Hans Rudolf Herren setzt sich für einen Kurswechsel in der globalen Landwirtschaft ein © thegreenplate/YouTube

Hans Rudolf Herren setzt sich für einen Kurswechsel in der globalen Landwirtschaft ein

«Bio-Lebensmittel sollten die Norm sein»

Romano Paganini / 18. Sep 2018 - ETH-Agronom Hans Rudolf Herren sieht die hochsubventionierte industrielle Landwirtschaft als «Sackgasse» und fordert ein Umdenken.

Insektenforscher, Weinbauer, Buchautor, Gründer der Stiftung Biovision, Mitglied des Club of Rome sowie Gewinner unzähliger Umwelt- und Landwirtschaftspreise: Hans Rudolf Herren, geboren und aufgewachsen im Kanton Wallis, hat sein Leben lang zu Ernährung und Umwelt geforscht – zuerst an der ETH Zürich, später jahrzehntelang in Afrika. Heute lebt der 70-Jährige auf einem kleinen Bauernhof im Capay-Valley, etwas ausserhalb von Sacramento/Kalifornien und kümmert sich dort um einen Rebberg sowie Zitrus-, Aprikosen-, Pfirsich-, Apfel-, Birnen- und Feigenbäume. Alles Bio. Um die Wiesen zu mähen, mietet er eine Schafherde vom Nachbarn, und gönnt sich dann gelegentlich auch ein Stück Schaffleisch. «Allerdings versuche ich nur noch so viel Fleisch zu essen, wie mein eigenes Land produzieren könnte», sagt der dreifache Vater.

Herren ist ausserdem Präsident des Millennium-Instituts in Washington. Dieses berät Regierungen und erarbeitet Strategien, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO umzusetzen. Diese sind vor knapp zwei Jahren in Kraft getreten und sollen bis 2030 umgesetzt sein.

Romano Paganini: Hans Rudolf Herren, Ihr Institut berät weltweit Regierungen bei Fragen zur nachhaltigen Entwicklung. Was raten Sie kleinen Ländern mit wenig Anbauflächen wie der Schweiz, wenn es um Ernährungssouveränität geht?

Hans Rudolf Herren: Ob klein oder gross ist nicht so wichtig, entscheidend ist die Bevölkerungsdichte und der Zugang zu Anbauflächen. Dicht bevölkerten Ländern wie der Schweiz empfehle ich eine Auslegeordnung zu machen, um zu sehen: Was können wir selbst produzieren? Weltweit gibt es im Moment für jeden Menschen rund 2000 Quadratmeter Land. Das ist mehr als genug, um die Menschheit ernähren zu können.

Selbst wenn alle fünfzig Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr essen wie in der Schweiz?

Natürlich hängen die 2000 Quadratmeter mit der Diät zusammen. Und Fleischesser brauchen auf Grund des Getreideanbaus für Tierfutter oder Weideflächen fürs Vieh automatisch viel mehr Platz. Damit möchte ich jetzt aber nicht sagen, dass wir alle Veganer oder Vegetarier werden sollen.

Sondern?

Wir können einfach weniger Fleisch essen. Unsere aktuelle Ernährung ist ohnehin zu proteinhaltig. Wichtig scheint mir, dass wir den Rindfleischkonsum reduzieren. Rinder brauchen viel Boden, Getreide und Wasser. Das sieht man im Mittelland. Dort verfügen wir eigentlich über gute Erde, etwa für den Gemüse-, Früchte-, Getreide- oder Kartoffelanbau, produzieren aber vorwiegend Mais, um ihn dann an die Kühe zu verfüttern. Dabei gibt es genügend Grasland für die Produktion von Qualitätsfleisch, auch in der Schweiz. Doch im Moment hängen wir von den Futtermittel-Importen aus Übersee ab. Dieses Futter wird heute auf der gleichen Anzahl Quadratkilometer angebaut, wie der Futtermittelanbau innerhalb der Schweiz.

Da sind die 2000 Quadratmeter Land pro Kopf bald aufgebraucht.

Wir sind bezüglich Fleischproduktion tatsächlich an einem Limit angelangt. Deshalb ist es wichtig, eine Auslegeordnung zu machen, den Ist-Zustand zu analysieren und zu erkennen, welche Lebensmittel wir nachhaltig lokal anbauen können – so wie es die Initiative verlangt.

Welche sähen Sie?

Grundnahrungsmittel wie ein Teil der Getreidearten für unser Brot, Milch für den Käse oder Knollengewächse und Zuckerrüben produzieren wir bereits selbst. Mengenmässig lässt sich der Bedarf in der Schweiz zwar nicht ganz abdecken, wir kämen vielleicht auf siebzig bis fünfundsiebzig Prozent. Doch dank der Böden und des Klimas können wir enorm vielfältig anbauen. Natürlich gibt es ausserhalb der Saison dann gewisses Gemüse nicht, aber wir können ja auf bewährte Methoden zurückgreifen und Chabis, Sauerkohl oder Kohlrabi einmachen und mehr Treibhäuser bauen. Früher, als es noch keine Lebensmittelimporte aus Spanien, Chile, Südafrika oder Asien gab, haben wir das auch so gemacht.

Womit wir beim Kern der Initiative der Ernährungssouveränität sind. Technisch lässt sich diese umsetzen. Doch ist die Gesellschaft in der Schweiz bereit für diesen Schritt?

Wenn ich sehe, was mit der Vollgeld-Initiative passiert ist, bin ich mir da nicht so sicher. Das wäre nämlich mal etwas gewesen, bei dem die Schweiz mit gutem Beispiel hätte vorangehen können. Bei Ernährungsfragen sind wir allerdings am selben Punkt wie beim Finanzsystem: Wir müssen eine Lösung finden, denn so wie es im Moment läuft, kann es nicht weitergehen.

Warum?

Weil wir uns in einer Sackgasse befinden. Wir müssen uns fragen, ob wir in einem Umfeld mit gesunden Böden, Tieren und Pflanzen leben wollen oder nicht. Die Schweiz gehört europaweit zu jenen Ländern, in denen am meisten Pestizide pro Hektar ausgebracht werden. Unsere Landwirschaft ist also enorm abhängig von der Chemie. Gleichzeitig ist die Hälfte unserer Gesundsheitskosten auf schlechte Ernährung zurückzuführen. Dazu kommen die Kosten für Umwelt und Soziales – sie sind irgendwann nicht mehr tragbar.

Apropos Kosten: Die GegnerInnen der Initiative argumentieren, dass bei einer Annahme die Lebensmittelpreise steigen würden. Ein berechtigter Einwand?

Nein, denn das ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. In der Schweiz wird heute weniger als acht Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben – im Vergleich zu anderen Staaten extrem wenig. Und warum? Weil unsere Bauern hochsubventioniert sind und unsere Einkommen im internationalen Vergleich hoch sind. Der Konsument zahlt zwar wenig im Laden, doch was er nicht sieht, ist, dass diese Lebensmittel über Steuern und andere Abgaben mitfinanziert werden.

Der tatsächliche Preis der Lebensmittel ist also wesentlich höher.

Natürlich, sonst könnten die Bauern gar nicht überleben. Wie zuvor erwähnt, verursacht die billige Nahrung in der Schweiz noch ganz andere Kosten.

Worauf wollen Sie hinaus?

Mir ist wichtig, dass die Konsumenten über die Hintergünde der heutigen Lebensmittelproduktion informiert werden. Denn die billigen, industriell produzierten Produkte versauen derzeit unsere Umwelt, gefährden unsere Gesundheit, verschmutzen das Wasser und tragen zum Klimawandel bei. Während die Profite zum grossen Teil der Agrarindustrie zukommen, werden die Kosten nirgends erwähnt. Was kostet es beispielsweise eine Gemeinde, wenn sie eine Anlage für die Wasseraufbereitung unterhalten muss? Dieses Geld könnte man einsparen und den Bürgern im Gegenzug offerieren, dass sie die ersten 20‘000-30‘000 Franken ihres Einkommens nicht versteuern müssten. Davon würden in erster Linie die ärmeren Menschen profitieren, die dann etwas mehr Geld hätten, sich besser ernähren zu können. Es kann ja nicht sein, dass sich nur Reiche Bio leisten können und sich die Ärmeren weiter vergiften.

Müsste der Staat eine aktivere Rolle übernehmen und allen BewohnerInnen den Zugang zu gesunder Ernährung ermöglichen?

In erster Linie müssten die Lebensmittelimporte auf ein Minimum reduziert werden, genauso wie die Abhängigkeiten gegenüber der Industrie. Vom heutigen Produktionsmodell profitieren in erster Linie die grossen Transportunternehmer und Maschinenbauer, die Düngemittel- und Pestizidproduzenten sowie die Saatguthersteller. Dabei bräuchten wir das alles gar nicht. Qualitätsprodukte, das haben unsere Forschungen zum Bio- und Ökolandbau in Afrika schon vor Jahrzehnten gezeigt, lassen sich auf allen Kontinenten herstellen. Doch dazu brauchen die Bauern Unterstützung von den Konsumenten. Schliesslich sind sie Mitgestalter der Gesellschaft und bestimmen, was auf den Markt kommt.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Wenn die Leute keine konventionellen Kartoffeln mehr wollen, weil sie wissen, dass die dort eingesetzten Herbizide Krebs erregen, dann wird der Bauer versuchen, auf Bio umzustellen, weil er sonst seine Produkte nicht mehr verkaufen kann.

Nun, ganz so einfach wie Sie sagen, ist das ja nicht.

Klar, solange der Bauer jährlich tausende Franken für eine Biozertifizerung ausgeben muss, bleibt es schwierig. Bio ist gut, muss meiner Meinung nach aber nicht zertifiziert werden. Bio sollte die Norm sein. Ich plädiere ohnehin schon lange dafür, dass die Bauern, die Chemie einsetzen, diese erstens deklarieren und zweitens eine Abgabe dafür zahlen müssen. Dadurch würden die Preise der kontaminierten Lebensmittel automatisch steigen und die Bioproduktion bevorteilt. Heute ist es genau umgekehrt: Man bestraft das Gute und fördert das Schlechte.

Können Sie das ein bisschen präzisieren?

Der Konsument erwartet ja eigentlich, dass die Regierung sicherstellt, dass das was im Laden verkauft wird, nicht giftig ist. Doch diese Erwartung wird nicht erfüllt. Natürlich gibt es Schwellenwerte bezüglich Pestizid-Rückständen. Doch wer sagt, dass diese genügen? Schliesslich wurden sie zusammen mit der Industrie erarbeitet. Wenn ich jeden Tag zehn Kartoffeln mit einem Promille Pestizide esse, kann das nicht gesund sein. Darüber wird kaum gesprochen. Oder es wird gar verneint, dass Rückstände, die unterhalb der Grenzwerte liegen, einen negativen Effekt haben können. 

Sie würden also sagen, dass der Staat, der oft auf Druck der Agrarindustrie handelt, es in Kauf nimmt, seine BürgerInnen anzulügen?

Ja, das könnte man so sagen. In der Verfassung steht zum Beispiel, dass die Menschen ein Anrecht auf sauberes Trinkwasser haben. Aber warum finden sich dann regelmässig Pestizidrückstände darin? Statt die Produktion von kontaminierten Lebensmitteln und die dadurch entstehende Umweltverschmutzung zu besteuern, um dann Geld zu haben, diese auf ihre Giftigkeit zu untersuchen, macht man der Industrie Steuergeschenke, damit sie in der Schweiz bleibt – Eine total verkehrte Welt!

Hängt die zunehmende Industriealisierung unserer Landwirtschaft auch damit zusammen, dass wir den Bauern und ihrer Arbeit zu wenig Wertschätzung entgegenbringen?

Viele haben heute ein Problem, dass unsere Bauern von Subventionen leben. Man schaut auf sie herunter, sagt ihnen, dass sie teuer sind, die Landschaft kaputt machen und gibt ihnen so das Gefühl, das letzte Glied der Gesellschaft zu sein. Das hat inzwischen soweit geführt, dass Einzelne die Schweiz in Richtung Osteuropa verlassen haben, weil sich dort einfacher Landwirtschaft betreiben lässt. Wenn ein Strassenwischer heute mehr verdient als ein Bauer, dann suchen sich die Leute halt einen Job als Strassenwischer. Wir sollten generell mehr Leute in der Landwirtschaft beschäftigen und nicht weniger. Sonst leeren sich die Regionen immer mehr und das ganze soziale Gewebe fällt in sich zusammen.

Die Schweiz war über Jahrhunderte ein Land der Bauern. Fehlt es im Jahr 2018 an einem landwirtschaftlichen Grundverständnis?

Die Bauern werden vom Volk wenig geschätzt. Sie sind willkommen am Schwingfest, aber wenn es darum geht, sie als unsere Ernährer und damit wichtigstes Glied unserer Gesellschaft anzuerkennen, dann bleiben sie auf der Strecke. Statt sie zu subventionieren, sollte man ihnen die Möglichkeit geben, in einer gesunden Umwelt gesunde Produkte zu produzieren und sie im Gegenzug fair entlöhnen. Doch das wollen wir gar nicht! Die Bevölkerung – übrigens auch in anderen Ländern – will immer noch günstigere Lebensmittel, ohne dabei die Konsequenzen zu erkennen. Denn wenn wir die Ernährung nur noch vom Ladenpreis abhängig machen, dann brauchen wir in der Schweiz gar keine Landwirtschaft mehr und können gleich alles importieren. 

Das wäre dann das Gegenteil von dem, was die Initiative zur Ernährungssouveränität fordert.

Richtig. Aber wir sollten uns diesen Extremfall vor Augen halten und uns fragen: Wollen wir das wirklich? Vielleicht merken die Leute dann, dass sie an den Wochenenden eigentlich gerne in einer gepflegten Umgebung spazieren gehen und es schätzen, an einem Rapsfeld oder einem Kartoffelacker vorbeizukommen. Würden wir all unsere Lebensmittel importieren, gäbe es im Schweizer Mittelland bald nur noch Wälder, Städte und überwucherte Flächen. 

Überproduktion, Foodwaste und Subventionen in den Ländern des Nordens – Hunger, Unterernährung und Rodungen von Regenwäldern in den Ländern des Südens: Wenn es um Ernährung geht, hat man das Gefühl, die Welt sei aus den Fugen geraten. Fehlt es an einer ganzheitlichen Wahrnehmung der Realität, wie Sie sie vom Millenium-Institut propagieren?

Wir sind heute tatsächlich nicht mehr fähig, in grösseren Zusammenhängen zu denken. Deshalb erkennen wir auch nicht, dass Landwirtschaft direkt mit dem Klimawandel zusammenhängt und damit auch mit sozialen und gesundheitlichen Themen. Nur wenige Leute bedenken, dass ihr Handeln unerwartete Folgen haben könnte – vielleicht nicht heute oder morgen, aber in fünf, zehn oder fünfundzwanzig Jahren. Wir denken nicht weiter als an das Hier und Jetzt. Ich persönlich habe nach all den Jahren Forschung und Umsetzung festgestellt, dass Systemdenken und Wissenschaft in der Politik kaum Einfluss haben. Politiker entscheiden kurzfristig und schnell und haben vor allem eins im Sinn: die Wahlen in vier Jahren. 

Daran dürfte die Initiative zur Ernährungssouveränität auch nichts ändern.

Vielleicht nicht, aber wenn wir wieder verstärkt lokal wirtschaften – gerade wenn es um Lebensmittel geht – würde das Systemdenken innerhalb der Gesellschaft gestärkt und Verständnis für die Themen unserer Zeit geschaffen: Emissionen, Klimawandel, Gesundheit et cetera. Ausserdem würde es für mehr Demokratie sorgen.

Inwiefern?

Indem der Bürger wieder direkt neben jener Person lebt, die ihn ernährt. Da kann er viel einfacher mitentscheiden, was in seinem Umfeld passiert und was in seinen Magen kommt. Darum geht es ja bei der Ernährungssouveränität: dass wir wieder Einfluss haben, wenn es um Ernährungsfragen geht. Vielleicht musst du dann im Laden oder auf dem Hof etwas mehr bezahlen, aber dafür sinken die Steuern, du zahlst weniger Gesundheitskosten und die Bauern werden wieder als tragender Teil der Gesellschaft angesehen. Man muss den Leuten erklären, dass diese Initiative ganz direkt mit ihnen zu tun hat – nicht nur als KonsumentIn, sondern als BürgerIn.

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Dieser Beitrag ist zuerst auf mutantia.ch erschienen.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor lebt in Lateinamerika und betreibt von dort aus unter anderem die Website mutantia.ch.

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5 Meinungen

Leider ein Bisschen zu spät für mich, dieses interessante Gespräch, ich habe gestern noch ein Nein abgeschickt. Auf dieses Interview hin hätte ich meine Meinung vermutlich geändert, denn ich hatte lange Zweifel. Ärgere mich jetzt über mein Zweck-Nein.
Marianne Mäder, am 18. September 2018 um 12:00 Uhr
Die Schweiz, 1 Promille der Weltbevölkerung versucht per Volksinitiative, unser Konsumverhalten nachhaltiger und ökologischer zu gestalten. Die hierzu notwendigen Einsichten liefert uns der weltbekannte Agronom Hans-Rudolf Herren. Was Herren sagt, ist alles, was wir wissen müssen. Aber es ist etwas schwieriger zu verstehen, als etwa «Lidl lohnt sich» zum tausendsten Mal..."Gleichzeitig ist die Hälfte unserer Gesundheitskosten auf schlechte Ernährung zurückzuführen...», sagt Herr Herren. So lohnt sich das!
Walter Schenk, am 19. September 2018 um 10:32 Uhr
Wenn die Landwirtschaft eines reichen Ministaates in gemässigter Klimazone, von dessen hervorragendster Infrastuktur die Bauern zum Nulltarif mitprofitieren, nicht kostendeckend qualitativ akzeptabel und wettbewerbsfähig Nahrungsmittel produzieren kann und mit weit über 5 Mia., bzw. 5‘000 CHF + zweckentfremdetem Volksvermögen pro ha Nutzläche subventioniert werden muss, läuft in der Landwirtschaftspolitik einiges schief. Analysiert man wie unsere Bauern am Markt vorbei produzieren, wird schnell klar, dass schlicht Geld im Überfluss vorhanden ist und Kapital, Maschinen, Pflanzenschutzmittel und Dünger verschwenderisch, fachlich fragwürdig und ineffizient eingesetzt werden.
Jürg Schwaller, am 22. September 2018 um 13:51 Uhr
Wenn man von Preisen und teuer spricht darf man nicht vergessen, dass Produkte welche nie konsumiert werden im Abfall landen und diese im Preis der tatsächlich konsumierten Produkte mit einkalkuliert sind.
Darüber erfährt man selten etwas, es ist halt auf dem Kassabon nicht aufgeführt...
Werbung und Marketing haben die Konsumenten halt so verzogen, dass bis kurz vor Ladenschluss immer noch alles vorhanden sein soll, dass so vieles weggeworfen werden muss darüber schweigt die Werbung.
Edgar Huber, am 23. September 2018 um 00:47 Uhr
Herr Jürg Schwaller, welche CH Branche kann mit internationalen Preisen mithalten? Wo währe die gesamte CH Exportwirtschaft ohne die Subventionierung durch die Nationalbank mit ihrem Devisen Kauf im ganz grossen Stil? Lebensmittel in der Schweiz zu produzieren, und wenn möglich noch biologisch, ist einfach teurer als in Spanien durch einen Riesenkonzern wo Migranten zu dumping Löhnen ihre Gesundheit riskieren (als extrem Beispiel). Schaut man aber genau, dann weiss man, dass jeder Franken den man einem CH Baueren bezahlt, wieder durch Sozialabgaben usw. zurück fliesst. Vor allem, wenn der Bauer selber verantwortungsvoll handelt und seine Zulieferer ebenso regional wählt. Bei günstigerem Essen aus dem Ausland ist das nicht der Fall. Dadurch kommt uns der Import deutlich teurer zu stehen, als wenn wir die ansässigen Bio-Bauern unterstützen würden. (Bekanntlich haben es Biobauern trotz Subventionen nicht einfach. Wer kleine, regionale Biobauern persönlich kennt, weiss, dass sie keinen Ferarri fahren aber sehr viel arbeiten). Einmal mehr liess sich das Volk durch Schreckgespenster wie: «das wird teurer», «wer kann das bezahlen?», usw verleiten. P.S. Dass man Baueren subventioniert die Kunstdünger und Gifte einsetzen ist aber tatsächlich ein Skandal, da stimme ich Ihnen zu. Das ist definitiv der falsche Anreiz. Aber wer da im Hintergrund für diese Subventionen kämpft, ist ja mittlerweile auch bekannt.
Stöckli Marc, am 24. September 2018 um 08:36 Uhr

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