr wohl politische Massnahmen, um die Entwicklung zu entschärfen. Probleme können aber nur bekämpft und schlussendlich vielleicht gelöst werden, wenn man sie auch wirklich zur Kenntnis nimmt.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine Interessenkollisisionen. Der Artikel von Jens Berger ist als Erstpublikation auf den NachDenkSeiten erschienen. Die Zwischenüberschriften sind von der Redaktion Infosperber gesetzt worden.

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26 Meinungen

Guter Titel. «Die jungen Herren der alten Erde» lautete 1962 ein Buchtitel des ehemaligen exiljüdischen Autors und nachmaligen kalten Kriegers William S. Schlamm. Der Rest obigen Textes mutet im Zusammenhang mit dem Begriff «demokratisch» reichhaltig ideologisch an, wohl nur für Gleichgesinnte geniessbar. Derlei Auffassungen von Demokratie fand der Luzerner Kritiker des Kapitalisten Escher, Philipp von Segesser, als Ausdruck eines absolutistischen und eher totalitären Demokratiebegriffs, so wie er generell den jakobinischen Demokratiebegriff sowie willkürliches Abstimmen über alles und jedes in Frage stellte, auch einen ultrademokratischen Populismus. «An sich haben die Begriffe Demokratie und Sozialismus keine innere Verbindung, denn die Umkehrung der gesellschaftlichen Ordnung kann nur durch Vergewaltigung geschehen und durch Gewalt behauptet werden. Die Begriffe von Eigentum, Ehe, Familie, Vaterland sind vorstaatliche, dem gesitteten Menschen immanente...» Die Beseitigung dieser Strukturen bedinge Staats-Omnipotenz und autoritäre Demokratie, welche mittels Bevormundung des Bürgers durch elitär-repräsentative Demokratie funktioniere, «kraft dieser Omnipotenz können daher auch die sozialistischen Ideen mittels der Staatsgewalt realisiert werden». Dabei konnte Segesser, Föderalist und als Rechtsphilosoph Anwalt des gewachsenen Bürgerrechts in den schweizerischen Kleinstaaten, sich Ausartungen der globalisierungsüchtigen kapitalistischen Demokratie durchaus schon vorstellen.
Pirmin Meier, am 06. Dezember 2017 um 12:31 Uhr
Danke für diesen sehr zutreffenden und realistischen Artikel.

"Und dieser Dystopie – sprich: diesem Horror-Szenario – kommen wir von Tag zu Tag näher und merken es noch nicht einmal, da dieses Thema interessanterweise im gesellschaftlichen Diskurs keine Rolle spielt."

Oh doch, das spielt schon eine Rolle, nur wollen die Angesprochenen oder Zuhörenden diese Wahrheiten nicht hören. Da stosst man rundum auf den stillschweigenden Spruch: Recht hast Du, aber schweigen sollst Du! Nichts tut so weh wie die Wahrheit. Die Welt kann doch nicht so hinterhältig intrigant und böse sein wie sie sich ein paar Verschwörungstheoretiker ausdenken!!!

Und nun??? Nach diesem Artikel kann man sich doch gleich ausmalen, wem die Schweiz, wem Deutschland, wem Frankreich, wem Britannien usw. usw. usw. gehört, Wer die Politik und Wirtschaft dieser westeuropäischen Länder lenkt und manipuliert, das sind nicht die eigenen wichtigtuerischen Polit-Angestellten. Nein, dafür haben die Hintermänner in den Investmentgesellschaften längst gesorgt, sie bestimmen, was läuft. Und wir glauben, weil wir hin und wieder wählen, seien wir in einer Demokratie. Wenn bei einer Konzern-GV die Aktionäre zu einem Thema - oder mehreren - wählen, dann sind das Alibi-Wahlen, egal was die Kleinaktionäre meinen, hintenherum ist von den Anteilseignern, den Grossaktionären - sprich Investment-Gesellschaften - bereits alles entschieden.

So sind wir von den angloamerikanischen Kräften schon lange eingesackt worden.
Elisabeth Krail, am 06. Dezember 2017 um 14:27 Uhr
@ Jens Berger, Pirmin Meier, Elisabeth Krail
Danke dem Autor und den Kommentatoren für die ausgezeichneten Beiträge. Zur Sachlage habe ich nichts beizufügen. Zur Frage «was nun» nur eine Anregung:
Vor wenigen Tagen hat Bilanz die Liste der hundert reichsten Schweizer publiziert. Mindestens einige davon fühlen sich bestimmt als Schweizer, redliche Staatsbürger und Demokraten und sogar verdienstvolle Biedermänner.
Könnte man abklären, wo diese Schweizer ihr Vermögen ab 50 Millionen platziert haben? Gehören sie auch zu den «Neuen Herren der Weltwirtschaft"?
Walter Schenk, am 06. Dezember 2017 um 17:31 Uhr
Die Doppelmoral des Liberalismus..

Wenn Gelschöpfung OHNE Wertschöpfung bis anhin für die Finanzspekulation der Insider auf Kosten der Outsider diente, ist die Zeit reif für eine Inversion. Nämlich für die Altersvorsorge der Outsider, was wieder zur Geldschöpfung MIT Wertschöpfung führt..
Mantra mässig wiederholen die Liberalen folgendes Gebet: «Aus nichts kommt nichts». Mit anderen Worten um die Altersrenten zu finanzieren müssen zuerst Realwerte geschaffen werden. - Dass aber die Finanzwirtschaft im Vergleich zur Realwirtschaft, durch Geldschöpfung ohne Wertschöpfung, ein 300 Fach grösseres Volumen generiert, wird entweder verschwiegen, oder beruht auf Ignoranz der Fakten..
Heinrich O. Matthias, am 06. Dezember 2017 um 18:03 Uhr
puh! da wird einem noch mulmiger als bisher...
Domenica Ott, am 06. Dezember 2017 um 18:05 Uhr
Man muss ja nur Geschichte und das Firmenrecht kennen. Nach der Köpfung der Monarchen haben die damals verschont Gebliebenen samt den Emporkömmlingen sich gesagt, warum sollen wir mit Pomp auf Königssesseln thronen und uns so als lebendige Zielscheiben präsentieren. Machen wir uns doch unsichtbar! Mit den sociétés anonymes (SA, AG etc.), in welchen sie sich alsbald organisiert haben, haben sie sich die perfekte Tarnkappe übergestülpt. Der Trick einer AG besteht darin, dass sie sich in Papieren – Aktien – „verkörpert“ und die Besitzer anonym bleiben. Zwei Fliegen auf einen Schlag: Die Anonymlinge können Aktienerhöhungen anbieten und so ihre Vermögen auf einen Chlapf um bis zu 99,9% verdoppeln. Mit seinen 51,1% Anteil bleibt der Boss Alleinherrscher. Wenn in den Aktionärsversammlungen die Minderheiten wie räudige Hunde zu bellen pflegen, kann er sich unsichtbar irgendwo gemütlich zurück lehnen: Seine Repräsentanten wissen, wie sie zu stimmen haben. Dass das Finanzgeflecht, deren Spitze die Bankiers halten, weil sie ja alles Hart- und Buchgeld zu 100% besitzen und zu 100% Gläubiger aller Kredite bleiben, unentwirrbar geworden ist, hat mit nichts anderem als der Perfektionierung der Anonymität nach den Revolutionen zu tun. Die Lösung ist einfach: Auf einen Chlapf alles Geld abschaffen und jeder BürgerIn – auch den grauen Mäusen – Bonuspunkte gutschreiben, welche zu erarbeiten sind. Dann werden sie aus den Löchern kriechen müssen - http://edmund.ch/more/1/ceterum-censeo.pdf
RA Edmund Schönenberger, am 06. Dezember 2017 um 18:42 Uhr
Immerhin sind ein Grossteil dieser «Institutionellen» Pensionskassen und seit ein paar Jahrzehnten auch die «Staatsfonds».

Diese Gelder wurden noch nie besonders «demokratisch» verwaltet, was zur Einschaltung von mehr oder weniger «marktneutralen» Algorithmen geführt hat.

Dass irgendwer diese Fonds verwalten muss liegt auf der Hand. Die Machtkonzentration und die potentiell antidemokratische Entscheidfindung liegt aber in der Natur dieser Fonds.

Hier gibt es noch einiges an Bewusstseinsfindung zu machen. «Ethos» ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Staatsfonds und Geldschöpfungspolitik wie diejenige der EZB hebeln aber auch diese Bemühungen weitgehend aus. Da wird es auch verständlich, dass die SNB «in unserem Namen» in ethisch nicht akzeptable Industrien investiert, ohne dass ein Hauch von demokratischer Kontrolle zu erwarten ist. Zu den Pensionskassen haben «Normalbürger» in der Regel auch nichts zu sagen. Dies wurde aber von den politisch verabtwortlichen klar so gewollt.

Es ist Zeit, diese systemischen Fehler öffentlich zu diskutieren.
Josef Hunkeler, am 06. Dezember 2017 um 19:27 Uhr
Vor 4 Jahren habe ich schon über diese Problematik geschrieben:

https://insideparadeplatz.ch/2013/11/27/etf-lockvogelprodukte-um-macht-auszuueben/
Alain Lauber, am 07. Dezember 2017 um 10:12 Uhr
#Alain Lauber, ja, das war Ihre Frage vor vier Jahren:
"Verschwörungstheorie? Schwarzmalerei? Möglich.... Wer kontrolliert die Macht der Fondsmanager über diese Stimmrechte, und wie könnte man sie einschränken?"

Heute müssen wir diese Frage neu aufrollen. Verschwörungstheorie, sehr unwahrscheinlich! Die Analyse von Jens Berger ist vermutlich Fakt und ein Fanal.

Der Titel sollte heissen: «Die neuen Herren der Weltherrschaft». Eine ganz kleine mächtige Minderheit, getrieben von Gier, strebt die Weltherrschaft an, nicht weniger. Ohne jede höhere Einsicht, auf Gedeih und Verderb. Gefangen in einem todkranken System.

Vorwürfe an wen? Nicht nur die Manager der Grosskonzerne, auch die Angestellten der Finanzindustrie, handeln auf einer sehr primitiven Stufe menschlicher Evolution. Ihr Tun ist für sie Religion. Das ist der Grund, warum man sie in die Schranken weisen muss. Durch Macht-Begrenzung.
Alles legal, was nach den «Paradise Papers» geschieht. Aber keine Antwort auf die Frage, warum dies alles legal ist. Von uns Gutgläubigen unbemerkt, aber legal zur Weltherrschaft, dann die Sintflut?
Walter Schenk, am 07. Dezember 2017 um 13:42 Uhr
Der Weg aus diesem Finanz-Wahnsinn scheint mir passiver Widerstand und Mut zur Tat zu sein:
Jeder Bürger könnte sein Geld in bar abheben und damit den Lohn für seine Arbeit dem System entziehen. Solange Fiat-Geld noch einen Wert hat, so viele Schulden wie möglich zurück zahlen. Die Altersvorsorge ist zukünftig besser aufgehoben mit physischen Edelmetallen, Ackerland und Beteiligungen an lokalen Firmen/Gewerbe. Fiat-Geld ist absturzgefährdet. Alle Firmen, die noch handlungsfähig sind, könnten sich von der Börse verabschieden, damit Aladdin sich nicht mehr bei ihnen einkaufen kann und für Kredite könnte ein alternatives, lokaleres System geschaffen werden.
Es ist wie die Geschichte der Schneeflocke: Wenn das eine kritische Masse Menschen täte, würde das System zusammenbrechen. Diesen Weg zu gehen, versuchen einige Bitcoin-Investoren...mir ist das Risiko zu hoch.
Hilfe vom Staat zu erhoffen, ist aktuell illusorisch, da dieses System nur funktioniert, weil Grosskapital, Staat und Medien zur Profitmaximierung zusammenarbeiten.
In der Schweiz haben wir noch eine kleine Chance auf Besserung 2018: Stimmen Sie JA zu Vollgeld. Da kriegt Aladdin Bauchweh. Und in einem 2. Schritt JA zu einer staatlichen Nationalbank. Dann hätte Aladdin schon Bauchkrämpfe. Dann hätte Demokratie vielleicht noch eine kleine Chance gegen das Grosskapital und seine Diktatur des Kapitals.
Oder tanzen Sie im Konsumrausch auf dem Kriegsschiff einfach weiter zur Musik von Aladdin & the Red-Hot-Chili-Bankstern..
Paul Steinmann, am 07. Dezember 2017 um 22:21 Uhr
@Vollgeld hat wohl keine Chance, weil weniger als 2% der Bevölkerung sich diese Sache erklären können, schade, kann man mit der Abzockerinitiative, deren Wirkung bescheiden blieb, wiewohl nicht nutzlos, wirklich nicht vergleichen. Auch bleibt vor der bekannten Vorstellung zu warnen, bevor das internationale Geldsystem nicht umgestellt würde, seien Reformen auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet sinnlos, weil so alle auch kleinen Verbesserungen auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden. Im übrigen bin ich der Meinung, dass diese in Einzelheiten zwar interessante und durchaus im Vergleich zu herkömmlichen Blogforen niveauvolle Debatte trotz allem noch zu stark vom Feindbildbewusstsein lebt. Die Welt wird dann besser, wenn zuerst mal der Feind runtergekriegt wäre...
Pirmin Meier, am 08. Dezember 2017 um 09:57 Uhr
Das kann ich wohl nur sekundieren. Utopien können ferne Zielgrössen darstellen, sollten aber nicht dazu benutzt werden, konkrete Reformschritte zu verhindern. Basel III hat immerhin etwas gebracht und selbst die Abzockerinitiative hat das Bewusstsein in dieser Frage geschärft, so dass weitere konkrete Schritte möglich werden sollten.
Josef Hunkeler, am 08. Dezember 2017 um 10:28 Uhr
Wie einige Kommentare hier zeigen, wäre es im Zusammenhang auch wichtig die Geldschöpfung und das Geldsystem versuchen zu verstehen.
Vieles ist nämlich anders, als die breite Masse und auch eine Vielzahl von Ökonomen denken.

«Es hat sich für Ökonomen als äusserst schwierig herausgestellt, zu erkennen, dass Bankkredite und Investitionen der Banken Geld schaffen.»
Joseph Alois Schumpeter

Die Aargauer Kantonalbank erklärt mit Prof. Dr. Mathias Binswanger die Geldschöpfung:

https://www.akb.ch/documents/30573/89695/wie-banken-geld-schaffen.pdf/49d9b11c-eeb9-5a15-e5cd-bb7d5558bcd6?version=1.1
Edgar Huber, am 13. Dezember 2017 um 18:28 Uhr
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit forderte die Französische Revolution - heute würde dies die Annahme der Vollgeld-Initiative umsetzen! Und erst noch friedlich und demokratisch.
Das Zitat von Henry Ford «Würden die Menschen unser Geldsystem verstehen, dann hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.» zeigt, dass es den Banken bisher gelungen ist, die wirkliche Dimension unseres Geldsystems erfolgreich zu verschleiern.
Dabei ist es ganz einfach. Unser Geldsystem ist ein Schuld-System und die meisten von uns sind Sklaven des Konsums und der Schulden. Vollgeld hat die Kraft, uns daraus zu befreien!
Paul Steinmann, am 14. Dezember 2017 um 07:51 Uhr
Wenn wir bloss das Vollgeldsystem verstehen könnten.

Hier gibt es Argumentarien, die meines Erachtens v.a. semantische Qualitäten aufweisen. Auch Herr Biswangers «richtige» oder «falsche» Auslegung der Geldschöpfungsgeschichte gehört in diese Kategorie. Es ist m.E. nichts anderes als eine neue Version der Huhn-Ei Geschichte, wobei zu bemerken ist, dass das erste Ei wohl nicht ganz aus dem Nichts geschaffen wurde (ex-nihilo).

Es ist wohl den meisten klar, dass die Dynamik der Geldschöpfung eher von den Kreditgebern ausgeht als vom Sparer. Aber die von Zentralbanken «ex-nihilo» geschaffenen Geldmengen, bzw. theoretischen Ansprüchen auf Waren und Dienstleistungen anderer hat in den letzten Jahren doch alles überboten, was es je gab.

Der Falschmünzer «Farinet» hat sicher auch die Wirtschaft angekurbelt aber diese kaum der Überhitzungsgefahr ausgesetzt.

Kommerzbanken haben zweifellos etwas von dieser Falschmünzercharakteristik. Aber ihr «Seignorage» Profit wird in den meisten Fällen mit günstigeren Bankendienstleistungen an die Gesellschaft verteilt. Bei den EZB-"Krediten» der letzten Jahre kann nicht einmal das als gesichert gelten.

Die Welt ist nicht immer was sie scheint. Die Geldschöpfung durch Kommerzbanken ist weder schlimmer noch besser als die Geldschöpfung durch demokratisch kaum legitimierte Zentralbanken.

Über die Gelschöpfung durch die Zahlungsbilanzüberschüsse ganz zu schweigen. Dieses Geld wurde im Ausland gedruckt.
Josef Hunkeler, am 14. Dezember 2017 um 10:22 Uhr
Dieses Schuldsystem, dessen bedenkenloses Schulden-Machen auf die Gemeinschaften überwälzt wird, während die Kreditgeber Sachwerte einziehen oder erbauen in Form von Immobilien, Ressourcen usw., das wird erst richtig begriffen, wenn die Menschen dafür blechen müssen in Form bspw. von steigenden Steuern und Preisen.

Wo man hinschaut, wird gebaut und erneuert - mit dem seitens der Zentralbanken billigen auf den Markt geworfenen Geldern. Wenn die Zinsen nur schon wenig ansteigen, dann sind nicht nur eine grosse Menge Privater am Anschlag, sondern auch die Kommunen, weil sie durch die hohen Schulden nicht mehr in der Lage sind, ohne weiteres ihre Zinsdienste zu bedienen. Folge: Die Steuern steigen. Das Geschrei dazu höre ich heute schon! Dann bricht Chaos aus.
Elisabeth Krail, am 14. Dezember 2017 um 11:38 Uhr
@ Hunkeler: Sie müssen streng unterscheiden zwischen Zentralbanken (von der Vollgeld-Initiative betreffend Geldschöpfung primär nicht betroffen) und den Privatbanken, welche die eigene Geldschöpfung verlieren bei Annahme. Vollgeld ist ein erster, wichtiger, und nur in der CH möglicher Schritt dieser Geldsystem-Evolution. Sekundär müsste auch die SNB bestmöglich in unsere direkte Demokratie eingebunden werden.
Weil es sonst, wie Frau Krail richtig sagt, früher oder später bei uns Zustände gibt wie in Venezuela.
Das unverantwortliche, gefährliche System ist leider das aktuelle Geldsystem, welches auf Kosten zukünftiger Generationen und vor allem auch auf Kosten unserer Umwelt Raubbau an Mensch & Umwelt betreibt. Getrieben von Gier und Spekulation wird es uns ohne Korrektur durch Vollgeld und eine letztlich staatliche SNB Chaos und Kriege bescheren.
Doch es gibt auch Hoffnung: Die australische Zentralbank diskutiert die Herausgabe digitaler eAUD = Vollgeld, so wie 25 weitere Staaten.
Aber nur wir Schweizer könnten 2018 beweisen, dass wir die Innovations-Weltmeister sind, dass wir die Risiken des aktuellen Geldsystems verstanden haben und Vollgeld ganz bewusst einführen. Ich sehe kein Risiko dabei. Nur Chancen. Der Banken-Argumentation muss misstraut werden, weil sie die Haupt-Profiteure im aktuellen Geldsystem sind.
Paul Steinmann, am 14. Dezember 2017 um 12:15 Uhr
@Frau Krail & andere
danke für all die treffenden Analysen. Der Trost liegt darin, dass es auch Handlungsvorschläge für den Ausweg aus dem Schlamassel gibt. Hier ist einer!

Link-Tipp: Audio «Fragen an den Autor vom 30.04.2017 - Marc Friedrich, Matthias Weik: Sonst knallts» | ARD Mediathek http://www.ardmediathek.de/radio/Fragen-an-den-Autor/Fragen-an-den-Autor-vom-30-04-2017-Mar/SR-2-KulturRadio/Audio-Podcast?bcastId=1122&documentId=45874244
Walter Schenk, am 14. Dezember 2017 um 13:21 Uhr
@ Walter Schenk

Danke für Ihren Link, der sich über das bedingungslose Einkommen und ein grundsätzliches Umdenken in der Wirtschaft auslässt.

Offen gestanden halte ich gar nichts von einem bedingungslosen Einkommen. Geld verdienen, ohne dafür arbeiten zu müssen, das machen uns ja gerade nur zu oft – nicht alle, wohlbemerkt – aber erstaunlich viele Angestellte, sprich Lohnabhängige, in den oberen Chargen vor. Sie behaupten, ihre Millionen-Boni und ihre Millionen-Löhne sind wohl verdient. Dass ich nicht lache, man kann gar nicht so gut arbeiten, dass derartige Beträge als Lohnleistung nur irgendwie gerechtfertigt wären. Das Gros ihrer Einkünfte ist in meinen Augen gestohlenes Geld, für das sie keinen Finger gerührt haben. Dort wäre eine massgebliche Korrektur für die Volkswirtschaft schon mal ein enormer Gewinn.

Und jetzt soll dieses gleiche Prinzip auf die unteren Chargen und die Arbeitslosen und die Asylanten und die Migranten und deren Familiennachzug ausgedehnt werden. Was glauben Sie, wer das finanzieren soll???

Das ist in meinen Augen keine Lösung unseres Finanz-Betrugssystems, bei dem die Länder und ihre Bevölkerungen über das Schulden-machen schamlos ausgeplündert werden. Das bedingungslose Einkommen ist nur eine billige Ablenkungsmasche von unseren täglichen tatsächlichen Fehlentwicklungen, die dringendst Korrektur benötigen.
Elisabeth Krail, am 14. Dezember 2017 um 15:45 Uhr
@ Walter Schenk

Auch wird ständig wiederholend auf den Zinsen für eine Kreditnahme herumgetrampelt. „Geld soll nicht zum Erzielen von Zinsen für Privatpersonen verliehen werden, denn Zinsen sind leistungsloses Einkommen, sprich eine Umverteilung von Gütern ohne moralische Legitimität."

Das sehe ich anders. Wenn ich Geld ausleihe auf bestimmte Zeit, gehe ich ein Risiko ein, dass ich dieses nicht zurück erhalte. Dass für ein solches Risiko (Leistung) ein gewisser kleiner Prozentsatz eingenommen wird, finde ich normal. Immerhin kann der Kreditnehmer dieses Geld in der Zwischenzeit bis zur Fälligkeit gewinnbringend und wertschöpfend einsetzen.

Dafür sind Banken auch besonders sinnvoll. So kann ein vielversprechendes Geschäftsmodell zu einer geschäftlichen Entwicklung führen, die künftigen Arbeitnehmern ein erkleckliches Auskommen ermöglicht und einer Gemeinde einträgliche Steuern einbringt. Ausserdem wird so der Tüchtige animiert, durch seine Überlegungen und seine Fantasie Arbeitsplätze zu generieren.

Ein solcher Zins-Prozentsatz dürfte nur in einer gewissen Spannbreite erhoben werden. Was darüber hinausgeht, ist Wucherzins und müsste strafbar sein, wofür ordentliche Bussen verhängt werden sollten. An solchen Sündern könnte auch der Staat noch etwas verdienen. Von der Steuerflucht ganz zu schweigen. Das Geld muss dort versteuert werden, wo es verdient wird. Dann hätten viele Staaten zugunsten ihrer Bevölkerungen finanzkräftigere Möglichkeiten. usw. usw. usw.
Elisabeth Krail, am 14. Dezember 2017 um 15:56 Uhr
Die AG als geschäftliches Firmenmodell muss abgeschafft werden. Sie dient allein den internationalen Heuschrecken als Frass.

Es ist nicht grundsätzlich das System marode, sondern kleine nationale und internationale Gruppen machtbeanspruchender, von Gier besessener Menschen sowie deren überall nach Rendite sabbernden Handlanger. Sie nützen unser Geld-System schamlos über jegliche Gebühr aus und stürzen dabei tüchtige Menschen hinterhältig ins Elend, während ihnen vom Establishment noch der Hof gemacht wird.

Unser Polit-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem orientiert sich nicht an einem Rechtssystem, geschweige denn an einer Ethik, sondern am Spiel, das vorhandene Recht zugunsten des eigenen Gewinns und Machtanspruchs zu umgehen oder auszuschalten. Der freche unverschämte Gangster ist der Gewinner, Frauen keineswegs ausgenommen. Eine strafrechtliche Verfolgung bleibt in den meisten Fällen aus, die wenigen Ausnahmen scheinen eher bewusste Bauernopfer zu sein und gelten als Beruhigungspille für die Öffentlichkeit.

Die profitierenden Oberschichten wollen die wirklichen Fehlentwicklungen gar nicht beheben. Denn dann würden sie merklich weniger Einnahmen generieren und müssten Macht abgeben. Bleibt die Frage: In was für ein zerstörerisches Desaster müssen wir alle hineingeraten, dass endlich alle erkennen, dass wir uns derart nur gegenseitig zerstören??? Die Lösungen liegen auf dem Tisch, aber die Machtgruppen wollen nichts davon sehen und hören, DAS ist das Drama.
Elisabeth Krail, am 14. Dezember 2017 um 16:09 Uhr
@ Elisabeth Krail
ich bezweifle, dass Sie die Vorschläge von Götz Werner, Mathias Weik, Marc Friedrich genau hinterfragt haben. Sie sagen nämlich glaubwürdig, wie das BGE finanziert werden kann.
Wenn alle weiterhin von Arbeit leben sollen, braucht es «Vollbeschäftigung durch Wachstum», von dem alle Politiker immer reden. Wohlan, dann produzieren wir auf Teufel komm raus immer mehr überflüssiges Zeug und plündern den Planeten bis zum Untergang. Die Roboter produzieren dann billiger und die Menschen stehen arbeitslos auf der Strasse. Dann wird es eben «knallen», wie die Autoren befürchten.
Recht haben Sie: die Reichen sind nicht dank eigener Arbeit reich, aber durch die Arbeit anderer, die um ihre Existenz kämpfen müssen. Beispiel? Lassen Sie sich informieren, wie die Zimtproduzenten in Madagaskar für den Zimt in den Weihnachtssternen durch Multis entlohnt werden. Ich kann mir leicht andere und gescheitere Wirtschaftssysteme vorstellen. Aber da sind wenige sehr mächtige dagegen. Das Problem, das wir lösen müssen, hoffentlich mit Knall ohne Blutvergiessen.
Walter Schenk, am 14. Dezember 2017 um 16:12 Uhr
@Elisabeth Krail
"Wenn ich Geld ausleihe auf bestimmte Zeit, gehe ich ein Risiko ein, dass ich dieses nicht zurück erhalte."

Das ist eben ein weit verbreiteter Irrtum, die Banken würden bei einem Kredit Geld verleihen. Sie schöpfen das Buchgeld bei jedem Kredit selbst neu. Sie brauchen lediglich die Mindestreserven für Barauszahlungen und den bankübergreifenden Zahlungsverkehr, da nur Bargeld und das in der Nationalbank hinterlegte Buchgeld gesetzliches Zahlungsmittel ist. Der grösste Teil der Zahlungen findet heute aber elektronisch statt und findet durch Umbuchung statt.
Edgar Huber, am 15. Dezember 2017 um 20:50 Uhr
@ Edgar Huber

Da gibt es mindestens zwei Realitäten. Für den Kunden ist es ausgeliehenes Bargeld, mit dem er/sie auf dem Markt operieren kann. Das Geld, der Kredit, kann auch cash vom Konto abgehoben werden (Kontokorrent-Konto), es können Rechnungen damit beglichen werden, Anlagesachwerte oder auch Anlagepapiere damit eingekauft werden usw. Der Kunde geht mit dem Kredit um, als wäre er cash auf seinem Konto. Vielleicht ist das genau das Gefährliche am Kredit, man vergisst gerne, dass man ihn - Schuldgeld - zu abgemachter Frist zurückzahlen muss. Die Bank vergisst das nicht. Geschäft ist Geschäft, beide Seiten haben dazu die Unterschrift gegeben.

Für die Bank ist der Kredit - Schuldgeld, sprich Buchungsgeld, für das sie Zinsen erhält - gegenwärtig krankhaft wenig. Dem Kunden ist doch völlig egal, ob die Bank dieses Geld tatsächlich hat oder nicht und wieviel Schulden sie hat und ob sie gem. Reserven dieses Geld eigentlich gar nicht hat. Es ist dem Kunden völlig schnurz, ob die Bank in Wett-Projekten steckt, von denen sie weiss, dass sie lange nicht alle Wetten gewinnen kann usw. Was juckt den Kunden, dass die Schulden der Bank stetig grösser werden, was mit einer aufgeblähten Bilanzsumme gespiegelt wird - auch die Nationalbank notabene. Hauptsache der Kredit wird gesprochen. Solange die Banken herumposaunen, sie seien die bestkapitalisierten Banken, kann doch nichts Schlimmes passieren. Bankaufsicht? Ja dieses Schlaftier gibt es auch noch.

Ein irres Spiel!!!
Elisabeth Krail, am 16. Dezember 2017 um 06:37 Uhr
@Walter Schenk

"Wohlan, dann produzieren wir auf Teufel komm raus immer mehr überflüssiges Zeug und plündern den Planeten bis zum Untergang"

Genau so kann es kommen, nur ja nicht mal das Vorgehen hinterfragen und ändern. Man tut so, wie wenn der Status Quo unverrückbar wäre, dabei muss der Mensch sich nur an die Naturgesetze halten, diese sind als einzige nicht änderbar.
Und man tut so, wie wenn leistungsloses Einkommen sich nach der Ausgabe in Luft, ins Nirwana auflösen würde, dabei fliesst es ja wie alles andere Geld (wenn es nicht gehortet wird) in den Wirtschaftskreislauf zurück. Zinsen, Dividenden und Gewinne sind letztendlich auch leistungsloses Einkommen. Wenn mit Automatisierung 1/2 Million gemacht wird im Monat und davon nur Fr.12000 Lohn (sozialabgabenpflichtig) erzeugt wird dürfen wir uns nicht wundern, wenn in der AHV einmal zu wenig Geld ist.
Stattdessen thematisiert man Schulden als Hauptproblem, aber nur wenn das Geld in die Realwirtschaft und das Sozialsystem fliesst, wenn Milliarden in den Geldspielmarkt (Kapitalmarkt) fliessen schreit niemand Mordio und Zeter, ist doch sonderbar?
Edgar Huber, am 16. Dezember 2017 um 09:37 Uhr
@ E. Huber
"Das ist eben ein weit verbreiteter Irrtum, die Banken würden bei einem Kredit Geld verleihen.“ Die Geschäftsbanken, im Gegensatz zu Nichtbanken, schöpfen das Buchgeld (Zahlen in den Bankbuchhaltungen = kein gesetzliches Zahlungsmittel) mittels Krediten und Investitionen selbst. Die daraus entstehenden Guthaben, nicht Einlagen, werden beim bankübergreifenden Zahlungsverkehr mit dem von der Zentralbank und GB, mittels Geld- und Offenmarktoperationen geschöpften Buchgeld (Gesetzliche Reserven /Liquidität auf Bankgirokonten = gesetzliche Zahlungsmittel) umgebucht. Das von den GB geschöpfte Buchgeld kann ursächlich nicht auf das Bankgirokonto bei der Zentralbank übertragen werden, weil keine Liquidität aus diesem Buchungsvorgang entsteht. Die Banken sind Kunden der Zentralbank und das von der Zentralbank geschöpfte Buchgeld (Liquidität von Gesetzes wegen) verlässt das Bankhaus nie (Inzucht)!
Die Zinsen haben den gleichen Effekt, wie Gewinne oder Ersparnisse, sie müssen meistens mit einer Geldmengenerhöhung (höhere Privat- oder Staatsverschuldung) generiert werden. Mehr Guthaben setzt mehr Schulden voraus. Was ist zuerst da, das Leben, dann die Geburt und dann die Zeugung, wie es manche Ökonomen, Regierende und Medien als Geldsystem - Scheinwissen lehren, oder ist es doch eher so, wie es die Zentralbanken (siehe deren Homepage) klar dokumentieren, umgekehrt, was eine völlig andere, jedoch klare Sicht auf die Systeme (Steuern und Soziales) ergibt.
Paolo Ermotti, am 16. Dezember 2017 um 18:36 Uhr

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